Der Fiat 500 Ellenator ist ein umgebauter Fiat 500, der als Dreirad gilt und somit mit einem A1-Führerschein gefahren werden darf. Die Fahrzeuge sind beliebt und rollen inzwischen durch ganz Deutschland.
Die Idee hinter dem Ellenator
Wenzel Ellenrieder, ein Tüftler aus Dösingen im Ostallgäu, wollte seinem Sohn Markus einen sicheren fahrbaren Untersatz verschaffen. Da er seinen Bruder durch einen Motorradunfall verloren hatte, sollte es kein Zweirad werden. So entstand die Idee, ein Auto zu bauen, das als Dreirad gilt, aber die Ausstattung eines normalen Wagens hat.
Die Gesetzeslücke
Seit 2013 dürfen Fahrer mit einem A1-Führerschein motorisierte Dreiräder fahren, die höchstens 20 PS haben. Ellenrieder baute Fiat 500 um, indem die hintere Achse entfernt und die Hinterreifen mittig unter dem Kofferraum zusammengeschoben wurden. Solange die Räder nämlich nicht weiter als 46,5 Zentimeter auseinander sind, wertet der Gesetzgeber die beiden Reifen als einen Reifen.
Technische Details und Umbau
Ellenrieder tüftelte 13.000 Stunden an seiner Idee. Das Ergebnis ist ein Auto, das die Blicke auf sich zieht: "Ellenator". Die Erfindung wurde von Ingenieuren geprüft und vom TÜV abgesegnet. Acht Fiat 500 werden jetzt gleichzeitig umgebaut. Vorbestellte Wagen warten auf dem Hof des Autohauses auf den Umbau.
Beim Ellenator handelt es sich um einen umgebauten Fiat 500, der nominell als Dreirad eingestuft ist. Während der normale Fiat 500 zwischen 70 und 118 PS haben kann, ist der Ellenator auf 20 PS gedrosselt, sodass er von 16-Jährigen gefahren werden darf. Mit dem Fahrzeug lassen sich bis zu vier Personen befördern. Wie auch das Original hat der Ellenator Airbags sowie ABS und ESP. Außerdem verfügt er über ein Navigationssystem, ein Radio und eine Klimaanlage. Wahlweise ist der Ellenator auch als Cabrio erhältlich. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 90 km/h bei einem Verbrauch von etwa 5 Litern auf 100 Kilometern. Er hat eine 6-Gang-Schaltung und ist 3,57 Meter lang.
Führerschein und Alter
Jugendliche ab 16 Jahren können den A1-Führerschein erwerben. Mit diesem ist es möglich, leichte Motorräder mit einem Hubraum von bis zu 125 ccm zu fahren. Außerdem berechtigt er zum Führen des Ellenators, einem umgebauten Fiat 500. Erlaubt sind Zweiräder bis 11 kW (15 PS) und Autos bis 15 kW (20 PS). Das Mindestalter für den Ellenator ist auf 16 Jahre festgelegt. Ab 18 Jahren darf der Ellenator auch mit dem B-Führerschein gefahren werden.
Sicherheit und ADAC-Test
Kürzlich machte jedoch ein Unfall Schlagzeilen. Ein Ellenator kippte auf die Seite. Die Insassen wurden bei dem Unfall verletzt. Der Unfall ist aber laut Oliver Jauch, Verkehrsexperte der Starnberger Polizei, nicht auf die Konstruktion des Ellenators zurückzuführen: Der 17-jährige Fahrer war alkoholisiert und zu schnell in der Kurve unterwegs. Verkehrsexperte Jauch hat keine Bedenken bei dem Modell. Außerdem hat der TÜV grünes Licht für die Dreiräder gegeben. Rechtlich ist der Ellenator sicher.
Der ADAC stellte bei einem Test im Jahr 2018 jedoch ein mittelprächtiges Zeugnis aus. Abschlussnote: 3,2, befriedigend. Die Fahrstabilität wurde in dem Test bemängelt. Ab einem Tempo von 65 km/h drohte der Wagen bei einem Ausweichtest zu kippen. Bei einer Testfahrt mit dem Ellenator fällt das nicht auf. Der Wagen beschleunigt recht behäbig, aber die Position der Hinterreifen macht keinen merklichen Unterschied im Fahrverhalten. Der Wagen hat die Ausstattung eines Autos, das mehr als doppelt so schnell fahren kann. Sieben Airbags, ABS, ESP - alles auf Pkw-Niveau. Ein gefährlich lahmes Hindernis für andere Verkehrsteilnehmer ist er mit bis zu 90 km/h nicht einmal auf der Landstraße.
Alternativen und andere Leichtfahrzeuge
Neben dem Ellenator gibt es auch andere Leichtfahrzeuge, die mit dem AM- oder A1-Führerschein gefahren werden dürfen. Dazu gehören:
- Opel Rocks-e: Ein günstiges Microcar mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, das mit einem AM-Führerschein gefahren werden darf.
- Aixam: Bietet eine Reihe von Mopedautos mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, die ab 15 Jahren gefahren werden dürfen.
- Ligier Myli: Ein Leichtfahrzeug in verschiedenen Ausstattungsvarianten, das ebenfalls für Minderjährige zum Fahren freigegeben ist.
Die Fahrzeugklasse L7e
In der EG-Fahrzeugklasse L7e finden sich alle vierrädrigen Leichtfahrzeuge, die aufgrund höherer Leistung oder Geschwindigkeit nicht mehr unter die Klasse L6e fallen. Während die L6e-Fahrzeuge auf 45 km/h limitiert sind, werden Autos der Klasse L7e bis zu 90 km/h schnell und dürfen somit auf allen Straßen unterwegs sein. Die maximale Nutzleistung in der Klasse L7e darf 15 kW (20 PS) und das Leergewicht darf 450 kg nicht überschreiten.
| Fahrzeugklasse | Höchstgeschwindigkeit | Führerschein |
|---|---|---|
| L6e | 45 km/h | AM |
| L7e | 90 km/h | B |
Vor- und Nachteile von Leichtfahrzeugen der Klasse L7e
Leichtfahrzeuge der Klasse L7e bieten einige Vorteile für die urbane Mobilität, wie geringeren Platzbedarf und Energieverbrauch. Allerdings gibt es auch Nachteile, insbesondere bei der Sicherheitsausstattung, da sie nicht die strengen Sicherheitsauflagen herkömmlicher Autos erfüllen müssen.
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