Fahrradreinigung kann einfach sein: Rad mit Fahrradreiniger einsprühen, einwirken lassen, abspülen, fertig. Trotzdem reinigen die meisten Radfahrer ihr Eigentum nur selten oder gleich gar nicht. An sich ein einfacher Vorgang, bei dem es viel zu beachten gibt.
Die 12 Fahrradreiniger im Test
Die Unterschiede bei den Testergebnissen unserer zwölf Kandidaten sind groß, das Notenspektrum reicht von “Sehr gut” bis “Ausreichend”. Das wichtigste Kriterium bei unserem Test war die Reinigungskraft, bei der sich die größten Unterschiede in der Wirkung zeigten. Aufs Podium haben es Dr. Wack, Sonax und Motorex geschafft, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Tunap, gefolgt von Holmenkol und Sonax.
Überprüft haben wir die Mittel im Testlabor bei Dr. Wack in Ingolstadt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Tensidcocktails sind groß, was sich im Test der zwölf verschiedenen Reiniger eindeutig zeigt. Ein guter unterscheidet sich von einem schlechten Reiniger in einem wesentlichen Punkt: Er löst selbst angetrockneten, hartnäckigen Schmutz ohne den Einsatz einer Bürste oder eines Schwamms.
Die Test-Ergebnisse der 12 Fahrradreiniger
- Antidot Bike Reiniger
- Atlantic Bio Bike Reiniger
- Dynamic Bio Filth Fighter
- Dr. Wack F100 Fahrradreiniger
- Holmenkol Natural Bike Wash
- Kärcher Natürlicher Fahrradreiniger
- Motorex Bike Clean Fahrradreiniger
- Motul Frame Clean Fahrradreiniger
- Muc-Off Nano Tech Bike Cleaner
- Sonax Bike Reiniger
- Tunap Fahrradreiniger
- Zéfal Bike Shampoo Fahrradreiniger
Wie unterscheiden sich die Drecklöser im Fahrradreiniger-Test?
Wie lässt sich die Reinigungsleistung eines Reinigers am besten bewerten? Mit den Augen, ist doch klar! Man sieht doch, wenn’s sauber ist. Oder etwa nicht? Der Nachteil der Bewertung durch Inaugenscheinnahme ist, dass man je nach Untergrund oder Lichteinfall gar nicht zuverlässig erkennen kann, ob beispielsweise noch Fettreste am Rahmenrohr kleben.
Unbeirrbar hingegen ist die Waage, sofern sie bis auf die dritte und vierte Nachkommastelle genau wiegt. In diesem Bereich von Hundertstel- und Tausendstel-Gramm bewegen sich nämlich die Unterschiede beim Restschmutz zwischen dem besten und dem schlechtesten Reiniger in unserem Fahrradreiniger-Test, wie Franziska Mayer, Laborfachkraft bei Dr. Wack, mit ihrer Präzisionswaage Probe für Probe in unserem Test ermitteln konnte. Beispielsweise lassen die besten Saubermacher auf den mit Normschmutz präparierten Teststreifen aus Aluminium lediglich drei bis fünf Tausendstel Gramm Dreck übrig, während die schlechtesten Substanzen 15-mal mehr Schmutz auf dem Trägermaterial übrig lassen - und das wiederum sieht man dann auch sehr deutlich mit dem Auge.
Wie eingangs erwähnt, wird das Kriterium der Reinigungsleistung in unserem Fahrradreiniger-Test ermittelt mithilfe von mit Test-Schmutz präparierten Plättchen, die nach dem Einwirken des Reinigers - je nach Herstellerangabe zwischen zwei und zehn Minuten - und Spülen mit einem definierten Wasserstrahl mit einer Analysewaage gewogen werden.
Einfachen Straßenstaub löst jeder Reiniger. Wir setzen auf ein hartnäckiges Gemisch aus Öl, Fett und definiertem Straßenschmutz
Mit Ausreden, warum man beim nächsten Trainingstreff mit ungeputztem Renner am Start steht, wird’s jedenfalls zunehmend schwierig. Fazit: Die Sieger in diesem Test sind wirklich gute und empfehlenswerte Produkte, die den Radputz signifikant erleichtern und beschleunigen können.
Wir wollten’s genau wissen: Die Feinwaage zeigt, wieviel Schmutz der Reiniger tatsächlich gelöst hat
Fahrradreiniger-Test: Zähflüssig haftet besser
Eine Erkenntnis: Die Einwirkzeit ist wichtig. Können die Tenside nicht ausreichend lange einwirken, entfalten sie ihre schmutzlösenden Kräfte nicht optimal. Verbleibt das Mittel hingegen zu lange auf der Oberfläche, greifen allzu aggressive Substanzen möglicherweise Kunststoffe oder den Lack an; auch können sie unschöne matte Flächen hinterlassen, vor allem, wenn nach dem Schaumbad nicht sorgfältig mit klarem Wasser abgespült wird.
Beim Praxistest wird schnell klar, welchen Einfluss die Konsistenz des Reinigers auf die Handhabung und die Putzleistung hat. Die Faustregel lautet: Ist das Mittel zu flüssig und der Sprühnebel zu fein, rinnt die Soße zu schnell herunter und kann ihre Wirkung kaum entfalten. Deutlich besser funktionieren die zähflüssigeren, fast gelartigen Reiniger, etwa von Dr. Wack oder Sonax, die gut am Schmutz haften; man kann ihnen dabei zusehen, wie sie Risse in den Schmutzfilm fressen und der Dreck samt Reiniger anschließend fast rückstandsfrei vom Metallplättchen gleitet.
Anschließend reicht ein Spülgang unterm Wasserhahn, und die zwei saubersten Plättchen im Test strahlten blitzblank um die Wette. Im Unterschied dazu weigern sich die schwächsten Putzmittel geradezu, dem Dreck zu Leibe zu rücken. Die Reiniger von Antidot, Kärcher oder Zefal beispielsweise entfernten gerade mal zwischen zwei und vier Tausendstel Gramm Testschmutz von den Trägerstreifen - das ist nur wenig mehr als das klassische Geschirrspülmittel, das wir als Referenz im Fahrradreiniger-Test haben mitlaufen lassen.
Zugegeben, Sparfüchse werden aus Kostengründen immer wieder zu diesem Hausmittel greifen, verständlicherweise, bei einem Literpreis von gut 30 Euro für die teuersten Spezialreiniger, beispielsweise von Atlantic und Motorex; immerhin putzt Letzterer richtig sauber, während beim Produkt von Atlantic ordentlich mit Bürste und Schwamm nachgeholfen werden muss, soll der Renner wieder funkeln und blitzen.
Laut unserem Testexperten, Hartmut Hauber von Dr. Es gebe auch bei diesen Reinigern gute Saubermacher, wie bereits unser Test gezeigt hat. Bike Clean von Motorex konnte das als Stellvertreter für diese Spezies auch in unserem Fahrradreiniger-Test wieder beweisen.
Ist Bio bei Fahrradreinigern besser?
Alle Reiniger sind biologisch abbaubar. Nachhaltig werden die Produkte aber erst, wenn man das große Ganze betrachtet.
Das sagt die Norm Seit 2005 schreibt die Detergenzienverordnung (DVO; Nr. 648/2004) vor, dass alle Tenside, die in der EU in Verkehr gebracht werden, biologisch leicht abbaubar sein müssen. Das bedeutet für die Reiniger im Test: Sie müssen innerhalb von 28 Tagen zu mindestens 80 Prozent primär (sie verlieren ihre Tensideigenschaften) und zu mindestens 60 Prozent vollständig biologisch abgebaut werden.
Maßgeblich für den Bio-Faktor sind die Rohstoffe von Reiniger und Sprühflasche. Eine nachwachsende, pflanzliche Basis und recycelte Materialien sind elementar. 100 Prozent biologisch ist noch kein Reiniger. Attribute wie “vegan” oder “frei von Tierversuchen” sind keine biologischen Kriterien, auch wenn manche Hersteller damit auf ihren Produkten werben. Ein einheitliches Bio-Siegel würde mehr Klarheit bei den Reinigern schaffen.
Wer Nachfüllbehälter verwendet und die vorhandene Sprühflasche immer wieder nutzt, oder den Reiniger so weit wie möglich mit Wasser verdünnt, spart Chemie und Verpackungsmüll. Ressourcen schonen Viele Hersteller bieten ihre Reiniger auch in Großgebinden an oder als Konzentrat zum Selbermischen, manche sogar zum Nachfüllen beim stationären Handel.
So hat TOUR die Fahrradreiniger getestet
Das wichtigste Kriterium in unserem Fahrradreiniger-Test ist die Reinigungsleistung. Um die Reinigungsleistung zu ermitteln, haben wir eine Oberfläche mit genormtem Testschmutz mit dem jeweiligen Reiniger behandelt und diesen nach Herstellerangabe einwirken lassen. Anschließend haben wir den Reiniger mit fließendem Wasser abgespült, den Teststreifen getrocknet und die Restschmutzmenge mit einer Analysewaage gewogen. Je größer die Differenz zum sauberen Träger, desto besser die Reinigungsleistung.
Schmutz entfernen, dabei aber keine Rückstände hinterlassen und das Material schonen: Um zu testen, wie aggressiv die Reiniger auf verschiedenen Oberflächen sind, haben wir sie 24 Stunden lang auf Teststreifen aus Eisen und Aluminium sowie auf Lack und eloxiertem Aluminium und Plexiglas einwirken lassen. Materialverträglichkeit Korrosion oder Beschädigungen auf dem jeweiligen Material führten je nach Ausmaß zu Abzügen im Fahrradreiniger-Test.
Wie gut liegt die Flasche in der Hand? Lässt sich der Sprühkopf ordentlich bedienen? Hält die Flasche dicht? Auch Sprühbild und Konsistenz beim Auftragen fließen in die Wertung ein. Auch wichtig: Wie ergiebig ist das Produkt? Ein teurer Reiniger, der sich mit wenigen Pumpstößen gut verteilen lässt, kann effizienter sein.
Auch der Verzicht auf Farb- und Duftstoffe bringt Punkte. Nachhaltigkeit Der Bio-Faktor setzt sich nicht nur aus den verwendeten Rohstoffen zusammen. Hier müssen wir uns auf die Angaben der Hersteller verlassen. Zudem gibt es Punkte für Etiketten und Gebinde aus Recycling-Materialien sowie die Möglichkeit, mit Nachfüllgebinden vorhandene Sprühköpfe und Flaschen weiterzuverwenden.
Die Qualität der Sprühflasche geht mit 2,5, die Anwendung mit 7,5 Prozent in die Gesamtwertung ein. Der Test offenbarte große Unterschiede! Am Ende stechen vier Saubermacher hervor: Beim Preis-Leistungsverhältnis zeigen Ballistol und Peaty’s ihre Stärke.
Bewertungskriterien
- Reinigungsleistung (50 %)
- Materialverträglichkeit (30 %)
- Handhabung (20 %)
Die Test-Ergebnisse der 12 Fahrradreiniger
Im Folgenden werden die Ergebnisse der 12 getesteten Fahrradreiniger detailliert dargestellt.
Antidot Bike Reiniger
- Preis: 12,95 Euro
- Preis pro Liter: 17,27 Euro
- Inhalt: 750 ml
- Einwirkzeit: 2 Minuten
- Materialverträglichkeit: sichtbarer Angriff auf Alu, Pulverlack, Polycarbonat
- TOUR-Note & Fazit: Antidot überzeugt mit vorbildlichen Ökoeigenschaften, löst hartnäckigen Schmutz aber kaum an.
Atlantic Bio Bike Reiniger
- Preis: 15,90 Euro
- Preis pro Liter: 31,80 Euro
- Inhalt: 500 ml
- Einwirkzeit: 2 bis 3 Minuten
- Materialverträglichkeit: sichtbarer Angriff auf Alu, Lack, Pulverlack, Polycarbonat
- TOUR-Note & Fazit: Umweltfreundlicher Reiniger ohne Farb- und Duftstoffe; geringe Reinigungskraft.
Dynamic Bio Filth Fighter
- Preis: 18 Euro
- Preis pro Liter: 18 Euro
- Inhalt: 1000 ml
- Einwirkzeit: 1 bis 2 Minuten
- Materialverträglichkeit: leichter Angriff auf Alu
- TOUR-Note & Fazit: Mit Schaumaufsatz haftet der Reiniger gut, löst jedoch hartnäckigen Schmutz kaum an; schont das Material und weist eine gute Ökobilanz auf.
Dr. Wack F100 Fahrradreiniger
- Preis: 18 Euro
- Preis pro Liter: 24 Euro
- Inhalt: 750 ml
- Einwirkzeit: 5 bis 10 Minuten
- Materialverträglichkeit: sehr materialschonend
- TOUR-Note & Fazit: Löst den Normschmutz schnell und komplett an und bietet Top-Reinigungsleistung bei bester Materialverträglichkeit.
Holmenkol Natural Bike Wash
- Preis 17 Euro
- Preis pro Liter: 17 Euro
- Inhalt: 1000 ml
- Einwirkzeit: 5 Minuten
- Materialverträglichkeit: Angriff auf Alu, Eloxal, Alu, Polycarbonat
- TOUR-Note & Fazit: Als Nebel haftet der Reiniger gut und löst selbst zähen Schmutz innerhalb der Einwirkzeit gut an; greift Alu oder Polycarbonat sichtbar an, deshalb gut abspülen.
Kärcher Natürlicher Fahrradreiniger
- Preis: 11 Euro
- Preis pro Liter: 22 Euro
- Inhalt: 500 ml
- Einwirkzeit: 3 Minuten
- Materialverträglichkeit: sehr materialschonend
- TOUR-Note & Fazit: Umweltfreundlicher und materialschonender Reiniger in kompakter Flasche. Größtes Manko im Fahrradreiniger-Test ist seine schwache Reinigungsleistung.
Motorex Bike Clean Fahrradreiniger
- Preis 13,95 Euro
- Preis pro Liter: 27,90 Euro
- Inhalt: 500 ml
- Einwirkzeit: max. 3 Minuten
- Materialverträglichkeit: leichter Angriff auf Alu, Pulverlack, Polycarbonat
- TOUR-Note & Fazit: Die Reinigungskraft ist überzeugend, hinterlässt geringe Spuren auf Alu, Pulverlack und Polycarbonat; die Flasche ist aus Recyclingmaterial hergestellt.
Motul Frame Clean Fahrradreiniger
- Preis 10,90 Euro
- Preis pro Liter: 21,80 Euro
- Inhalt: 500 ml
- Einwirkzeit: 5 bis 10 Minuten
- Materialverträglichkeit: greift Alu und Polycarbonat leicht an
- TOUR-Note & Fazit: ...
Muc-Off Nano Tech Bike Cleaner
- Einfache Anwendung: Aufsprühen, einwirken lassen, abspülen
- Biologisch abbaubar: Enthält keine schädlichen Säuren
- Vielseitig einsetzbar: Geeignet für Aluminium, Titan, Carbon oder Kunststoff
- Dosierung: Ca. 250 ml pro Bikewäsche (1 Liter für ca. 4 Wäschen)
- Fazit: Löst Dreck gut, hinterlässt keine Spuren oder Ränder auf dem Lack
Sonax Bike Reiniger
Sonax, eigentlich ein Spezialist für Autopflege, hat sein Know-how auf den Fahrradbereich übertragen. Mit Erfolg, am Zweirad findet das Unternehmen aus Bayern die beste Mischung aus Wirksamkeit und Materialverträglichkeit. Der nach Pfirsich riechende Schaum entfernt nach fünf bis zehn Minuten fetthaltigen und trockenen Schmutz von allen Oberflächen, ohne diese zu schädigen. Auch der Sprühkopf ist hervorragend konstruiert.
Tunap Fahrradreiniger
Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Tunap, gefolgt von Holmenkol und Sonax.
Zéfal Bike Shampoo Fahrradreiniger
Die Reinigungsleistung des Cleaners könnte vor allem auf Normschmutz besser sein. Eisen greift der Reiniger stark an.
Hilfsmittel zum Fahrrad putzen
Es braucht nicht viel für die optimale Fahrradpflege. Mit diesen Produkten bringen Sie Ihr Bike auf Hochglanz.
- Bürsten-Set: Ein Satz ordentlicher Bürsten sollte zur Grundaus-stattung in der Fahrradwerkstatt gehören. Im Set von Muc-Off finden sich neben der großen, weichen Rahmenbürste auch spezielle Bürsten für enge Zwischenräume, Ritzelpakete und Kette.
- Autoschwamm: Große, dreckverkrustete Flächen lassen sich am besten mit einem großen Schwamm aus dem Autozubehör einweichen.
- Großer Eimer: Zum Nachfassen von Wischwasser oder zum Zwischenreinigen der Bürsten ist daher ein Eimer mit lauwarmem Seifenwasser optimal.
- Mikrofasertuch: Ein flauschiges Hochflortuch eignet sich ideal zum „Abledern“ des Bikes nach der Wäsche.
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