Ein platter Reifen während der Fahrt muss nicht sein. Pannensichere Reifen können helfen, Nerven zu sparen - auf dem Weg zur Arbeit oder auf Tour. Damit ein Fahrradreifen rollt, muss er oder der innenliegende Schlauch mit Luft gefüllt sein. Pannensichere Reifen, auch unplattbare Reifen genannt, sollen genau das verhindern. Dafür sind sie entsprechend robuster aufgebaut. Es gibt verschiedene Methoden, um den Reifen vor äußeren Einflüssen und übermäßiger Abnutzung zu schützen.
Arten von Reifenpannen
Es gibt drei verschiedene Arten von Reifenpannen:
- Durchlöcherung und Schnitte: Nägel, Kiesel, Stachel etc. können einen Luftschlauch oder einen Tubeless-Reifen durchbohren. Aggressive Inhaltsstoffe bestimmter Bodenbeläge können außerdem Löcher verursachen.
- Einklemmen: Der Schlauch wird zwischen Felge und Boden eingeklemmt, wenn der Fahrer schnell ein Hindernis (z.B. Schlagloch) überfährt.
- Perforation durch die Felge: Sie tritt auf, wenn das Felgenband ungeeignet (Größe, Material, Lage...) oder in schlechtem Zustand ist. Bei dieser Perforation ist das Loch auf der Felgenseite des Reifens, nicht auf der Seite, die Bodenkontakt hat.
Faktoren, die das Pannenrisiko senken
Aber es gibt weitere Faktoren, die das Pannenrisiko senken:
- Achte auf den richtigen Luftdruck. Bei zu geringem Druck ist das Pannenrisiko deutlich höher. Prüfe und korrigiere den Luftdruck mindestens einmal pro Monat mit einem Manometer.
- Reifenkontrolle: Hilfreich ist es, die Reifen regelmäßig auf eingefahrene Fremdkörper abzusuchen und diese zu entfernen. Ersetze abgefahrene Reifen rechtzeitig. Der beste Schutzgürtel im Reifen nützt nichts, wenn die „innere Sicherheit“ nicht gewährleistet ist.
- Lege auch beim Fahrradschlauch Wert auf zuverlässige Qualität.
Wie man Reifen pannensicher macht
Es gibt verschiedene Methoden, um Fahrradreifen pannensicher zu machen:
1. Pannensichere Reifen verwenden
Pannensichere Reifen haben zwischen der Karkasse und dem Profil aus Gummi einen widerstandsfähigen Pannenschutzstreifen, zum Beispiel aus Kevlar. Eine andere Möglichkeit, den Schlauch vor Pannen zu schützen, ist eine drei bis fünf Millimeter dicke Einlage aus hochelastischem Kautschuk zwischen Karkasse und Profil. Darin sollen eindringende Steinchen, Scherben und Co. Daneben gibt es auch den Ansatz, den Reifen mit einem Tubus aus speziellem Polyurethan zu versehen. Schnittresistente Fasern im Pannenschutzstreifen bringen ein hohes Maß an Sicherheit vor scharfen Gegenständen auf dem Asphalt.
2. Felgenband
Wichtig ist zudem das Felgenband. Es schützt den Schlauch vor mechanischen Beschädigungen durch Speichenköpfe, Metallgrate und Bohrungen in der Felge. Alle Speichenbohrungen müssen vollständig und sicher durch ein geeignetes Felgenband abgedeckt sein. Es verhindert mechanische Beschädigungen des Schlauchs „von innen“, also durch Speichenköpfe, Metallgrate und Bohrungen in der Felge.
3. Pannenschutzflüssigkeit
In bestimmten Situationen kann der Einsatz von Pannenschutzflüssigkeit sinnvoll sein. Grundsätzlich kann man zwei verschiedene Arten von Pannenschutzflüssigkeiten unterscheiden. Die erste Sorte arbeitet rein mechanisch. Die Flüssigkeit enthält kleine Fasern oder Partikel, die das Loch verstopfen. Vorteil: Solche Flüssigkeiten sind quasi unbegrenzt wirksam. Nachteil: Das Loch ist nicht wirklich repariert, sondern nur verstopft und kann sich auch wieder öffnen, z.B. beim nächsten Nachpumpen.
Die zweite Sorte von Flüssigkeit basiert auf Latex. Die Latexmilch verfestigt sich im Loch und repariert es so dauerhaft. Unser Doc Blue Professional basiert ebenfalls auf Latex und ist für ca. 2-7 Monate oder ca. 2.000 km als vorbeugender Schutz im Reifen wirksam. Zusätzliche Partikel in der Flüssigkeit sorgen dafür, dass auch größere Löcher schnell abgedichtet werden. Diese Partikel in der Flüssigkeit sind auch der Grund dafür, dass der Ventileinsatz zum Einfüllen entfernt werden muss.
Für alle Pannenschutzflüssigkeiten gilt: Die Flüssigkeit kann das Loch nur abdichten, wenn das Rad rotiert. Das Handling braucht etwas Übung. Ein guter, pannensicherer Reifen ist daher für die meisten Menschen die bessere und einfachere Lösung. Wir empfehlen Doc Blue Professional hauptsächlich für Tubeless-Systeme. Hier ist es ein sehr nützlicher Helfer, weil sich diese Reifentypen sonst gar nicht oder nur sehr schwer reparieren lassen. Weiter ist Doc Blue geeignet, um besonders leichte Reifen für eine begrenzte Zeit, zum Beispiel für einen Wettkampf, pannensicher zu machen. Sinnvoll ist es auch als zusätzlicher Schutz bei Touren in extremen Dornengebieten. Als Pannenhelfer für unterwegs kann man mit Doc Blue kleine Einstiche reparieren, ohne Schlauch und Reifen zu demontieren.
4. Tubeless-System
Wie der Name bereits sagt, kommt hier kein Schlauch zum Einsatz. Stattdessen dichtet der Reifen direkt mit der Felge ab. Damit das System luftdicht ist, muss der Reifen, nachdem er auf die Felge gezogen ist, mit einem kräftigen Luftstoß aufgepumpt werden - so setzt er sich, oft mit deutlichem Knackgeräusch, beidseitig ins Felgenhorn. Dafür braucht es entweder einen Kompressor oder eine Tubeless-Pumpe mit zusätzlicher Druckkammer. Letztere lässt sich auch extern kaufen, z. B. als „Tire Booster“ von Schwalbe.
Das Tubeless-System gilt als äußerst pannensicher, da eine spezielle Dichtmilch kleine Einstiche eigenständig von innen verschließt. In aller Munde ist der Pannenschutz durch "Tubeless", dem Fahren ohne Schlauch, dafür aber einer Dichtmilch im Reifen, die bei einem kleinen Loch durch ihre Konsistenz dieses schnell abdichtet.
Doch um Tubeless zu fahren, braucht es als Voraussetzung:
- einen Reifen der TR (Tubeless Ready) oder TLE (Tubeless Easy) ist
- ein für deine Felgenbreite passendes Tubeless-Felgenband
- Spezielle Tubelessventile
- Dichtmilch
- möglicherweise einen Booster (eine Art Luftpumpe für Tubeless), um den Reifen luftdicht auf die Felge zu bekommen.
- und essenziell: ein für Tubeless geeignetes Laufrad.
Der Vorteil von Tubeless besteht nicht nur aus einem besseren Pannenschutz, sondern du kannst mit weniger Druck komfortabler fahren, dazu wird der Grip wird oft merklich besser, die Rolleigenschaften trotz weniger Druck dank des fehlenden Schlauchs ebenso. Obendrein sparst du das Gewicht der Schläuche.
Reifendruck
Der Luftdruck ist ein wichtiger Faktor für die Langlebigkeit deines Reifens. Ist der Druck zu hoch, ist die Gefahr von Pannen aufgrund von Durchschlägen geringer. Es nimmt aber auch die Bodenkontaktfläche ab und die Gewichtskräfte wirken gebündelt auf eine kleinere Zone. Um sicher zu gehen, richte dich immer um den vom Hersteller empfohlenen Druckbereich für den jeweiligen pannensicheren Reifen. Den findest du an der Reifenflanke.
Zu hoher oder zu geringer Reifendruck erhöht das Pannenrisiko deutlich. Die passenden Druckangaben finden sich auf der Reifenflanke. Rund einmal im Monat gilt es, den Reifendruck zu prüfen. Der Test mit dem Daumen ist dabei allerdings nicht zu empfehlen, weil er wirklich nur im Fall eines deutlich zu schlecht aufgepumpten Reifens Erkenntnisse liefert. Sinnvoller ist ein spezieller Reifendruckmesser (z. B. von Schwalbe).
Regelmäßige Kontrolle
Ein Blick auf die Reifen lohnt sich immer, um eingefahrene Fremdkörper wie Steine u. Ä. zu entfernen, damit sie sich nicht weiter in den Reifen „einarbeiten“ können. Zwar gibt es beim Fahrrad und E‑Bike, anders als beim Auto oder S‑Pedelec, keine Mindestprofil-Vorgabe. Aber ein abgefahrenes Profil sorgt für ein schlechteres Fahrverhalten, mindert die Traktion und erhöht das Pannenrisiko.
Bekannte Marken und ihre Technologien
Große Hersteller wie Schwalbe, Continental, Vredestein und CST haben ihre eigenen Pannenschutzgürtel entwickelt.
Schwalbe Protection Technologie
Nur Schwalbe hat die Reise- und Stadtreifen, die sich „unplattbar“ nennen dürfen (Protection Level 7). Für Mountainbikes wurde Tubeless durch die Schwalbe-Gewebeeinlagen der Tubeless Easy Technologie zum Standard bei leistungsorientiertem Einsatz - und zusammen mit Dichtmilch zum optimalen Pannenschutz (Protection Level 6).
Mit dem Level 7 bieten wir mehr Zuverlässigkeit als jemals zuvor. Wir kombinieren die Pannenschutzgürtel des Levels 5 und schaffen so den besten Pannenschutz, den es im Fahrradland gibt. Die engmaschige EPS-Gewebeschicht befindet sich unter einer 3 mm dicken LDP Schicht. Diese Technik allein bietet bereits eine ausgezeichnete Pannensicherheit.
Continental Pannenschutz
Genau die richtigen Eigenschaften, um in einem Continental Top-Reifen als Pannenschutzeinlage verarbeitet zu werden. Für E-Bikes haben wir den SafetySystem Breaker mit einem hochelastischen Material kombiniert. Das Resultat ist ein extrem schnitt- und stichfester Breaker, der dank der hohen Elastizität einen besonders geringen Rollwiderstand aufweist und somit sowohl akku- als auch umweltschonend ist. Der Breaker ist außerdem den hohen Ansprüchen von E-Bikes bis 50 km/h gewachsen. Die hohen Beschleunigungsmomente sowie die schnellen Kurvengeschwindigkeiten steckt der Breaker problemlos weg.
Weitere Pannenschutz-Technologien
- Plus Breaker: Zwischen Lauffläche und Karkasse kommt ein Pannenschutz aus hochelastischem Spezialkautschuk zum Einsatz. Nahezu undurchdringlich trotzt dieser Pannenschutz erfolgreich Fremdkörpern aller Art. Sogar eine Heftzwecke kann ihn nicht durchdringen. Die Karkasse wird zuverlässig vor Verletzungen geschützt.
- PolyX Breaker®: Die extrem widerstandsfähige Polyesterfaser wird engmaschig über Kreuz gewebt. Dadurch wird eine sehr hohe Gewebedichte erreicht, die den Breaker nicht nur widerstandsfähig gegenüber Fremdkörpern, sondern besonders resistent gegen Durchstiche macht.
- Puncture ProTection Breaker: Der robuste Gummi-Breaker, kombiniert mit den gummiverstärkten Seitenwänden des Reifens, gewährleistet einen hohen Pannen- und Anscheuerungsschutz.
- SafetySystem Breaker: Besteht aus kevlarverstärktem, hochfestem Nylongewebe. Stich- und schnittfest, aber trotzdem leicht und flexibel passt sich der Reifen dem Untergrund besser an.
- EXTRA PunctureBelt: Dieser robuste Gummibreaker, kombiniert mit den gummiverstärkten Seitenwänden des Reifens, gewährleistet einen hohen Pannen- und Anscheuerungsschutz.
- Hardshell ProTection: Schutz sowohl unter dem Laufstreifen als auch die Seitenwand. Zusammen mit der dreilagigen Karkasse mit jeweils 60 TPI pro Lage wird der Reifen so zu einem wahren Bollwerk gegenüber externen Einflüssen.
- DuraSkin®: Das hochwertige Polyamid-Gewebe schützt zuverlässig die Flanke des Reifens und wappnet den Reifen für das Äußerste.
- ProTection Technologie: Eine zusätzliche, rundum laufende Pannenschutzlage, die den gesamten Reifen besonders widerstandsfähig und unempfindlich gegen Verletzungen macht.
Die Karkasse
Die Karkasse besteht aus einer oder mehreren Schichten, zumeist aus geflochtenen Drahtfäden oder Kunststoffgeweben. Die Stärke dieses Karkassengewebes wird in EPI(oder TPI) angegeben. Bespielsweise bedeuten 67 EPI, 67 Drähte pro 1 Inch Karkassenschicht. Bei täglichem Gebrauch deines Fahrrads empfehlen wir dir ein Reifenset mit einem höheren Pannenschutz zu verwenden.
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