Gute Winterreifen fürs Fahrrad zu finden, ist schon eine Sache für sich. Die Auswahl am Markt ist übersichtlich und wirkliche Innovationen sind selten. Wer im Winter guten Grip auf Schnee und Eis sucht, kommt um Spikereifen oder Schlammreifen nicht herum, wie du in unserem Artikel über Winterreifen lesen kannst. Für eine winterliche Fahrbahn empfehlen sich mindestens Winterreifen, besser jedoch Spikereifen.
Seit 2013 fahre ich in der kalten Jahreszeit mit Fahrrad-Winterreifen auf meinem Pendlerrad zur Arbeit und habe damit in den Monaten Dezember-März sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt eigentlich jedes Jahr die Frage von Freunden und KollegInnen, ob sich Winterreifen für Radfahrer überhaupt lohnen. Ich frage mal zurück: Lohnt es sich denn für Pkws, Busse und Lkws, oder dient das nur dazu, um die Wirtschaft anzukurbeln? Die Tests unserer Fahrrad-Winterreifen wurden mit der Zeit ein echtes Sicherheits-Plus, an das man sich gewöhnte.
Ein Autoreifen hat ungefähr die Aufstandsfläche einer Hand mal vier Räder - ein Fahrradreifen die eines Fingers - aber nur mal zwei Räder. Zwei Finger Aufstandsfläche sind aus meiner Sicht ziemlich dünnes Eis, wenn es im Winter mal etwas rutschig wird. Und wenn ich mit dem Rad im Winter längere Strecken fahre, oder im Berufsverkehr pendle, dann will ich das möglichst sicher tun.
Es ist kalt. Das Gummi von Sommerreifen wird hart. Es ist dunkel. Es ist oft nass. Meine Sommerreifen sind profillose Slicks (Schwalbe Kojak), die sehr leicht sind und extrem gut abrollen. Bei Nässe geht das noch erstaunlich gut, aber für feuchtes Herbstlaub, Streugut , Sand oder im Schneematsch sind diese Sommerreifen überhaupt nicht gemacht.
Nach meiner Erfahrung der letzten durchradelten Winter taugt ein glattes Sommer-Slick-Profil im Winter überhaupt nicht. Leider bringt aber auch ein grobes, offenes Profil von MTBs nicht den erwünschten Grip im Schnee und überhaupt nicht auf nassen Herbststraßen. Auch grobe Geländereifen werden bei tieferen Temperaturen hart und verzahnen sich nicht gut mit glattem Untergrund. Zudem rollen grobe Profile unterirdisch schlecht.
Winterreifen im Test: Continental Top Contact Winter II Premium
Leider gibt es für Leute wie mich (Ostwestfälischer Flachlandtiroler) nur einen einzigen „echten Fahrrad-Winterreifen“ ohne Spikes, der für Berufspendler ernsthaft in Frage kommt: Den Continental TopContact Winter II Premium. Ich will hier keine Werbung für Conti machen, aber diese Firma hat es als einzige begriffen, einen alltagstauglichen Winterreifen für Fahrräder zu entwickeln, der mit relativ wenig Gewicht komfortabel ist und sich auch auf trockener Straße noch relativ leicht fahren lässt. Dieser Reifen punktet neben einer weicheren Gummimischung mit tausenden von winzig kleinen Micro-Lamellen.
Außerdem verzichtet das Reifen-Design auf hochgezogene Schulterstollen, die den Pneu optisch breiter wirken lassen, aber dafür in der Kurve extrem bremsen. Dieser Fahrrad Winterreifen hat einen klassischen, runden Querschnitt, mit dem man sich eben zweiradtypisch auch mal richtig in die Kurve legen kann. Auf einer festgefahrenen Schneedecke sowie im losen Pulverschnee oder Schneematsch hinterlässt der Reifen wirklich einen überdurchschnittlich guten Eindruck. Kontrolliertes, zügiges Radfahren im Schnee oder auf einer festgefahrenen Schneedecke macht damit richtig Spaß. Ihr echter Vorteil: Auf Eis und bei Glätte sind sie natürlich unschlagbar.
Aus diesem Grund fahre ich Winterreifen ohne Spikes, denn die laufen leicht und bieten mit ihrer weichen Gummimischung eine Menge passiver Sicherheit. Ich fahre die Continental Top Contact Winter II nun bereits im sechsten Winter seit 2013. Das feine Lamellenprofil ist sogar nach dieser Zeit noch halbwegs passabel.
Nachteile des Continental Top Contact Winter II
- Da wäre einmal der hohe Anschaffungspreis von knapp 50,- Euro, der unverschämterweise fast auf dem Niveau von Autoreifen liegt.
- Im Neuzustand stehen tausende von winzigen Gumminippeln aus dem Spritzguss-Verfahren ab, die bei manchem Fahrrad am Schutzblech schleifen und auch auf der Straße anfangs ein suboptimales Gefühl erzeugen, bis sie nach einiger Zeit endlich abgefahren sind.
Alternative: Michelin Stargrip
Als Pendant zum Conti-Winterreifen gibt es noch den recht breit ausfallenden Ganzjahresreifen Michelin Stargrip. Meine Lebensgefährtin hat ihn jahrelang im Winter getestet und sich damit in der kalten Jahreszeit relativ sicher gefühlt. Aber im Gegensatz zum Conti Top Contact Winter II rollt der Michelin nicht so leicht, bringt spürbar mehr Gewicht auf die Waage und ist eben kein waschechter Winterreifen, der sich mit feinen Lamellen im Schnee verzahnen kann. Sondern eher ein „MS-Reifen“ - also für schmutzige Wege gemacht.
Gern setzt sich das offene Profil mit Tonnen von Streugut-Steinchen zu. Dank seiner relativ weichen Gummimischung und des günstigen Preises ist er aber nicht die schlechteste Entscheidung an kalten Tagen. Nur im Sommer muss der Reifen genau deswegen auch ganz schnell wieder vom der Felge runter!
Den Begriff „Ganzjahresreifen“ trifft es beim Michelin Stargrip also nicht ganz, auch wenn das Profildesign kristalline Schneeflocken erkennen lässt.
Alternative für Rennräder und Gravel-Bikes: Continental Grand Prix 4 Season
Interessant für Rennräder und schnelle Gravel-Bikes im Winter ist der Continental Grand Prix 4 Season. Als waschechter Ableger des legendären Grand Prix 4000S II leistet er sich laut Testberichten zwar kaum Schnitzer, ist aber durch das geschlossene Profil kein richtiger Winterreifen. Zumindest nicht für verschneite Fahrbahnen. Diesen Reifen gibt es übrigens auch in 32 mm Breite. Er kann damit auch gut auf Cross- und Gravelbikes gefahren werden.
Bezahlt wird dieser Komfort und der höhere Pannenschutz mit einem etwas höheren Rollwiderstand. Laut www.bicyclerollingresistance.com sind beim 4 Season 17.2 Watt Tretkraft nötig statt nur 12.2 Watt beim Sommermodell Grand Prix 4000S II. Aber zum Vergleich: Der offenprofillige Continental Top Contact Winter II benötigt satte 28.5 Watt und ein profilloser, sehr leichter Schwalbe Kojak Sommerreifen in immer noch satte 24.8 Watt.
Spikereifen im Detail
Auf Eis und Schnee kommen normale Fahrrad-Winterreifen aber schnell an ihre Grenzen, da helfen auch ihre kältebeständige Gummimischung und das grobe Profil meistens nur wenig. Deswegen empfehlen wir für guten Grip in winterlichen Verhältnissen Spikereifen für dein Fahrrad oder E-Bike.
Prinzipiell für alle, die im Winter sicher unterwegs sein wollen und mit Schnee, Eisflächen oder Blitzeis rechnen. Dabei ist es egal, ob Sie auf einem Trekking-, Mountain-, Fat- oder Gravelbike pedalieren, ob Sie mit oder ohne Motorunterstützung fahren. Und selbst für kleine 20- und 24-Zoll-Reifen an Lasten-, Kompakt- oder Kinderrädern gibt es Alternativen (Schwalbe).
Auf die Frage: „Darf ich in Deutschland auf der Straße überhaupt mit Spikes fahren?“, lautet die Antwort: Klassische Räder ohne Motor und Pedelecs dürfen mit Spikes im Straßenverkehr teilnehmen.
Worauf man beim Kauf von Spikereifen achten sollte:
- Breite: Spikes bauen durch das wintertaugliche Profil und die überstehenden Spikes etwas breiter und höher als klassische Reifen.
- Schlauchlos fahren: Alle Hersteller bieten bei Mountainbikereifen (und 45Nrth beim Gravelreifen) die Möglichkeit, auf den Schlauch zu verzichten. Das bringt in der Praxis einen geringeren Rollwiderstand, weniger Gewicht und einen Selbstheilungseffekt durch die dann zwingend zu verwendende Dichtmilch.
- Montage: Alle Testprobanden sind mit mehr oder weniger Handkraft montierbar.
- Einfahren: Damit sich die Spikes im Gummi setzen und dauerhaft sicher im Gummi sitzen, sollten die Reifen auf sauberer Asphaltstraße und bei langsamer Geschwindigkeit ohne scharfe Bremsmanöver gut 50 Kilometer eingefahren werden.
- Haltbarkeit: Die meist verbauten, gehärteten Stahlspikes aus Wolfram-Carbid-Stahl sind härter als Asphalt, halten mehrere tausend Kilometer und damit mehrere Jahre.
Worauf die Hersteller achten müssen:
- Damit sich die Spikes nicht vorschnell verabschieden und sicher sitzen, muss die Karkasse stabiler und die Gummimischung härter ausfallen.
- Der Gummi darf bei kalten Temperaturen trotzdem nicht verspröden und muss gute Traktion generieren. Zu weiche Mischungen sind also nicht zielführend.
- Für eine gute Funktion bei Matsch und Schnee sollte das Profil deutlich offener gestaltet sein und eine gute Selbstreinigung aufweisen.
- Wer Gewicht sparen will, setzt beim Reifenfuß statt auf den klassischen Stahlring auf einen leichten Aramidkern.
Die meist hohen Preise der Spikereifen resultieren am Ende aus mehreren Punkten: Die aufwändigere Konstruktion, die zusätzlich benötigten Spikes und mehr Arbeitsleistung, weil die Spikes von Hand eingesetzt werden. Wer sparen will, sollte Spikereifen antizyklisch kaufen, also im Frühjahr oder Sommer.
Luftdruck bei Spikereifen
Je nach Luftdruck, Positionierung und Anzahl liegen die seitlichen Spikes mehr oder weniger stark auf. Im Alltag und Trekkingbereich kann der Reifen so schnell und einfach an die Verhältnisse angepasst werden. Mit mehr Druck sinkt die Auflagefläche, der Grip und der Reifen rollt zügiger. Weniger Druck bewirkt genau das Gegenteil. Sitzen in der Mitte keine Spikes und ist der Luftdruck höher, laufen viele Trekking-Spikereifen ähnlich wie Standardreifen, rutschen aber bei Eis auch eher weg.
Zahlreiche Spikes auf der Reifenschulter generieren in Kurven viel Grip. Auch wenn dieser oft überraschend hoch ausfällt, sollte man es im Winter trotzdem eher langsam und entspannt angehen lassen. Auf Asphalt ist der größte Unterschied das laute, spezifische Laufgeräusch durch die Spikes. Die Traktion wird meist nur gering beeinflusst, wenn oft das Gefühl auch gerne etwas anderes suggeriert.
Testergebnisse im Überblick
Die Relevanz der Kriterien teilt sich wie folgt auf: Montage und Gewicht je 5 Prozent, Rollwiderstand 15 Prozent.
Im Detail begeistern bezüglich Preis-Leistung vor allem CST (Fatbike, Trekking) und ReTyre (MTB). Empfehlungen heimsen beim Mountainbike Suomi und im Trekkingbereich Continental und Specialized ein. Die Testsiege in den Kategorien gehen an Vee Tire Co. (Fatbike) sowie Schwalbe (MTB und Trekking).
| Reifen | Kategorie | Besonderheiten |
|---|---|---|
| CST | Fatbike, Trekking | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| ReTyre | MTB | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Suomi | MTB | Empfehlung |
| Continental | Trekking | Empfehlung |
| Specialized | Trekking | Empfehlung |
| Vee Tire Co. | Fatbike | Testsieger |
| Schwalbe | MTB, Trekking | Testsieger |
Einzelne Modelle im Test:
- CST: Leicht, echte Breite genau angegeben. Gute Performance auf Schnee und Eis. Günstiger Reifen für nicht zu extremes Winterwetter.
- Schwalbe (Trekking-Spike): Überzeugt durch sehr leichten Lauf und hohe Pannensicherheit. Bei Schnee gut. Bis auf das sehr hohe Gewicht begeistert er durch die Bank.
- Kenda Klondike Elite: Sehr günstiger Fat-Spike mit gutem Pannenschutz trifft hier auf sehr hohes Gewicht und hohen Rollwiderstand. Auf Schnee top, auf Eis mit nur minimalen Einschränkungen.
- Specialized: Der Name ist etwas irreführend, denn der Specialized begeistert vor allem auf Schnee. Auf Eis fehlen ihm die Spikes in der Mitte, die aber optional nachrüstbar sind. Rollt gut und fällt nicht allzu schwer aus.
- Suomi: Mit Bestnoten bei Montage und vor allem der Traktion auf Schnee und Eis kann der Suomi ebenso punkten wie bei den zahlreich erhältlichen Varianten. Rollt passabel.
- 45Nrth Dillinger: Der Dillinger lässt sich leicht montieren. Auf Schnee zeigt er sich gutmütig, glänzt auf Eis. Das Gewicht ist für einen Fat-Spike gut.
Retyre: Winterreifen per Reißverschluss
Für den winterlichen Alltag könnte das innovative System ein echter Gamechanger sein. Hier kommt das System von Retyre ins Spiel: Als Basisbereifung dient hier ein gering profilierter Straßenreifen. Dieser eignet sich fürs ganze Jahr - außer bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen. Für ebendiese werden nun mit jeweils einem Reißverschluss auf jeder Seite die Reifen-Skins aufgezogen und rundum befestigt. Der Reifenwechsel vom Straßenreifen zum Spikereifen soll so von jedem Laien in wenigen Minuten zu erledigen sein.
Neben den Spike-Skins für den winterlichen Einsatz gibt es übrigens auch Geländereifen-Skins. Der Retyre One ist der Basisreifen. Retyre bietet Starterpakete mit je zwei Basisreifen und zwei Skins an. Außerdem sind alle Skins sowie der Basisreifen auch einzeln erhältlich. Das bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Skins an Vorder- und Hinterrad zu verwenden.
Sinnvoll könnte beispielsweise für E-Bikes eine Kombination des groben Ice Racer am Vorderrad und des gemäßigten Nordic Commuter am Hinterrad sein. Um den Rollwiederstand gering zu halten, wäre für sichere Radler die Kombination des Nordic Commuter am Vorderrad und des Gravel Chaser (49 € pro Skin) am Hinterrad möglich. Durch eine spezielle Gummimischung bleiben die Spike-Skins im Winter weich und liefern guten Grip. Eine Investition von 200 € in ein Starterkit ist zwar kostenintensiv, allerdings kommen damit eigentlich vier Reifen ins Haus.
Montage der Retyre Spike-Skins
Die Basisbereifung von Retyre wird wie ein herkömmlicher Reifen aufgezogen - fertig. Dies funktioniert mit unseren Testreifen auch problemlos. Möchte man nun die Spike-Skins nutzen, so setzt man beidseitig die Reißverschlüsse an. Deren Aufstecken ist etwas fummelig, aber funktioniert nach ein paar Versuchen. Anschließend werden die beiden Reißverschlüsse relativ gleichmäßig geschlossen. Wichtig dabei: Die Skins parallel zum Schließen der Reißverschlüsse immer wieder längs dehnen, denn sonst bleibt am Ende eine Lücke im Profil. Arbeitet man hier aber sauber, schließen die Skins nahtlos ab. Mit etwas Übung fallen hier keine zwei Minuten pro Reifen an - im Reifenumdrehen sind also die Spikes einsatzbereit.
Bei der Montage ist es wichtig, die Skin immer wieder längs zu dehnen, sonst bleibt am Ende eine Lücke im Profil. Wichtig zu wissen: Zu den ETRTO- & Zollmaßen des Reifens sollte man etwas Puffer einrechnen. Denn die Spikes der Winterbereifung bauen höher als herkömmliche Reifen mit gleichen Abmessungen. Nach oben zum eventuell vorhanden Schutzblech sollte man also etwa einen halben Zentimeter einrechnen. Links und rechts am Reifen befinden sich die Zipper des Reißverschlusses - diese stehe jeweils fast einen halben Zentimeter über den Reifen hinaus. Die Spikeskins brauchen Platz - besonders seitlich für die Reißverschlüsse.
Haltbarkeit der Reißverschlüsse
Beim Anblick des Systems drängt sich all unseren Testfahrern sofort eine Frage auf: Halten die Reißverschlüsse einer Vollbremsung mit den Spikes auf Teer stand? Ja, das tun sie - das System macht einen erstaunlich robusten Eindruck. Unsere wiederholten Versuche, das System hier über seine Belastungsgrenze zu beanspruchen, sind gescheitert.
Fahrverhalten mit Retyre Nordic Commuter
Mit den aufgezogenen Spike-Skins Nordic Commuter ist das Fahrverhalten auf Teer etwas schwammig, was an der Anordnung der Spikes liegt: Im Profil sind diese seitlich in zwei Linien angeordnet. Bei Kurvenfahrten auf Teer kippt man also über die Spikes - das fühlt sich etwas schwammig an. Dabei darf man aber nicht vergessen: Die Anordnung der Spikes macht auf Schnee und Eis Sinn und dafür sind die Skins auch konzipiert. Dennoch gibt es natürlich Situationen, in denen man auf einen Mix aus Teer und Schnee treffen wird.
Unauffällig zeigt sich die Basisbereifung - und das ist ein gutes Zeichen. Die Reifen rollen gut und sorgen auch für verlässlichen Halt auf nasser Fahrbahn. Auf winterlicher Fahrbahn liefert die Spikeskin erstaunlich guten Grip. Auf festem Schnee zeigen die Nordic Commuter Skins einen erstaunlich guten Grip. Selbst kleine Kanten im Schnee parallel zur Fahrtrichtung können den Reifen kaum aus der Ruhe bringen. Auch die Bremspower ist ordentlich und der Bremsvorgang fühlt sich sicher an. Auf Eis macht der Reifen eine gute Figur, die Spikes krallen sich zuverlässig fest. Wer allerdings auf eisige Fahrbahnen trifft, sollte für noch mehr Grip mit weniger Luftdruck ( 1,5 - 2 bar) fahren.
Erstaunlich guten Halt bietet der Nordic Commuter auch auf nassem Schnee. Natürlich wird das Fahrverhalten schwammiger, bis zum Kontrollverlust ist allerdings viel Luft. Schwächen zeigt der Reifen wie fast alle Spike- und Winterreifen in engen, dynamischen Kurven. Hier fehlt dem Nordic Commuter etwas Führungsprofil - dementsprechend bricht er bei höherer Geschwindigkeit und engeren Radien aus. Das Profil mit den 160 Spikes ist grobstollig und bietet guten Grip.
Unser Langzeit-Test über die Wintersaison 2022 - 2023 zeigt, dass auch Matsch und Streusalz dem System wenig anhaben kann. Eventuelle Ablagerungen bröseln beim Schließen der Reißverschlüsse ab oder können mit warmen Wasser abgewaschen werden.
Zu beachten ist allerdings, dass sich eine stärkere Abnutzung des Basisreifens auf den Sitz der Spike-Skins auswirken kann. Denn wird das Profil des Basisreifens abgenutzt, so reduziert sich dessen Umfang etwas - wodurch die Spike-Skins mehr Luft haben. Daraus wird ein schwammigeres Fahrgefühl resultieren. Es kann also ein Austausch der Basisbereifung nötig sein, bevor diese gänzlich abgenutzt ist. Ein teilweise abgenutzter Basisreifen lässt sich im Zweifelsfall aber immer noch an einem Fahrrad nutzen, das nicht für den Wintereinsatz gedacht ist.
Dieser Thematik wird Retyre in Zukunft mit einer Premium-Version des Systems begegnen, bei der der Basisreifen nicht mehr zum Fahren gedacht ist.
Retyre Ice Racer
Retyre hat mit Ice Racer eine weitere Skin im Angebot, die über noch mehr Spikes und gröberes Profil verfügt. Für den winterlichen Einsatz an schweren E-Bikes könnte das die bessere Wahl sein - je nach dem, wie häufig und intensiv man im Winter auf eine Schneefahrbahn trifft. Interessant sind diese Skins auch für Biker, die im Winter abseits von Straßen unterwegs sein möchten. Deren grobstolliges Profil verfügt mit 300 Spikes pro Reifen über fast doppelt so viele, wie unser Testreifen Nordic Commuter.
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