Die E-Bike-Branche erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Obwohl der Fachhandel in Deutschland im vergangenen Jahr 3,85 Millionen Fahrräder und Elektrofahrräder verkaufte, waren dies laut ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) 2,53 Prozent weniger als 2023. Der Markt für E-Bikes ist groß und unübersichtlich, und das Produktportfolio ist riesig. Unterschiedliche Modelle konkurrieren mit unterschiedlichen Antriebskonzepten.
E-Bike Typen und Antriebskonzepte
Nahezu jede Gattung, die es für klassische Fahrräder gibt, ist inzwischen auch als E-Bike erhältlich:
- Citybikes: Primär für den Stadtverkehr konzipiert, mit komfortabler Sitzhaltung und einfachem Einstieg.
- Trekkingräder: Erweitern das Arbeitsumfeld eines Citybikes, robust gebaut für Feld- oder Waldwege.
- Mountainbikes: Für wilde Ausritte über Stock und Stein konzipiert, mit kraftvollen Motoren.
- Rennräder: Auch als E-Bike erhältlich.
Bei E-Bikes unterscheidet man Mittelmotor, Hinterrad- und Vorderradnabenmotor. In der Regel ist der Mittelmotor am ehesten zu empfehlen. Er sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine gleichmäßige Gewichtsverteilung durch eine tiefe Position mittig am Tretlager. Ein Mittelmotor ermöglicht sehr sportliches Fahren. Kurze Kabelwege erweisen sich als Vorteil, weil so die Störanfälligkeit auf ein Minimum reduziert wird. E-Bikes mit Mittelmotor sind meistens etwas teurer, weil eine spezielle Rahmenkonstruktion erforderlich ist. Kette, Kettenblatt und Ritzel sind höheren Belastungen ausgesetzt.
Beim Hinterrad- und Vorderradnabenmotor muss man mit Einbußen beim Fahrkomfort rechnen. Entweder ist das Rad hecklastig oder der vorne angebrachte Motor kann das Lenkverhalten negativ beeinflussen, die Gabel wird stärker belastet. Auf rutschigem Boden ist sogar ein Durchdrehen des Vorderrades möglich. Ein Motor an der Hinterachse ist in der Regel angenehm leise und ermöglicht eine direkte Kraftübertragung für ein dynamisches Fahren.
Fischer E-Bikes im Test: Was sagen die Experten?
Vor allem die E-Bike-Sparte von Fischer stößt bei der Käuferschaft auf Interesse, denn die Preisspanne beginnt schon unter 1.000 Euro. In unseren Testquellen stoßen wir zu den meist über Baumärkte und Discounter vertriebenen Rädern jedoch auf gemischtes Echo. Die Beurteilungen der Testmagazine driften im Fall Fischer auseinander. Den Härtetest am Prüfstand der Stiftung Warentest konnten die preiswerten Baumarkt-Pedelecs bislang nicht bestehen - durchgefallen sind sie wegen Sicherheits- bzw. Materialmängel. Einschlägige Radmagazine verzichten auf umfassende Belastungstests und setzen den Schwerpunkt vielmehr auf Fahreigenschaften, Ausstattung und Komfort.
Wie uneinheitlich die Testmagazine bei der Notenvergabe vorgehen, wurde jüngst auch bei Modell ETD/ETH 1861 deutlich. Im Magazin Elektro Rad schnitt die Damenausführung des Modells („ETD“) mit der Note 1,6 ab. Autotest vergab für die bis auf Rahmenform identische Herrenausführung („ETH“) hingegen nur ein Befriedigend. Erklärbar wird der Rutsch in die Mittelmäßigkeit durch die abweichenden Bewertungskriterien - Abwertungen gab es bei Autotest unter anderem in den Prüfkapiteln Design und Fahrspaß. Beide Aspekte verlieren jedoch an Gewicht, wenn die Funktionalität an erster Stelle steht und einfach nur ein günstiges Fortbewegungsmittel gefragt ist.
Hauptschmerzpunkt, und darin sind sich die Tester fast durch die Bank einig, bleibt aber das hohe Gewicht der Fischer-Pedelecs, ebenso bei hohem Tempo auftretendes Flattern des Rads bei manchen Modellen mit tiefem Einstieg.
Worauf beim Kauf von Fischer-Pedelecs besonders achten?
Fischer-Fahrräder werden meist vormontiert im Karton an die Kunden übergeben. In der Regel müssen noch die Pedale angeschraubt und der Lenker in die richtige Position gedreht werden, was kaum technisches Geschick erfordert. In den Netzbewertungen ist aber immer wieder davon die Rede, dass Bremsen und Schaltung nicht ordnungsgemäß eingestellt sind. Dann muss entweder der Vor-Ort-Service von Fischer bestellt oder die nächstgelegene Fahrradwerkstatt aufgesucht werden.
Edelteile sind bei E-Bikes, die zum Teil für weniger als 1.000 Euro vertrieben werden, natürlich nicht zu erwarten. Es kann sich bei den Fischer-Fabrikaten also lohnen, noch etwas Geld in die Hand zu nehmen und das ein oder andere Anbauteil durch ein besseres zu ersetzen. Doch das Preisniveau stieg in den letzten Jahren stetig an, und mit ihm auch die Qualität. Teurere E-Bikes wie das ETD 1861 bzw. ETH 1861 bringen sogar einen Steuercomputer mit Navigation und Bluetooth-Schnittstelle mit, über die ein Brustgurt zur Pulsmessung angedockt werden kann. Derartige Modelle nähern sich aber preislich den einschlägigen Markenanbietern.
Sehr günstige City-Pedelecs von Fischer sind häufig mit Frontmotoren ausgestattet. Damit liegen Sie bei Bummelfahrten auf trockenem Untergrund keineswegs im Nachteil. Auf nasser Strecke büßt das Vorderrad jedoch durch den hecklastigen Schwerpunkt des Rads Bodenhaftung ein und driftet im schlimmsten Fall weg. Mittel- oder Hecknabenmotoren hingegen übertragen ihre Kraft auf das hintere Laufrad und erzeugen vor allem bergauf besseren Vortrieb.
Akkureichweite
Bei der Akku-Reichweite heißt es: Prioritäten setzen. In der Stadt reichen auch geringere Akku-Reichweiten (300-400 Wh). Bei den Tourenmodellen ist die Akku-Kapazität wiederum entscheidend. Auch diesen Punkt haken Modelle wie das erwähnte ETD/ETH 1861 (557 Wh) übrigens vorbildlich ab.
E-Bikes von Fischer im Gewichtsvergleich
Fischer-Pedelecs zählen zu den Schlusslichtern im Gewichtsvergleich. Spürbar wird das in allen Belangen: Beim Rangieren, beim Tragen über die Kellertreppe und letztendlich auch bei der Reichweite.
Alternativen zu Fischer E-Bikes
Es gibt viele andere E-Bike-Marken auf dem Markt, die ähnliche oder bessere Eigenschaften bieten. Hier sind einige Beispiele:
- Kalkhoff Endeavour 5+ Move: Ein vielseitiges E-Bike mit Bosch-Motor, das sich für Stadt und Land eignet.
- Gazelle Ultimate T10 HMB: Ein komfortables Trekkingrad mit starkem Motor und anpassbarem Lenker.
- Canyon Pathlite Onfly 8: Ein sportliches E-Bike mit pfiffigen Features wie verstellbarem Sattel und Zusatzakku.
- Touroll MA2 Mid-Drive E-Bike: Ein günstiges Einsteiger-E-Bike mit guten Fahrleistungen und ordentlichen Bremsen.
- Legend Siena: Ein agiles und komfortables Faltrad mit guter Verarbeitungsqualität.
E-Bike Komponenten und worauf man achten sollte
Neben dem Motor und dem Akku gibt es noch weitere wichtige Komponenten, auf die man beim Kauf eines E-Bikes achten sollte:
- Gangschaltung: Hierbei konkurrieren Naben- und Kettenschaltungen. Im bergigen Gelände ist eine Kettenschaltung die erste Wahl, in der Stadt kann hingegen eine Nabenschaltung vollkommen genügen.
- Bremsen: Unterziehen Sie die Bremsen einem Test. Sind sie ausreichend dimensioniert?
- Display: Nützlich ist ein im Dunkeln beleuchtetes Display, auf dem man nicht nur den gewählten Fahrmodus sieht, sondern auch die verbleibende Restkapazität des Akkus (in Prozent oder als Restangabe in Kilometern), gefahrene Gesamtkilometer und Tageskilometer.
Zubehör für Fischer E-Bikes
Um mit Ihrem neuen E-Bike eine Tour zu unternehmen und die Natur zu genießen, dürfen ein paar wichtige Zubehörartikel nicht fehlen. Die Firma verkauft Fischer-E-Bike-Zubehör, das genau auf die Fahrrad-Modelle zugeschnitten ist. Auf der Suche nach Ersatzteilen, Accessoires und praktischen Lösungen für den Transport oder die Beleuchtung sollten Sie dort vorbeischauen. Sie finden hier beispielsweise Folgendes:
- Minipumpe inklusive Flickzeug
- Smartphonehalter mit Lautsprecher
- Kinderanhänger
- Fahrradschlösser
- Helme für Herren, Damen und Kinder
- Leuchtensets
- Passende Körbe und Gepäckträgertaschen
Aktuelle Testberichte und Modelle im Vergleich
Der ADAC hat zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h getestet. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe. Im Gesamtergebnis des Tests sind nur zwei von zehn Pedelecs gut, fünf befriedigend, eines ist ausreichend. Aber es gibt auch zwei mangelhafte Modelle. Das Fischer E-Bike Cita 2.2i überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem. Es ist zwar ein schweres (28,8 kg Leergewicht), aber solides Pedelec. Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel. Der solide Rahmen zeigt sich bei den Fahrversuchen stabil.
Hier ist eine Tabelle mit den Ergebnissen des ADAC-Tests:
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil |
|---|---|---|
| Deruiz E-Bike Quartz, 28 Zoll Trekking Elektrofahrrad | 1399 | 2,5 |
| Fischer E-Bike Cita 2.2i | 1949 | 2,5 |
| Lidl/Crivit Urban E-Bike Y.21 | 1599 | 2,8 |
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