Pannensichere Reifen können helfen, Nerven zu sparen, egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder auf einer Tour. Damit ein Fahrradreifen rollt, muss er oder der innenliegende Schlauch mit Luft gefüllt sein. Pannensichere Reifen, auch unplattbare Reifen genannt, sollen genau das verhindern. Dafür sind sie entsprechend robuster aufgebaut.
Grundlagen pannensicherer Reifen
Es gibt verschiedene Methoden, um den Reifen vor äußeren Einflüssen und übermäßiger Abnutzung zu schützen. Wichtig: Der Pannenschutz muss immer auf den jeweiligen Fahrradtyp ausgelegt sein. Ein pannensicherer Reifen für ein Rennrad ist anders konzipiert als einer fürs Trekkingrad.
Die Karkasse
Die Basis eines Reifens bildet die Karkasse. Sie besteht aus mehreren nylonverstärkten Gewebeschichten, die in Gummi eingebettet sind. Die Stärke dieses Karkassengewebes wird in EPI (oder TPI) angegeben. Beispielsweise bedeuten 67 EPI, 67 Drähte pro 1 Inch Karkassenschicht.
Pannenschutzstreifen
Pannensichere Reifen haben zwischen der Karkasse und dem Profil aus Gummi einen widerstandsfähigen Pannenschutzstreifen, zum Beispiel aus Kevlar. Eine andere Möglichkeit, den Schlauch vor Pannen zu schützen, ist eine drei bis fünf Millimeter dicke Einlage aus hochelastischem Kautschuk zwischen Karkasse und Profil. Darin sollen eindringende Steinchen, Scherben und Co. abgehalten werden.
Weitere Schutzmaßnahmen
Daneben gibt es auch den Ansatz, den Reifen mit einem Tubus aus speziellem Polyurethan zu versehen. Schnittresistente Fasern im Pannenschutzstreifen bringen ein hohes Maß an Sicherheit vor scharfen Gegenständen auf dem Asphalt. Dieser Aufbau wird deshalb gern für Rennräder verwendet.
Arten von Pannenschutzgürteln
Große Hersteller wie Schwalbe, Continental, Vredestein und CST haben ihre eigenen Pannenschutzgürtel entwickelt. Hier ein Überblick:
- SafetySystem Breaker: Besteht aus kevlarverstärktem, hochfestem Nylongewebe. Stich- und schnittfest, aber trotzdem leicht und flexibel passt sich der Reifen dem Untergrund besser an.
- EXTRA PunctureBelt: Ein robuster Gummibreaker, kombiniert mit den gummiverstärkten Seitenwänden des Reifens, gewährleistet einen hohen Pannen- und Anscheuerungsschutz.
- Hardshell ProTection: Schützt sowohl unter dem Laufstreifen als auch die Seitenwand. Zusammen mit der dreilagigen Karkasse wird der Reifen so zu einem wahren Bollwerk gegenüber externen Einflüssen.
- DuraSkin®: Das hochwertige Polyamid-Gewebe schützt zuverlässig die Flanke des Reifens und wappnet den Reifen für das Äußerste.
- ProTection Technologie: Verleiht Reifen die perfekte Mischung aus Leichtlauf, Grip und Pannenschutz durch eine zusätzliche, rundum laufende Pannenschutzlage.
- PolyX Breaker®: Die extrem widerstandsfähige Polyesterfaser wird engmaschig über Kreuz gewebt, wodurch eine sehr hohe Gewebedichte erreicht wird.
- Puncture ProTection Breaker: Der robuste Gummi-Breaker, kombiniert mit den gummiverstärkten Seitenwänden des Reifens, gewährleistet einen hohen Pannen- und Anscheuerungsschutz.
Spezielle Pannenschutzsysteme
"Unplattbar"-Reifen von Schwalbe
Nur Schwalbe hat die Reise- und Stadtreifen, die sich „unplattbar“ nennen dürfen (Protection Level 7). Zum Beispiel ist die SmartGuard-Einlage aus hochelastischem Spezialkautschuk ca. 5 mm dick und extrem widerstandsfähig. Eine eingefahrene Heftzwecke z. B. bleibt einfach im Gummi stecken ohne Schaden anzurichten. Dieses einfache Wirkprinzip ist auch High-Tech Schutzgürteln aus Aramid oder Vectran überlegen.
Tubeless-Systeme
In aller Munde ist der Pannenschutz durch "Tubeless", dem Fahren ohne Schlauch, dafür aber einer Dichtmilch im Reifen, die bei einem kleinen Loch durch ihre Konsistenz dieses schnell abdichtet. Der Vorteil von Tubeless besteht nicht nur aus einem besseren Pannenschutz, sondern du kannst mit weniger Druck komfortabler fahren, dazu wird der Grip wird oft merklich besser, die Rolleigenschaften trotz weniger Druck dank des fehlenden Schlauchs ebenso.
Voraussetzungen für Tubeless-Fahren
- Einen Reifen der TR (Tubeless Ready) oder TLE (Tubeless Easy) ist
- Ein für deine Felgenbreite passendes Tubeless-Felgenband
- Spezielle Tubelessventile
- Dichtmilch
- Möglicherweise einen Booster, um den Reifen luftdicht auf die Felge zu bekommen
- Ein für Tubeless geeignetes Laufrad
Pannenschutzflüssigkeiten
In bestimmten Situationen kann der Einsatz von Pannenschutzflüssigkeit sinnvoll sein. Grundsätzlich kann man zwei verschiedene Arten unterscheiden:
- Mechanisch wirkende Flüssigkeiten: Die Flüssigkeit enthält kleine Fasern oder Partikel, die das Loch verstopfen. Vorteil: Solche Flüssigkeiten sind quasi unbegrenzt wirksam. Nachteil: Das Loch ist nicht wirklich repariert, sondern nur verstopft und kann sich auch wieder öffnen.
- Latexbasierte Flüssigkeiten: Die Latexmilch verfestigt sich im Loch und repariert es so dauerhaft. Unser Doc Blue Professional basiert ebenfalls auf Latex und ist für ca. 2-7 Monate oder ca. 2.000 km als vorbeugender Schutz im Reifen wirksam.
Für alle Pannenschutzflüssigkeiten gilt: Die Flüssigkeit kann das Loch nur abdichten, wenn das Rad rotiert. Das Handling braucht etwas Übung. Ein guter, pannensicherer Reifen ist daher für die meisten Menschen die bessere und einfachere Lösung.
Weitere Tipps zur Pannensicherheit
- Achte auf den richtigen Luftdruck: Bei zu geringem Druck ist das Pannenrisiko deutlich höher. Prüfe und korrigiere den Luftdruck mindestens einmal pro Monat mit einem Manometer.
- Reifenkontrolle: Hilfreich ist es, die Reifen regelmäßig auf eingefahrene Fremdkörper abzusuchen und diese zu entfernen.
- Felgenband: Alle Speichenbohrungen müssen vollständig und sicher durch ein geeignetes Felgenband abgedeckt sein.
- Regelmäßige Reifenkontrolle: Entferne eingefahrene Fremdkörper wie Steine, damit sie sich nicht weiter in den Reifen „einarbeiten“ können.
- Reifen rechtzeitig ersetzen: Spätestens bei einem abgefahrenen Profil solltest du deine pannensicheren Reifen austauschen.
Der richtige Luftdruck
Zu hoher oder zu geringer Reifendruck erhöht das Pannenrisiko deutlich. Die passenden Druckangaben finden sich auf der Reifenflanke. Rund einmal im Monat gilt es, den Reifendruck zu prüfen. Der Test mit dem Daumen ist dabei allerdings nicht zu empfehlen. Sinnvoller ist ein spezieller Reifendruckmesser (z. B. von Schwalbe). In einem Fahrradhaushalt sollte eine entsprechende Standpumpe mit Manometer (z. B. „Air-X-Plorer“ von SKS Germany) zur Grundausstattung zählen.
Lagerung von Reifen
Montierte Reifen sollten an einem kühlen, trocknen und möglichst dunklen Ort gelagert werden und immer aufgepumpt sein. Bei längeren Standzeiten lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle des Luftdrucks. Im Idealfall sollte das Fahrrad oder E‑Bike hängend gelagert werden. Denn sonst können die Seitenwände des Reifens beschädigt werden.
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