Der Steuersatz ist die Verbindung zwischen Rahmen und Gabel und sorgt dafür, dass die Gabel sich im Rahmen drehen kann. Wer den Steuersatz an seinem Mountainbike gelegentlich reinigt und fettet, erhöht dessen Lebensdauer erheblich.
Sobald sich das Steuern anfühlt, als wäre Sand im Lager, oder wenn das Steuern zu viel Kraft kostet, ist es höchste Zeit, sich wieder einmal mit dem eigenen Steuersatz zu beschäftigen. Wenn ein Steuersatz rau läuft, oder sich gar nicht mehr einstellen lässt, wird es Zeit, das Steuersatzlager zu wechseln.
Im Gegensatz zum lange üblichen Gewindesteuersatz benötigt das moderne AHEAD-System kein Gewinde am Gabelschaft. Somit ist die Fertigung von AHEAD-System-Teilen kostengünstiger. Außerdem sind diese Bauteile für gewöhnlich leichter und auch einfacher zu montieren.
Werkzeuge und Materialien
Für diese Arbeiten sollte man spezielles Lagerfett benutzen: zum Beispiel - Tunap Sports Lagerfett für 14,95 Euro. Für das Bearbeiten eines semi-integrierten, sowie integrierten Steuersatzes, benötigt man die Inbusschlüssel 4 und 5 und Lagerfett.
Bei modernen Mountainbikes mit voll integriertem Steuersatz braucht man dazu kein Spezialwerkzeug. Bei fest verpressten Lagerschalen kann es sein, dass spezielle Austreiber und Lagerpressen nötig sind.
Arten von Steuersätzen
Im Laufe der Zeit wurden bereits einige verschiedene Steuersätze verwendet. Um Übersicht zu schaffen, wurde von der Industrie daher das SHI-System (Standard Headset Information System) ins Leben gerufen. AHEAD-Steuersätze werden nach der Art der Befestigung der Lager im Steuerrohr unterschieden: außenliegend, semi-integriert oder voll integriert.
Bei den heutigen Rennrädern findet man beinahe ausschließlich Ahead-Steuersätze. Hier gilt es lediglich zu wissen, wo die Lagerschalen sich befinden: Innerhalb, oder außerhalb des Rahmens. In diesem Blog beschäftigen wir uns daher mit den beiden verbreiteten Typen: semi-integrierter (integral) und integrierter (integrated) Steuersatz. In SHIS Begriffen: ZS (Zero Stack) und IS (Integrated) Headsets (Steuersatz).
Sie bestehen aus einem oberen und einem unteren Lager sowie Dichtungen, Gabelkonus, Lagerschalen und dem oberen Konus. Im nachfolgenden Abschnitt lesen Sie, wie Sie einen vollintegrierten Ahead-Steuersatz wechseln und einbauen können.
Bestandteile eines Steuersatzes
Ein Semi-intgrierter Steuersatz besteht von unten nach oben angesehen aus den folgenden Teilen:
- unterer Lagerkonus,
- Industrielager,
- untere Lagerschale,
- obere Lagerschale,
- Industrielager,
- Kompressionsring,
- Staubkappe,
- Aheadkralle,
- Aheadkappe.
Ein integrierter Steuerrohr besteht ebenfalls von unten nach oben, aus den folgenden Teilen:
- Unterer Lagerkonus,
- Industrielager,
- Industrielager,
- Kompressionsring,
- Staubkappe,
- Aheadkralle,
- Aheadkappe.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln eines Steuersatzes
Gehen Sie beim Ausbau sehr sorgfältig vor. Merken Sie sich genau die einzelnen Bauteile und sortieren Sie diese auf einer sauberen Arbeitsfläche. Das erleichtert den späteren Wiedereinbau. Das obere und das untere Lager dürfen nicht vertauscht werden!
Wenn gewünscht, können Sie auch eine Kamera bzw. das Smartphone zu Hilfe nehmen und die einzelnen Arbeitsschritte dokumentieren.
Vorbereitung
Zur Vorbereitung das Vorderrad ausbauen und die Vorderradbremse demontieren. Dann die beiden Vorbauschrauben lockern, die den Vorbau am Gabelschaft klemmen. Oft reicht dazu eine Umdrehung pro Schraube. Anschließend die Ahead-Kappe abschrauben (Bild) und zur Seite legen.
Achtung: Beim Abschrauben der Ahead-Kappe mit einer Hand die Gabel festhalten, diese rutscht ansonsten aus dem Steuerrohr.
Ausbau des alten Steuersatzes
Jetzt kann der Vorbau vom Gabelschaft und die Gabel aus dem Steuerrohr gezogen werden. Während der Arbeit am Steuersatz baumelt der Lenker an den Brems- und Schaltzügen. Viel besser: Lenker/Vorbau mit Schnur, Klebeband oder Kabelbinder am Hauptrahmen fixieren.
Beim Herausziehen der Gabel aus dem Hauptrahmen können bereits erste Steuersatzteile entnommen werden. Ist die Gabel aus dem Hauptrahmen ausgebaut die Steuersatzteile nach und nach entnehmen und in der richtigen Reihenfolge ablegen. So weiß man später, wie die Teile wieder einzubauen sind.
Unser Steuersatz besteht aus (von links): Abschlusskappe, Zentrierring, oberem und unterem Lager. Der Gabelkonus bleibt auf der Gabel. Die Bauteile anderer Steuersätze können variieren.
Jetzt können die Industrielager auf Verschleiß geprüft werden. Laufen die Industrielager rau, sollten sie getauscht werden. Mit der entsprechenden Nummer auf dem Industrielager lässt sich passender Ersatz besorgen. Meist muss nur das untere Lager getauscht werden. Bei verpressten Steuersätzen können Lager unter Umständen nicht einzeln und ohne Werkzeug entnommen werden.
Einbau des neuen Steuersatzes
Bevor man den Steuersatz mit gegebenenfalls neuen Lagern wieder zusammensetzt, müssen alle Bauteile und der Lagersitz im Rahmen gereinigt werden. Lockern Sie die Vorbauklemmung und nehmen Sie anschließend den Vorbau ab. Dann den unteren und oberen Lagersitz einfetten.
Die (eventuell neuen) Lager in die gefetteten Lagersitze drücken und nochmals eine Lage Fett drüberstreichen. Achtung: Auch wenn die Lager direkt im Carbon-Rahmen liegen, auf keinen Fall Carbon-Montagepaste verwenden! Handelsübliches Lagerfett ist der richtige Schmierstoff.
Abschließend die Gabel wieder in das Steuerrohr stecken. Staubkappe und Zentrierring über den Gabelschaft bis zum oberen Steuersatzlager schieben. Gabelschaft von überschüssigem Fett befreien. Spacer, Lenker/Vorbau und Ahead-Kappe wieder verbauen.
Lagerfett schützt die Bauteile vor eindringendem Wasser. Vor dem Wiedereinbau verwenden Sie das wasserabweisende Mittel auf dem Gabelkonus und dem unteren Lager. Überprüfen Sie mit einem Innensechskantschlüssel ob die Kralle fest genug sitzt. Nun wird der Vorbau wieder auf die Gabel gesetzt und die Kappe festgedreht.
Um das Lagerspiel einzustellen, bewegen Sie den Fahrradlenker zunächst gerade in Fahrtrichtung und ziehen den Steuersatz an. Zwischen der oberen Kante des Vorbaus bzw.
Nun können Sie die oberen Steuersatzbauteile abnehmen. Diese legen Sie sich am besten in der richtigen Reihenfolge zurecht. Entfernen Sie nun auch die Gabel sowie die unteren Bauteile. Achten Sie auch hier immer auf die korrekte Reihenfolge. Kontrollieren Sie alle Bauteile auf Ihren einwandfreien Zustand.
Setzen Sie die unteren Teile unter Beachtung der richtigen Reihenfolge wieder aufeinander und überprüfen Sie, ob sich alles geschmeidig und ohne Spiel bewegt. Mit einem Innensechskantschlüssel überprüfen Sie, ob die Kralle fest genug sitzt.
Im nächsten Schritt wird der Vorbau wieder auf die Fahrradgabel gesetzt, die Kappe ziehen Sie zunächst mit der Hand an. Nun müssen Sie Ihren Lenker ausrichten. Kontrollieren Sie das Lagerspiel, indem Sie einen Finger auf das obere Lager legen und bremsen.
Wenn Sie Ihren alten Steuersatz gegen einen neuen austauschen möchten, müssen Sie beim Kauf beachten, dass die Einbaumaße, also zum Beispiel die Einpresstiefe und der Einpressdurchmesser, passen.
Zusätzliche Tipps
- Achten Sie beim Austausch dieses Fahrradteils müssen Sie auf die Einbaumaße achten.
- Wenn du versuchst, mit hoher Geschwindigkeit zu fahren, ist von äußerster Wichtigkeit, dass du eine genaue Kontrolle über dein Fahrrad hast.
- Der Steuersatz am Fahrrad ist mitverantwortlich für leichtgängige und komfortable Lenkbewegungen und somit ein äußerst wichtiges Bauteil.
- Er beschreibt die Lagerung, in der die Fahrradgabel drehbar im Rahmen befestigt ist.
Auswahl der richtigen Gabel
Wenn du dich für den Gabeltyp entschieden hast, der deinen Vorstellungen entspricht, musst du als nächstes sicherstellen, dass die Gabel kompatibel mit der Rahmengröße und den Vorderradmaßen deines MTB ist.
Bei der Wahl einer passenden Gabel müssen folgende Parameter berücksichtigt werden:
- Der Durchmesser des Gabelschafts, also des Rohres, das in den Steuersatz des Rahmens eingeführt wird. Die gängigsten Gabelschaftdurchmesser sind 1" (25,4 mm), 1" 1/8 (28,6 mm), 1" 1/4 (31,7 mm), oder 1" 1/2 bzw. 1.5" (38,1 mm). Der Gabelschaft kann auch eine konische Form haben.
- Der Federweg, also die vertikale Bewegung der Standrohre in Bezug auf die Gabel, ist bedingt durch die Flexibilität der Federung und wird in Millimetern ausgedrückt. Für den Federweg solltest du dich unbedingt an die Empfehlungen des Herstellers deines Mountainbikes halten. Je kleiner der Federweg, desto effektiver ist das Ausfedern, und je größer der Federweg, desto effektiver ist das Einfedern.
- Ein Federweg zwischen 100 mm und 120 mm empfiehlt sich für Cross-Country oder zum Freizeit-Mountainbiking mit Anstiegen; ein Federweg zwischen 130 mm und 180 mm eignet sich für Downhill ebenso wie zum Bergauffahren und wird daher für MTB All Mountain, Enduro und E-Mountainbikes empfohlen; ein Federweg über 180 mm schließlich ist für schnelle Bergabfahrten entworfen und eignet sich deshalb ausschließlich für Downhill Mountainbikes.
- Auch die Maße der Vorderradachse müssen beachtet werden. Die Standardgrößen sind: 9 × 100 mm, 15 × 100 mm, 15 × 110 mm (Boost), 15 × 110 mm, oder 20 × 110 mm.
- Und schließlich ist auch der Durchmesser des Vorderrads von Bedeutung, also 26", 27,5", 27,5" Plus, 27,5" Boost oder 29".
Möchtest du noch mehr erfahren? Dann lernst du hier, wie du die Federung deines MTB richtig einstellst.
Verwandte Beiträge:
- Fahrrad Steuersatz wechseln leicht gemacht: Die ultimative Schritt-für-Schritt Anleitung!
- Fahrrad Steuersatz Arten Entdeckt: Der Ultimative Guide Für Jeder Radfahrer!
- Den Steuersatz am MTB richtig einstellen – Schritt-für-Schritt Anleitung für perfekte Kontrolle
- Fahrradhelm Verschluss Arten: Entdecke den Ultimativen Guide für Sicheres Radfahren!
- Unvergessliche Radtour rund um den Starnberger See – Die perfekte Route für Naturliebhaber!
Kommentar schreiben