Fahrradreifen platt: Reparatur und Kosten

Ein platter Reifen ist ärgerlich, aber oft leicht zu beheben. Egal ob Sie täglich zur Arbeit radeln oder nur gelegentlich am Wochenende mit dem Mountainbike durch den Wald fahren: Ihre Fahrradreifen sind einem stetigen Verschleiß ausgesetzt und gehen früher oder später kaputt. Dann wird es Zeit für einen Austausch.

Ursachen für einen platten Reifen

Bevor die erste Radtour im Frühling startet, sollten Sie Ihr Fahrrad überprüfen, insbesondere Reifen, Bremsen, Schaltung und Kette. Wenn ein Fahrradreifen nach der Winterpause platt ist und sich nicht mehr aufpumpen lässt, muss die Ursache gefunden werden. Untersuchen Sie den Reifenmantel auf Beschädigungen. Wenn Sie Beschädigungen feststellen, muss auch der Mantel ersetzt werden. Der Schlauch darunter ist dann in jedem Fall zu tauschen.

Fahrradreifen selbst wechseln

Sie können Ihren Fahrradreifen selbst wechseln und so Kosten sparen. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Stellen Sie den kleinsten Gang in Ihrer Fahrradschaltung ein.
  2. Drehen Sie Ihr Fahrrad um, sodass es auf Sattel und Lenker steht.
  3. Hat Ihr Fahrrad eine Felgen- oder Cantileverbremse, müssen Sie zunächst die beiden Bremsbacken zusammendrücken und das Bremsseil aushängen.
  4. Lösen Sie die Achse des Laufrades. Beim Vorderrad geht das in der Regel recht einfach, indem Sie lediglich den Schnellspanner öffnen. Verfügt Ihr Fahrrad hier stattdessen über eine Schraubenachse, müssen Sie die Schrauben zu beiden Seiten mit einem geeigneten Schraubenschlüssel lockern, bis sich das Rad herauslösen lässt.
  5. Wollen Sie das Hinterrad ausbauen, müssen Sie auch hier zunächst die Schraubachsen lösen, wie gerade beschrieben. Falls Ihr Fahrrad über eine Kettenschaltung verfügt, können Sie deren Schaltwerk nach hinten drücken, wodurch sich die Kette löst. Hat Ihr Fahrrad hingegen eine Nabenschaltung, müssen Sie noch den Schaltzug lösen. Drehen Sie dazu den hinteren Teil der Schaltung in Richtung Vorderrad, bis Sie den Schaltzug samt Schraube herausziehen können. Lösen Sie den Zug vollständig aus der Halterung am Hinterrad.
  6. Ziehen Sie den neuen Reifen wieder auf das Rad, indem Sie dem Mantel mit dem Finger auf die Felge pressen (erst auf der einen Seite und dann auf der anderen).
  7. Montieren Sie das Laufrad wieder an Ihrem Fahrrad. Achten Sie dabei auf die korrekte Laufrichtung des Reifens.

Werkzeug für den Reifenwechsel

In der Regel benötigen Sie Werkzeug, um einen Fahrradreifen zu wechseln. Ist das betreffende Laufrad mit einer Schraubenachse fixiert, benötigen Sie einen geeigneten Schraubenschlüssel, um diese zu lösen. Außerdem empfiehlt sich die Anschaffung eines Reifenhebers, wenn Sie Ihren Fahrradreifen wechseln möchten. Mit einem guten Fahrradwerkzeug haben Sie üblicherweise alles zur Hand, was Sie brauchen. Wer seinen platten Reifen zu Hause wechseln kann, erleichtert sich die Arbeit mit einem Montageständer enorm.

Bei einer längeren Radtour sollten Sie immer das entsprechende Werkzeug für das Wechseln eines Fahrradschlauchs mitnehmen, falls Sie unterwegs einen Platten haben. Hilfreich für unterwegs kann zudem ein Pannenset inklusive Multitools, Reifenflickzeug, Reifendichtmittel und Luftpumpe sein.

Kosten für den Reifenwechsel in der Werkstatt

Wenn Sie den Reifenwechsel lieber von einer Werkstatt durchführen lassen möchten, können die Kosten je nach Anbieter stark variieren. Dies dauert nicht lange und oft können Sie Ihr Fahrrad noch am gleichen Tag wieder abholen.

  • Für die reine Montage müssen Sie pro Rad mit 8 bis 20 Euro rechnen.
  • Hinzukommen die Kosten für den neuen Reifen, welche einer noch größeren Preisspanne unterliegen: Es gibt günstige Reifen ab 10 Euro oder hochwertige Produkte, für die Sie 60 Euro oder mehr bezahlen.

Kostenaufstellung

Die Kosten für einen Schlauchwechsel können sich wie folgt zusammensetzen:

  • Arbeitsleistung: 8 - 20 Euro
  • Material (Schlauch): ca. 7 Euro

Einige Fahrradhändler bieten den Schlauchwechsel für etwa 11 EUR Leistung zzgl. Material für etwa 7 EUR an. Ein Schlauchwechsel kostet zwischen 10 und 20 Euro plus Materialkosten von 5 - 10 €.

Wann sollte man Fahrradreifen wechseln?

Anders als bei Kraftfahrzeugen ist ein abgefahrenes Reifenprofil bei Fahrrädern in der Regel kein Problem. Wird allerdings bereits die Pannenschutzeinlage auf der Lauffläche sichtbar, ist es definitiv Zeit, den Reifen an Ihrem Fahrrad zu wechseln. Gleiches gilt natürlich auch, wenn dieser deutliche Schäden aufweist oder die Luft entweicht. Eine pauschale Aussage, wie oft Sie die Fahrradreifen wechseln sollten bzw. ab welchem Alter, lässt sich nicht treffen, da deren Lebensdauer von vielen verschiedenen Faktoren abhängt.

Neuer Schlauch und neuer Mantel muss es ja echt nur sein, wenn das vorhandene Material schon mehr als etwa 7-10 Jahre auf dem Buckel hat, und damit erwartbar schon entsprechend als spröde vermutet werden darf. Material (neu) lässt sich da bei einigermaßen brauchbarem Basic um etwa 15 bis 20 Euro pro Rad (Mantel + Schlauch) eingruppieren.

Alternativen zum Reifenwechsel

Anstatt den Schlauch zu wechseln, können Sie ihn auch flicken. Neuerdings gibt es auch selbstklebende Flicken, mit denen die Reparatur ganz ohne Kleber funktioniert. Wenn der Fahrradschlauch aber schon alt und porös ist, sollte man ihn lieber gleich wechseln.

Alternativ gibt es auch sogenannte unplattbare Reifen oder Pannenschutzreifen für gängige Reifentypen bei Trekking- und Cityrädern. Sie sind sehr viel robuster und können Schäden am Reifen wie zum Beispiel kleinere Stichverletzungen abfangen. Bei Stichverletzungen in der Lauffläche ist ihr Schutz allerdings begrenzt.

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