Die Herzen unserer Freeride-Fraktion hatte der österreichische MTB-Schuhhersteller First Degree bereits mit ihrem Flite XT erobert. Der First Degree Flite ohne XT kommt etwas mehr casual daher und besteht hauptsächlich aus weichem Veloursleder. Auch wenn der Schuh wie ein klassischer Skate-Sneaker aussieht, hat er doch ein paar Besonderheiten zu bieten.
Rider Lasse und Fotograf Adrian Formella vom Dirt-Team haben zwei Flatpedal-Schuhe von First Degree ausgiebig getestet. Der Schuh macht sofort einen hochwertigen Eindruck. Leicht, aber robust verarbeitet, mit klarer, schlichter Optik. Ebenso gut verarbeitet und angenehm leicht, wirkt der Schuh auf den ersten Blick wie ein funktionaler Trail-Schuh.
Im Gegensatz zum Flite, den wir hier getestet haben, wird die XT-Version aber komplett aus sogenanntem “Actionleder” gefertigt, wie es First Degree nennt - einem Material, das etwas robuster sein soll als das hier verwendete.
Design und Besonderheiten
Die Sohle ist mit stoßdämpfendem Schaumstoff hinterlegt, die Schnürsenkel können in der doppelten Laschenreihe innen oder außen gefädelt werden - für mehr oder weniger Halt im Schuh. Damit die Schnürsenkel nicht in Kontakt mit der Kurbel kommen, lassen sie sich in einer außen platzierten Lasche klemmen.
Clevere Idee, mäßige Umsetzung: Die Öse für die Schnürsenkel ist etwas eng geraten. Ach ja, Zehen- und Fersenbereich sind zusätzlich gummiert und geschützt. Wobei die Verstärkung gerade an den Zehen etwas schwach ausfällt.
Passform und Handling
Die Größe des First Degree fällt wenig speziell aus. Die Länge passt, der Zehenbereich fällt mittelbreit und eher flach als hoch aus. Lediglich die Ferse ist für unseren Geschmack etwas flach geschnitten. Man hat teilweise das Gefühl leicht rauszuschlüpfen. Wer tiefliegende und sensible Knöchel hat, könnte mit dem wenig gepolsterten Schaft Probleme bekommen.
Selbstverständlich haben wir ausprobiert, wie es sich anfühlt, wenn der First Degree Flite innen oder außen geschnürt ist. Einen echten Unterschied konnten wir aber nicht ausmachen. Man kann den Schuh sowohl innen als auch außen so schnüren, dass er stramm am Fuß sitzt und um ganz ehrlich zu sein: Wir hatten das Gefühl außen geschnürt sitzt der Flite noch etwas besser.
Beim Schnüren rutschen die runden Schnürsenkel immer wieder leicht zurück. Die außen platzierte Lasche für die Senkel ist zu straff und schlecht zu bedienen. Eine Lasche direkt über der Schnürung macht in der Praxis deutlich mehr Sinn.
Grip und Standsicherheit auf dem Pedal
Profil und Gummi der Sohle sind vor allem eins: very grippy! Leider ist die Sohle aber auch wenig stabil und windet sich auf dem Pedal. Der Schutz an der Zehenkappe ist mehr optisch als praktisch vorhanden. Und wie oben schon erwähnt: Die flach geschnittene Ferse gibt dem Fuß nur wenig Halt.
Man könnte sagen, im First Degree Flite schlagen zwei Herzen. Zum einen gibt sich der MTB-Schuh als klassischer Sneaker. Die Sohle ist weich, das Material bequem und auch optisch würde sich der Flite gut auf einem Spaziergang durch die City machen. Beim Biken hat das den Nachteil, dass sich das Pedal spürbar durch die Sohle drückt. Auf langen Touren kann die weiche Sohle auf Dauer ermüden. Auch das weiche Obermaterial ist nicht ideal für den harten Trail-Einsatz und gibt den Füßen eher weniger Halt.
Auf der anderen Seite hat es First Degree mit dem Flite geschafft, eine wirklich griffige Sohle zu konstruieren. Die Kombination aus weicher Gummimischung, Wabendesign und vermutlich auch die etwas weichere Sohlenkonstruktion sorgt für besten Grip auf dem Pedal.
Die Antidote-Sohle bietet einen perfekten Kompromiss aus Haftung und Beweglichkeit - ideal für Slopestyle und technische Tricks. Die Elixir-Sohle überzeugt mit starkem Grip auf verschiedenstem Terrain - Trails, Uphill und Downhill.
Laufen mit dem First Degree Flite
Auch beim Laufen gibt es leichte Kritik, denn auch hier spürt man auf Wurzeln und Felsen die recht dünne Sohle. Die Abschlüsse an den Knöcheln sind etwas hart und können drücken. Über dem Mittelfuß knickt das Material ungünstig ab, sodass es auch hier zu Druckstellen kommen kann.
Der Flite ist recht flach geschnitten, die Knöchel liegen komplett frei, die Ferse hat nicht ultimativ viel Halt.
First Degree Flite - Infos & Preis
- Gewicht¹ (Größe 46): 888 g
- Größen: 37-47 / 40,5-46,5 halbe Größen
- Ausstattung: Schnürung doppelt; Lace-Lasche; gummierte Zehenkappe; gedämpfte Zunge
- Passform: mittelbreite, flache, größengerechte Passform; sehr flache Ferse
- Preis: 145 Euro
Style? Check! Grip? Check! Für ausgedehnte Trail-Einsätze ist der Flite etwas zu weich und bietet zu wenig Schutz.
Alternativen und Vergleiche
Hier ist eine Tabelle mit einigen anderen MTB-Schuhen, die auf dem Markt erhältlich sind. Die Preise und Verfügbarkeit können variieren.
| Schuh | Preis | Besonderheiten |
|---|---|---|
| ION Scrub Select Boa | 219 Euro | Boa-Zurrsystem, Saum am Knöchel |
| Fox Union Series | 150 - 240 Euro | Erhältlich in Flat-, Schnür- und Klick-Varianten |
| Crankbrothers Stamp Street | 130 Euro | Leichter Street-Schuh, Signature-Modell von Fabio Wibmer |
| Etnies Camber CL MTB | 175 Euro | Klick-Variante mit MTB-Features |
| Endura MT500 Burner Klick | 120 Euro | Klickschuh mit Klettlasche, auch als Flat-Variante erhältlich |
| Shimano SH-AM903 | 160 Euro | Schnellschnürsystem, hoch gezogener Knöchelbereich, Wetterlasche |
| First Degree Flite XT | 145 Euro | Robuster, steifer und härter im Nehmen als der Standard Flite |
First Degree Flatpedal-Schuhe im Test! Passt von Anfang an wie angegossen, ohne Eingewöhnungszeit. Komfortabel und gut stützend, speziell für den Einsatz im Gelände.
Die XT-Variante des Flite legt eine Schippe drauf, ist robuster, steifer und härter im Nehmen. Gemacht für Enduro- und Freeride-Missionen.
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