Eine Fahrradtour macht nur dann richtig Spaß, wenn man gut vorbereitet ist. Unangenehme Überraschungen, wie Pannen, können sehr ärgerlich sein, vor allem wenn man eine Tour länger vorbereitet und sich darauf gefreut hat.
Mögliche Ursachen für Luftverlust
Wenn der Reifen platt ist, kann das verschiedene Ursachen haben.
- Langsamer Luftverlust über die Zeit: Eine der häufigsten Ursachen ist, dass der Reifen nur über die Zeit langsam an Luft verloren hat. In diesem Fall reicht es aus, den Reifen einfach wieder aufzupumpen.
- Defektes Ventil: Wenn der Reifen auch nach dem Aufpumpen an Luft verliert, könnte das Ventil offen stehen. Sollte das Ventil nicht nur offen stehen, sondern beschädigt sein, dann kann ein Tausch des Ventils notwendig sein.
- Beschädigter Schlauch: Sollte das Ventil in Ordnung sein, dann ist der Schlauch wahrscheinlich beschädigt. In diesem Fall muss der Schlauch gewechselt oder geflickt werden.
Schlauchprüfung auf Beschädigungen
Wenn Sie bemerken, dass Ihr Reifen Luft verliert, können Sie zuerst testen, ob der Fahrradschlauch die Ursache dafür ist. Hierfür lassen Sie die komplette Luft aus dem Reifen und bauen den Schlauch aus. Pumpen Sie ihn anschließend leicht auf und halten ihn in eine Schüssel mit Wasser. Wenn Luftbläschen aufsteigen, ist der Schlauch kaputt, die Luft entweicht durch die undichten Stellen, und der Schlauch muss ausgetauscht werden. Sind keine Bläschen sichtbar, ist Ihr Fahrradschlauch in Ordnung.
Ventilprüfung und -austausch
Ein schleichender Luftverlust kann an einem defekten Ventil liegen. Eine regelmäßige Kontrolle des Ventils, z. B. beim Aufpumpen, ist deshalb sinnvoll. Auch beim Tubeless-System kann es zu Luftaustritt am Ventil kommen, das direkt in der Felge verschraubt wird. Eine lockere Ventilmutter kann, anders als beim Schlauch, Luftverlust verursachen.
Entfernen Sie die alten Ventile aus der Ventilhalterung. Wenn die Halterung kompatibel ist, können Sie nun die Ventile austauschen. Passen die neuen Ventile nicht in die Halterung des alten Schlauchs, müssen Sie sich in diesem Fall einen neuen Schlauch mit den gewünschten Ventilen kaufen. Ansonsten setzen Sie die neuen Ventile in den Halter und schrauben sie von Hand fest. Die untere Justierschraube hindert das Ventil am Herausrutschen aus der Felge, auch sie muss angezogen werden.
Reifenmontage und -druck
Bauen Sie den Fahrradschlauch wieder ein und pumpen Sie ihn mit einer Fahrradpumpe ein wenig auf. Damit er seine richtige Position auf dem Felgenband wiedererlangt, muss er von Hand etwas gewalkt (geknetet, gedrückt) werden. Danach kann er, gemäß den Herstellerangaben, wieder auf das komplette Optimum aufgepumpt werden.
Der richtige Reifendruck
Zu hoher oder zu geringer Reifendruck erhöht das Pannenrisiko deutlich. Die passenden Druckangaben finden sich auf der Reifenflanke. Rund einmal im Monat gilt es, den Reifendruck zu prüfen. Der Test mit dem Daumen ist dabei allerdings nicht zu empfehlen, weil er wirklich nur im Fall eines deutlich zu schlecht aufgepumpten Reifens Erkenntnisse liefert. Sinnvoller ist ein spezieller Reifendruckmesser (z. B. von Schwalbe). Es gibt mittlerweile auch digitale Reifendruckmesser.
In einem Fahrradhaushalt sollte eine entsprechende Standpumpe mit Manometer (z. B. „Air-X-Plorer“ von SKS Germany) zur Grundausstattung zählen. Damit lässt sich der Luftdruck direkt ablesen und nach den Vorgaben richtig einstellen.
Tubeless-Reifen
Tubeless-Reifen sind in der Regel widerstandsfähiger gegen Pannen, können aber dennoch Luft verlieren. Falls du ein kleines Loch im Reifen hast, kannst du zunächst versuchen, die Tubeless Dichtmilch zu schütteln und das Laufrad so zu drehen, dass das Loch von der Milch abgedichtet wird. Sollte das nicht ausreichen, kannst du mit einer CO₂-Kartusche oder einer Hochdruckpumpe den Reifen erneut auf den Felgensitz bringen.
Bei größeren Schäden helfen spezielle Tubeless-Reparatursets, die kleine Gummistifte, sogenannte Pfropfen, enthalten, die in das Loch gedrückt werden, um es zu verschließen. Falls der Schaden zu groß ist, kannst du als Notlösung einen Schlauch in den Tubeless-Reifen einziehen, um die Fahrt fortzusetzen!
Funktionsweise von Tubeless-Reifen
Wie der Name bereits sagt, kommt hier kein Schlauch zum Einsatz. Stattdessen dichtet der Reifen direkt mit der Felge ab. Damit das System luftdicht ist, muss der Reifen, nachdem er auf die Felge gezogen ist, mit einem kräftigen Luftstoß aufgepumpt werden - so setzt er sich, oft mit deutlichem Knackgeräusch, beidseitig ins Felgenhorn. Dafür braucht es entweder einen Kompressor oder eine Tubeless-Pumpe mit zusätzlicher Druckkammer. Letztere lässt sich auch extern kaufen, z. B. als „Tire Booster“ von Schwalbe. Das Tubeless-System gilt als äußerst pannensicher, da eine spezielle Dichtmilch kleine Einstiche eigenständig von innen verschließt.
Weitere Tipps zur Vorbeugung von Luftverlust
- Pannensichere Reifen: In der Regel befindet sich die Luft in einem Schlauch. Damit sie darin auch bleibt, kann ein pannensicherer Reifen den Schlauch vor Einstichen schützen. Der „Marathon Plus“ von Schwalbe darf sich beispielsweise „unplattbar“ nennen. Unter der Lauffläche des Reifens verhindert eine hochelastische Pannenschutzeinlage aus Spezialkautschuk den Durchstich von Gegenständen in den Schlauch. Derartige Schutzgürtel gibt es auch aus reißfesten Fasern aus Aramid oder Vectran. Durch diese Techniken kann selbst bei dünneren Reifen, z. B.
- Hochwertige Schläuche: Schläuche mit einem hohen Anteil an Butylkautschuk halten die Luft länger als herkömmliche Fahrradschläuche. Im Trend sind außerdem Schläuche aus thermoplastischem Polyurethan (TPU), wie sie Schwalbe mit der „Aerothan“-Reihe oder die Firma Dubied mit der „Eclipse“-Reihe anbieten. Das Material kann kleinen Einstichen bis zu doppelt so lange standhalten wie normale Schläuche aus Kautschuk.
- Felgenband überprüfen: Es verhindert mechanische Beschädigungen des Schlauchs „von innen“, also durch Speichenköpfe, Metallgrate und Bohrungen in der Felge. Es gibt unter Spannung montierte Kunststoffbänder sowie selbstklebendes Felgenband aus Textilgewebe und Kunststoff. Das Felgenband sollte man regelmäßig, z. B. bei einem Reifenwechsel, kontrollieren, da es verrutschen oder sich ablösen kann. Es sollte möglichst breit sein und das komplette Felgenbett bedecken.
- Reifen richtig lagern: Montierte Reifen sollten an einem kühlen, trocknen und möglichst dunklen Ort gelagert werden und immer aufgepumpt sein. Bei längeren Standzeiten lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle des Luftdrucks. Im Idealfall sollte das Fahrrad oder E‑Bike hängend gelagert werden. Denn sonst können die Seitenwände des Reifens beschädigt werden.
- Regelmäßige Reifenkontrolle: Ein Blick auf die Reifen lohnt sich immer, um eingefahrene Fremdkörper wie Steine u. Ä. zu entfernen, damit sie sich nicht weiter in den Reifen „einarbeiten“ können.
- Profil prüfen: Zwar gibt es beim Fahrrad und E‑Bike, anders als beim Auto oder S‑Pedelec, keine Mindestprofil-Vorgabe. Aber ein abgefahrenes Profil sorgt für ein schlechteres Fahrverhalten, mindert die Traktion und erhöht das Pannenrisiko.
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