Das Problem kennt jeder Fahrradfahrer: Wohin mit dem Helm, wenn man ihn gerade nicht braucht? Der Gewinn an Sicherheit durch das Tragen eines Helms ist unbestreitbar, doch die sperrige Form kann im Alltag lästig sein. Faltbare Helme versprechen hier Abhilfe, indem sie sich bei Nichtgebrauch verkleinern lassen.
Ein Test verschiedener Modelle zeigt jedoch, dass die Realität oft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Viele Falthelme sind auch zusammengefaltet noch relativ groß oder weisen andere Nachteile auf.
Die Suche nach dem idealen Falthelm
Der erste Testkandidat war ein Falthelm von Carrera. Er ist wie eine Ziehharmonika aufgebaut und lässt sich einfach zusammenschieben. Der Helm sieht gut aus und ist nicht zu teuer. Außerdem trägt er sich angenehm. Er hat nur einen Nachteil: Auch zusammenfaltet ist er nicht wirklich klein. Zudem muss man ihn mit einem Band zusammenhalten, sonst geht er selbstständig wieder auf.
Ein ähnliches Problem zeigte sich beim Falthelm von Closca. Er besteht aus drei Elementen, die sich von oben nach unten zusammenschieben lassen. Richtig kompakt wird er dadurch auch nicht, außerdem finde ich das Design gewöhnungsbedürftig. Die Belüftung schien mir für heiße Sommertage auch eher gering auszufallen.
Andere Modelle fielen aufgrund von Sicherheitsmängeln oder unpraktischen Mechanismen durch. Der Plixi von Overade ist selbst für einen Fahrradhelm von beeindruckender Hässlichkeit. Außerdem hat er bei der Sicherheitsprüfung der Stiftung Warentest nur ein "ausreichend" erhalten. Der Morpher des Londoner Erfinders Jeff Woolf war ebenfalls sehr kompakt. Aber der Ausklappmechanismus schien mir zu umständlich.
Der Fend-Klapphelm: Ein vielversprechendes Modell
Schließlich stieß der Tester auf den Fend-Klapphelm aus den USA. Dieser Helm, entdeckt auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter, versprach eine gute Kombination aus Design, Kompaktheit und Benutzerfreundlichkeit.
In zwei Punkten erfüllte der Helm meine Erwartungen. Der Fend sieht gut aus und lässt sich auf eine angenehme Größe zusammenfalten. Meine Befürchtung, er könne zu labil sein, erwies sich als grundlos. Es ist ein recht dicker, sehr stabiler Helm.
Allerdings offenbarte der Fend-Klapphelm auch einige Schwächen. Er ist dafür relativ schwer, was im Stadtverkehr kein großes Thema ist. Unangenehmer ist, dass die Polsterung auf meinem Kopf nicht wirklich passt. Sie drückt nach längerer Fahrt. Zudem sitzt der Verschluss des Kinnriemens direkt am Hals, was ich unangenehm finde.
Der Mechanismus verkleinert den Helm sehr wirkungsvoll, ist aber manchmal etwas hakelig. Alles in allem ist der Fend ein guter Helm, aber sicher nicht der "perfekte Helm", als der er angepriesen wird.
Fazit: Kompromisse sind unvermeidlich
Die Suche nach dem idealen Falthelm zeigt, dass Kompromisse unvermeidlich sind. Ein Helm, der alle Anforderungen in Bezug auf Gewicht, Design, Komfort und Sicherheit erfüllt, scheint es derzeit nicht zu geben.
Wenn ich nur einen Helm für die Stadt brauchte, würde ich den Carrera kaufen. So bin ich meist doch mit meinen Rennradhelm unterwegs. Nur wenn ich größere Einkäufe erledigen muss, hole ich den Fend aus dem Schrank.
Vergleich ausgewählter Falthelme
| Modell | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Carrera Falthelm | Gutes Design, günstiger Preis, angenehmer Tragekomfort | Auch zusammengefaltet relativ groß, benötigt Band zum Fixieren |
| Closca Falthelm | - | Design gewöhnungsbedürftig, geringe Belüftung, nicht sehr kompakt |
| Overade Plixi | - | Hässliches Design, schlechte Sicherheitsbewertung |
| Fend Klapphelm | Gutes Design, kompakt faltbar, stabil | Relativ schwer, unbequeme Polsterung, hakeliger Mechanismus |
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