Fahrradreifen Profil Abgefahren Erkennen: Alles, was Sie Wissen Müssen

In diesem Ratgeber möchten wir Sie zu den Themen Verschleiß und Laufleistung von Fahrradreifen informieren. Fahrradreifen verschleißen mit der Zeit. Jeder Reifen tut dies auf seine eigene Art und jeder Radfahrer sorgt für eine individuelle Laufleistung. Es ist wichtig zu wissen, wann ein Reifen verschlissen ist und runter muss.

Die Bedeutung des Profils

Bei Auto- und Motorradreifen hat das Profil eine sehr große Bedeutung, beim Fahrradreifen im Gegenzug eher weniger. Daher kann ein Fahrrad-Pneu durchaus auch mit wenig und sogar abgefahrenem Profil ohne Sorgen weiter genutzt werden (MTB-Reifen jedoch nicht!). Das grobe Profil am MTB Reifen trägt natürlich zur Fahrsicherheit bei, weil es für Grip auf losen und matschigen Untergründen sorgt.

Wann ist ein Reifen abgefahren?

Ein Fahrradreifen ist tatsächlich erst dann abgefahren, wenn auf der Lauffläche die Fäden der Karkasse oder die Pannenschutzeinlage sichtbar ist und sollte dann auch dringend ersetzt werden. Egal welche Laufleistung der Hersteller angibt, spätestens beim Blick auf die pure Karkasse muss der Reifen gewechselt werden.

Faktoren, die die Laufleistung beeinflussen

Man kann keine generelle Aussage zum Thema „Laufleistung eines Fahrradreifens“ treffen, da dies so einfach nicht möglich ist. Die Laufleistung ist von vielen unterschiedlichen Kriterien abhängig:

  • Belastung
  • Fahrbahnuntergrund
  • Reifendruck
  • Temperaturen
  • Fahrstil

Starke Belastung auf z.B. hartem Gelände bei hohen Temperaturen lassen einen Fahrradreifen schneller verschleißen als normal - speziell bei Mountain-Bike-Reifen. Straßenreifen sind in ihrer Haltbarkeit von der Außentemperatur genau so abhängig wie vom Fahrstil.

Hier beziehe ich mich auf die Angaben der Firma Schwalbe.

Als grobe Orientierung kannst Du von Schwalbe Standardreifen eine Laufleistung von 2.000 bis 5.000 km erwarten. Die Reifen der Marathon-Familie halten in der Regel zwischen 6.000 und 12.000 km. Marathon Supreme ist diese etwas geringer (ca. 5.000 bis 9.000 km).

Besondere Hinweise für verschiedene Reifentypen

Rennradreifen

Rennradreifen schaffen je nach Modell immerhin zwischen 2.000 bis 5.000 km. Beim Rennrad gibt man den Schwalbe Ultremo ZX als Referenz an. Der Reifen kommt 3.000 bis 7.000 km weit.

Bei Rennradreifen ist die Stärke des Laufflächengummis ein wichtiger Faktor für Performance und Sicherheit. Unsere high-end Rennradreifen der Schwalbe Pro One Serie sind aus diesem Grund mit besonderen Verschleißindikatoren ausgestattet. Kleinste Einbuchtungen in der Lauffläche zeigen an, wie weit ein Profil abgefahren werden kann, bevor der Reifen gewechselt werden sollte. Insgesamt vier dieser Indikatoren sind über die Lauffläche eines Schwalbe Pro One Rennradreifens verteilt. Die genaue Position der Indikatoren wird auf der Seitenwand des Reifens über Pfeile und das Kürzel "T.W.I." gekennzeichnet. Die Abkürzung T.W.I.

MTB-Reifen

Speziell bei MTB-Pneus ist es jedoch sehr schwer, eine allgemeine Aussage zu festigen, da auch der Fahrstil des Bikers eine große Rolle spielt. Wird das Profil zu stark abgefahren geht die Haftung verloren. Auf festem Untergrund ist das weiterhin kein Problem. Auch ein MTB Reifen ohne Profil kann auf der Straße noch gut rollen.

Spezialreifen

Bei den ultraleichten Zeitfahr-Schlauchreifen sind 1.500 bis 2.000 km als Laufleistung keine Seltenheit. Manche Fahrradreifen sind für besonders lange Laufleistungen mit vielen Kilometern ausgelegt: Dann sind sogar bis zu 15.000 km möglich.

Der richtige Luftdruck

Um die vorzeitige Alterung eines Reifens heraus zu zögern, ist der richtige Luftdruck ein ganz wichtiger Faktor. Dies kann man nicht oft genug wiederholen! Zu wenig Luftdruck kann die Last logischerweise nicht richtig tragen. Die Reifenflanke muss sich beim Abrollen über die Maßen verformen, was dem Fahrradreifen überhaupt nicht gut tut.

Leider erreichen viele Reifen nicht die mögliche Kilometerleistung, weil sie dauerhaft mit zu wenig Luftdruck betrieben werden. Ohne ausreichenden Luftdruck kann der Reifen die Last nicht richtig tragen. Der Reifen muss sich beim Abrollen übermäßig verformen, was er nur eine begrenzte Zeit mitmacht.

Sehr wichtig jedoch ist der Luftdruck. Fährt man ständig mit zu geringem Luftdruck, werden die Seitenwände schnell verschleißen und können nach 1.000 km schon getauscht werden müssen. Die Risse stellt man selbst sehr deutlich fest und braucht keinen Experten dafür.

Die optimale Druckangabe findest du seitlich auf dem Reifen (z. B. „Min. 3,5 bar - Max. 6,0 bar“). Damit die Reifen keinen Schaden nehmen, musst du den Luftdruck regelmäßig anpassen!

Typische Anzeichen für falschen Luftdruck:

  1. Wenige große Risse im oberen Bereich der Seitenwand.
  2. Normale Alterungsrisse (aufgrund von Überalterung): Diese Risse sind eher klein und über die komplette Seitenwand verteilt.
  3. Eindeutige Anzeichen für dauerhaft unzureichenden Luftdruck.
  4. Typische Abriebspuren: Der Reifen ist nicht in der Mitte am stärksten abgefahren, sondern links und rechts daneben.

Lagerung von Fahrradreifen

Eine gute Lagerung bringt Fahrradreifen ohne weiteres 5 Jahre Lebensdauer. Sie sollten kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Wenn die Reifen am Rad montiert sind, achten Sie unbedingt darauf, dass sie immer aufgepumpt sind (speziell bei Latexschläuchen). Oder noch besser: Lagern Sie die Reifen bzw. das komplette Bike hängend. Wenn ein Fahrrad mit platten Reifen über einen längeren Zeitraum einfach nur rumsteht, können die Seitenwände mit der Zeit ebenfalls einreißen.

Ganz einfach - eigentlich! Zunächst ist es wichtig den Reifen in einem dunklen Raum zu lagern. Am besten ist der Raum auch kühl. Also maximal Zimmertemperatur, gerne aber kühler. Im Keller herrscht typischerweise die beste Temperatur. Er muss unbedingt trocken gelagert werden.

Demontierte Reifen sollten nicht gefaltet gelagert werden. Und sie sollten auch nicht so aufgehangen werden das dabei ein Knick entsteht. Jede unnatürliche Verformung stellt ein Risiko für Risse im Reifen dar. 4 - 6 Jahre kann ein Reifen bei ordentlicher Lagerung halten.

Weitere Faktoren, die den Verschleiß beeinflussen

Je nach Hersteller unterscheidet sich die Lebensdauer der Reifen. Jedoch ist nicht nur das ein Grund für das Abfahren. Auch deine Fahrtechnik und die Einsatzbedingungen deiner Reifen wirken sich auf die jeweilige Lebensdauer aus, darunter gehören folgende Aspekte:

  • Gesamtlast des Fahrrads: Je höher das Gesamtgewicht von Fahrrad, Fahrer und Ladung ist, desto schneller nutzen sich die Reifen ab. Die Kräfte, die auf die Reifen wirken, sind schließlich beträchtlich.
  • Die Außentemperatur: Temperaturen wirken sich ebenso den Reifenverschleiß aus. Bei hohen Temperaturen nutzt sich das Gummi, aus dem deine Reifen bestehen, viel schneller ab!
  • Die Bodenbeschaffenheit: Je schlechter der Untergrund bei einer befestigten Straße, in der Stadt, den Bergen oder im Wald ist, desto schneller nutzen sich auch die Reifen ab.

Besonderheiten bei Dreirädern und Anhängern

Unsere Reifen sind - in der Regel - für Fahrräder konzipiert und damit für mehrspurige Fahrzeuge wie z. B. Anders als bei einem (einspurigen) Fahrrad kann sich ein Dreirad üblicherweise nicht in die Kurve neigen. In der Kurve „schiebt“ das Fahrzeug dann quer zur Fahrtrichtung über die eingelenkten Vorderräder (Untersteuern).

Bei extrem hohem Verschleiß, z. B. wenn der Reifen bereits nach weniger als 1.000 km abgefahren ist, liegt die Ursache meist darin, dass die Spur des Fahrzeugs nicht korrekt eingestellt ist. Selbst bei Geradeausfahrt erzeugen die zur Fahrtrichtung „schief“ stehenden Reifen erhöhte Reibung und somit übermäßigen Verschleiß.

Das Gleiche gilt auch für Anhängerreifen. An einem Fahrradanhänger müssen die Reifen in Regel weder Antriebs- noch Lenkkräfte übertragen. Deswegen ist der Abrieb normalerweise sogar deutlich geringer als an einem Fahrrad.

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