Ein guter Fahrradträger bringt Fahrräder heil und sicher ans Ziel, sei es auf der Autobahn, in engen Kurven oder bei abrupten Bremsmanövern. Allerdings gelingt dies nicht immer, wie Tests zeigen.
Die Befestigungssysteme haben Vor- und Nachteile. Träger fürs Dach sind in der Regel günstiger als solche fürs Heck. Sie lassen sich meist schnell montieren.
Auf dem Dach sind die Fahrräder zudem recht sicher vor Dieben. Nachteil: Die Räder müssen aufs Dach gewuchtet werden und sie erhöhen den Benzinverbrauch. Durchschnittlich zwei Liter mehr pro 100 Kilometer verbraucht ein Auto, wenn es auf dem Dach Fahrräder transportiert. Das hat der Schweizer Automobilclub TCS mit einem VW Golf bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h gemessen.
Dachfahrradträger im Test: Ergebnisse und Empfehlungen
Große Unterschiede stellten die tschechischen Verbraucherschützer von dTest bei den 17 geprüften Dachfahrradträgern fest. Einige können das Rad beschädigen oder das Auto zerkratzen, andere ließen sich nur mit Mühe montieren. Leicht zu handhaben war der Testsieger Thule ProRide 598 (110 Euro). Er bietet sicheren Halt und hohen Korrosionsschutz.
Thule ProRide 598: Der Testsieger
Der Thule ProRide 598 zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Leichte Handhabung
- Sicherer Halt
- Hoher Korrosionsschutz
Vor- und Nachteile von Dachfahrradträgern
Vorteile:
- Günstiger als Heckträger
- Schnelle Montage
- Sicher vor Diebstahl
Nachteile:
- Kraftaufwand beim Aufladen der Fahrräder
- Erhöhter Benzinverbrauch
Worauf Sie beim Kauf eines Dachfahrradträgers achten sollten
1. Die einzelnen Arten von Fahrradträgern kennst du schon. Doch hast du dich auch bereits für einen Typ entschieden?
2. Wie viele Fahrräder sollen mit? Fahrradträger eignen sich für eine unterschiedliche Anzahl an Rädern. Willst du nur ein oder zwei Fahrräder transportieren, eignen sich in der Regel alle Baureihen. Dachträger kommen in der Regel einzeln in den Handel. Du kannst bis zu vier Räder auf dem Dach unterbringen. Da der Abstand größer ist, passen auch breite Räder gut auf das Autodach. Sie sollten allerdings nicht zu viel wiegen.
Für Heckträger sind Erweiterungen erhältlich. Daher ist es weniger tragisch, wenn du einen Fahrradträger für zwei Bikes anschaffst und plötzlich die ganze Familie den Spaß am Radeln für sich entdeckt.
3. Nicht nur die Anzahl der Räder ist wichtig. Beachte immer auch die gesamte Traglast. Gemeint sind die Stützlast des Fahrzeuges wie auch die Auslegung des Trägers.
Zum Gewicht des Fahrradträgers, welches du in der Artikelbeschreibung findest, zählst du das Gewicht aller zu transportierenden Fahrräder hinzu. Die Summe darf nicht über der maximalen Traglast für Autodach oder Anhängerkupplung liegen.
4. Nur ein sicher befestigter Fahrradträger ist wirklich verkehrstauglich und kann deine Räder ohne Beschädigungen und Beeinträchtigungen ans Ziel bringen. Wird der Träger an die Anhängerkupplung angebracht, kommt es auf die Steckerverbindung an. Diese ist wichtig, damit die vorgeschriebene Zusatzbeleuchtung aktiviert werden kann. Fahrradträger an die Anhängerkupplung kannst du ohne helfende Hand anbringen. Du schiebst sie einfach in die dafür vorgesehenen Halterungen.
Dachträger kommen ohne Steckerverbindung aus. Die Befestigung erfolgt an den Grundträgern. Diese sind bei den meisten modernen Fahrzeugen schon vormontiert. Zu beachten gilt es hier, dass die Räder immer erst auf das Dach gehoben werden müssen.
5. Wie wichtig ist mir die Sicherheit? Diebe haben es auf hochwertige Fahrräder abgesehen. Die Hersteller kommen dem entgegen und rüsten ihre Produkte mit einer Diebstahlsicherung aus. Doch eine wirkliche Abschreckung für Diebe sind diese Konstruktionen nicht. Möchtest du den beladenen Fahrradträger über einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt lassen, solltest du zusätzlich aktiv werden und dich absichern.
Alternativen zum Dachträger
Sollen Räder spritsparend am Fahrzeugheck mitfahren, gibt es je nach Auto zwei Optionen: Modelle, die Nutzer an der Heckklappe montieren müssen, und solche, die auf die Anhängerkupplung gesteckt werden.
Heckklappen-Träger sind meist günstiger, schnitten insgesamt aber schlechter ab als Kupplungs-Träger. Noch okay: Eckla Grizzly (230 Euro). Er ist leicht, stabil und lässt sich schnell montieren.
Anhängerkupplungsträger:
- Sicher und stabil
- Auch für schwere E-Bikes geeignet
- Teurer als andere Varianten
Bekannte Hersteller von Fahrradträgern
Viele Informationen auf einmal? Verstehen wir. Fahrradträger sind stark nachgefragt.
- Thule: Thule kann als Pionier in Sachen Fahrradträger verstanden werden. Die Firma wurde bereits im Jahre 1942 gegründet. Das schwedische Unternehmen befindet sich in Malmö und besitzt umfangreiche Erfahrung in der Fertigung praktischer Gepäck- und Transportsysteme für Fahrzeuge.
- Uebler: Die Firma Uebler besteht seit 1965 und bringt einiges an Erfahrung mit. Angefangen hat alles mit Autozubehör. Nach und nach erfolgte die Fokussierung auf Fahrradträger unterschiedlicher Bauformen.
- EUFAB: Das deutsche Unternehmen EAL steht hinter seiner Marke EUFAB. Seit mehr als 20 Jahren bereichert der Hersteller den Outdoor- und Campingbereich mit praktischen wie innovativen Produktlösungen. EUFAB ist in den letzten Jahren zu einem Marktführer für Fahrradträger geworden und bringt seine langjährige Erfahrung in der Entwicklung und dem Vertrieb von Fahrradtransportsystemen für die verschiedensten Fahrzeuge ein.
- Atera: Eberhard Tittel gründete die Firma „Autoteile Ravensburg“ im Jahre 1963. Atera ist die Abkürzung des ursprünglichen Firmennamens. Vor einigen Jahren zog das Unternehmen nach Leutkirch im Allgäu um und ist heute der BOS-Gruppe angegliedert. Mit einem Fahrradträger von Atera entscheidest du dich für ein Produkt von einem international tätigen Unternehmen mit hohem Qualitätsanspruch.
Tipps für die Fahrt mit dem Fahrradträger
Ist der Fahrradträger montiert und die Räder sicher befestigt, kann es eigentlich losgehen. Fahrradträger sind sicher und stabil. Alle verfügbaren Systeme besitzen die Zulassung für den Straßenverkehr und sind auf ihre Belastbarkeit und Sicherheit getestet.
Dennoch gibt es einige Schwachstellen. Durch den erhöhten Luftwiderstand wirst du deinen Wagen schwieriger beherrschen können. Fahrradträger für die Anhängerkupplung bieten den höchsten Sicherheitsstatus. Schalte in Gedanken schon mal einige Gänge zurück. Ganz gleich, welcher Fahrradträger angebracht wird. Es handelt sich um eine zusätzliche Last und damit um eine Belastung für Fahrzeug und Fahrer. Der Bremsweg verlängert sich und auch der Spurwechsel erfolgt nicht so flüssig wie sonst. Es ist einfach eine Umstellung notwendig. Vielleicht drehst du zunächst ein paar „Übungsrunden“, bevor es auf große Fahrt geht.
Die Hersteller von Fahrradträgern geben ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde vor. Fahrradträger benötigen zwar eine Betriebserlaubnis, aber keine extra Zulassung. In der Regel liegt die Betriebserlaubnis den mitgelieferten Unterlagen bei.
Fahrradträger für die Anhängerkupplung verdecken die Sicht auf das Nummernschild. Du brauchst in diesem Fall ein drittes Nummernschild. Dabei geht es allein darum, dass die Nummer gut leserlich ist. Auf europäischen Straßen gelten in etwa einheitliche Regeln. Damit ändert sich nicht viel, wenn du mit Fahrradträger ins Ausland reist.
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