Fahrradreparatur selbst gemacht – Eine Anleitung

Die Kette knarzt und schaltet nicht mehr sauber? Zeit für einen Wechsel - eventuell gleich mit neuen Zahnkränzen. Die Anleitung zeigt, wie Sie Ihr Fahrrad reparieren!

Grundausstattung für die Fahrradreparatur

Um Wartungsarbeiten selbst durchführen und kleinere Schäden selbst beheben zu können, brauchst du das passende Werkzeug. Du brauchst dir aber nicht gleich eine professionell ausgestattete Fahrradwerkstatt im Keller oder in der Garage einzurichten. Schon mit einer soliden Grundausstattung kannst du viele kleinere Arbeiten selbst erledigen. Da bei vielen Fahrradteilen die gleichen Schrauben zum Einsatz kommen, kannst du mit nur wenigen Werkzeugen viele Arbeiten durchführen.

  • Ein Drehmomentschlüssel gehört in die Grundausstattung eines jeden Radfahrers. Damit lassen sich lockere Schrauben und Muttern bis zum empfohlenen Drehmoment nachziehen, was das Fahrradfahren viel sicherer macht.
  • Viele Arbeiten am Fahrrad kannst du mit einem passenden Inbusschlüssel erledigen.
  • Auch die Fahrradpumpe darf nicht fehlen. So kannst du den Reifendruck regelmäßig überprüfen und die Fahrt kann nach einem Reifenwechsel schnell weitergehen.
  • Ideal geeignet ist auch ein sogenanntes Multitool. Dieses handlich-kleine Werkzeug für dein Rad verfügt über viele nützliche Aufsätze, mit denen du kleine Schäden reparieren kannst.

Die häufigsten Wartungsarbeiten am Fahrrad

Die drei häufigsten Wartungsarbeiten am Fahrrad werden im Detail gezeigt.

1. Fahrradkette wechseln

Hier erneuern wir den kompletten Antrieb - also Kettenblätter, Ritzelpaket und Kette.

  1. Mit einem Kettenwerkzeug wird ein Niet geöffnet. Den Bolzen jedoch nur so weit wie wirklich nötig herausdrücken!
  2. Kette öffnen und demontieren, dabei den Verlauf im Umwerfer merken.
  3. Falls wie bei uns nötig, danach zunächst die Führungsröllchen erneuern. Dabei das Schaltwerk auf Beschädigungen kontrollieren.
  4. Bewegliche Teile reinigen und dann mit Fahrradöl schmieren. Dabei auch Öl auf die Laufbuchsen der Führungsröllchen geben.
  5. Kette wieder montieren, Schrift nach außen. In unserem Fall war ein Kettenschloss beigelegt, das ohne Werkzeug montiert wird.
  6. Laufrad wieder montieren, Bremse einhängen. Danach das Schaltwerk nach Anleitung nachjustieren und die Kette nachölen.

Bei der Montage der Kette auf die Laufrichtung achten! Die Schrift an den Kettengliedern muss auf der Antriebseite nach außen zeigen.

2. Kurbelantrieb erneuern

  1. Falls vorhanden, zunächst den Kettenschutz demontieren und abnehmen. Kette vom Zahnkranz abnehmen.
  2. Eventuell vorhandene Schutzkappe von der zentralen Befestigungsschraube abhebeln.
  3. Auf der Seite der Kettenblätter können Sie die Verschraubung gegen den Uhrzeigersinn lösen - auf der Gegenseite die Kurbel mit dem Uhrzeigersinn lösen.
  4. Da die Kurbeln meist fest auf der Achse sitzen, verwenden Sie am besten einen solchen Abzieher.
  5. Der Abzieher wird mit seinem äußeren Gewinde in die Kurbel gedreht. Die innenliegende Schraube drückt dann gegen die Achse und drückt so die Kurbel nach außen.
  6. Danach kann die komplette Garnitur ganz einfach abgezogen werden.
  7. Demontieren Sie die Tretkurbeln. Festgerostete Verbindungen am besten zunächst mit WD-40 behandeln und einwirken lassen.
  8. Vor Montage der neuen Garnitur nutzen wir die Gelegenheit, die benachbarten Rahmenteile gründlich zu reinigen.
  9. Neue Kurbelgarnitur montieren - idealerweise mit neuer Befestigungsschraube.
  10. Um den Kettenschutz wieder montieren zu können, den Schutzkranz am äußeren Zahnkranz demontieren.

3. Zahnkranz tauschen

  1. Um das Hinterrad leichter ausbauen zu können, zunächst den Bremszug aushängen - alternativ den Luftdruck stark reduzieren.
  2. Verschraubung auf beiden Seiten gleichmäßig lösen, Muttern jedoch auf den Achsen belassen.
  3. Nun den hinteren Umwerfer gegen den Federdruck nach hinten ziehen, um den Kettenverlauf zu lockern, Rad herausziehen.
  4. Auf der Ritzelseite liegende Muttern demontieren, um Platz für den Ritzelabzieher zu schaffen.
  5. Der Abzieher greift von innen in die Halteschraube des Ritzelpakets. Mit einer Kettenpeitsche werden die Zahnräder in der Freilaufrichtung des Antriebs festgehalten.
  6. Maulschlüssel am Abzieher ansetzen und die Befestigung gegen den Uhrzeigersinn lösen.
  7. Nun können Sie das Ritzelpaket mit der Hand abdrehen (oder bei Steckbefestigung nach Lösen der Haltemutter abziehen).

Wartung und Pflege

Wer sein Rad häufig nutzt, sollte es auch regelmäßig reinigen. Verwenden Sie nur für Fahrräder geeignete Reinigungsmittel! Diese Pflegemittel sind auf die am Bike genutzten Schmiermittel abgestimmt und schonen die verwendeten Lackierungen und Kunststoffe.

Regelmäßige Inspektion

Nimm dir regelmäßig etwas Zeit und führe eine eigene Inspektion an deinem Fahrrad durch. Jede Art von Schwergängigkeit und jedes ungewohnte Geräusch sollten für dich Anlass für eine gezielte Prüfung auf Schäden oder Verschleiß sein. Vielleicht ist ja nur die Schaltung verstellt oder das Lagerspiel in der Laufradnabe ist zu groß.

Kette pflegen

Ein paar tausend Kilometer hält die Kette locker durch - regelmäßiges Ölen vorausgesetzt. Danach sollte man den Antrieb auf Verschleiß inspizieren und die Kette auf Längung kontrollieren - am einfachsten mit einer Kettenlehre. Hat sich die Kette stark gelängt, muss sie getauscht werden. Dabei sollten Sie stets kontrollieren, ob die Zahnräder des Antriebs bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zu erkennen ist Verschleiß an den Zahntälern: Zwischen zwei Zahnspitzen sollte eine gleichmäßig gerundete Verbindung bestehen. Ist das Zahntal hingegen bereits oval, also länglich geformt, sollten Sie auch das betroffene Zahnrad tauschen. Sonst würde nämlich der größere Zahnabstand die Kette bei Belastung gleich wieder längen - erneuter Verschleiß würde stark beschleunigt.

Kette und die Ritzel mit einem trockenen Lappen weitgehend von Fett und Schmutz befreien und danach gut ölen. Dafür eignet sich spezielles Fahrradöl, aber auch günstiges Motoröl fürs Auto tut seinen Dienst. Dabei darauf achten, dass kein Öl auf den Boden tropft. Überschüssiges Öl mit einem Lappen von der Kette wischen. Wenn sie viel Rost angesetzt hat, muss sie ausgewechselt werden.

Reifen prüfen

Sind die Reifen platt, muss nicht immer ein Loch schuld sein. Nach mehreren Wochen verlieren Schläuche stets etwas Luft. Zunächst also die Reifen aufpumpen. Der optimale Luftdruck beträgt bei normalen Straßenfahrrädern etwa 3,5 bis 4 Bar, der Höchstwert steht meist auf dem Reifen. Mit einem gut aufgepumpten Reifen rollt das Rad spürbar leichter. Zu wenig Luft schadet außerdem Reifen, Schlauch und Felge.

Bremsen prüfen

Gut eingestellte Bremsen sind ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Zunächst prüfen, ob die Beläge auf den sogenannten Bremsschuhen noch ausreichend dick sind. Wenn keine Querrillen mehr zu erkennen sind, austauschen. Bei Scheibenbremsen sollten die Beläge nicht weniger als einen Millimeter dick sein. Die Bremsen müssen sich leicht betätigen lassen und wieder öffnen, ohne an der Felge beziehungsweise Bremsscheibe zu schleifen. Bremsgriffe und -züge vorsichtig ölen. Achtung: Es darf kein Öl auf Beläge oder Felgen kommen.

Beleuchtung prüfen

Eine fest installierte Fahrradbeleuchtung ist nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings müssen alle Räder vorn einen weißen und hinten einen roten Reflektor haben. Die Reifen benötigen seitliche Leuchtstreifen, alternativ Reflektoren zwischen den Speichen. Auch die Pedalen müssen mit Reflektoren ausgestattet sein. Bei Fahrten in der Dunkelheit ist eine Lichtanlage mit Vorder- und Rücklicht notwendig. Das dürfen auch Leuchten zum Anstecken sein. In dem Fall prüfen, ob Batterien oder Akkus ausreichend geladen sind. Falls es Probleme mit der fest verbauten Lichtanlage gibt, liegt es häufig an einem defekten Kabel, bei Nabendynamos sitzt zudem oft der Stecker nicht richtig fest im Dynamo.

Häufige Probleme und Lösungen

  • Die Bremse schleift: Herkömmliche Fahrradbremsen (V-Brakes) kannst du ohne großen Aufwand einstellen, die Reparatur oder das Justieren hydraulischer Fahrradbremssysteme solltest du hingegen lieber im Rahmen einer professionellen Fahrradreparatur in einer Werkstatt vornehmen lassen.
  • Die Schaltung ruckelt: Wenn Gänge beim Schalten durchrutschen oder haken, muss die Gangschaltung des Fahrrads im Rahmen deiner Fahrradreparatur eingestellt werden.
  • Platter Reifen: So lässt sich ein Platten meist mit dem Wechseln des Schlauchs beheben und durch den Einsatz eines pannensicheren Modells einem weiteren Loch im Schlauch vorbeugen.

Werkzeuge für spezielle Reparaturen

Zum Tausch eines Ritzelpakets benötigen Sie eine universell einsetzbare Kettenpeitsche und einen zum Typ des Antriebs passenden Zahnkranzabzieher. Achtung: Schraub- und Steck-Kränze weisen unterschiedliche Maße auf! Die Kurbelgarnitur mit gegenüberliegender Kurbel wird mit einem Kurbelabzieher gelöst, für den Tausch der Kette sollten Sie sich ein Kettenwerkzeug zulegen, auch wenn viele Ketten mit Kettenschloss geliefert werden. Eine Kettenlehre sollten Sie auf jeden Fall anschaffen.

Wo bekomme ich Hilfe?

Gibt es Probleme beim Reparieren oder dir fehlt das passende Werkzeug? In einer Selbsthilfe-Werkstatt wird dein Problem schnell gelöst. Hier bringst du dein Fahrrad mit der Hilfe von Profis wieder auf Vordermann. Eine Self-Repair-Werkstatt bietet Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt dich dabei, dein Fahrrad zu reparieren. Erfahrene Mitarbeiter stehen dir mir Rat und Tat zur Seite und stellen dir das benötigte Werkzeug bereit.

Warum selbst reparieren?

Doch warum sollte man sein Fahrrad selbst reparieren? Es gibt doch jede Menge Fahrradwerkstätten! Das stimmt, nur zahlt man einem Profi auch viel Geld, wenn er nur Bremsbeläge wechselt. Wir wollen hier gar nicht die Fahrradwerkstätten schlecht machen, bei komplizierten Arbeiten, wie einem Tretlagerwechsel ist es günstiger, es dem Fachmann zu überlassen. Sind es allerdings einfache Dinge, für die man kein teures Spezialwerkzeug braucht, kann man durch das Selbermachen viel Geld sparen.

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