Fahrradreifen mit Spikes: Erlaubt oder Verboten in Deutschland?

Wenn du im Winter mit dem Fahrrad unterwegs bist, weißt du, wie herausfordernd eisglatte Straßen sein können. Ein unkontrolliertes Rutschen kann schnell zu einem Sturz führen, und genau das wollen wir vermeiden!

Sind Spikes am Fahrrad erlaubt?

Ja, bei Fahrrädern sind Spikes am Reifen erlaubt, denn durch das geringe Gewicht des Fahrrads ist nicht von Fahrbahnschäden auszugehen. Auf die Frage: „Darf ich in Deutschland auf der Straße überhaupt mit Spikes fahren?“, lautet die Antwort: Klassische Räder ohne Motor und Pedelecs dürfen mit Spikes im Straßenverkehr teilnehmen.

Tatsächlich gilt das Verbot der Stollenreifen für Autos nicht für Fahrräder und E-Bikes, wie der ADFC erklärt. Heißt, Spike-Reifen bei winterlichen Bedingungen sind kein Problem. Achtung aber bei S-Pedelecs (also E-Bikes mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit): Hier gelten Sonderregeln und Spikes sind NICHT erlaubt.

Warum Spikereifen im Winter sinnvoll sind

Prinzipiell für alle, die im Winter sicher unterwegs sein wollen und mit Schnee, Eisflächen oder Blitzeis rechnen. Dabei ist es egal, ob Sie auf einem Trekking-, Mountain-, Fat- oder Gravelbike pedalieren, ob Sie mit oder ohne Motorunterstützung fahren. Und selbst für kleine 20- und 24-Zoll-Reifen an Lasten-, Kompakt- oder Kinderrädern gibt es Alternativen (Schwalbe).

Mit Spike Fahrradreifen rutschen Sie weder bei Eis und Schnee, noch auf nasser Fahrbahn, denn die Spikes krallen sich beim Fahren am Untergrund fest. Nur echte Winterreifen mit Spikes garantieren, dass du auch bei Schnee und Eis sicher ans Ziel kommst.

Schneematsch, Eis und Reifglätte - aber auch nasses Laub erschweren im Winter das Vorankommen. Für Abhilfe sorgen spezielle Winterreifen für das Fahrrad. „Die Umrüstung auf Winterreifen mit Lamellen-Profil und weicherer Gummimischung bietet im Vergleich zu Standard-Fahrradreifen deutlich mehr Haftung“, erklärt Oliver Reidegeld, Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen.

Winterreifen für das Fahrrad haben im Vergleich zu Sommerreifen einen im Mittel 16 Prozent kürzeren Bremsweg. Das ist das Ergebnis umfangreicher Tests des TCS (Touringclub der Schweiz). Die deutlichen Gripverbesserungen machen sich vorrangig auf lockeren und festgefahrenen Schneefahrbahnen sowie auf Schneematsch bemerkbar.

Worauf man beim Kauf von Spikereifen achten sollte

Zuerst die Breite, denn Spikes bauen durch das wintertaugliche Profil und die überstehenden Spikes etwas breiter und höher als klassische Reifen. Dem entgegnen die Hersteller, indem sie trotz der offiziell gleichen Größe meist etwas kleiner fertigen. So passen die Spikes dann mit Blick auf das Platzangebot in Rahmen und Gabel, ohne dass eine Nachjustage der Schutzbleche nötig ist. Ein Check mit eingebauten Reifen ist trotzdem sinnvoll, damit die Stahlkrallen nicht doch an der Lackierung streifen.

  • Reifen einfahren: Damit sich die Spikes im Gummi setzen und dauerhaft sicher im Gummi sitzen, sollten die Reifen auf sauberer Asphaltstraße und bei langsamer Geschwindigkeit ohne scharfe Bremsmanöver gut 50 Kilometer eingefahren werden.
  • Luftdruck: Je nach Luftdruck, Positionierung und Anzahl liegen die seitlichen Spikes mehr oder weniger stark auf. Im Alltag und Trekkingbereich kann der Reifen so schnell und einfach an die Verhältnisse angepasst werden. Mit mehr Druck sinkt die Auflagefläche, der Grip und der Reifen rollt zügiger. Weniger Druck bewirkt genau das Gegenteil.

Wie lange halten Spikereifen?

Das kommt auf die Qualität der Reifenmarke an. Bei Top-Markenhalten Spike Fahrradreifen gut und gerne mehrere tausend Kilometer. Die meist verbauten, gehärteten Stahlspikes aus Wolfram-Carbid-Stahl sind härter als Asphalt, halten mehrere tausend Kilometer und damit mehrere Jahre.

Was tun bei Verlust von Spikes?

Hast du einzelne Spikes verloren und fragst du dich, wie du sie ersetzen kannst? Kein Problem! Ja, wir bieten ein praktisches Set mit Ersatzspikes inklusive Werkzeug an. Einzelne Spikes sind verloren gegangen. Kann ich die ersetzen? Ja, wir bieten ein Set mit Ersatzspikes inklusive Werkzeug an. Mit dem speziellen Werkzeug lassen sie sich leicht einsetzen.

Vor- und Nachteile von Spikereifen

Spikes sind super, wenn es glatt ist. Sie nerven, wenn der Straßenzustand normal ist. Leider kann sich das von Tag zu Tag ändern. Es gibt nur eine rundum befriedigende Lösung: Man braucht für den Winter zwei Räder.

Vorteile:

  • Erhöhte Sicherheit auf Eis und Schnee
  • Besserer Grip und kürzere Bremswege

Nachteile:

  • Lautes Abrollgeräusch auf Asphalt
  • Höherer Rollwiderstand im Vergleich zu normalen Reifen
  • Erhöhte Kosten

Empfohlene Spikereifen-Modelle

Mit unseren Spikereifen von Schwalbe bist du bestens gerüstet, denn sie bieten dir den zusätzlichen Halt, den du auf rutschigen Oberflächen brauchst.

  • Schwalbe Marathon Winter Plus: Der Marathon Winter Plus ist der ideale Fahrradreifen für sichere Winterfahrten. Mit bis zu 240 Spikes und einem speziellen Wintercompound bietet er exzellente Kontrolle auf glatten Eisflächen und meistert selbst extreme Kurvenlagen sowie heftige Bremsungen mühelos. Höchsten Pannenschutz garantiert die innovative SmartGuard-Einlage, die den Marathon Winter Plus zum Reifen mit dem Schwalbe Protection Level 7 macht.
  • Schwalbe Winter: Der Schwalbe Winter ist der perfekte Einstiegsreifen für Fahrradfahrer, die sich auf winterliche Bedingungen vorbereiten wollen. Mit der halben Menge an Spikes im Vergleich zum Marathon Winter Plus bietet er dennoch eine zuverlässige Kontrolle auf glatten Eisflächen und ist somit ideal für Anfänger im Schnee. Auch auf Asphalt meistert er den Fahrkomfort mit Leichtigkeit.
  • Schwalbe Ice Spiker Pro: Der Ice Spiker Pro ist der Turbo Spike Reifen für ultimative Winterabenteuer. Mit bis zu 402 Spikes bietet er perfekten Halt auf jeder Eispiste und sorgt für maximale Traktion, egal bei welchen Bedingungen. Zudem lässt sich der Reifen mit Dichtmilch in einen pannensicheren Tubeless-Reifen umwandeln.

Neben Schwalbe gibt es auch andere Hersteller von Spikereifen, wie z.B. Specialized, Continental und Kenda.

Weitere Tipps für sicheres Radfahren im Winter

  • Passen Sie Ihre Fahrweise an: Fahren Sie langsamer und vermeiden Sie ruckartige Bewegungen.
  • Seien Sie sichtbar: Tragen Sie helle Kleidung und verwenden Sie Lichter.
  • Überprüfen Sie Ihre Bremsen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Bremsen in gutem Zustand sind.

Radwege gehören meist nicht zu den ersten Wegen, die morgens von Schnee und Eis befreit werden. Bei benutzungspflichtigen Radwegen dürfen Radfahrer daher auf die Fahrbahn ausweichen, wenn ein Befahren des Radwegs wegen winterlicher Straßenverhältnisse unzumutbar ist.

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