Fahrradreifen ohne Speichen: Arten und Reflektoren im Test

Wer sein Fahrrad verkehrssicher im Straßenverkehr bewegen möchte, braucht Reflektoren an den Rädern. Der Effekt von Reflektoren bei Dunkelheit und Dämmerung ist nicht zu unterschätzen, gerade bei (noch) nicht eingeschaltetem Licht oder eben der seitlichen Ansicht. Früher waren gelbe Katzenaugen zwingend vorgeschrieben, heute hat der moderne Radfahrer auch andere Möglichkeiten, für seitliches Gesehenwerden zu sorgen.

Die Fahrradfahrer in Deutschland haben seit einiger Zeit die Wahl, wie sie der Reflektorpflicht an ihren Rädern nachkommen wollen. Waren früher nur orangefarbene („gelbe“) Katzenaugen erlaubt, sind inzwischen auch silberne Speichen-Reflektorstäbchen oder weiß reflektierende Reifen zugelassen. Da sich viele designorientierte, sportliche Radfahrer an diesen gelben Speichenreflektoren stören, sieht man im Straßenbild nun auch immer öfter Räder nur mit reflektierendem Ring am Reifen oder einzeln mit Stäbchen eingekleidete Speichen.

Im Rahmen des Artikels „Das verkehrssichere Fahrrad“ wurden 3 Räder mit jeweils allen drei zulässigen Reflektorarten ausgestattet: ein Mountainbike, ein Trekkingrad sowie ein „Citybike“. Alle Räder wurden ein Jahr lang in typischen Fahrsituationen genutzt: das Stadtrad vor allem bei schönem Wetter für kurze Strecken innerorts, das Trekkingrad bei Touren auf Straßen, Feld- und Waldwegen und das Mountainbike selbst bei Schnee und Eis im Gelände.

Der nunmehr über ein knappes Jahr andauernde Praxistest zeigte nun die Stärken und Schwächen der verschiedenen Reflektorenarten auf. Wir vergleichen Reflexionsfähigkeit, Preis, Haltbarkeit und allgemeine Tauglichkeit.

1. Reflektierende Reifen

Ganz gut schnitt der reflektierende Ring ab, der direkt auf den Reifen aufgebracht ist. Reflektierende Fahrradreifen sind quasi schon Standard bei höherwertigen Rädern geworden. Der Reifen selbst dient dadurch als Reflektor, was das Fahrrad sehr gut sichtbar macht, allerdings keinen Rotationseffekt während des Fahrens ergibt.

Die Reflexionsfähigkeit ist auf allen Reifen immer noch relativ gut, die Sichtbarkeit im Dunkeln gegeben. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Reflexionsfläche sehr schnell verschmutzt, bedingt durch die Nähe zum Asphalt. Mindestens eine Stelle des Reflexstreifens befindet sich ständig in Bodennähe, sodass es zwangsläufig beim Durchfahren von Matsch, Dreck und Staub zu Verunreinigungen kommt. Der Reifen reflektiert nach einiger Zeit nicht mehr gleichmäßig, sondern je nach Verschmutzungsgrad der entsprechenden Stelle nur noch eingeschränkt.

Dauerhafte Abhilfe ist kaum möglich, denn ständiges Säubern des Fahrradreifens ist - anders als etwa bei Speichen aus Metall oder Einzelreflektoren aus Kunststoff - nicht wirklich praktikabel. Insgesamt ergibt sich der Anschein, dass die Kombination von Reflex- und Reifenmaterial noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Ein gravierenderes Problem stellt die Haltbarkeit dar: Obwohl für den Test Markenreifen verwendet wurden und die Reifen an sich bei allen Fahrradtypen keinen hohen Abnutzungsgrad aufweisen, d.h. das Profil weiterhin ausgeprägt ist, gilt dies nicht für den darauf befindlichen Reflexstreifen. Der Streifen löst sich stellenweise ab. Interessanterweise ist die Auflösungserscheinung beim nicht im Gelände oder auf anspruchsvollen Wegen bewegten Stadtrad am größten.

Vermutet werden kann hier ein Zusammenhang mit der geringen Dicke des Reifens - der Reflexstreifen befindet sich sowohl sehr dicht an der Felge als auch an der Kontaktstelle zum Boden und wird dadurch offenbar stärker in Mitleidenschaft gezogen als die Trekking- und Mountainbike-Reifen, die breiter sind und bei denen der Reflexstreifen etwas mehr Abstand zu Straße und Felge hat.

In der Anschaffung ist diese Form des Reflektors vergleichbar günstig wie die klassischen Katzenaugen (da man sie nicht einzeln erwirbt, sondern nur einen Aufpreis für den Reifen zahlt), doch auf lange Sicht gesehen ist sie die teuerste. Denn austauschbar sind die Reflexstreifen nicht, es gibt keine Ersatzreflexstreifen, die man auf den Mantel aufbringen könnte. Zum Erneuern des Reflexringes ist also der Austausch des gesamten Reifens vonnöten.

2. Speichenreflektorstäbchen

Die Stäbchen aus reflektierendem Material, die praktisch um die Speichen gewickelt werden („aufgeklippt“), hinterlassen ebenfalls gemischte Gefühle. Einerseits sind sie nicht unerwünscht auffällig-orange, andererseits sieht ein komplett mit Stäbchen bestücktes Rad, bei dem jede einzelne Speiche ummantelt ist (und das muss es, damit es die Anforderungen an die Verkehrssicherheit erfüllt - nur wenige Stäbchen sind als alleinige Reflektorart nicht zugelassen), auf seine Weise etwas sonderbar aus. Ein ästhetischer Gewinn wie bei den Reflexreifen ist jedenfalls kaum festzustellen.

Dafür sind die Reflexstreifen diejenige Reflektorart, die am meisten reflektiert: durch die Rund-um-Anbringung um die Speichen und die verschiedenen Winkel die sich durch die Schrägen der jeweiligen Speichen ergeben, werfen Speichenreflektorstäbchen das einfallende Licht am effektivsten zurück. Dies gilt aber zunächst nur für frische Stäbchen im Auslieferungszustand. Denn das feinkörnige Material, aus denen die Stäbchen an der Oberfläche bestehen, die reflektierende Schicht an sich, ist ebenso wie die Reifenstreifen sehr anfällig für Schmutz und Staub.

Auch die Stäbchen verlieren daher etwas ihrer Reflexionsleistung, wenn man das mit ihnen ausgestattete Fahrrad nicht nur in der Garage bewegt. Reflektorstäbchen lassen sich zwar besser reinigen als Reifenreflektoren, da man nicht über Gummi wischen muss und dessen Partikel dann auch noch auf dem Reflektor verteilt - aber die Reinigung ist umständlich, da jedes Stäbchen einzeln und behutsam gesäubert werden muss.

Dennoch ist die Rückstrahlleistung im direkten Vergleich mit den Reifenreflektoren noch immer besser, die Stäbchen werfen das Licht bei leichter Verschmutzung stärker zurück als die reflektierenden Reifen, was offenbar mit der Rundum-Reflexionsfähigkeit zusammenhängt, die über die zweidimensionale Fläche eines Reflexstreifens hinausgeht.

Überzeugen können die Stäbchen auch beim Punkt Haltbarkeit. Im Testzeitraum ging an keinem Rad auch nur ein einziges Stäbchen verloren oder gar kaputt. Allerdings war von Zeit zu Zeit zu beobachten, dass sich die Stäbchen, beginnend von der zum Radrand zeigenden Seite, von den Speichen zu lösen begannen. Hier scheinen die Zentrifugalkräfte ihren Tribut zu fordern.

Preislich liegen die reflektierenden Stäbchen etwa in der Mitte: ein kompletter Satz für sämtliche Speichen von Vorder- und Hinterrad entspricht zwar fast schon den Kosten von billigen Neureifen, doch sie sind immer noch günstiger als der Neukauf von hochwertigen Reifen mit aufgebrachtem Reflexstreifen - und vor allem lassen sie sich günstig und auch einzeln ersetzen.

Im Neuzustand und für Schönwetterfahrer sind die Stäbchen ebenso wie die Reifenreflexringe eine optimale Wahl. Für Wind- und Wetterradler ist eine gelegentliche Reinigung und ggf. das Ersetzen verlorengegangener Stäbchen unabdingbar.

3. Klassische Speichenreflektoren (Katzenaugen)

Die klassischen Speichenreflektoren bieten ein überraschendes Ergebnis: das Katzenauge ist der ungeschlagene Sieger in unserem Test. Keiner der Speichenreflektoren ging verloren oder wurde beschädigt. Durch ihre Position am Rad und die glatte Oberfläche verschmutzen Katzenaugen auch nicht so leicht wie die anderen beiden Reflektorarten. Die Reflexionsleistung ist selbst trotz leichter Verunreinigung weiterhin akzeptabel, andernfalls sind sie bei starker Verschmutzung am leichtesten zu reinigen.

Abzüge für die Katzenaugen gibt es ausgerechnet bei der grundsätzlichen Reflexionsleistung: Katzenaugen reflektieren optimal nur in einem begrenzten Blickwinkel, hier sind sie den Reflexstreifen und Speichenstäbchen deutlich unterlegen, die einem größeren Sichtwinkel abdecken. Dieser konstruktions- und anbringungsbedingte Nachteil gleicht sich jedoch bei diesem Test durch die stärkere Verschmutzungsanfälligkeit der anderen Reflektorenbauweisen teilweise aus.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis haben ebenfalls die Katzenaugen. Sie sind günstig in der Anschaffung, halten länger als Reifen und Reflexstäbchen - und sind einfach zu ersetzen.

Die Reflexstreifen auf den Reifen machen insgesamt eine gute Figur, aufgrund des schnellen Verschmutzens eignen sie sich aber nicht als alleinige Reflektorart, wenn man auf Sicherheit und optimales Gesehenwerden Wert legt. Besser noch schneiden die reflektierenden Speichenstäbchen ab, die länger und mehr Licht reflektieren - und sehr viel mehr, wenn man tatsächlich jede einzelne Speiche damit ausrüstet.

Kaum heller, aber sehr viel günstiger sind dagegen die altbekannten gelben Katzenaugen, die jedoch nicht die von Reflexstreifen oder Speichenstäbchen ermöglichte zusätzliche seitliche Reflexion bieten. Die alten Katzenaugen sehen immer ein bisschen provisorisch aus, verbreiten das Flair von Kinderfahrrad oder radfahrendem Rentner mit Anhänger und Gepäckträgertaschen und wirken irgendwie altmodisch.

Nach diesem Test kann man festhalten: Reflektierende Reifen sind nicht verkehrt. Wenn man die Wahl hat, empfiehlt sich immer der Kauf von Reifen mit Reflexring. Ein Fahrrad ist bezüglich der Räder dann jedenfalls verkehrstüchtig. Zusätzliche Reflektoren in den Speichen schaden jedoch auch nicht, da sie die nichtsdestotrotz bestehenden Nachteile der Reifen auffangen können. Ob zusätzliche Katzenaugen oder Reflexstäbchen für die Speichen, das bleibt dann letztlich dem persönlichen Geschmack überlassen.

Ein Fahrrad ohne reflektierende Reifen nur mit Speichenstäbchen straßenzulassungstauglich zu machen, ist jedoch vergleichsweise teuer. Hier empfiehlt sich weiterhin das Anbringen von insgesamt klassischen Katzenaugen, optional ergänzt mit einigen wenigen reflektierenden Speichenstäbchen.

Wir empfehlen das Kombinieren von Reflexreifen und mindestens einem Katzenauge oder wenigen Speichenstäbchen pro Laufrad - damit erreicht man ein gutes Gesehenwerden und gleicht die Nachteile der Reflexionsarten gegenseitig aus. Die auf den Reifen aufgebrachten Reflexstreifen sind eine gute Ausgangsbasis, um der Straßenverkehrszulassungsordnung Genüge zu tun, wenn man dafür die 4 klassischen Katzenaugen pro Fahrrad vermeiden möchte.

Wer wirklich gut gesehen werden will, nimmt dann zusätzlich noch ein Katzenauge oder eine Handvoll Reflexstäbchen pro Rad hinzu. Allein schon deshalb, weil bei Reifenreflexstreifen die Rotationswirkung fehlt: auch ein sich drehendes Rad mit Reflexring wirkt statisch, da sich der Ring an sich nicht zu bewegen scheint. Katzenaugen oder Reflexstäbchen hingegen erzeugen einen auffälligeren Effekt.

Die Reflexstäbchen als alleiniges Mittel der Wahl hingegen sind weniger sinnvoll. Sie lösen sich zu leicht von den Speichen - und sobald nur ein Stäbchen fehlt, erlischt dem Gesetz nach die Verkehrssicherheit des gesamten Rades - und der Preis für einen Komplettsatz an Speichenstäbchen für zwei Räder steht in keinem Verhältnis zu den Kosten für Katzenaugen oder den Aufpreis für reflektierende Reifen.

Die klassischen Katzenaugen sind dabei weiterhin erste Wahl für langfristig gutes Gesehenwerden. Wer das Optimum erreichen will, kombiniert aber auch Katzenaugen mit einigen Reflexionsstäbchen oder reflektierenden Reifen - wegen der besseren Schrägreflexion der weißen Varianten und der unterschiedlichen Farben.

Weitere Aspekte von Fahrradreifen

Ob für spezielle Wetterverhältnisse oder Radgrößen, ob für einfachen Stadtverkehr oder unwegsames Gelände, jedes Rad sowie jedes Gebiet braucht die passenden Fahrradreifen. Mehr noch: Auf die richtige Beschaffenheit der Reifen kommt es an. So beeinflussen der Luftdruck, die gewählte Reifengröße sowie die Profilierung der Fahrradreifen das gesamte Fahrverhalten des Bikes nachhaltig.

Ein Fahrradreifen besteht aus mehreren Komponenten. Die meisten Bestandteile sind dabei nicht direkt zu sehen, weil sie sich im Innern eines Fahrradreifens befinden. Die Reifenlauffläche ist das, was von außen auf dem Reifen sichtbar ist. Sie ist im Alltag als Reifenprofil bekannt und hat Kontakt zum Fahrbelag. Das Profil gestaltet sich abhängig vom Reifentyp und der speziellen Verwendung variabel. Der Pannenschutz liegt direkt unter dem Profil. Nicht alle Reifen haben einen solchen Schutz integriert. Als Reifenwulstkern wird die Reifenkante bezeichnet, die in der Felge sitzt. Ganz im Innern des Fahrradreifens befindet sich die Reifenkarkasse. Sie ist der Unterbau, auf dem die Reifenlauffläche liegt. Die Qualität der Karkasse eines Reifens wird in Fäden pro Zoll oder Threads per Inch (TPI) angegeben.

Die Größe eines Fahrradreifens bestimmt sich über den Durchmesser der Felge und wird in Zoll angegeben. Bei einem Fahrrad für Erwachsene beträgt die Größe meistens 28 Zoll. Der in Europa am weitesten verbreitete Standard zur Bestimmung der Reifengröße ist die sogenannte Europäische Reifen- und Felgennorm (ETRTO).

Nachdem die richtige Reifengröße in Zoll ermittelt wurde, folgt die Reifenbreite als nächstes Kriterium für die richtige Kaufentscheidung. Die Reifenbreite ist das Merkmal mit dem größten Einfluss auf die Performance und das Fahrverhalten auf dem Fahrrad. Unter der Maßgabe, dass Reifen den gleichen Luftdruck haben, laufen breite Reifen besser als schmale Reifen. Das heißt also, je höher der Luftdruck im Reifen ist, desto weniger verformt er sich und desto geringer ist die Aufstandsfläche. Für gewöhnlich verfügen schmale Fahrradreifen aber über einen höheren Luftdruck.

Trekkingräder oder Mountainbikes haben standardmäßig sehr häufig einen Reifen mit einer Breite von 37 Millimetern. Sie bieten im Gegensatz zu schmalen Reifen wesentlich mehr Fläche und damit Grip, der sich vor allem im Gelände oder Off-Road-Bereich bezahlbar macht. Wer mit dem Rennrad oder City-Bike eher auf asphaltierten Wegen fährt, setzt lieber auf schmale Reifen.

Das Reifenprofil ist ein weiteres Attribut mit einem relevanten Einfluss auf das Fahrverhalten. Grundsätzlich wirken sich die Breite und das Profil auf den Grip aus. Je mehr davon vorhanden ist, desto größer ist die Griffigkeit der Bereifung. Allerdings erhöht sich dadurch die Reibung und der Rollwiderstand. Ein Rennrad-Reifen ist schmal und besitzt meistens eine sehr glatte Außenfläche. Die profillosen Reifen werden auch Slicks gekannt.

Reifentypen und ihre Einsatzbereiche

  • Rennrad-Reifen: Schmal und glatt für geringen Rollwiderstand auf Asphalt.
  • Mountainbike-Reifen: Breite Auflagefläche und Stollen für Grip im Gelände.
  • Crossbike- und Trekkingbike-Reifen: Schmal, glattes Profil, komfortabel auf ebenem Untergrund, Stollen an den Seiten für Stabilität.
  • Citybike-Reifen: Für befestigte und ebene Wege.
  • Spike-Reifen: Mit Metallnadeln für Eis und Schnee im Winter.

Weitere Unterscheidungen von Fahrradreifen

Fahrradreifen lassen sich nicht nur über Typen klassifizieren, die in bestimmten Anwendungsbereiche ihre Vorteile ausspielen. Eine weitere Möglichkeit, Fahrradreifen zu unterscheiden, besteht darin, sie nach der Art ihrer Architektur und Beschaffenheit einzuordnen.

  • Drahtreifen: Mit steifem Draht am unteren Ende.
  • Faltreifen: Variante des Drahtreifens mit Fasern aus Kunststoff (Aramid oder Kevlar) statt Draht.
  • Schlauchreifen: Fahrradschlauch direkt an den Reifenmantel festgenäht und auf die Felge geklebt.
  • Tubeless-Reifen: Kommen gänzlich ohne Schlauch aus.

Tubeless-Reifen: Die Zukunft?

Tubeless ist laut einigen Herstellern von Fahrradreifen die Reifentechnologie der Zukunft. Laufräder ohne Schlauch eignen sich vor allem für sportlich ambitionierte Fahrradfahrer. Der englische Begriff Tubeless übersetzt sich ins Deutsche mit schlauchlos. Tubeless-Reifen sind also Fahrradreifen mit Luft, aber ohne Schlauch.

Die Entwicklung von schlauchlosen Reifen für das Fahrrad war allerdings eine größere Herausforderung. Denn die Fahrradreifen sind sehr empfindlich aufgebaut und somit wesentlich anfälliger für Schäden durch externe Einflüsse. Namhafte Hersteller wie Nexo und Schwalbe sahen jedoch die Vorzüge von Reifen ohne Schlauch.

Vorteile von Tubeless-Reifen:

  • Einfacher Aufbau
  • Bilden eine dichte Luftkammer mit der Felge
  • Weniger Pannen
  • Geringerer Rollwiderstand

Um die Luft besser im Reifen zu halten, hat er oft eine sehr spezielle Form. Ein Felgenband, das auf dem Boden der Felge geklebt wird, dichtet den Reifen ab und verhindert das Entweichen der Luft über die Löcher für die Speichen. Abhängig von Faktoren wie dem Gewicht des Fahrers und den Straßenbedingungen haben Tubeless-Reifen im Normalfall einen Luftdruck von 1,8 Bar bis 1,9 Bar.

Herkömmliche Reifenmäntel sind allerdings selten völlig luftdicht. Deshalb muss Tubeless-Bereifung mit einer besonderen Emulsion aus Latex gefüllt werden. Diese Emulsion ist in der Umgangssprache als Dichtmilch oder Tubeless-Milch bekannt. Sie dichtet kleinere Löcher und Schnitte eigenständig ab, die durch das innen liegende Felgenband nicht gänzlich abgedeckt sind. Da die Milch im Reifen mit der Zeit eintrocknet und so ihre Wirkung verliert, solltes du sie regelmäßig auffüllen.

Worauf ist bei der Umstellung auf Tubeless zu achten?

Nicht alle Reifen lassen sich auf dieses System umrüsten. Eine schlauchlose Fahrradbereifung besteht aus einem Verbund an einzelnen Bestandteilen, die alle miteinander kompatibel sein müssen. Informiere dich deshalb vor dem Zusammenbau, ob eine Kompatibilität aller Einzelteile vorliegt und die Felgen tatsächlich tubeless-fähig oder tubeless-ready sind. Der Umbau von normalen Felgen zu Tubeless-Felgen ist nur für echte Bastler zu empfehlen. Darüber hinaus ist auch die Montage von schlauchlosen Reifen nicht so einfach zu bewerkstelligen.

Weitere wichtige Aspekte

Jeder Fahrradfahrer hatte sicher schon einmal das unschöne Erlebnis einer Panne und musste anschließend den Fahrradreifen wechseln. Für ein komfortables und die Reifen schonendes Fahrgefühl ist ein optimaler Reifendruck essenziell. Nicht selten passiert es, dass plötzlich eine Scherbe aus Glas, ein Nagel oder andere Fremdkörper im Reifen stecken.

Wer sich für fähig hält, im Fall einer Panne den Schaden selbst zu beheben, sollte immer passendes Werkzeug und Ersatzteile mitführen. Im Normalfall sind kleinere Risse am Mantel leicht zu beheben, doch wenn das zu oft nötig ist, verliert der Reifen den Grip und bietet keinen ausreichenden Schutz mehr für den darunter liegenden Schlauch. Dann ist es empfehlenswert, den Fahrradreifen zu tauschen. Alte Reifen können auf dem Wertstoffhof oder bei einem Fahrradhändler zurückgegeben werden.

Neben der Gewährleistung von Traktion und Dämpfung ist der Pannenschutz die wohl wichtigste Aufgabe eines Reifens. Vor allem Stadträder setzen darauf, da Gewicht und Rollwiderstand nicht so wichtig sind. Durch das dichte Material können die Reifen sehr lange problemlos gefahren werden. Im hochwertigen Bereich werden allerdings spezielle Schutzeinlagen aus Nylon oder Aramid verwendet. Diese sind dünner und leichter als Gummi, verursachen aber in der Produktion deutlich höhere Kosten.

Felgen- und Reifentypen im Überblick

Felgentyp Beschreibung Vorteile Nachteile
Clincher Gebräuchlichste Felge mit Felgenbett für Speichennippel Einfache Reparatur, kostengünstig Benötigt Schlauch, Felgenbett undicht
Tubeless Felge und Reifen dichten luftdicht ab Erhöhte Pannensicherheit, Gewichtseinsparung Spezielle Reifen und Dichtmilch erforderlich
Tubular Reifen direkt mit Felge verklebt, Schlauch vernäht Sicherer Sitz, geringes Gewicht Unpraktisch bei Pannen

Eine Auflistung der notwendigen Reflektoren für ein verkehrssicheres Fahrrad finden Sie hier. Entsprechen die lichttechnischen Einrichtungen an einem Fahrrad nicht den geltenden Vorschriften, kann ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro drohen. Ganz ohne diese Sicherheitsmaßnahmen unterwegs zu sein, kann gefährlich werden und das Unfallrisiko deutlich erhöhen.

Für einen Radfahrer ist Gesehenwerden ein sehr wichtiger Punkt bei der Teilnahme am Straßenverkehr, daher sollte immer auf die möglichst beste Sichtbarkeit Wert gelegt werden. Wie bereits beschrieben, befindet sich ein Reflektor, je nach Aufgabe und Funktion, an verschiedenen Positionen am Rad. Daher gibt es am Fahrrad gelbe Speichenreflektoren, mindestens einen weißen Reflektor sowie auch rote Rückstrahler fürs Velo. Auch weitere gelbe Reflektoren sind zugelassen.

Wie bereits erwähnt, muss ein Rad auch bei seitlichem Lichteinfall als solches erkennbar sein und benötigt dazu einen Reflektor, der dies gewährleistet. Ist ein Radfahrer ohne mindestens zwei Katzenaugen pro Laufrad, einem ringförmigen Reflektorstreifen oder den dünnen Speichenreflektoren unterwegs, kann das ein Bußgeld von 10 Euro zur Folge haben.

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