Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer: Unfallrisiko minimieren

Der Frühling lockt viele Motorrad-Begeisterte auf ihre Maschinen zurück. Um das Unfallrisiko zu senken und insbesondere Alleinunfällen vorzubeugen, sollten man sich nach einer längeren Pause und vor längeren Touren gut vorbereiten.

Unfallstatistik und Ursachen

Im Jahr 2020 verunglückten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 38.215 Nutzende eines Kraftrads - darunter Fahrende und Mitfahrende von Mofas, Kleinkrafträdern, Leichtkrafträdern und Motorrädern. Mehr als jeder dritte tödliche Unfall passiert ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmender: 12.333 dieser Unfälle waren Alleinunfälle, 200 Personen kamen bei diesen Alleinunfällen ums Leben.

Dabei sind die Unfallursachen bei Motorrad, Mofa und Co. vielfältig. Wie die Statistik zeigt, war bei den Kraftradfahrenden unangepasste Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache.

Im Verhältnis zu den Insassen eines Pkw ist das Risiko für Motorradfahrer, bei einem Unfall tödlich zu verunglücken, etwa viermal so hoch.

Empfehlungen zur Vorbereitung

Das BMDV und der DVR empfehlen neben kurzen Eingewöhnungsfahrten auf verkehrsarmen Strecken oder Plätzen die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining. In sicherer Umgebung gewöhnen sich Motorradfahrende wieder an die eigene Maschine und beugen mit verschiedenen Übungen häufigen Unfallrisiken vor.

Fahrsicherheitstraining: Ablauf und Inhalte

Wie so ein Fahrsicherheitstraining abläuft, zeigt eine neue Reportage auf der Kampagnenwebseite. „Runter vom Gas“ hat hierfür zwei Motorradfahrende bei einer Übungseinheit in Linthe bei Berlin begleitet. Initiatoren der Kampagne „Runter vom Gas“ sind das Bundesministerium für Digitales und Verkehr und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat.

Mit einer emotionalen Ansprache sensibilisiert „Runter vom Gas“ seit 2008 für Risiken im Straßenverkehr sowie eine Vielzahl von Unfallursachen und will damit für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen sorgen. Das Training ist DVR-qualitätsgesichert und trägt das DVR-Gütesiegel.

Als Teilnehmer oder Teilnehmerin eines Fahrsicherheitstrainings lernen Sie in Theorie und Praxis von extra dafür ausgebildeten Trainern. Ausgefeilte Technik auf dem jeweiligen Übungsgelände ermöglicht die Simulation von unterschiedlichen Fahrsituationen.

Die Teilnehmenden trainieren unter anderem Gefahr- und Zielbremsungen, Ausweichen vor plötzlich auftretenden Hindernissen und Slalom fahren auf verschiedenen Fahrbahnbelägen.

Was ich auf jedenfall nur empfehlen kann sind die Grundfahraufgaben aus der Fahrschule. Dort wird eigentlich alles behandeld/gefordert was zum sicheren führen des KRAD notwendig ist. Ich mache das bis jetzt am Anfang jeder Saison. Mit Freunden deshalb, weil 4 oder 6 Aufgen mehr sehen als zwei.

Übungen zu Koordination, Bremsen, Kurvenfahren und Stabilität ziehen sich durch alle Runden der Safety League.

MOTORRAD Safety League

Damit die Biker mit Spaß und vor allem Sicherheit in die Saison starten und ihre Touren fahren können richtet der ADAC zusammen mit der Zeitschrift „Motorrad“ zum zweiten Mal die „Motorrad Safety League“ aus.

Mitmachen bei der „Motorrad Safety League“ können versierte Biker. Die Wildcards werden bundesweit in nahezu allen Fahrsicherheitsanlagen des ADAC sowie der Zeitschrift auto-motor-und-sport im Rahmen verschiedener Motorrad-Trainings vergeben. Per Los werden die Teilnehmer für die vier Vorentscheide in den Fahrsicherheitszentren Augsburg, Lüneburg, Sachsenring und Nürburgring im Juni ermittelt.

Dort warten Aufgaben wie ein Geschicklichkeitsslalom, Zielbremsung, Kurvenfahrt und Handling auf die Biker. Zudem wird in einem schriftlichen Test das theoretische Wissen abgefragt.

Für die zwei Besten je Vorentscheid winkt das große Finale im Rahmen eines zweitägigen Perfektionstrainings auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. Koordination, Bremsen, Kurvenfahren und Stabilität ziehen sich durch alle Runden der „Motorrad Safety League“.

Ziel der gemeinsamen Aktion von MOTORRAD und ADAC ist es, das Fahrkönnen aller Motorradfahrenden die gesamte Motorradsaison über zu trainieren, dadurch das Unfallrisiko zu minimieren und das Image in der Gesellschaft zu verbessern. Durch die Teilnahme an der MOTORRAD Safety League kann das gelingen.

Bundesweit bietet der ADAC im Rahmen seiner Motorrad-Fahrsicherheitstrainings die Möglichkeit an, sich für die Halbfinalveranstaltungen der MOTORRAD Safety League zu qualifizieren.

Finanzielle Unterstützung und Zuschüsse

Viele Berufsgenossenschaften bezuschussen dieses Fahrsicherheitstraining.

Wir fördern Ihre Teilnahme an eintägigen Fahrsicherheitskursen für PKW, Transporter, Motorräder, LKW, Baumaschinen und Traktoren, wenn sie nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e. V. Jeder Versicherte kann die Förderung einmal jährlich in Anspruch nehmen, sofern zu dem Zeitpunkt noch Gelder dafür bereitstehen. Ist die Teilnahmegebühr niedriger als der Zuschuss, wird höchstens die Gebühr erstattet.

Versicherungsschutz beim Fahrsicherheitstraining

Ohne eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung oder Kfz-Vollversicherung ist es nicht erlaubt, an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen.

Zusätzlich besteht oftmals die Möglichkeit, tageweise einen Haftungsausschluss oder eine Vollkaskoversicherung mitzubuchen. Durch eine solche Tagesversicherung sichert sich der Teilnehmer gegen eine Beitragserhöhung der eigentlichen Versicherung im Falle eines Unfalls beim Fahrsicherheitstraining ab. Die Kosten für eine Tagesversicherung sind abhängig von Fahrzeugtyp und Selbstbeteiligung. Für gewöhnlich muss ein Teilnehmer zwischen 15 und 30 Euro zahlen.

Welche Möglichkeiten es genau gibt, sich zusätzlich zu versichern, oder zu welcher zusätzlichen Versicherung man sogar verpflichtet ist, hängt von Kurs und Anbieter ab. Im Falle eines Unfalls beim Fahrtraining tritt die Teil- oder Vollkaskoversicherung für den Schaden am eigenen Pkw oder Motorrad ein.

Über einige Anbieter kann man für das Fahrtraining eine Tagesvollkaskoversicherung abschließen (vom ADAC-Linthe und Mobilmacher weiß ich es). Allerdings haben diese dann eine recht hohe Selbstbeteiligung.

Muss eine Versicherung bei der Teilnahme an einem Fahrtraining vorliegen? Ja, in der Regel ist eine Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining ohne Versicherung nicht möglich.

Verhalten bei einem Unfall während des Fahrsicherheitstrainings

Sind die Sicherheitsvorkehrungen noch so hoch, auf einige Bedingungen kann kaum Einfluss genommen werden. Daher ist es auch bei einem Fahrsicherheitstraining wichtig, bereits im Vorfeld zu wissen, wie die richtige Verhaltensweise bei einem Unfall aussieht und welcher Versicherungsschutz wann greift.

Wenn bei einem Fahrsicherheitstraining ein Unfall passiert, haben die Unfallbeteiligten die gleichen Schritte einzuleiten wie bei einem gewöhnlichen Unfall im Straßenverkehr. Der Unfallhergang wird dokumentiert und die Versicherung informiert. Das Hinzuziehen der Polizei ist nicht zwingend notwendig.

Beim Fahrsicherheitstraining ist davon auszugehen, dass viele Zeugen für den Unfall zugegen sind. Sollten die Unfallbeteiligten allerdings unterschiedlicher Meinung über den Unfallhergang sein, ist es ratsam, die Polizei zu rufen.

Ist es nun zu einem Unfall beim Fahrsicherheitstraining gekommen, gleicht das Vorgehen dem bei einem alltäglichen Verkehrsunfall. Ist nur das Fahrzeug oder Motorrad des Teilnehmers beschädigt, greift hier die Teil- beziehungsweise Vollkasko-Versicherung des Fahrers.

Gelten andere Verhaltensweisen bei einem Unfall während des Fahrtrainings? Nein, es gelten die gleichen Verhaltensregeln wie bei einem Verkehrsunfall im Straßenverkehr.

Muss die Polizei verständigt werden? Wurden Personen verletzt oder sind große Sachschäden entstanden, muss die Polizei in aller Regel verständigt werden. Gleiches gilt, wenn sich die Beteiligten uneinig sind.

Sicherheitsvorkehrungen in Fahrsicherheitszentren

Sicherheitsvorkehrungen in Fahrsicherheitszentren, um einen einen Unfall zu verhindern, sind sehr hoch.

Die Flächen eines Fahrsicherheitszentrums sind so gestaltet, dass bei einem Fahrsicherheitstraining ein Unfall selten bis nie vorkommt. Sowohl die Auslaufflächen als auch die Fahrbahnen bieten genügend Raum, um ein Fahrzeug abfangen zu können. Das Fahrzeug sollte in einem technisch einwandfreien Zustand sein und der Fahrer die Anweisungen des Trainers sowie die Geschwindigkeitsvorgaben befolgen. So wird das Unfallrisiko weiter minimiert.

Dennoch spielt der Faktor Mensch auch eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen

Die Anbieter von Fahrsicherheitstrainings findet man auf der Internetseite des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Hier sind all diejenige gelistet, die zertifiziert sind.

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