Für den sicheren Stand auf dem Enduro-MTB sind gute Fahrradschuhe unerlässlich. Im Enduro-Bereich gibt es die Möglichkeit, Klickpedale mit Klickschuhen zu fahren. Der Vorteil ist, dass man fest auf den Pedalen steht und damit auch bei größeren Erschütterungen mit dem Fahrrad verbunden bleibt.
Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Flatpedals, welche mit haltgebenden Pins versehen sind. Der Vorteil gegenüber den Klickern ist, dass man etwas schneller von den Pedalen kommt, wenn es nötig ist, den Fuß runterzunehmen. Auch beim Anfahren an kniffligen Stellen haben Flatpedals gegenüber Klickern einen Vorteil. Um aber ähnlich sicher auf den Pedalen zu stehen braucht es einen Schuh, welcher auf den Pins guten Halt findet.
Five Ten Freerider: Die Details
Five Ten hat seinem All-Time-Klassiker Freerider Pro eine Variante mit Boa-Verschluss zur Seite gestellt. Gleichgeblieben sind die hochwertige Verarbeitung und natürlich die Stealth Sohle mit dem typischen Dot-Design, die bisher immer für ihr immenses Level an Grip bekannt war. Ob das auch weiterhin der Fall ist?
Passform und Handling
Die Passform des Five Ten Freerider Pro erweist sich als recht angenehm, was wir von Five Ten Schuhen generell gewohnt sind. Allerdings fallen die Größen tendenziell etwas klein aus. Zudem sind die Schuhe nur in 2/3-Abstufungen erhältlich, was die Wahl der passenden Größe etwas erschwert. Aus unserer Erfahrungen raten wir dazu, eher eine Nummer größer zu wählen als die übliche Schuhgröße.
Beim Handling zeigt sich der Five Ten von seiner besten Seite. Der Boa Li2-Verschluss läuft dafür, dass nur ein einzelnes Drehrad verbaut ist, sehr gut und passt den Schuh bis in den vorderen Bereich sauber an die Füße an. In Verbindung mit dem zugfesten Material finden die Füße sehr guten Halt.
Grip und Standsicherheit
Die bewährte Five Ten Stealth-Sohle zeigte ihre Stärken mit ausgezeichnetem Grip und sicherem Halt auf den Pedalen. Besonders in technisch anspruchsvollem Gelände fühlten wir uns jederzeit sicher mit dem Schuh. Selbst in Extremsituationen kann man den Fuß noch umpositionieren, ohne den Schuh komplett vom Pedal abheben zu müssen. Diese Eigenschaft gibt ein hohes Maß an Kontrolle und Sicherheit, gerade wenn es auf dem Trail hektisch wird.
Gummi und Profil der Stealth-Sohle scheinen so etwas wie der heilige Gral der Flat-Pedal-Sohlen zu sein.
Steife Sohle für effiziente Kraftübertragung
Ein markanter Unterschied zu früheren Modellen wie dem Five Ten Freerider High und dem Danny MacAskill ist die erhöhte Steifigkeit der Sohle. Die direkte Kraftübertragung auf das Pedal ist spürbar und macht sich besonders bei längeren Anstiegen oder kraftintensiven Passagen positiv bemerkbar. Auch im Downhill profitiert man vom Plus an Steifigkeit. In Verbindung mit der griffigen Sohle hat man stets das Gefühl, die volle Kontrolle über das Bike zu behalten und jeder Situation sicher auf den Pedalen zu stehen.
Im Auflagebereich des Pedals ist der Freerider ausreichend steif. Gut für sicheren Stand und ordentliche Kraftübertragung.
Laufen mit dem Five Ten Freerider Pro Boa
Beim Laufen oder Schieben zeigt sich der Five Ten trotz der guten Steifigkeit von der komfortablen Seite. Die Sohle rollt gut ab, der Fersenbereich gibt guten Halt und auch das robuste Material macht die Bewegungen gut mit, ohne zu drücken oder unangenehm abzuknicken. Lediglich das Profil könnte für Klettereien auf Stein oder Wurzeln ausgeprägter sein.
Schutz gibt es nur im Zehenbereich. Wer auch an den Knöcheln Prtotection möchte, muss auf andere Modelle ausweichen.
Five Ten Freerider: Wintertauglichkeit
Mit dem Freerider EPS High hat Five Ten einen MTB Schuh am Start, der die Füße warm und trocken durch den Winter bringen soll. Five Ten bietet mit dem Five Ten Freerider EPS einen Schuh der im inneren mit einer wärmenden Primaloft® Fütterung ausgestattet ist. Diese Kunstfaser ist atmungsaktiv und wasserabweisend. Ideal also für den harten Einsatz im Winter.
Um das maximale aus dem Schuh herauszuholen (dazu gehören auch warme Knöchel) habe ich mich für die high Version entschieden. Die gute Isolierung durch Primaloft sorgt im Five Ten Freerider EPS, dafür, dass die Füße nicht so schnell auskühlen.
Five Ten verbaut die Stealth S1 Sohle am Freerider EPS, sie bietet eine Kombination aus gutem Grip, Haltbarkeit und Steifigkeit. Im Gegensatz zu den Clipless Modellen wurde hier keine Vorrichtung für Cleats in die Sole verarbeitet.
Der Vorderfuß wurde aus einem Stück DWR (durable water repellent) beschichtetem Leder ohne Nähte gefertigt. Das verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in den Schuh. Allerdings nicht dauerhaft, was aber kein Problem ist, wie du gleich erfahren wirst.
Die Neopren-Zunge ist so verarbeitet, dass auch hier das Eindringen von Dreck und Wasser verhindert wird.
Nach den ersten Ausfahrten bestätigen sich die positiven ersten Eindrücke des Schuhs. Zwar waren die Temperaturen bei den Testfahrten nicht unterhalb des Gefrierpunkts, aber auch nach einem zweistündigen Nightride waren die Füße sowohl warm als auch trocken.
Auch der Grip auf Plattform Pedalen ist außerordentlich gut und gibt einem auf ruppigen Passagen immer das Gefühl von Sicherheit.
Alternativen zum Five Ten Freerider EPS High
Leider scheint der Schuh mittlerweile nicht mehr erhältlich zu sein. Meinen Rechechen zur folge scheint aber der **VAUDE Moab Mid STX** eine gute Alternative zum Five Ten Freerider EPS High zu sein. Der Vaude Moab ist im gegensatz zum Freerider sogar wasserdicht.
VAUDE Unisex Moab Mid STX Mountainbike Schuhe
- Wasserdichter Flatpedal Bikeschuh: wasserdicht, winddicht und sehr atmungsaktiv
- Angenehmes Fußklima: Die umweltfreundliche Sympatex Membran schützt vor Nässe und...
- Mountainbikeschuh mit optimalen Halt: Ein hochgeschnittener Schaft, eine...
Weitere Testeindrücke
adidas sendete mir den Schuh in Größe 40 zu, welche mir wie immer bei adidas sehr gut passt. Der Schuh scheint sich auf den ersten Blick an einem Skater-Schuh zu orientieren. Auch die Schnürsenkel sind dazu passend sehr breit. Die Farbe Acid Mint ist ein angenehmes erfrischendes mintgrün und nicht zu grell. Das Obermaterial ist aus Synthetik und fühlt sich an wie ein festes Stoffgewebe, laut Hersteller ist dieser wasserabweisend. Nimmt man den Schuh hoch, fühlt er sich nicht allzu schwer an, gewogen waren es 315g pro Schuh.
Die EVA-Zwischensohle ist mit den Händen beweglich und scheint doch ausreichend fest zu sein. Wie bei einem Skater-Schuh schlüpft es sich sehr einfach mit dem Fuß hinein. Die Schnürsenkel lassen sich gut festbinden, sodass der gesamte Fuß gut umschlossen ist. Eingeschlafen sind mir meine Füße die komplette Testzeit nicht ein Mal. Der Schuh war von Anfang an sehr bequem, auch wenn man den ganzen Tag damit unterwegs ist.
Obwohl ich die Schuhe schon sehr oft getragen hatte, hatte ich beim Alpencross allerdings an einem Tag eine kleine Blase an der Ferse, welche jedoch gleich wieder verschwand und ab da auch nicht mehr auftrat. Die Ursache ist mir bis jetzt nicht klar. Der Halt mit dem Dotty Profil auf den Flatpedals ist sensationell. Man klebt förmlich an den Pedalen und rutscht kein bisschen umher. Auch zu Fuß kann man - im Gegensatz zu den meisten Klickschuhen - wie in einem normalen Schuh gehen. Bei Regen und auch Spritzwasser von unten ist das Obermaterial recht lange wasserabweisend und die Schuhe trocknen sehr schnell wieder ab. Beim Halt auf den Pedalen macht es kaum einen Unterschied, ob es trocken oder nass ist.
Fährt man durch felsiges Gelände oder springt ab und stößt mal ungeschickt an, schützt der Schuh den Fuß durch die gepolsterten Seiten und die Aufpralldämpfung im Zehenbereich sehr gut. Die etwas dickeren Seiten um den Schaft herum verleiten kleine Steinchen, welche bei den Fußmärschen durch die Alpen zahlreich vorkommen, nicht am Schuh vorbei sondern den Weg hinein zu finden.
Abschließend kann gesagt werden, dass ich mich im Gegensatz zu Klickschuhen auf den Flatpedals mit diesen tollen Schuhen deutlich sicherer fühle, da ich schneller auf- und abspringen kann. Durch den hervorragenden Grip der Stealth S1 Sohle klebt man beinahe am Pedal als wäre man eingeklickt. Die adidas Five Ten Freerider Pro Primeblue haben mich auf ganzer Linie überzeugt.
FiveTen Freerider: Das Fazit
Zieht man den Freerider an merkt man, dass Material ist sehr steif und die Verarbeitung erste Sahne. Die gepunktete Stealth Sohle ist aus weichem Gummi, dass sich ordentlich in die Pins beißt. Man steht solide auf dem Pedal und auch auf ruppigen Strecken hebt der Fuß nicht ab. Der Grip ist phänomenal. Die steife Sohle hat zwei Vorteile: einerseits biegt sich der Schuh nicht um das Pedal und lässt sich gut pedalieren, andererseits ist somit ein gewisser Schutz gegeben. Einziger Nachteil an der steifen Sohle: das Gefühl zum Pedal ist eher distanziert und nicht direkt. Trotzdem hat man einen guten Kompromiss zwischen Feingefühl und Steifigkeit gefunden.
Die Freerider sind im Inneren gepolstert und halten die Füße im Winter warm. Ein zweites Paar Socken ist im Schnee trotzdem zu empfehlen. Auch an einem verregneten Tag sorgt das Obermaterial für die Feuchtigkeitsabweisung. Nach mehreren Stunden Radeln im Matsch bleiben die Socken trocken. An warmen Sommertagen erhitzen sich die Schuhe nicht allzu sehr und führen die Wärme gut vom Fuß ab. Das einzige was man bei FiveTen beachten sollte ist, dass die Schuhe nicht im Alltag genutzt werden sollten, da sich die weiche Stealth Sohle auf Beton schnell abnutzt.
Die FiveTen Freerider sind mit Abstand der beste Allrounder für Flatpedals. Der Tragekomfort ist hoch und der Grip auf den Pedalen ist mehr als gut. Egal ob man im Sommer oder Winter unterwegs ist; die Socken bleiben trocken. Alles in Allem hat man einen stylischen Schuh zum angemessenem Preis.
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