Fahrradreifen für Trekkingräder im Test: Alles, was Sie wissen müssen

Fahrradreifen haben kein leichtes Leben: Steine, Dornen und Glasscherben trachten täglich nach ihrer Luft. Die schwarzen Rundlinge müssen also viel leisten, wodurch das Lastenheft dementsprechend lang ausfällt. In diesem Test finden Sie ausgesprochene Allroundreifen, die am City-, Trekking-, Fitnessrad, Randonneur und Gravelbike eine mehr oder weniger gute Figur machen.

Vertreten sind herkömmliche Trekking-, aber auch Gravelreifen. Daher ist es auch interessant, wie die Reifen untereinander, aber eben auch im direkten Vergleich mit dem jeweils anderen Genre abschneiden! Bei den Marken finden sich Modelle von Continental und Schwalbe, die im deutschsprachigen Markt den Ton angeben.

Damit ein Reifen bestmöglich mit allen Ansprüchen und Bedingungen zurecht kommt, ist immer ein Kompromiss nötig. Um Ihnen daher den bestmöglichen Überblick zu verschaffen, haben wir einen Praxis- und Prüfstandtest durchgeführt. Dabei erfolgt der Praxistest auf zahlreichen Testfahrten im Alltag, beim Pendeln und Wochenendtouren.

Grundlagen der Fahrradreifen

Reifen sind für viele Radler „einfach da“, sprich sie sind am neuen Rad bereits montiert und man fährt einfach los. Reifen sind aber weitaus mehr, als man denken mag, denn sie sind für den Kontakt zum Boden zuständig. Und entscheiden somit maßgeblich über das Fahrverhalten eines Rades - egal ob Rennrad, Cross- oder Trekkingbike.

Da im Kampf um den Kunden aber jeder Hersteller auf den Pfennig schaut, sind die an Rädern montierten Reifen gerade im Budget-Bereich gerne ein „Spar­objekt“. Neben dem jeweiligen Radtyp (Rennrad, Stadtrad usw.) spielt der Einsatzzweck die größte Rolle bei der Reifenwahl. So macht es wenig Sinn, mit einem glatten Renn-Slick über nasse Feldwege zu fahren und mit einem groben Stollenreifen Geschwindigkeitsrekorde auf der Straße brechen zu wollen. Überlegen Sie also vor dem Kauf, welches Terrain Sie bevorzugt befahren.

Grundregeln für Fahrradreifen

  • Je weniger er wiegt, desto leichter lässt sich Ihr Rad bewegen, da die zu beschleunigenden Massen an den Laufrädern geringer sind.
  • Mit sinkendem Gewicht steigt jedoch das Pannenrisiko, denn auf mehrere Lagen Schutzgewebe oder dickere Kautschukgürtel mit hohem Durchstichwiderstand muss hier verzichtet werden, um Gewicht zu sparen.
  • Weiche Gummimischungen bieten meist besseren Grip, verschleißen aber schneller als härtere.
  • Breite Reifen laufen leichter als baugleiche schmale und sind zudem komfortabler, da sie auf einer kürzeren Strecke den Boden berühren und nur über diese kurze Distanz verformend walken.
  • Viele Hersteller bieten ihre Mantel-Modelle als Falt- und als Drahtreifen an.

Allroundreifen, die allen Gelände- und Wettersituationen gewachsen sein sollen, sind stets ein Kompromiss - den absoluten Alles­könner kann es aus den erwähnten Gründen nicht geben. Für pannenfreies Fahren sollten Sie übrigens auf ein Mindestmaß an Pannenschutz nicht verzichten. Und auf gute Felgenbänder und Schläuche achten!

Da im Verborgenen die Radhersteller gerne sparen, kann ein billiges Felgenband (das ja den Schlauch vor den scharfen Speichenlöchern im Felgeninneren schützt) verrutschen, und der Schlauch scheuert durch. Um Gewicht zu sparen, liebäugeln einige Radler bestimmt mit leichten (aber teuren) Latexschläuchen. Stimmt schon, die sind zwar weniger empfindlich gegen Durch­stiche und Durchschläge als die üblichen Butyl­schläuche, müssen aber nach einigen Tagen nachgepumpt werden, da sie immer etwas Luft verlieren.

Trekkingreifen: Die Langläufer

Trekkingreifen sind die „Langläufer“ unter den Reifen. Oft bereisen sie die ganze Welt. Bei Ihren Radreisen überwiegen die Offroad-Strecken? Dann greifen Sie am besten zu Grobstollen-Reifen. Beispielgebend sei hier der als robust bekannte Schwalbe Marathon XR genannt.

Also zu Modellen, die nicht nur eine grobes und damit griffiges Profil mitbringen, sondern auch dreifachen Pannenschutz bieten: Einmal durch ihre (den Abstand zu Reifen-Feinden garantierende) Profilhöhe, dann durch eine dickere Gummilauffläche sowie eine Pannenschutz-Gewebelage darunter, die am Wegrand lauernden Dornen fast keine Durchstichchance lässt. Dass ein derart armierter Reifen schwerer ist und der Rollwiderstand höher ausfällt, kann man getrost verschmerzen - oberste Priorität hat hier der Pannenschutz.

Reifentypen und ihre Eigenschaften

Zunächst: Reifen ist nicht gleich Reifen. Die Konstruktion des Reifens spielt eine große Rolle und prägt den Fahreindruck wie kein anderes Teil am Rad. Ein extremes Beispiel gefällig? Welche geniale Erfindung der Luftreifen ist, erkennt man, wenn man luftlose Plastik­reifen fährt. Unkaputtbar, vielleicht, aber unsicher rumpelnd und gänzlich ungedämpft; man wünscht sich auf der Stelle den Luftreifen zurück.

Alle sind viel besser als Plastikreifen, aber in gar nicht so kleinen Details unterscheiden sich auch die Luftreifen. Ihre Form beeinflusst das Lenkverhalten, ihre Nachgiebigkeit prägt den Komforteindruck - und ihr Grip die Fahrsicherheit. Und über die Möglichkeit, den Reifendruck zu variieren, können Sie die Eigenschaften des Reifens in erstaunlichem Umfang an die Strecke und Ihre Vorlieben anpassen.

Reifenarten im Überblick

  • Drahtreifen: Der heutige "Standardreifen" hat den Vollgummireifen als Standard ersetzt. Diese Reifen bilden einen optimalen Kompromiss zwischen Stabilität und Pannensicherheit auf der einen und dem Gewicht auf der anderen Seite. Hier benötigt man zusätzlich noch einen Fahrrad-Schlauch, der mit Luft befüllt wird.
  • Schlauchreifen: Diese Reifen kommen komplett ohne Draht aus und werden stattdessen direkt in die Felge geklebt.
  • Faltreifen: Der Faltreifen ist im Prinzip auch ein Drahtreifen, aber eben ein faltbarer. Der Unterschied besteht im verwendeten Material, da man bei Faltreifen nicht wie bei den Drahtreifen auf Metallfäden setzt, sondern andere Materialien verwendet. Reifen der Marke Schwalbe sind etwa aus Kevlar-Fäden gebildet. Die Montage von Faltreifen ist zwar schwieriger, dafür sind sie etwas leichter als "normale" Drahtreifen.
  • Tubeless-Reifen (Schlauchlos-Systeme): Tubeless-Reifen sind schlauchlose Fahrradreifen. Hier ist kein extra Fahrrad-Schlauch notwendig. Gerade im Profibereich werden häufig Tubeless-Reifen verbaut, da sie über eine hohe Pannensicherheit und geringen Rollwiderstand verfügen. Vor allem bei Rennrad-Reifen ist das ein Vorteil.
  • Ballonreifen: Diese Bereifungsart ist noch relativ jung und hauptsächlich auf Citybikes zu sehen. Da Ballonreifen im Vergleich zu normalen Drahtreifen deutlich breiter sind, sollen sie Bodenunhebenheiten durch ihr großes Luftpolster gut ausgleichen können.

Reifengrößen und ihre Bedeutung

Um einen Fahrradmantel nachzukaufen, muss die Größenangabe beachtet werden. Die DIN-Norm ETRTO Reifenbezeichnung bezieht sich auf Reifenbreite sowie Reifeninnendurchmesser (Felgennenndurchmesser) und kann z.B. wie folgt aussehen: 37 - 622. Das Nennmaß bezieht sich mit dem ersten Wert auf die Mantelbreite in aufgepumptem Zustand. Das zweite Nennmaß beziffert den inneren Fahrradreifendurchmesser. Beide Werte werden in der Maßeinheit Millimeter (mm) angegeben.

Bei der Mantelgröße angegeben in Zoll bezieht sich die erste Ziffer auf dem Fahrradmantel auf den Durchmesser des Fahrradreifens. Der zweite Wert beziffert die Fahrradreifenbreite. Hier ein Beispiel: Zoll Variante 1: 28 x 1,40 - Außendurchmesser ca. 28 Zoll, Breite ca. Bei der 2. Zoll-Variante kommt neben Außendurchmesser des Reifens und der Breite des Mantels noch eine dritte Messgröße hinzu, nämlich die Höhe des Reifens. Die Reifenhöhe wird mit dem zweiten Maß bezeichnet.

Die in Millimeter gehaltene Französische Angabe, kurz FRA, beziffert Außendurchmesser, Breite sowie Höhe des Reifens und sieht beispielsweise so aus: 700 x 35C. 700 entspricht dem Reifenaußendurchmesser; 35 ist die Reifenbreite.

Achtung: Beim Kauf eines neuen Fahrradmantels wähle immer einen Mantel mit der Größenangabe, die du bereits auf deinem Fahrrad fährst. Die verschiedenen Maßsysteme sind nicht miteinander kompatibel. Wenn du z.B.

Größenangaben im Detail

  • Zoll: Im Vergleich zu ETRTO ist die Angabe in Zoll noch sehr weit verbreitet, aber auch sehr ungenau. Die meisten Räder - sowohl für Herren, Kinder und Damen - haben 28 Zoll. Damit geben die Hersteller den geschätzten Wert des Außendurchmessers an. Zudem ist auch die Reifenbreite wichtig, die sich meist um den Wert +1 bewegt. Unübersichtlich wird es erst dann, wenn auch noch die Reifenhöhe als Bruchzahl angegeben wird. So liest man etwa ganz häufig "28 x 1.40" auf Reifen. Das bedeutet, dass das Rad einen Außendurchmesser von etwa 28 Zoll hat und 1,40 Zoll breit ist. Ein Fahrradreifen 28 Zoll entspricht einem ETRTO-Wert von 622.
  • ETRTO: ETRTO steht für European Tire and Rim Technical Organization. ETRTO bezieht sich im Gegensatz zur Zollangabe auf den Innendurchmesser und ebenfalls auf die Reifenbreite. Die Maßeinheit Millimeter (mm) ist dabei deutlich genauer als die Angabe in Zoll. Das obige Beispiel - 28 x 1.40 - entspricht einem ETRTO Fahrradreifen 37-622.
  • Französische Angabe: Ganz anders sieht dagegen wieder die französische Größenangabe aus, bei welcher Außendurchmesser und Reifenbreite angegeben werden. Bleiben wir bei unserem Beispiel, so wird hier aus 28 x 1.40 Zoll (ETRTO 37-622) 700 x 35C - 700mm Außendurchmesser und 35 mm Reifenbreite.

Material, Qualität und Profil

Neben der Reifengröße unterscheiden sich Fahrradreifen auch bei Material, Qualität und Profil. Die meisten Radfahrer fahren auf Drahtreifen, bei denen zur besseren Haltbarkeit Metalldrähte in der Lauffläche verarbeitet sind. Bei Drahtbereifung wird in Faltreifen (gut biegbare Fäden) und Ballonreifen unterschieden. Im Profisport werden überwiegend Schlauchreifen eingesetzt, bei denen der Mantel um den Schlauch genäht ist. Allerdings ist die Reifenreparatur sehr aufwändig und die Reifen sind teuer in der Anschaffung.

Bei diesen Fahrradreifen ist ein Pannenschutz in den Mantel eingearbeitet. Je nach Modell können Glasscherben oder Reißzwecken bis zu 3 mm oder 5 mm in den Mantel eindringen, ohne dass der Fahrradreifen platt wird.

Der Mantel besteht aus einer Gummimischung, die je nach Hersteller und Anspruch an den Fahrradmantel variiert. Der Materialmix soll je nach Bedarf besonders haltbar sein, wenig Abrieb haben, mit geringem Rollwiderstand laufen oder auf anspruchsvollen Strecken eine hohe Bodenhaftung gewährleisten.

Abhängig davon, auf welchen Strecken du fährst und in welcher Geschwindigkeit du mit dem Fahrrad unterwegs bist, wirkt sich das Reifenprofil auf die Fahrperformance aus. Sehr schmale Reifenprofile bieten wenig Rollwiderstand und machen schnelles Fahren einfacher. Sehr feines Rennrad-Profil hat guten Grip, auch, wenn Sand auf der Straße liegt. Es sollte keine Überraschung sein, dass ein MTB mit dicken Reifen wesentlich besser durch das Gelände kommt, als ein Straßenreifen am Trekkingrad.

Bei E-Bikes muss man bereits genauer hinschauen, fährt man ein S-Pedelec, sollte der Reifen eine Zulassung für bis zu 50 km/h oder schneller aufweisen. Wer sein Reifen einmal flicken muss, sollte den Mantel immer erst nach Fremdkörpern absuchen.

Da es beim Fahrradreifen abhängig von Material, Verarbeitung und Profil zahlreiche Eigenschaften gibt, solltest du beim Reifenkauf immer genau die Produktbeschreibung lesen, für welche Einsätze der Reifentyp vorgesehen ist.

Aufbau eines Fahrradreifens

In den meisten Alltagsrädern besteht der Fahrradreifen aus einem Fahrradmantel und einen Schlauch. Beide zusammen bilden den Fahrradreifen. Der Schlauch liegt dabei auf dem Felgenband auf und wird mit einer Fahrradpumpe über ein Ventil gefüllt. Umschlossen wir alles mit einem Mantel, dies ist der Teil, der im Volksmund als Fahrradreifen bezeichnet wird. Der Schlauch presst sich von innen an den Fahrradmantel heran und baut einen Druck auf.

Im Sportbereich kommt es vor, dass Tubeless-Reifen gefahren werden. Hier fehlt der Schlauch und die Luft wird über das Ventil direkt in den Mantel gepumpt. Dies geht jedoch nur, wenn der Mantel und die Fahrradfelge luftdicht miteinander verbunden ist. Dazu nutzt man Dichtmilch, diese verschließt die kleine Löcher und Poren.

Damit der Fahrradmantel beschädigungsfrei von der Felge gezogen und wieder draufgebracht werden kann, werden sogenannte Reifenheber eingesetzt. Hiermit lässt sich ein Kunststoffwerkezug zwischen den Mantel und der Felge schieben um den Mantel von dieser herunterzuheben.

Ist das Profil des Fahrradreifens abgefahren, muss dieser erneuert werden. Je nach Fahrleistung kann dies innerhalb eines Jahres aber auch erst nach 5 oder mehr Jahren der Fall sein. Ebenfalls sollte der Fahrradreifen ausgetauscht werden, wenn der Mantel spröde ist.

Wird der Reifen nicht korrekt aufgepumpt, können die Seiten, die Wände des Mantels brüchig werden. Der nächste Fall bei dem ein neuer Mantel her muss ist, wenn eine zu große Beschädigung im Mantel vorhanden ist.

Worauf es beim Trekkingreifen ankommt

Wer ein Trekkingbike fährt, hat oft gehobene Ansprüche an seine Reifen. Auf einer ausgedehnten Tour mit Gepäck und auf wechselnden Untergründen erwartest du in erster Linie hohen Pannenschutz, guten Fahrkomfort und sicheren Grip auf allen Böden. Glücklicherweise lassen sich heutzutage diese vielfältigen Anforderungen in einem Reifen vereinen und du brauchst in keinem dieser Bereiche Einbußen in Kauf zu nehmen.

Ein wesentlicher Punkt von guten Trekkingreifen ist die Profilgestaltung, die sich idealerweise nach dem hauptsächlichen Einsatzgebiet richtet und das Fahrverhalten maßgeblich beeinflusst. Von nahezu profillosen Reifen bis hin zu stark profilierten Reifen hast du bei den Herstellern eine breite Auswahl, unter der auch mit Sicherheit der ideale Reifen für dein Trekkingbike dabei ist.

Reifengröße ermitteln

Wenn du die Reifen an deinem Trekkingbike ersetzen willst oder musst, kannst du die Reifengröße am einfachsten vom alten Reifen ablesen. Auf der Seitenwand des Reifens findest du meist so eine Angabe vor. Im Trekkingbike Bereich ist die Angabe der Reifengröße in Zoll üblich, kann dort aber als Dezimalzahl oder Bruch angegeben sein. Des Weiteren geben die Reifenhersteller zusätzlich die Reifenmaße nach ISO (ETRTO) und französischem Standard (mm) an.

Profilgestaltung bei Trekkingreifen

Reifen von Trekkingbikes gibt es mit unterschiedlichen Profilen und mit unterschiedlich starker Ausprägung. Welches Profil für dich ideal ist, hängt von den hauptsächlichen Strecken ab, die du mit deinem Rad fährst. Da es bei Fahrrädern das vom Auto bekannte Aquaplaning nicht gibt, können Reifen, die nur auf Asphalt eingesetzt werden, theoretisch ganz ohne Profil auskommen.

In der Praxis werden jedoch komplett profillose Reifen, sog. Slicks, nur an Rennrädern verbaut - Trekkingbikes verfügen immer über profilierte Reifen. Die Andeutung des Profils in der Lauffläche dient hier zum einen als Verschleißmarker und zum anderen verleiht die Profilgestaltung dem Reifen ein unverwechselbares Aussehen und eine optische Dynamik.

Trekkingbike Reifen ohne Profil

Diese Reifen sind perfekt für schnelle Touren auf guten Straßen.

Vorteile

  • Größtmöglicher Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn
  • Nahezu geräuschloses Abrollen durch die profillose Lauffläche
  • Guter Grip auf Asphalt und feinen Schotterwegen
  • Geringer Rollwiderstand

Nachteile

  • Wenig Grip auf matschigen und losen Böden
  • Kaum Grip auf Schnee

Ein guter Kompromiss für Radfahrer, die ihr Trekkingbike zwar zum größten Teil auf der Straße, aber bei jedem Wetter und auch mal abseits asphaltierter Wege fahren, kann ein Allround-Reifen mit einem mittleren Profil sein, z.B. der Continental Contact Speed. Diese Reifen haben auf nassen Straßen einen besseren Grip als ihre profillosen Pendants, besitzen ähnlich viel Kontaktfläche, können sich aber durch die einzelnen Profilblöcke besser im Straßenbelag verkrallen und kleine Steine oder Wasser besser ableiten. Gerade auf regennassen Schotter- oder Naturwegen spielen solche Profile ihre Stärke aus, bieten deutlich mehr Grip und sorgen somit für eine hohe Fahrstabilität.

Trekkingbike Reifen mit Profil

Typische Trekkingreifen mit ausgeprägtem Profil sind zum Beispiel der Contact Cruiser und der Speed Ride von Continental, die ebenfalls gerne an aktuellen Trekkingbikes verbaut werden und bessere Fahreigenschaften auf losen Untergründen besitzen:

Das Profil an diesen Reifen ist deutlicher ausgeprägter und bietet daher auf Schotter- und Naturwegen deutlich mehr Grip. Die durchgehende Lauffläche in der Mitte des Contact Cruiser dient einem ruhigen Geradeauslauf und leisem Abrollen auf Asphalt, der Speed Ride ist mit seinen Profilblöcken etwas lauter und rauer im Abrollverhalten.

Vorsichtig solltest du bei Reifen sein, die auch links und rechts der Lauffläche einzelne Profilblöcke haben - sie bieten zwar tollen Grip auf losen Untergründen, können sich aber in schnellen Kurven auf Asphalt schwammig anfühlen.

Vorteile

  • Guter Grip auf losen Untergründen und Schnee
  • Bei durchgehender Lauffläche in der Mitte nahezu geräuschloses Abrollen
  • Für Asphalt, Schotter- und Naturwege gleichermaßen geeignet
  • Größerer Einsatzbereich als profillose Trekkingreifen

Nachteile

  • Meist etwas schwerer als profillose Trekkingreifen
  • Schwammiges Fahrverhalten auf Asphalt bei grobem Profil
  • Lauteres Abrollgeräusch

Eine Empfehlung für Radfahrer, die von ihrem Trekkingbike Reifen sowohl eine gute Performance auf Asphalt als auch auf losen Untergründen bei jedem Wetter erwarten, sind diese Reifen aus der Marathon-Familie von Schwalbe. Diese Reifen bieten durch ihr grobes, aber immer noch straßentaugliches Profil die ideale Kombination aus beiden Welten.

Für Fahrten auf Schnee gelten prinzipiell die gleichen Grundsätze wie auf matschigen Untergründen: Hier hilft nur ein grobes Profil. Wer viel bei Schnee und Eis unterwegs ist, kann sich auch ein speziellen „Winterreifen“ aufziehen. Diese Reifen verfügen über Spikes aus Aluminium und bieten dadurch auch auf vereisten Straßen den nötigen Grip. Nachteile sind jedoch das höhere Gewicht, die schlechteren Laufeigenschaften auf Asphalt und das deutlich lautere Abrollgeräusch.

Luftdruck: So finden Sie den optimalen Wert

Der richtige Luftdruck sorgt für guten Grip, ein sicheres Fahrgefühl und angenehmen Fahrkomfort, daher solltest du den Luftdruck regelmäßig kontrollieren und ggf. den Begebenheiten anpassen. Entscheidende Größen für die Auswahl des richtigen Reifendrucks sind die Reifenbreite und das Fahrergewicht. Anhand unserer Tabelle kannst du den Reifendruck einstellen und je nach Vorliebe in der angegebenen Spanne variieren.

Auf keinen Fall solltest du den Minimum-Druck oder den Maximal-Druck unter- bzw. überschreiten, diese beiden Drücke sind auch auf der Reifenflanke angegeben.

Empfohlener Reifendruck für 28“ Reifen

In Abhängigkeit von Fahrergewicht und Reifenbreite

Fahrergewicht 50-70 kg 70-90 kg 90-110 kg
Reifenbreite in mm Reifendruck in bar Reifendruck in bar Reifendruck in bar
30 - 35 4,5 - 5,5 5,5 - 6,5 6 - 7
37 - 42 3 - 3,5 3,5 - 4,5 4 - 5
42 - 47 2,5 - 3 3 - 4 4 - 5
50 - 60 2 - 2,5 2,5 - 3,5 3,5 - 5

Sichere Trekkingbike Reifen

Ein platter Reifen ist ärgerlich und kostet Zeit und Nerven, bis er behoben ist. In der imaginären Unbeliebtsheitsskala schlägt der Plattfuß sogar noch den Gegenwind und den Regenschauer um Längen. Dabei kannst du beim Aufziehen eines neuen Reifens gleich für gute Voraussetzungen sorgen, dass du von einem Platten verschont bleibst.

Ein pannensicherer Reifen ist immer das Zusammenspiel mehrerer Komponenten:

  • Felgenband: Auf der Innenseite der Felge sollte ein Felgenband aufgezogen sein. Achte auf den richtigen Sitz und einen unbeschädigten Zustand. Das Felgenband sitzt richtig, wenn es alle Speichennippel bzw. Speichenbohrungen komplett abdeckt - sitzt es falsch, kann der Schlauch durch Reibung beschädigt werden.
  • Schlauch: Die Auswahl des Schlauches kann die Pannenanfälligkeit maßgeblich beeinflussen: Da am Trekkingbike das Gewicht eine untergeordnete Rolle spielt, verzichte lieber auf sogenannte „Light“ Schläuche. Die wiegen zwar etwas weniger, erkaufen sich den Gewichtsvorteil aber durch dünnwandiges, und damit leider auch pannenanfälligeres Material. Die erste Wahl für Trekkingbikes sind Standard Butyl-Schläuche. Ein Schlauch ist relativ günstig, daher solltest du beim Reifenwechsel auch gleich einen neuen Schlauch mit einziehen. Schläuche verlieren mit der Zeit ihre Elastizität, was durch permanente Reibung und Temperaturunterschiede zusätzlich verstärkt wird.
  • Reifen: Ob nun DuraSkin und SafetyPlus von Continental, oder PunctureGuard und Greenguard von Schwalbe - die Hersteller sind hinsichtlich der Namensgebung für ihre Pannenschutzlösungen sehr kreativ. Das Wirkprinzip ist dabei bei allen Modellen ähnlich: Eine in den Reifen eingearbeitete Einlage aus Kautschuk, Gummi, Gewebe oder einer Kombination aus diesen Materialien soll das Durchdringen von Fremdkörpern verhindern. Diese Einlage ist meist 3 bis 5 mm dick und verhindert zuverlässig Durchstiche oder Schnitte - wenn der Reifendruck stimmt!
  • Reifendruck: Nur mit richtig eingestelltem Reifendruck kann der Reifen optimal arbeiten. Zu hohe Drücke machen den Reifen empfindlicher gegen Durchstiche und können Schlauchplatzer verursachen. Zu geringe Drücke lassen Reifen und Schlauch stärker walken, wodurch mehr Reibung entsteht. Außerdem riskierst du beim Überfahren von Fräskanten, Schlaglöchern oder Bordsteinen Durchschläge, auch Snake-Bites genannt.
  • Dichtmilch: Wer technisch etwas versiert ist und den höheren Montageaufwand nicht scheut, kann mit Dichtmilch bzw. einem Tubeless-System die Pannenresistenz zusätzlich steigern. Voraussetzung dafür sind Tubeless-Ready Felgen und Reifen. Die Dichtmilch im Reifen verschließt kleinere Durchstiche und Schnitte noch während der Fahrt und verhindert somit ein komplettes Entweichen der Luft aus dem Reifen.

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