Shimano Fahrradschuhe SPD Test: Ein umfassender Überblick

Rennradschuhe mit Klickpedal-Kompatibilität sind bei Rennrädern schon vor vielen Jahren zur Norm geworden, spezielle Rennradschuhe gibt es seit Jahrzehnten. Waren vor 40 Jahren noch Lederschuhe erhältlich, die in sogenannten Hakenpedalen gefahren wurden, sind inzwischen sensibel auslösende Klickpedale der Standard - und Rennradschuhe, die aus raffinierten Kunstfaser-Kombinationen hergestellt werden und mit zahlreichen technischen Funktionen ausgestattet sind. Bei der Suche nach dem passenden Radschuh helfen wir Ihnen gerne.

Allgemeine Informationen zu Radschuhen

Spezielle Schuhe zum Radfahren haben ihre Daseinsberechtigung. Egal, ob du dein erstes Paar Radschuhe suchst oder dich nach einem neuen Paar umschauen möchtest - wir haben in diesem Ratgeber eine große Übersicht aktueller Modelle speziell für das Gravelbiken zusammengestellt und getestet. Zudem haben wir auch zwei Modelle im Test, die sich besonders für breite Füße eignen sollen.

Für lange Radtouren sind Fahrradschuhe eine klare Empfehlung. Stundenlanges Radfahren ist ebenso möglich wie ein Bummel durch die gepflasterte Altstadt. Ihre verstärkte Sohle unterstützt den Fuß, über den die ganze Kraft ins Pedal fließt, bei seiner Arbeit. Schuhe stellen die Schnittstelle zwischen Radler und Fahrrad dar, an der die Kraft übertragen wird.

Radschuhe haben unterschiedlich steife Sohlen - je nach Einsatzzweck und Preisklasse. Beim Pedalieren soll die Kraft möglichst direkt auf die Pedale übertragen werden. Eine zu weiche Sohle kann zu viel Kraft schlucken. Ein Steifigkeitsindex gibt häufig an, wie hart die Sohle ist. Den entwickeln die meisten Hersteller aber selbst, deswegen lassen sich Schuhe verschiedener Marke untereinander nicht vergleichen.

Passform und Komfort

Natürlich ist auch die Schuhgröße wichtig bei einem Radschuh. Da der Fuß beim Pedalieren aber keine Abrollbewegung wie beim Laufen macht, brauchen die Zehen weniger Platz im Vorderbereich. Die Zehen sollen trotzdem vorne nicht anstoßen. Anprobieren ist hierbei unerlässlich. Bedenke auch, dass Füße abends und bei Hitze und langen Fahrten zusätzlich anschwellen.

Die richtige Breite der Gravelschuhe ist entscheidend für Komfort und Leistungsfähigkeit. Bei einer Umfrage in unserer Instagram-Community haben wir einige Rückmeldungen bekommen, dass ihr mit breiten Füßen Schwierigkeiten habt, passende Schuhe zu finden. Klassische Schuhleisten sind oft zu schmal und entsprechen nicht der natürlichen Form des Fußes, was zu einer Einengung im Vorfußbereich führen kann.

Ein Radschuh soll eng und stabil am Fuß sitzen, trotzdem soll der Fuß nicht eingeengt und seiner natürlichen Form beraubt werden. Folgen von zu engen Schuhen können Schmerzen, Taubheitsgefühle und Kribbeln sein.

Verschlusssysteme

Klettverschluss, Schnürsenkel oder ein Drehverschluss: Verschlussysteme für Radschuhe gibt es viele und sind letztendlich eine Frage der persönlichen Vorlieben und des Preises. Bei den Einstiegsmodellen werden die Schuhe häufig mit Klettverschluss geschlossen, was auch ausreichend ist, um den Schuh stufenlos an den Fuß anzupassen. Für einen klassischen Look sorgen Schnürsenkel. Damit lässt sich der Schuh ebenso individuell anpassen, kann aber nicht so schnell gelockert oder fester geschnürt werden wie bei den anderen Systemen. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass sich die losen Schnürsenkel nicht im Kettenblatt verfangen. Drehverschlüsse wie das BOA-System erlauben schnelle und einfache Anpassungen selbst während der Fahrt.

Klicksysteme

Beim Kauf von Radschuhen ist die Wahl des richtigen Klicksystems entscheidend, da es den Kontaktpunkt zwischen Schuh und Pedal bestimmt und somit die Effizienz und Kontrolle beeinflusst. Bei der Auswahl an Fahrradschuhmodellen gibt es drei gängige Systeme: Schuhe ohne Klicksystem für Plattformpedale, 2-Loch und 3-Loch. Vor dem Schuhkauf solltest du dich schon für ein Pedalsystem entschieden haben, da ansonsten Adapter verwendet werden müssen.

Auf dem Gravelbike werden hauptsächlich Schuhe mit dem 2-Loch-System verwendet. Es zeichnet sich durch seine beidseitig einrastenden Cleats und eine Bauweise mit in der Sohle versenkten Cleats aus, die das Gehen im Gelände erleichtert. Außerdem funktioniert der Einrastmechanismus auch bei verschmutzten Cleats und Pedalen. Beliebte 2-Loch-Systeme sind SPD von Shimano und das Easy Release-System von Crankbrothers.

Das 3-Loch-System wie Shimanos SPD-SL ist hingegen für den Rennradbereich konzipiert.

Shimano SH-MT301 Test

Bei den Shimano SH-MT301 handelt es sich um ein eher preisgünstigeres Modell an Gravel-Schuhen, weshalb man aber trotzdem seine Erwartungen nicht wahnsinnig herunterschrauben muss. Was mir am Shimano SH-MT301 besonders gut gefällt, ist das klassische Schnürschuhdesign, daß auch optisch ziemlich zurückhaltend, mehr an einen Outdoor-Schuh erinnert, als an einen Fahrradschuh. Und das unterstreicht wahrscheinlich auch die Philosophie des Shimano SH-MT301 ganz gut.

Denn der Schuh ist so ausgerichtet, daß er eine gute Steifigkeit für das Fahren in den Klickpedalen ermöglicht, gleichzeitig aber auch komfortabel im Gelände zu laufen ist, wenn man das Bike mal tragen muss oder mal ein paar Meter ohne das Bike unterwegs ist. Gerade unter dem Ballen und im vorderen und mittleren Bereich des Schuhs, sorgt die glasfaserverstärkte Versteifungsplatte für eine überzeugende Sohlensteifigkeit und erlaubt auch mit höheren Gängen ordentlich Druck auf die Pedale zu bekommen. Durch die EVA-Zwischensohle und die Gummi-Außensohle kommt dann auch der Gehkomfort nicht zu kurz und man hat einen guten Grip im Schuh. Mit diesem Setup ist der Schuh vor allem für Freizeitfahrer ausgelegt, die zwar ambitioniert fahren, aber eben auch mal genießen wollen.

Die Pedaliereffizienz des Shimano SH-MT301 überzeugt, aber wer immer auf seine Zeiten schaut und die maximalen Wattzahlen treten will, sollte dann doch wieder zu einem Schuh mit Carbon-Sohle greifen. Sicherlich ist auch ein BOA-Verschlusssystem moderner, aber das klassische Schnürsystem mit Schnürsenkeln überzeugt mich überraschender Weise auch. Denn durch das flexible, aber sehr stabile Obermaterial bekommt man auch mit der Schnürung einen sehr guten Halt im Schuh. Zudem lassen sich die Schnürsenkel durch die oberhalb angebrachte Gummilasche schnell und einfach verstauen.

Auch die Passform überzeugt, duch den unkomplizierten, einteiligen Aufbau. Durch die zusätzliche Polsterung an Knöchel, Ferse und der Zunge, ist der Schuh trotz des dünnen Obermaterials angenehm und komfortabel zu tragen und macht einen sehr langlebigen, robusten Eindruck. Mit einem Gewicht von nur 353 Gramm (Gr. Der Shimano SH-MT301 kann mit klassischen Pedalen gefahren werden oder mit SPD-Pedalen. Ich persönlich habe Dual-Pedale montiert, wo ich also auf der einen Seite mit SPD fahren kann und auf der anderen Seite ohne in die Pedale einzuklicken.

Trotz des günstigen Anschaffungspreises von um 60€ haben mich die Shimano SH-MT301 überzeugt. Gerade die Vielseitigkeit und der Komfort beim Laufen und Radfahren sind sehr hoch, obwohl man keine großen Leistungseinbußen durch die etwas weniger steife Sohle akzeptieren muss. Der Shimano SH-MT301 hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 89,95€ ist aber mit ein wenig Recherche schon deutlich günstiger online zu bestellen.

Weitere Shimano Schuhmodelle

Shimano bietet eine sehr große Auswahl an Fahrradschuhen an, die sich für das Gravelbike eignen. Speziell als Gravelschuhe sind die Modelle aus der RX-Reihe deklariert. Diese gibt es aber nicht mit den breiteren Leisten. Da wir noch mehr breite Modelle in unseren Test integrieren möchten, haben wir uns für den XC5 aus der Cross-Country Modellreihe entschieden. Diese Schuhe funktionieren natürlich genauso gut auf dem Gravelbike. Die XC-Modelle gibt es vom günstigen Einstiegsmodell CX1 bis zum High-End-Rennschuh XC9.

Zusätzlich sind auch mehrere Varianten als Damenvarianten deklariert, die besonders angepasste Leiste haben.

Shimano RX6 Gravelschuh

Der Shimano RX6 Gravelschuh soll dank carbonverstärkter Sohle Steifigkeit auf Rennsportniveau für lang anhaltende Pedalperformance auf Ganztagestouren bieten. Das weite Außensohlenprofil mit TPU-Noppen sorge nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Gehen für optimale Leistung und Komfort. Das Obermaterial des Schuhs umschließt den Fuß, um eine Balance zwischen Haltekraft und Komfort zu bieten. Eingestellt wird der Sitz am Fuß mit einem BOA L6K Drehverschluss und einem Klettverschluss im Vorfußbereich.

Passform und Tragekomfort: Der Shimano R6 sitzt eher locker, das Herrenmodell ist dabei weiter geschnitten als das Frauenmodell. Auch ein höherer Spann findet im Schuh Platz. Das Obermaterial ist fest genug, dass die dünne Schnürung der Drehverschlüsse nicht unangenehm auf den Spann drückt. Eine klassische Zunge hat der Schuh nicht, stattdessen ist der Schaft überlappend gearbeitet. Das bringt den Vorteil, dass keine Zunge zur Seite rutschen kann.

BOA L6K-Drehverschluss und Klettverschluss sorgen für einen festen Sitz. Die Carbonsohle erlaubt eine gute Kraftübertragung und das Profil sorgt für Halt, wenn man das Rad mal schieben muss. Auch sorgt das Profil der Außensohle für Halt. Zwischen Ferse und Mittelfuß ist die Sohle weniger steif als im Vorfußbereich. Beim Gehen macht sich das positiv bemerkbar.

Shimano S-PHYRE XC903 Rennschuh

Der neue Shimano S-PHYRE XC903 Rennschuh richtet sich an Cross Country- und Gravel-Fahrerinnen und -Fahrer, die ein leichtes und leistungsfähiges Schuhwerk für anspruchsvolle Renneinsätze suchen. Das Modell kombiniert ein atmungsaktives Obermaterial aus Mikrofaser-Kunstleder mit einer steifen Sohle aus Carbonfaser-Verbundstoff. In der Größe 43 bringt der S-PHYRE XC903 laut BIKE-Messung 327 Gramm auf die Waage (inkl. Cleats; Herstellerangabe: 293 g / 42 / ohne Cleats).

Für eine präzise Anpassung an den Fuß setzt Shimano beim XC903 auf zwei hochwertige BOA Li2 Drehverschlüsse. Diese ermöglichen eine Mikroeinstellung der Passform. Der untere Drehverschluss verfügt zudem über eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Auslösen durch Stöße. Ergänzt wird das Verschlusssystem durch eine schlanke, flache Crossover-Schnürung im Vorfußbereich. Eine Fersenkappe mit Verdrehschutz soll für eine optimale Fußpositionierung bei starker Beschleunigung und hohen Trittfrequenzen sorgen.

Die Außensohle des S-PHYRE XC903 besteht aus der Shimano Ultread XC Gummimischung. Sie verfügt über ein spezielles Profilmuster, das laut Hersteller für ordentlich Grip im Rennen sorgen soll. Zusätzlich liegen dem Schuh Stollen in spezieller Form bei, die im Vorfußbereich noch einmal mehr Traktion geben sollen. Die flache Mittelsohle aus Carbonfaser-Verbundstoff soll den Fuß stabilisieren und die Kraftübertragung optimieren.

Herausragend am neuen Shimano Rennschuh XC903 sind die Passform und die steife Sohle, die wirklich jedes Watt in Pedalpower umsetzt. Die Sohle hat zwar guten Grip, durch die Steifigkeit geht sich damit - außer steil bergauf - dagegen etwas mühsam. Die Belüftung ist gut. zu gut für kalte Tage auf jeden Fall. Das Gewicht der Schuhe ist im Vergleich zu vielen anderen XC-/Gravel-Schuhen ok, aber nicht auf Rekordniveau.

Weitere getestete Modelle anderer Hersteller

Im Test haben wir uns 27 Modelle der verschiedensten Preisklassen angesehen, vom günstigen Einsteigerschuh bis hin zum teuren Luxusmodell. Hier eine Übersicht weiterer getesteter Modelle:

  • Scott Road Team BOA: Fair bepreister, komfortabler Rennradschuh, der für viele Fußtypen geeignet ist.
  • Van Rysel RCR: Innovativer Rennradschuh mit toller Kraftübertragung und komfortablem Sitz.
  • Sidi Ergo 6: Wertige Verarbeitung und gutmütige Passform, ideal auch für Rennradler mit breiteren Füßen.
  • Mavic Cosmic BOA: Hoher Tragekomfort, Schnellschnürsystem und geradlinige Optik zu einem heißen Preis.
  • Q36.5 Dottore Clima: Überwältigende Rennradschuhe mit Strickmaterial und extrem steifer Carbonsohle.
  • Specialized Torch 2.0: Tolle Kraftübertragung und hochwertige Verarbeitung.
  • Bontrager Circuit: Bequeme Passform und schnörkelloses Design.
  • Fizik Vento Omna: Elegantes Design, einfache Bedienung und geringes Gewicht, aber empfindliches Obermaterial.
  • Shimano SH-RC502: Leichter Rennradschuh mit direkter Kraftübertragung.
  • Luck Evo: Günstiger, in Spanien hergestellter Schuh mit breiter Passform.

Tourenschuhe im Test

Ein guter Tourenschuh kombiniert also beides: Gehkomfort und Kraftübertragung. Ein weiteres Kriterium in unserem Test war außerdem die Sommertauglichkeit, sprich: Es sollte schlicht genügend Luft an die Füße kommen.

Das Fahrgefühl auf dem Rad wird maßgeblich von der Sohle beeinflusst, gut ist eine in Trittrichtung steife Sohle, die die Kraft direkt auf das Pedal überträgt, ohne dass sich die Sohle verformt.

Getestet haben wir nur Schuhe für Click-Systeme. Ihr wichtigste Vorteil ist ein sicherer Stand in den Pedalen. Wer sehr bewusst pedaliert, kann mit ihnen auch in der Zugphase bei der Aufwärtsbewegung Kraft in Vortrieb umwandeln. Hier spielt besonders der Verschluss eine Rolle, da nur ein Schuh, der eng anliegt, entsprechend Kraft übertragen kann.

Alle Modelle bauen auf Systeme nach dem Shimano SPD-Standard. Eine Ausnahme bildet der Shimano SH-CT45 der für das Click’R-System des Herstellers gemacht ist. Es ist besonders einsteigerfreundlich, weil es - mit den passenden Click’R-Pedalen - einen extraleichten Ein- und Ausstieg ermöglicht.

Tipp: Achten Sie auch auf die Abdeckplatte der Bindung. Gut ist, wenn sie die Form des SPD-Cleats aufnimmt. So kann man die Schuhe auch ohne montierte Cleats auf Pedalen mit Bindungssystem fahren - und hat dabei einen guten Halt.

Empfehlungen für Tourenfahrer

Wer nicht den ganzen Tag im Sattel sitzt und auch mal zu Fuß unterwegs ist, will natürlich auch hierbei etwas Komfort. Am besten in der Disziplin gehen schneidet unter den Fahrradschuhen der Shimano SH-CT45 ab, dicht gefolgt vom Pearl Izumi und dem zweiten Shimano Testkandidaten SH-MT44G. Unterm Strich ist der Shimano SH-CT45 der vielseitigste Schuh, er kombiniert gute Fahreigenschaften mit Laufqualitäten, dazu ist der Preis auch in Ordnung. Den zweiten Platz teilen sich die Rose Sandale und der Shimano SH-MT44G, wobei die Sandale mehr beim Radfahren punktet und der Shimano-Schuh eher als Allrounder durchgeht.

Mit richtigen Schuhen macht Radfahren noch mehr Spaß: Man fährt schneller, ermüdet langsamer und die Gelenke werden geschont.

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