Motorradbekleidung Empfehlungen für die Fahrschule: Sicherheit geht vor

Motorradfahren bedeutet Freiheit, Dynamik und Adrenalin, aber auch ein höheres Risiko bei Unfällen. Umso wichtiger ist die richtige Schutzkleidung, die nicht nur vor Verletzungen schützt, sondern auch Komfort und Sichtbarkeit bietet. Die passende Motorradkleidung ist nicht nur eine formale Voraussetzung, sondern deine wichtigste Sicherheitsausstattung.

Warum Motorradschutzkleidung lebenswichtig ist

Motorradkleidung ist mehr als ein sportliches Accessoire - sie schützt dich bei Stürzen, vor Wind und Wetter sowie vor ernsthaften Verletzungen. In diesem Beitrag erfährst Du, worauf Du bei Motorradkleidung achten solltest - inklusive gesetzlicher Normen und hilfreicher Tipps.

Gesetzliche Bestimmungen und Empfehlungen für die Fahrschule

Laut der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) und den offiziellen Richtlinien zur Fahrschulausbildung ist geeignete Motorrad-Schutzkleidung während der praktischen Ausbildung verpflichtend. Dein Fahrlehrer darf die Fahrstunde nur starten, wenn du folgende Fahrerausstattung trägst. Diese muss als Motorrad-Schutzkleidung zertifiziert sein. Es muss aber keine bestimmte Norm (außer beim Helm) erfüllt sein.

Die Fahrerausstattung ist für alle Zweiradklassen A, A2, A1, AM, B196 während der Fahrstunde und Prüfungsfahrt vorgeschrieben.

Fahrschulen sind verpflichtet, die Ausrüstung ihrer Fahrschüler vor jeder Fahrt zu kontrollieren. Wichtig: Auch der Prüfer darf die praktische Prüfung nicht starten oder muss sie abbrechen, wenn die vorgeschriebene Schutzkleidung nicht vollständig oder vorschriftsmäßig getragen wird. Auch bei sommerlichen Temperaturen ist vollständige Schutzkleidung Pflicht.

Obligatorische Ausrüstung während der Fahrstunde:

  • Helm: Integralhelm oder Jethelm (mind. ECE Norm 22.05). Wir empfehlen einen Integralhelm.
  • Jacke: Motorradjacke mit Protektoren
  • Hose: Motorradhose mit Protektoren oder Motorrad-Jeans mit Protektoren
  • Handschuhe: Motorradhandschuhe
  • Stiefel: Motorradstiefel oder Motorrad-Turnschuhe

Weitere Empfehlungen:

  • Rückenprotektor, falls nicht in der Motorradjacke integriert.
  • In-Ear Kopfhörer mit Anschluss 3,5 mm Klinkenstecker (Standard-Kopfhörer für Smartphones) für Kommunikationssystem. Kommunikationssystem wird von deiner Fahrschule gestellt.
  • Optional: Trinkflasche für heiße Tage. Kann von deinem Fahrlehrer während der Ausbildungsfahrt verstaut werden.
  • Optional: Regenüberkleidung falls deine Fahrerausstattung nicht wasserdicht ist.

Eine Motorradjacke und Motorradhose kann bei uns, je nach Verfügbarkeit, kostenfrei geliehen werden. Diese Motorradjacke und Motorradhose steht dann während deiner Ausbildung nur dir zur Verfügung.

Bitte checke die Verfügbarkeit an unserem Standort und probiere die Motorradjacke und Motorradhose ca. 2 Wochen vor deiner 1. Motorradfahrstunde an.

Nach deiner Ausbildung bitte die Jacke und Hose im Schonwaschgang 30 Grad waschen, nicht im Trockner trocknen und zu uns bringen. Vielen Dank.

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Detaillierte Empfehlungen für die Motorradbekleidung

✅ Der Motorradhelm: Ohne geht’s nicht

Der Helm ist Dein wichtigstes Schutzschild. Achte darauf, dass er der aktuellen ECE-Norm R 22-06 entspricht. Sie garantiert Dir:

  • höchste Sicherheit nach neuesten Teststandards
  • perfekte Passform (wackelnde Helme sind gefährlich!)
  • optimalen Schutz vor Aufprall und Durchdringung

Tipp: Ein Helm sollte spätestens nach fünf Jahren ausgetauscht werden - oder sofort nach einem Sturz!

🧥 Motorradjacke & -hose: Schutz mit Stil

Kleidung nach EN 17092 ist Pflicht für eine sichere Fahrt. Die Schutzstufen reichen von:

  • AAA: maximale Abrieb- und Reißfestigkeit
  • AA / A: ideal für den Alltag
  • B / C: eingeschränkter Schutz, z. B. für kurze Stadtfahrten

Jacken und Hosen sind in vielen Varianten erhältlich - von sportlich bis tourentauglich.

🛡️ Protektoren retten Leben

Ohne Protektoren fehlt Dir der Aufprallschutz bei einem Unfall. Diese sind nach EN 1621 genormt und sollten unbedingt an folgenden Stellen sitzen:

  • Ellbogen, Schultern, Hüfte & Knie → EN 1621-1
  • Rückenprotektor → EN 1621-2
  • Brustschutz → EN 1621-3
  • Airbag-Weste → EN 1621-4 (optional, aber extrem wirksam)

✋ Handschuhe: Mehr als nur Komfort

Motorradhandschuhe nach EN 13594 bieten:

  • Schutz vor Abschürfungen und Knochenbrüchen
  • Polsterungen an den Fingern und Knöcheln
  • verbesserten Grip auch bei Regen

👢 Motorradstiefel: Sicherheit für Deine Füße

Stiefel mit EN 13634-Zertifizierung schützen Dich vor:

  • Knöchel- und Schienbeinverletzungen
  • Verdrehungen und Stauchungen
  • Hitzeeinwirkung vom Motor

Wähle Modelle mit rutschfester Sohle und hohem Schaft für maximalen Halt.

🧤 Nierengurt: Klein, aber wirkungsvoll

Er ist kein Muss - aber ein echtes Plus:

  • wärmt die Körpermitte
  • entlastet die Lendenwirbelsäule
  • reduziert Erschütterungen auf langen Strecken

Gerade bei Tourenfahrern beliebt und empfehlenswert!

Saisonale Empfehlungen

Die Wahl der richtigen Motorradbekleidung hängt auch von der Jahreszeit ab. Hier sind einige Empfehlungen für Frühling/Herbst und Sommer:

Frühling/Herbst

  • Integrierte Sonnenblende (keine Sonnenbrille notwendig)
  • Verschließbare Belüftung vorne am Helm mit Entlüftung hinten am Helm
  • Belüftung am Kinnteil
  • Doppelscheibenvisier
  • Wasser- und winddicht, atmungsaktiv
  • Herausnehmbares Innenfutter
  • Lange (ca. 20-30 cm) wasserdichte Belüftungsreißverschlüsse vorne und hinten im Oberkörperbereich
  • Längere (ca. 20 cm) Belüftungsreißverschlüsse an der Seite des Oberschenkels (nicht unbedingt erforderlich)
  • Stiefelhöhe bis ca. zur Mitte des Unterschenkels

Sommer

  • Integrierte Sonnenblende
  • Verschließbare Belüftung vorne am Helm mit Entlüftung hinten am Helm
  • Belüftung am Kinnteil
  • Doppelscheibenvisier
  • Reines Leder ohne textiles Innenfutter oder ohne Innenfutter
  • Großflächige Netzeinsätze (Mesh) oder sehr lange (ca. 20 - 30 cm) Belüftungsreißverschlüsse vorne und hinten an Armen und Oberkörper
  • Möglichst keine schwarze Farbe (oder spezielle Beschichtung)
  • Rückenprotektor in der Jacke integriert oder extra
  • Optional winddichte Überziehjacke (ohne Innenfutter)
  • Luftdurchlässige Motorradjeans
  • Motorradhose mit großflächigen Netzeinsätzen (Mesh) oder sehr lange (ca. 20 - 30 cm) Belüftungsreißverschlüsse an der Seite der Oberschenkel
  • Möglichst keine schwarze Farbe (oder spezielle Beschichtung)

Weitere wichtige Aspekte

  • Intercom: In der Motorradausbildung wird ein Intercom verwendet, um eine direkte Sprachverbindung zwischen Fahrschüler und Fahrlehrer herzustellen. Der Fahrlehrer sitzt meist im Begleitfahrzeug und gibt über das Intercom Anweisungen.
  • Alter der Kleidung: Sind Ihre Motorradklamotten älter als zehn Jahre? Dann wird es Zeit für ein Update.
  • Textil oder Leder: Textilkombis sind leicht, bequem und relativ wetterfest. Leder bietet eine höhere Abriebfestigkeit.

Bußgeld bei ungeeignetem Helm

Ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro droht, wenn während der Fahrt kein oder kein geeigneter Schutzhelm getragen wird. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit 2022 geprüft wird. Mittlerweile dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.

Außerdem ist in vielen europäischen Reiseländern diese Norm ohnehin zwingend und wer ohne einen so gekennzeichneten Helm fährt, dem drohen hohe Bußgelder oder sogar Einziehung seines Motorrades!

Unfall ohne Schutzkleidung

Obwohl gesetzlich - anders als bei der Helmpflicht - das Tragen von Motorradschutzkleidung nicht vorgeschrieben ist, ist in der Rechtsprechung eine Tendenz zu beobachten, schuldlos geschädigten Motorradfahrern wegen des Nichttragens von Schutzkleidung Ansprüche zu kürzen.

Beschädigung von Motorradbekleidung

Nach einem Motorradunfall ergeben sich für den Geschädigten immer wieder Probleme bei der Frage, in welchem Umfang ein beschädigter Sturzhelm oder beschädigte Kleidung zu ersetzen ist.

Fest steht, dass der Motorradfahrer nach einem unverschuldeten Unfall Anspruch auf Schadensersatz hat. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Zustand hergestellt werden muss, der vor dem Unfall bestand.

Da eine Reparatur des Helmes oder der Kleidung praktisch nicht möglich ist, ist der Motorradfahrer darauf beschränkt, einen Ersatz zu beschaffen.

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