Dem Thema Fahrradschuhe bzw. Gravelschuhe widmen wir uns, weil wir auf praktisch allen Radveranstaltungen, die wir dieses Jahr besucht haben, in Gesprächen mit anderen schnell auf das Thema Schuhe - und Fußprobleme kamen. Ohne Fußschmerzen Rad zu fahren, scheint für viele unmöglich zu sein; Taubheitsgefühle, brennende Fußsohlen, unangenehmer Druck oder einschlafende Zehen gehören für viele zur Tagesordnung. Auch für mich, die Autorin dieses Artikels. Ich kenne ebenfalls die Problematik taube Zehen. Nach Ultracycling-Events, bei denen innerhalb weniger Tage und Nächte mit so wenig Pausenzeit wie möglich viele Kilometer und Höhenmeter abgespult werden, dauert es Tage bis Wochen, bis ich alle Zehen wieder richtig spüre.
Schuhe sind, ähnlich wie Sättel, ein sehr individuelles Thema. Und wie bei Sätteln stellt man fest: Der ultimative Tipp des einen muss für die andere noch lange nicht die Lösung der eigenen Probleme bedeuten. Gelegentlich erschwert auch eine gewisse Begriffsverwirrung die Wahl des richtigen Schuhs.
Gängige Ausssagen, wonach ein Fahrradschuh eng sitzen muss, vermitteln unter Umständen ein falsches Bild. Damit ist nicht gemeint, dass der Schuh drückt und einengt, sondern dass er dem Fuß beim Treten Halt gibt und ihn mit einer angepasst steifen Sohle stützt, was letztlich dazu beiträgt, Kraft zu sparen. Wir beginnen also mit ein paar Grundlagen darüber, wie man einen passenden Fahrradschuh finden kann.
Warum ist ein passender Fahrradschuh wichtig?
Wie oben erwähnt trägt ein gut passender Schuh dazu bei, effizient zu treten und er sollte keine Schmerzen verursachen. Und doch: Oft sind die Schuhe zu eng, weiß Alexander Mathe vom Trainings- und Bikefitting-Dienstleister HYCYS in München. Denn rund 60 Prozent der Kunden, die zu HYCYS ins gebioMized Concept Lab zum Bikefitting kommen, haben zu enge Schuhe. Alexander Mathe vom Trainings- und Bikefitting-Dienstleister Hycys in München berichtet, dass rund 60 Prozent der Bikefitting-Kunden zu enge Schuhe tragen.
„Zu enge Schuhe verursachen vor allem Taubheitsgefühle, brennende Fußsohlen und Kribbeln“, sagt er. Fußprobleme können sich außerdem auch an ganz anderer Stelle des Körpers bemerkbar machen, sagt Jörg Schmidt, Vertriebsleiter für die Produkte von gebioMized und Lake-Schuhe in Deutschland, Österreich und der Schweiz: „Auch viele Knieprobleme lassen sich auf den Fuß zurückführen.“ Etwa, wenn ein zu enger Schuh einfach eine oder zwei Nummern größer gekauft wird, in der Hoffnung, dass er dann passt.
Die Schuhe werden zwar länger, aber kaum merklich breiter. Oft kann die Pedalplatte nicht mehr richtig eingestellt werden, was zu Knieproblemen führt. Die Schuhe sind dann zwar länger, aber kaum breiter. Oft kann die Pedalplatte nicht mehr passend eingestellt werden, was zu Knieproblemen führen kann.
In 3 Schritten zum passenden Gravelschuh
Aber wie findet man ihn, den passenden Fahrradschuh? Sicher nicht wie bei Aschenputtel - na ja, im Märchen sucht man auch den passenden Fuß und nicht den passenden Schuh.
1. Pedalsystem und Schuhverschluss
Die meisten wählen für ihr Gravelbike MTB-Pedale mit Klicksystem. Die Cleats, also die Verbindung zwischen Schuh und Pedal, unterscheiden sich je nach Pedalhersteller. Allen gemeinsam ist, dass sie mit zwei Schrauben am Schuh befestigt werden (bei Rennradschuhen sind es drei Schrauben). Die Cleats, also die Verbindungsplatten zwischen Schuh und Pedal, unterscheiden sich je nach Pedalhersteller. Allen gemeinsam ist, dass sie mit zwei Schrauben am Schuh befestigt werden.
Wer will, kann übrigens auch Gravel-Schuhe am Rennrad verwenden. Vorteile sind z. B. gleiches Pedalsystem an allen Rädern, bequemeres Gehen, die Cleats halten länger. Natürlich kann man auch mit Gravelschuhen und MTB-Pedalen Rennrad fahren - was den Vorteil hätte, an allen Rädern dasselbe System zu nutzen. Zudem läuft es sich in Gravelschuhen meistens besser und die Cleats halten länger.
Nachteilig ist, dass die meisten Offroad-Platten und -Pedale die Kontaktfläche zum Schuh verringern, was die Kraftübertragung verschlechtern und den punktuellen Druck auf die Fußsohle erhöhen kann. Ein Nachteil wäre, dass die meisten Offorad-Platten und -Pedale eine kleinere Kontaktfläche zum Schuh herstellen, was die Kraftübertragung verschlechtern und punktuellen Druck auf die Fußsohle verstärken kann.
Wer unsicher ist oder kein auf Bikepacking-Touren extra Paar Schuhe transportieren möchte, trifft auch mit Plattformpedalen und Schuhen ohne Klick-System eine gute Wahl.Wer unsicher bei der Wahl des Pedalsystems ist oder auf Bikepacking-Touren kein zusätzliches Paar Schuhe transportieren möchte, trifft auch mit Plattformpedalen und Schuhen ohne Klick-System eine gute Wahl.
Drehverschlüsse, Klettverschlüsse und der gute alte Schnürsenkel sind die wichtigsten Verschlusssysteme für Gravelschuhe - oder eine Kombination aus allem. Drehverschlüsse, Klettverschlüsse sowie der gute alte Schnürsenkel - und die Kombination aus allem - sind an Geländeschuhen gebräuchlich.
Vorteil von Drehverschlüssen wie Boa: Die Schuhe lassen sich schnell öffnen und schließen und gut anpassen - auch während der Fahrt. Drehverschlüsse, wie zum Beispiel von Boa, lassen sich schnell öffnen und schließen und gut anpassen - auch während der Fahrt.
Schnürsenkel lassen sich während der Fahrt nicht verstellen. Mit Schnürsenkeln muss man dazu anhalten, dafür kann man sie wahrscheinlich fast überall auf der Welt schnell ersetzen. Klettverschlüsse wie beim Fizik Terra Powerstrap X4 sind ebenfalls schnell zu bedienen und halten bei guter Qualität das Schuhleben lang. Klettverschlüsse sind ebenfalls schnell zu bedienen, und bei guter Qualität halten sie ein Schuhleben lang.
Zusammengefasst heißt das für Verschluss und Pedalsystem:
- Der Schuh muss zum Pedalsystem passen
- Das Verschlussystem muss dem Fuß Halt geben
2. Die richtige Passform
Haben Sie die Innensohle aus dem Schuh herausgenommen und sich darauf gestellt? Nein? Dann probieren Sie es mal! Welche Form muss der Fuß annehmen, um in den Schuh zu passen?
Viele Größentabellen fragen lediglich die Länge ab, die Fußbreite bleibt bei der Größenwahl unberücksichtigt. Viele Größentabellen für Schuhe fragen lediglich die Länge ab, die Fußbreite bleibt meistens unberücksichtigt. Manchmal gibt es Schuhe in wide - also in einer breiteren Version.
Viele Hersteller nutzen Fußscans von zahllosen Menschen und entwickeln einen Allround-Leisten, der dem Großteil der Füße gerecht werden soll. Viele Hersteller entwickeln einen Allround-Leisten, aber „one size fits all” passt auch bei Schuhen nicht immer, weshalb manche Hersteller ihre Schuhe in verschiedenen Breiten anbieten.
Aber “one size does not fit all” - eine Größe passt eben nicht allen, beschreibt der Hersteller Lake aus den USA seine Passform-Philosophie. Dazu zählt auch die US-amerikanische Marke Lake, die ihre Schuhe auf elf unterschiedlichen Leisten baut und so für verschiedene Einsatzzwecke und Fußformen passende Schuhe anbieten kann. Seine Schuhe werden auf 11 unterschiedlichen Leisten gebaut.
So entstehen passende Schuhe für verschiedene Einsatzgebiete und unterschiedliche Fußformen. Auch für „Problemfüße“. Zur Philosophie von Lake gehört auch, dass es die Schuhe überwiegend direkt bei Bikefittern gibt. Das macht die Marke besonders bei solchen Bikefittern beliebt, die die Füße ihrer Kunden vermessen können, zum Beispiel mit einem Scanner.
Auch der australische Hersteller Bont geht andere Wege und hat bis zu vier unterschiedliche Schuhbreiten je Modell im Programm. Auch die Einlegesohle des aktuell getragenen Radschuhs verrät einiges über die benötigte Passform. Nach der Vermessung gibt eine Tabelle Aufschluss, welcher Leisten und damit welcher Schuh für Fußform und Einsatzzweck passen könnte.
Die richtige Passform ermöglicht mehr Effizienz und ... Komfort, egal wie weit die Strecke ist. Ein Schuh für den intensiven und eher kurzen Renneinsatz muss anders am Fuß sitzen und andere Kriterien erfüllen als einer für entspannte, aber tagelange Bikepacking-Touren, die auch längere Gehstrecken enthalten können.
Weil die Ursache von Probleme wie Knieschmerzen auch bei Füßen bzw. den Schuhen und der Einstellung der Cleats liegen kann, schauen Bikefitter hier genau hin - je nach gebuchtem Fitting-Paket. Wir haben den Prozess durchgespielt und waren dafür im gebioMized Concept Lab bei Hycys München. Ein einfaches Messen der Länge reicht nicht, um den passenden Schuh zu finden.
Hier wurden unsere Füße gescannt und vermessen und es wurde ein Blick auf die getragene Einlegsohle geworfen. Wir haben den Prozess der Fußvermessung und der Suche nach dem passenden Schuh einmal durchgespielt. Dazu waren wir im gebioMized Concept Lab bei HYCYS in München. Hier wurden unsere Füße gescannt und vermessen und es wurde ein Blick auf die getragene Einlegsohle geworfen.
Die verrät oft schon einiges über die Passform des aktuellen Fußes. Eine Tabelle mit Fußform und Einsatzzweck gibt dem Bikefitter schließlich Aufschluss, welcher Leisten und damit welcher Schuh passen könnte, natürlich spielt auch das geplante Einsatzgebiet des Schuhs dabei eine Rolle. Ein Schuh für Rennradrennen sitzt anders am Fuß als einer für entspannte Bikepacking-Touren, bei denen der Schuh auch an langen Tagen bequem sein soll.
Wie wir gelernt haben, tragen viele Leute zu enge Schuhe zum Radfahren. Statt einfach den Schuh eine oder zwei Nummern größer zu kaufen und damit andere Probleme zu riskieren, sollte auch auf die passende Breite geachtet werden.
3 Tipps für die richtige Passform
- Die richtige Größe: Barfuß oder mit Socken den Umriss beider Füße auf ein Blatt Papier malen und jeweils von Ferse bis zur längsten Zehenspitze messen. Dann in der Größentabelle des Herstellers nachschauen.
- Breite: Die Innensohle aus dem Schuh nehmen und draufstellen - passt die Breite?
- Fersensitz: Den Schuh anziehen und verschließen. Sitzt die Ferse gut im Schuh?
Problem “Problemfüße”
Menschen mit Hallux valgus oder anderen Fußfehlstellungen haben es oft besonders schwer, überhaupt passende Schuhe zu finden, geschweige denn passende Radschuhe. Das Schaftmaterial von Radschuhen ist meist wenig flexibel und soll es auch nicht sein. Aber es gibt Lösungen.
Hier kommt wieder Lake ins Spiel - mit seiner Schaftkonstruktion, die bei allen Modellen mit der Bezeichnung 242 zum Einsatz kommt. Das Obermaterial der 242er Schuhe ist in sechs Segmente unterteilt, um auch schwer anpassbaren Fußtypen gerecht zu werden. Personen mit Ballenzehen, Fehlstellungen, sehr schmalen oder breiten Füßen, sehr niedrigem oder hohem Rist können mit diesem Schuh glücklich werden.
Die Laschenkonstruktion ermöglicht eine Feinabstimmung der Passform und entlasten empfindliche oder schmerzende Stellen am Fuß. Zusätzlich kann die Fersenkappe durch Wärme verformt und dem Fuß angepasst werden.Wir haben den Lake MX242 getestet.
3. Einsatzgebiete und Anforderungen
Steif, abriebfest, atmungsaktiv, wasserdicht, griffig... das sind nur einige Adjektive, mit denen sich Fahrradschuhe beschreiben lassen. Je nach Einsatzgebiet muss ein Radschuh bestimmte Anforderungen erfüllen. Was müssen Schuhe für schnelle Gravel-Rennen leisten? Welche Anforderungen sollten Schuhe für Bikepacking- und Abenteuertouren erfüllen?
In unserem Gravelschuh-Test haben wir verschiedene Schuhe mit zwei Paar unterschiedlichen Füßen ausprobiert und haben damit ordentlich Kilometer gesammelt - mit einigen mehr mit anderen weniger, da sie später dazu kamen.
Die Schuhe haben wir in verschiedene Kategorien unterteilt:
- Gravelrennen & schnelle Touren
- Bikepackking, Abenteuer
- Nicht nur für “Problemfüße”
Gravelschuhe im Schnell-Check
Schuhe für Abenteuer & Bikepacking im Schnell-Check
Offenliegende Carbonsohlen sind nicht unbedingt die beste Idee für abenteuerliche Touren, bei denen das Rad auch mal geschoben oder getragen werden muss. Steine können der Carbonsohle ganz schön zusetzen - und das Material bietet wenig Halt. Quoc kombiniert beim Grand Tourer XC eine steife Carbonsohle mit einem griffigen TPU-Material. So ist der Schuh einerseits steif, andererseits griffig beim Gehen.
Beim Recon ADV macht Specialized es ähnlich und überzieht die Carbonsohle teilweise. Für sogenannte Hike-A-Bike-Passagen, also Streckenabschnitte, die zu steil oder zu unwegsam sind, um zu fahren, ist der Recon ADV zusätzlich etwas flexibel im Zehenbereich - für ein besseres Laufgefühl.
- Das ist wichtig:
- Griffige Sohle
- Passform
- angenehm auf dem Rad und beim Gehen
- Das ist weniger wichtig:
- Gewicht
- Steifigkeit
Specialized Recon ADV
Der Recon ADV ist der Abenteuer-Gravelschuh von Specialized. Drehverschlüsse wie die Boa lassen sich zwar leicht austauschen, wenn sie kaputt gehen, aber wo bekommt man auf einer Bikepacking-Tour Ersatz her? Schnürsenkel sind etwas zeitaufwendiger beim An- und Ausziehen. Sie können aber vielerorts ersetzt werden.
Einmal richtig geschnürt, sitzt der Schuh auch auf längeren Strecken bequem am Fuß. Die längste Strecke im Test waren 540 Kilometer und 10.000 Höhenmeter in gut 41 Stunden nonstop beim Seven Serpents Quick Bite.
Die längste Strecke im Test waren 540 Kilometer und 10.000 Höhenmeter in gut 41 Stunden nonstop beim Seven Serpents Quick Bite. Zugegeben, ganz ohne Anhalten ging es nicht: 1 Supermarktstopp, Toilettenpausen, 2 Fähren und 2 Fünf-Minuten-Powernaps waren dabei.
- Plus: Ein Schuh zum Wohlfühlen
- Minus: Wärme staut sich, nicht so gut für den Hochsommer
- Größen: 36 - 49
- Gewicht: 613 Gramm (Größe 39,5, mit Cleats)
- Preis: 220 Euro
Quoc Grand Tourer XC
Der Grand Tourer XC ist für den Hersteller Quoc der ultimative Offroad-Abenteuerschuh. Egal ob auf dem Gravelbike oder mit dem Mountainbike. Zwei Drehverschlüsse sorgen dafür, dass der Schuh fest am Fuß sitzt, ohne zu drücken. Die TPU-beschichtete Carbon-Sohle ist steif und sorgt für eine gute Kraftübertragung. Gleichzeitig bietet sie Halt, wenn in unwegsamem Gelände geschoben werden muss. Im Vorfußbereich ist der Quoc ähnlich geschnitten wie der Specialized Recon ADV.
- Plus: beschichtete Carbonsohle schützt Carbon und bietet Halt, reflektierende Details
- Minus: kleines Größenspektrum
- Größen: 38 - 47
- Gewicht: 662 Gramm (Größe 39,5, mit Cleats)
- Preis: 279 Euro
Fizik Terra Powerstrap X4
Nach zwei Jahren im Dauereinsatz halten die Klettverschlüsse entgegen anfänglicher Bedenken immer noch einwandfrei. Die beiden Riemen ermöglichen auch während der Fahrt ein schnelles Nachjustieren, falls der Schuh einmal zu locker sitzen sollte. Das geht zwar nicht so schnell wie mit einem Boa-Drehrad, ist aber auch weniger schmutzanfällig. Die X4 fallen zwar entsprechend der Größenangabe aus, passen aber eher an schmale Füße. Mit dicken Socken kann es schnell schwierig werden. Die eher schlichte Einlegesohle haben wir durch eine individuelle ersetzt, was den Tragekomfort deutlich verbessert.
Vor allem die Geh- und Wanderpassagen haben sichtbare Spuren am Schuh hinterlassen und das spärliche Profil abgetragen, so dass die Cleats beim Laufen den Boden berühren. Der X4 empfiehlt sich daher leichter und vergleichsweise günstiger Schuh für schnelle Runden mit wenig Bodenkontakt. Aufgrund des legeren Designs ist er aber auch fürs Commuten gut geeignet.
- Plus: Asymmetrischer Strap gibt guten Halt; leicht zu justieren; angenehme Passform
- Minus: keine reflektierenden Elemente
- Größen: 36 - 48
- Gewicht: 688 Gramm
- Preis: 159 Euro
Shimano SH-RX600
Die Sohle vom Shimano SH-RX600 ist steif aber nicht bretthart. Deshalb führen wir ihn in unserer Kategorie Bikepacking und Abenteuer auf. Wer beides macht, sowohl Rennen, als auch Abenteuertouren mit nicht zu vielen Schiebepassagen, findet im Shimano SH-RX600 einen guten Begleiter. Die Sohle ist carbonverstärkt, insgesamt sind Schuh und Sohle leicht und von Gravelrennen inspiriert.
Die Damenvariante ist schmaler geschnitten. Personen mit schmaleren Füßen, denen ein Schuh in Größe 36 bis 44 passt, können sich das Damenmodell genauer anschauen. Wem breitere Schuhe besser passen, findet Größe 38 bis 50 beim Herrenmodell. In wide gibt es den Schuh von Größe 38 bis 48.
- Plus: leicht, etwas weiter geschnitten
- Minus: Die Innensohle bietet wenig Halt, ggf. mit hochwertiger Sohle austauschen für eine bessere Passform
- Größen: je nach Modell und Breite gibt es den Shimano SH-RX600 von Größe 36 bis 50
- Gewicht: (Größe 40, ohne Cleats)
- Preis: 189,95
Gravelschuhe für Gravelrennen und Geschwindigkeit im Schnell-Check
In Rennen geht es um Geschwindigkeit. Und wenn es um Geschwindigkeit geht, spielt auch das Gewicht keine unwichtige Rolle. Für eine effiziente Kraftübertragung bedarf es einer steifen Sohle, häufig wird mit Carbonsohlen gearbeitet. Bei Gravelschuhen wie dem S-Works Recon liegt das Carbon frei.
- Das ist wichtig:
- steife Sohle für gute Kraftübertragung
- gute Passform
- kein Druckschmerz im Schuh
- Das ist nicht so wichtig:
- Traktion
- bequem beim Gehen
- wasserdicht
S-Works Recon
Gravelschuhe müssen mehr „können“ als Rennrad-Modelle: Sie müssen komfortabel sein und dennoch für eine gute Kraftübertragung sorgen. Sie sollen auf dem Pedal wie auch auf dem Boden performen. Denn: Während Offroad-Touren gehören Geh- beziehungsweise Schiebepassagen oftmals dazu. Daher sollten auch der Gehkomfort, die Trittsicherheit und der Sohlengrip passen.
Jeder Fuß ist anders. Den idealen Schuh für alle gibt es demnach nicht. Einige Hersteller wie etwa Fizik, Northwave, Rapha, Shimano, Sidi, Specialized, Suplest bieten halbe oder gar Zweidrittel-Größen. Letzteres gilt für Adidas und Mavic. Wer Größen außerhalb der Norm von 38 bis 47 benötigt, wird für kleine Schuhe bei Fizik, Northwave, Rapha, Specialized - die Größen ab 36 bieten - und vor allem Adidas fündig. Hier sind sogar 35er-Modelle erhältlich. Wer auf großem Fuß lebt, findet Größe 49 bei Specialized, während Adidas und Shimano sogar Größe 50 anbieten.
Spezifische Herren- und Damenmodelle finden sich nur bei Shimano und Sidi. Sollte am Ende ein Schuh doch nicht passen, bieten Bontrager und Triban eine 30-Tage-Rückgabegarantie. Damit der Schuh auch nach Stunden angenehm sitzt, gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. So findet sich bei Adidas eine integrierte Socke, die Staub und Dreck aus dem Schuh hält. Bei DMT und Rapha gibt es gewebte Materialien, die besonders geschmeidig und luftig ausfallen. Specialized setzt auf die leichte Hightech-Faser Dyneema, die einigen aus dem Kletterbereich bekannt sein dürfte. Sie fällt besonders reiß- und abriebfest aus.
Bei Sidi überzeugt der Materialmix Politex durch sein generelles Wohlfühlklima. Generell ist beim Obermaterial ein luftiges Design vorteilhaft, weil so das Fußklima nicht zu schwitzig wird. Geräumige Zehenboxen, wie sie vor allem bei Bontrager, Fizik, Northwave, Specialized und Triban zu finden sind, steigern den Tragekomfort während langer Touren und bieten Platz beim Abrollen auf Gehpassagen. Bei Adidas, DMT und Suplest hingegen sind die Platzverhältnisse im Vorfußbereich etwas beengt. Wer hier Probleme hat, sollte die Modelle länger anprobieren. Beim Anprobieren fällt auf, dass Adidas und DMT keine Zunge besitzen.
Zu dem erforderlichen Tragekomfort trägt auch ein ergonomisches Fußbett bei. Hier glänzen Quoc, Rapha, Scott und Shimano durch nachjustierbare Modelle. Suplest nutzt sogar eine hochwertige Einlage des spezialisierten Sohlen-Produzenten Solestar.
Bei den Verschlüssen finden sich vier Systeme: Der klassische Klett ist im Vorfußbereich bei Shimano und in gesamter Länge bei Fizik zu finden. Ein Revival feiert bei sechs der Test-Gravelschuhe die klassische Schnürung. Die Bedienung mag für manche zwar umständlicher sein, aber beim Faktor Gewicht und der individuellen Feinjustierung kann das System weiterhin stark punkten. Und auch Ersatz ist relativ günstig und einfach zu besorgen. Ein Ratschen-Verschlusssystem kommt nur an den Triban-Schuhen zum Einsatz. Bei neun Herstellern finden sich indessen Drehräder. Sieben Hersteller setzen dabei auf die Modelle des Marktführers BOA.
Da beim Graveln überwiegend mit MTB-Klickpedalen gefahren wird, lassen alle Schuhe die Montage von klassischen 2-Schrauben-Pedalcleats zu. Diese kennt man vor allem aus dem Mountainbike- und Cyclocrossbereich. Die Cleats werden im Bereich der Zehengrundgelenke montiert. Beim Pedalieren überträgt vor allem die Schuhbasis die Kraft aufs Pedal. Dazu sollte sie möglichst steif ausfallen. Die Sohlen der Test-Schuhmodelle von Shimano, Specialized und Suplest sind sehr steif und daher vor allem für Racer interessant. Für viele andere Fahrertypen kann dagegen ein gewisser Flex der Sohle an manchen Stellen teils Sinn ergeben.
Da man mit Klickpedalen nicht nur drücken, sondern auch ziehen kann, sollten die Schuhe auch in dieser Tretbewegung eine gute Führung bieten. Insbesondere Fizik, Shimano, Specialized und Suplest zeigen hier deutliche Stärken. Die Modelle von Adidas und DMT fallen hier aufgrund ihres recht weichen Materials etwas ab. Weiterhin sollten die Fersen keinen oder wenig Schlupf aufweisen. Bis auf die Modelle von Adidas, Bontrager, Sidi und Triban zeigen hier kaum Testschuhe Auffälligkeiten.
Anders verhält es sich mit der Steifigkeit beim Gehen. Hier kann ein ausgeprägter Flex, wie er etwa beim Vaude-Schuh festzustellen ist, sogar Vorteile bringen. Dass auch steife Schuhe mit einem guten Sohlendesign gut abrollen können, beweisen vor allem die Testmodelle von Rapha und Quoc. Doch auch die Trittsicherheit spielt im Gelände eine elementare Rolle. Sie wird durch eine breite Auflagefläche unter der Ferse und im Mittelfußbereich sowie einem offenen Design samt griffigem Material spürbar verbessert. Mehr Trittsicherheit in tiefen Böden und bergauf bieten Schraubstollen. Sie können bei den Bontrager-, Gaerne-, Mavic-, Northwave-, Sidi-, Specialized- und Suplest-Schuhen montiert werden.
Wer häufig auch in der Dämmerung und nachts unterwegs ist, profitiert von Reflexelementen zur passiven Sicherheit. Zu finden sind diese bei Adidas, DMT, Gaerne, Northwave, Quoc, Rapha, Sidi und Triban. Adidas und Vaude setzen an ihren Test-Modellen viele recycelte Materialien ein. 1. Drehmomentschlüssel: Pedalcleat-Schrauben sollten immer nach den Herstellerangaben angezogen werden. 2. Schraubensicherung hilft, damit sich Schrauben auch auf Dauer nicht lösen. 3. Einstellhilfe: Die Pedalcleat-Justage klappt mit der Ergon TP1-Einstellhilfe einfach. Sie ist für Shimano- und Crank-Brothers-Pedalen erhältlich. 4. Macht ganz dicht: Imprägnierte Oberflächen lassen Wasser und Dreck besser abperlen.
Mavic Cosmic Boa SPD - Infos & Preis
- Preis: 149 Euro
- Gewicht (Größe 46): 663 Gramm
- Größen: 36-48 2/3 in 2/3-Größen
- Sohle / Steifigkeit: Nylon-Glasfaser / 241 N/mm
- Made in: Italien
- Ausstattung: Einlegesohle mit Memoryfoam, Boa L6-Verschluss, Klett, nahtloses Obermaterial
- Passform: durchgehend schmal und flach am Spann, fällt eher kurz aus
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