Die Saimaa Cycle Tour in Finnland ist eine fantasievolle Radsporttour. Es handelt sich um eine echte Marathonfahrt von 300 km, bei der Sie die Magie der Mitternachtssonne erleben können, während Sie durch den schönsten Teil Finnlands radeln. Die diesjährige Saimaa Cycle Tour findet am 28. und 29. Juni statt.
Die Magie der Mitternachtssonne erleben
Hey, hast du Bock auf eine Rennradrundfahrt in Finnland, 300 km durch die niemals ganz dunkel werdende Nacht? Erleben Sie die Mitternachtssonne auf dem Rad - die Saimaa Cycle Tour. Die Saimaa Cycle Tour 2022 startet unweit der Imatrankoski-Stromschnellen im südöstlich gelegenen Imatra, eine der wohl schönsten Fahrradtouren Europas.
Einzigartige Streckenführung
Die 300 km lange Strecke der Saimaa Cycle Tour beginnt und endet in Imatra. Die Tour führt durch mehrere Städte und wunderschöne Seenlandschaften. Die Route führt durch die Gebiete Taipalsaari und Puumala, wo man auf beiden Seiten der Straße von Seen umgeben ist. Es ist einfach ein einzigartiges Erlebnis, sowohl in Bezug auf die Leistung als auch auf die Natur!
Auf durchgehend asphaltierten Strecken führt es erfahrene und unerfahrene Radfahrer durch bewaldete Gebiete, von Seen umsäumte Abschnitte, über hohe Brücken und tiefe Täler. Entwickelt wurde die gesamte Route vom dreifachen Rennradchampion Juho Suikkari auf der Grundlage seiner früheren Trainingsstrecken. Ausgehend von der Imatrankoski-Brücke führt sie über zahlreiche Uferstraßen entlang der vielen azurblauen Seen.
Verschiedene Strecken zur Auswahl
Neben der Saimaa-Radtour gibt es auch kürzere Strecken:
- Ruokolahti-Tour: Etwa 38 km lang. Der Start findet am Samstagmorgen, dem 29. Juni 2024, zwischen 10:00 und 11:00 Uhr statt. Die Route beginnt und endet in Imatra und führt rund um die berühmte Kirche von Ruokolahti, wo es einen Erfrischungs- und Fahrradservice gibt. Die Strecke verläuft ausschließlich auf asphaltierten Straßen und ist nicht sehr anspruchsvoll.
- Jaakko’s Tour: Sie ist 85 km lang und beginnt und endet ebenfalls in Imatra. Die Abfahrt findet am Samstagmorgen, den 29. Juni 2024 ab 10 Uhr statt. Die Strecke führt über den Kirchenhügel von Ruokolahti und um die Insel Äitsaari, die Heimat des Radprofis Jaakko Hänninen, der derzeit für das Team AG2R Citroën fährt. Auch dieses Streckenprofil ist nicht schwierig und die gesamte Strecke verläuft auf asphaltierten Straßen. Auch Elektrofahrräder können an dieser 85 km langen Strecke teilnehmen.
- Saimaa Cycle Tour: Für die echten Fanatiker gibt es die Saimaa Cycle Tour mit ihren 300 km. Der Start findet zwischen 19:00 und 23:00 Uhr statt - je nach Ihrer Anmeldung. Sie radeln also durch die Nacht, mit der Mitternachtssonne als Ihrem Begleiter. Ein magisches Erlebnis, wenn Sie auf beiden Seiten der Straße von den Gewässern der wunderschönen finnischen Seen umgeben sind.
Ein unvergessliches Erlebnis
Ein Finnischer Sommer wie man ihn sich vorstellt: In den ersten Tagen in Lappeenranta erkundeten wir die einmalige Seenlandschaft und Ortschaften auf kleinen Rennradausflügen und genossen dabei erstklassigen Kaffee (und natürlich Zimtschnecken) in der lokalen Kaffee-Rösterei. Die Temperaturen waren immer moderat, nicht zu heiß, nicht zu kalt, aber doch so, dass die zahlreich vorhandenen Saunas genutzt werden konnten.
Floating Sauna auf dem Saimaa-See
Der besonderste aller Saunagänge und auch der schönste aller Abende war auf jeden Fall unser Ausflug mit Emma. Emma ist eine Floating Sauna - also ein Saunaboot. Mit ihr machten wir eine Fahrt quer über den See bis in eine einsame Bucht. Sauna - ins kühle Wasser springen - Sauna - Abkühlung. Völlig tiefenentspannt kamen wir im kleinen Essbereich der Emma zusammen und verkosteten finnisches Bier und von den Bootsbesitzern selbst geräucherten Lachs. Zwischen rosa gefärbtem Himmel und tiefblauem See wurden wir mit vollem Bauch wieder zurück bis vor unsere Unterkunft kutschiert.
Persönliche Herausforderung und Teamgeist
Am Starttag hatten wir noch bis abends Zeit, um den letzten Feinschliff am Material vorzunehmen, viele Kohlenhydrate zu essen und uns vor allem auszuruhen. Am frühen Abend ging’s ins kleine Örtchen Imatra, wo sich auf dem Eventgelände schon unzählige RadlerInnen tümmelten. Ich fühlte mich super. Mit einer großen Gruppe ging’s im zügigen Tempo durch wunderschön einsame, hügelige Landschaften. Meine Übermotivation sollte aber bald gedämpft werden. Der erste Stopp bei Kilometer 40. In den nächsten 50 km schlossen wir uns uns an eine eingeschweißte, finnische Gruppe an. Das Tempo war definitiv nicht gemütlich für mich und immer wieder musste ich an die gut gemeinten Worte unseres rennerfahrenen finnischen Bekannten Lieven denken: ’Speed kills, not distance’. Ich ignorierte die Zweifel.
Wir beschlossen, an fast jeder Food Station halt zu machen, also etwa alle 50 km. Dort tankten wir mit Café und Cola, Bananen, salzigen Gurken und süßem Gebäck auf. Bei Kilometer 120 machten wir bei einem warmen Gericht eine längere Pause und ich schaute erstmals auf die Uhr - Mitternacht! Es war düster, aber nicht dunkel. Die kommenden Stunden vergingen schnell und die Beine wurden langsam und sicher träge. Um 02:30 Uhr ging die Sonne am endlos erscheinenden Horizont auf und färbte den See und den Himmel blutrot. Was für ein Endorphin-Kick! Langsam waren nicht nur die Beine müde. Koffein und Zucker entfalteten keine spürbare Wirkung mehr, jeder Biss war reine Pflichtaufgabe. Jetzt hieß es Kopf ausschalten und treten, treten, treten.
Das Ziel vor Augen
Auf den letzten Metern waren wir eine riesige Gruppe unterschiedlichster Rennradler. Eine tiefe Männerstimme ertönte: Gas gas gas! Einzelne Fahrer folgten den Anfeuerungsrufen und zogen das Tempo an. An Gas war bei mir nicht mehr zu denken, ich hielt meinen Rhythmus und war heilfroh nach 300 km, 2800 Höhenmetern und vielen Stunden im Sattel endlich die Ziellinie in Imatra zu überqueren. Die Stimmung im Ziel war trotz früher Morgenstunden ausgelassen, niemand interessierten hier Zeiten oder Durchschnittsgeschwindigkeiten - wir hatten es geschafft!
Radfahren mit Typ-1-Diabetes
300-Kilometer-Radrennen mit Typ-1-Diabetes. Während ich vor mich hin strampelte, lief im Hintergrund mein zweites Rennen: Das gegen den Blutzuckerspiegel. Aber 16 Stunden, 300 km, über 2.500 Höhenmeter und fast 8.000 verbrannte Kalorien später rollte ich über die Ziellinie. Und war unglaublich stolz. Denn dieses Rennen hat mehr getestet als nur meine Beine. Es hat mir (und vielleicht auch dir) gezeigt, dass Diabetes mit der richtigen Vorbereitung kein Hindernis für sportliche Ziele ist.
Vorbereitung ist alles
Unzählige Stunden auf dem Rad, sorgfältige Planung von Training, Ausrüstung und Reise. Aber das planungsintensivste war mein Typ-1-Diabetes. Warum? Beim Ausdauersport verbrennen die Muskeln mehr Energie. Dafür braucht der Körper konstant Nachschub in Form von Glukose. Ist der Glukosespeicher leer, werden gesunde Menschen schlapp, bei Typ-1-Diabetikern kann es zu lebensgefährlicher Unterzuckerung kommen. Umgekehrt können Stress oder Aufregung den Blutzucker in die Höhe treiben.
Individueller Plan und technische Hilfsmittel
Deshalb hab ich mir Unterstützung von einer Diabetes-Sporttrainerin geholt, die auch Bundesliga- und Profisportler mit Diabetes berät. Gemeinsam haben wir einen maßgeschneiderten Plan erstellt, der genau vorgab, wann und wie viel ich unterwegs zu mir nehmen sollte. Ich hab mir außerdem extra einen Garmin-Fahrradcomputer gekauft, auf dem ich meinen Blutzuckerwert über einen Sensor am Arm tracken konnte. Auf die Verpflegungsstationen konnte ich mich nicht verlassen, sondern musste jederzeit alles dabei haben, um meinen Blutzucker stabil zu halten.
Alternativen zur Saimaa Cycle Tour
Es gibt auch andere spannende Radrennen und Touren, die eine Herausforderung darstellen und unvergessliche Erlebnisse bieten:
- Arlberg Giro: Radrennen im Herzen der österreichischen Alpen.
- Engadin Radmarathon: Ein unvergessliches Abenteuer in der Schweiz.
- Cyclotour du Léman: Erleben Sie die atemberaubende Landschaft rund um den Genfersee.
- Gran Fondo Stelvio Santini: Einer der berühmtesten Granfondos Italiens.
- L'Etape Dänemark: Eine "Must do" Challenge durch die dänische Natur und Geschichte.
Die Saimaa Cycle Tour für Jedermann
Vom 11. bis 13. Juli findet die Saimaa Cycle Tour statt. Für erwachsene Fahrer ist es die kürzeste Strecke, die auf asphaltierten Wegen bei der Saimaa Cycle Tour zur Auswahl steht. Die Hauptroute umfasst beachtliche 300 Kilometer und schlängelt sich über zahlreiche Uferstraßen und Brücken durch Ortschaften wie Lappeenranta, Taipalsaari, Savitaipale, Mikkeli, Puumala und Ruokolahti zurück nach Imatra.
Verschiedene Distanzen und Gravel-Optionen
Die Gruppen starten zeitversetzt in den Abendstunden des 11. Juli. Rund 100 Kilometer lang ist die zweite Variante von Imatra nach Lappeenranta und zurück zum Start. Diese Radtour findet wie die Willimies Tour am 12. Juli im Laufe des Tages statt. Wer sich für die Saimaa Cycle Tour 65 KM angemeldet hat, bekommt die Stadt Lappeenranta während der Fahrt nicht einmal vom Weiten zu Gesicht.
Radsportfreunde, die sich für Schotterwege erwärmen, können am 13. Juli bei der Saimaa Gravel Tour mitmachen und zwischen den Varianten SHORT, MEDIUM und LONG wählen.
Gemeinsam statt gegeneinander
Bei dem Radsport-Event steht das Miteinander aller Teilnehmer im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Everyone is a winner!“ radelt man gemeinsam statt gegeneinander. Es spielt keine Rolle, wie lange man für die ausgewählte Route benötigt. Gerade dieser Aspekt hat mich Anfang 2025 motiviert, mich bei der Willimies Tour anzumelden. Beim Radfahren habe ich nicht den Ehrgeiz, die Schnellste sein zu wollen. Ich habe einfach nur Lust, die Landschaft zu genießen und meine Eindrücke mit der Action Cam zu filmen.
Verschiedene Fahrräder und E-Bikes
Als ich den Teilnehmern der 300 Kilometer langen Saimaa Cycle Tour beim Starten zuschaue, bemerke ich weit und breit nur Rennräder. Mit einem anderen Fahrradtyp wäre diese beeindruckende Länge in einer einzigen Nacht wohl kaum zu bewältigen. Mit meinem roten Trekking-Rad komme ich mir auf dem Veranstaltungsgelände in Imatra vor wie ein Sonderling. Außerdem fällt mir auf, dass viele mein Rad angrinsen, wenn ich ein paar Worte wechsele. Bei der 100- und 65-Kilometer-Route sind auch E-Bikes zugelassen. So finde ich mich während der Willimies Tour in der Gesellschaft zahlreicher Rennräder und Fahrräder mit Elektromotor wieder und bleibe als Trekking-Radfahrerin eine Ausnahme. Das ist allerdings egal, denn mein Fahrrad und ich sind ein eingespieltes Team.
Vorbereitung und Registrierung
Ehe man bei der Saimaa Cycle Tour startet, ist es sinnvoll, den virtuellen Event-Guide zu lesen, um sich über sämtliche Gepflogenheiten während der Tour zu informieren. Darüber hinaus sollte man rechtzeitig am Registrierungsstand auf dem Gelände seine Startnummer abholen. Ein Exemplar dieser Nummer wird mit Sicherheitsnadeln am Trikot befestigt, ein zweites am Lenker. Die Nummer am Fahrrad ist mit einem Tracker für die Zeitmessung versehen. Neben dem Registrierungsstand steht ein Zelt für Souvenirs, wo man beispielsweise T-Shirts, Mützen und Socken der Saimaa Cycle Tour erwerben kann. Auch wer ein neues Fahrrad oder Sportbekleidung kaufen möchte, ist in der fahrradfreien Zone des Geländes gut aufgehoben.
Austausch mit Gleichgesinnten
Rund um die Tour kommt man leicht mit Mitstreitern ins Gespräch. Schließlich ist man aus dem gleichen Grund nach Finnland gereist: um zusammen in der wunderschönen Seenlandschaft von Saimaa Fahrrad zu fahren. Viele Teilnehmer der 300-Kilometer-Etappe haben den Weg aus Deutschland auf sich genommen.
Die Willimies Tour: Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Am Morgen vor dem Start meldet sich mein inneres Kind. Es macht sich Sorgen, weil es im Sportunterricht immer nur mit einer Drei oder Vier benotet wurde. Sportliche Wettkämpfe wie die Bundesjugendspiele waren für die kleine Annika der blanke Horror, und in meinem Innern fängt sie plötzlich an zu jammern: „Du bist doch unsportlich und wirst bestimmt als Letzte ins Ziel fahren!
Obwohl ich mich nervös fühle, schaffe ich es, dieser ängstlichen Stimme klar zu machen, dass ich längst erwachsen bin und mittlerweile sportlich genug, um 65 Kilometer zu radeln. Niemand ist da, um mich mit unsinnigen Sportnoten zu bewerten oder mich mit abwertenden Blicken zu bestrafen. Und tatsächlich ist die Saimaa Cycle Tour 65 KM mein erstes gemeinschaftliches Sporterlebnis seit den Bundesjugendspielen. Als ich starte, fühle ich mich auf einmal herrlich entspannt und von der Gruppe getragen. Es ist, als würden mich die anderen Teilnehmer ziehen, so dass ich schneller in die Pedale trete als auf meinen Solo-Touren.
Ein entspanntes Sporterlebnis
Rennräder düsen wie üblich an mir vorbei, doch ab und zu überhole ich das eine oder andere E-Bike. In Joutseno erwartet uns ein Service-Punkt, wo Getränke und Snacks zur Stärkung verteilt werden und man so lange Pause machen kann, wie man möchte. Ich raste ungefähr eine Viertelstunde. Die zahlreichen Hügel haben mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Folglich habe ich den Drang, viel Flüssigkeit zu tanken. Nach den Strapazen kurz vorher in Lettland bin ich aber alles andere als ausgepowert. Im Baltikum habe ich ein hartes Trainingslager absolviert und empfinde die Willimies Tour als vergleichsweise leicht.
Erfolgreicher Zieleinlauf
Während ich die Ziellinie nach drei Stunden, 19 Minuten und 31 Sekunden überquere, Zuschauer an der Straße klatschen und mein Name durch die Lautsprecher gerufen wird, freut sich mein inneres Kind.
Ausblick auf die nächste Saimaa Cycle Tour
Tatsächlich nimmt die Saimaa Cycle Tour schon Frühbuchungen für den nächsten Aufzug vom 10. bis 12. Juli 2026 entgegen. Wer sich bis Ende August anmeldet, bekommt sogar einen Early Bird Rabatt. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns im kommenden Sommer in Imatra.
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