Five Ten MTB Schuhe Herren Test: Die besten Modelle im Vergleich

Wir sind Roxy und Berni, hauptberuflich MTB-Coaches & Guides von Roxybike. Durch meinen Umstieg auf Plattform Pedale, war ich gezwungen, mir neue Bike Schuhe zuzulegen. Sind doch meine alten Five Ten Maltese Falcon mit Pedal Cleats mit Klickpedale ausgestattet. Nach kurzer Suche fiel meine Wahl auf den Five Ten Trailcross LT. Ob der Schuh meine Erwartungen erfüllt hast, erfährst du in diesem Testbericht.

Five Ten Trailcross LT im Detail

Den Trailcross gibt es in drei Varianten:

  • Five Ten Trail Cross Mid Pro: Dieser Schuh geht über den Knöchel und bietet dadurch beim Gehen noch mehr Stabilität und schützt vor dem Umknicken.
  • Five Ten Trailcross XT: Ein Schaft aus Neopren oberhalb des Knöchels sorgt dafür, dass keine Steine oder Matsch in den Schuh eindringen können.
  • Five Ten Trailcross LT: Die einfachste und leichteste Variante des Trailcross. Da ich auf der Suche nach einem möglichst leichten, atmungsaktiven Schuh war fiel meine Wahl auf dieses Modell.

Features & Ausstattung

Der Trailcross LT verfügt über eine ganze Reihe an Features und Details:

Die Sohle: Five Ten-Typisch verfügt der Trailcross über eine “abriebfeste Non Marking Stealth® Phantom Gummiaußensohle”, die mit einem “Dotty Hybrid-Profil” guten Gripp vermitteln und den Fuß vom abrutschen vom Pedal hindern soll.

Der Zusatz “Hybrid” rührt daher, dass der vordere und hintere Teil der Sohle sind geriffelt und sollen so mehr Halt beim Laufen auf jedem Untergrund geben. Der Trailcross wird deshalb auch als Schuh zum Wandern beworben und könnte so ein toller Allrounder sein.

Das Obermaterial: Das Obermaterial besteht aus funktionalem Mesh und soll hohe Atmungsaktivität bieten. Sollte der Schuh mal nass werden soll das Material auch schnell wieder trocknen.

Der Bereich der Zehen ist verstärkt: Die Bereiche der Ferse und der Zehen sind verstärkt, um Verletzungen vorzubeugen.

Erster Eindruck und Praxistest

Nach dem Auspacken ist mein erster Eindruck sofort: Der Schuh fühlt sich stabiler an als er aussieht.

Nach dem Anziehen bin ich erfreut, wie gut sich der Schuh durch die Schnürung an den Fuß anpassen lässt. Der Trailcross sitzt wie angegossen und ich könnte mir vorstellen damit auch längere Zeit zu Fuß unterwegs zu sein.

Gespannt war ich, wie sich der Schuh auf dem Mountainbike schlägt. Besonders auf 3 Dinge:Wie gut ist die Belüftung bei hohen Temperaturen tatsächlich?Ab wann werden die Füße kalt?Was passiert bei Nässe?

Performance bei unterschiedlichen Bedingungen

In den letzten drei Monaten ist der Trailcross mit mir durch Dick & Dünn gegangen. Von kurzen Runden bei hohen Temperaturen auf den Hometrails über Tragepassen in Schneefeldern bis hin zu völlig durchnässten Trails war alles dabei.

Bei Wärme: Wenn es warm und trocken ist, spielt der Trailcross in einer eigenen Liga. Durch das atmungsaktive Mesh sind die Füße immer sehr gut belüftet. Schwitzige Füße kamen so bei mir noch nicht vor.

Bei Kälte: Dass ein so gut belüfteter Schuh die Füße recht schnell auskühlen lässt sollte klar sein. Ich persönlich empfinde den Schuh bereits ab ca. 15° als zu kalt und ziehe zur Sicherheit noch warme Socken an.

Bei Nässe: Ein häufiger Kritikpunkt des Trailcross ist die hohe Durchlässigkeit von Wasser. In der Tat lässt der Schuh schnell Wasser eindringen. Ein bisschen mehr als eine einzelne Pfütze braucht er aber schon. Die Füße werden also schnell nass, aber auch schnell wieder trocken.

Halt auf dem Plattformpedal: Fast das Wichtigste an einem Mountainbikeschuh ist der Grip. Da es sich nicht um einen reinen MTB-Schuh, sondern eher um einen Allrounder handelt ist die Sohle an Ferse und Zehen (wo das Profil geriffelt und nicht gepunktet ist) etwas weicher als am Mittelfuß.

Die flexible EVA-Zwischensohle sorgt auch für gute Dämpfung bei längeren Tragepassagen.

Haltbarkeit

Der Trailcross ist mittlerweile gut ein Jahr im Einsatz und hat mich auf zahlreichen Touren unter anderem nach Sölden und auf ca. 30 Feierabendrunden begleitet.

Von Außen mach der Schuh noch einen guten Eindruck, nachdem er mal sauber gemacht wurde.

Viel wichtiger ist aber die Sohle, die ist beim Trailcross ja etwas weich und sollte deshalb auch etwas Anfälliger im Verscheleiß sein. Aber auch das hält sich meiner Meinung nach im Rahmen: ich reinige den Schuh recht unregelmäißg. Wenn ich ihn säubere lege ich ihn in eine Wanne mit Spüli und Wasser und bürste ihn nach einige Zeit ab. Das scheint dem Schuh bislang nicht geschadet zu haben.

Vor- und Nachteile des Trailcross LT

  • Vorteile: Toller Halt auf allen Untergründen, sehr atmungsaktiv, sehr gute Passform.
  • Nachteile: Füße werden schnell kalt, wenig wasserabweisend.

Der Five Ten Trailcross Clip-in im Test

Der neue Trailrcross Clip-in von adidas Five Ten verspricht, die Lücke zwischen Bike- und Laufschuh zu schließen. Auf den ersten Blick wirkt der Mountainbike-Schuh eher schlicht. Er besitzt ein leichtes, aber dennoch robustes Obermaterial, was für gute Belüftung während der Tour sorgen soll. Für einen guten Sitz sorgt ein klassischer Schnürverschluss mit einem zusätzlichen und relativ breiten Klettverschluss am Knöchel.

Besonderheiten und Eigenschaften

Damit er gleichermaßen fürs Biken und Laufen geeignet sein soll, müssen zunächst die Cleats vollständig unterhalb der Laufsohle liegen, was sie auch tun. Wenn wir schon bei der Laufsohle sind, kommt natürlich eine Stealth, genauer gesagt die Stealth Marathon Gummiaußensohle zum Einsatz, welche auf Fels und losem Untergrund für hervorragenden Grip sorgen soll.

Passform und Komfort

Ich habe den Schuh in Größe 44 getestet, was auch meiner Straßenschuhgröße entspricht. Er fällt wie erwartet aus, mit großzügig Platz im Zehenbereich. Um in den Schuh hineinschlüpfen zu können, ist kein Schuhlöffel notwendig. Die Schnürung lässt sich gut lösen und die Meshzunge einfach nach vorne legen. Während den Testrunden hatte ich nie Probleme in Gestalt einer rutschenden Ferse oder Ähnlichem. Der Schuh ist normal bis weit geschnitten, schmalere Füße wie meine finden aber dennoch guten Halt im Trailcross Clip-in.

Belüftung und Performance auf dem Pedal

Ausgezeichnet ist auch die Belüftung des Schuhs, auch aufgrund auf Verzicht einer wasserdichten Membran. Während der Fahrt ist stets ein leichter Luftzug am Fuß zu spüren, was vor allem an heißen Tagen oder langen Touren sehr angenehm ist. Er ist steif genug, um bei steilen Uphills die Energie effizient aufs Pedal bzw. Wichtig war mir jedoch, genau herauszufinden, wie sich der Schuh beim Laufen schlägt. Obwohl der Schuh deutlich steifer ist als jeder Flatpedal-Schuh, den ich kenne, läuft er sich danke der leichten EVA-Zwischensohle erstaunlich komfortabel auf ebener Strecke.

Grip und Haltbarkeit

Das in meinen Augen eindeutig Beste an den Five Ten Schuhen ist immer die Stealth Sohle. Egal ob Wander-, Kletter- oder MTB-Schuh, die Sohle hat stets maximalen Halt und so ist es auch bei den Trailcross Clip-in. Auf steilem, glatten Fels läuft sich der Schuh fast wie ein Zustiegsschuh. Auch auf weichem Waldboden mit stellenweise steilen Passagen baut der Schuh ordentlich Grip auf.

Empfehlung

Alles in allem ist der adidas Five Ten Trailcross Clip-in MTB-Schuh ein durchaus gelungener Schuh. Auf dem Pedal fühlt er sich wohl und dank seiner guten Belüftung ist er vor allem für sommerliche Abenteuer bestens geeignet.

adidas Five Ten Freerider Pro Primeblue

Durch den hervorragenden Grip der Stealth S1 Sohle klebt man beinahe am Pedal als wäre man eingeklickt. Die adidas Five Ten Freerider Pro Primeblue haben mich auf ganzer Linie überzeugt.

Abschließend kann gesagt werden, dass ich mich im Gegensatz zu Klickschuhen auf den Flatpedals mit diesen tollen Schuhen deutlich sicherer fühle, da ich schneller auf- und abspringen kann.

Komfort und Passform

Der Schuh scheint sich auf den ersten Blick an einem Skater-Schuh zu orientieren. Auch die Schnürsenkel sind dazu passend sehr breit. Die Farbe Acid Mint ist ein angenehmes erfrischendes mintgrün und nicht zu grell. Das Obermaterial ist aus Synthetik und fühlt sich an wie ein festes Stoffgewebe, laut Hersteller ist dieser wasserabweisend.

Performance und Grip

Der Halt mit dem Dotty Profil auf den Flatpedals ist sensationell. Man klebt förmlich an den Pedalen und rutscht kein bisschen umher. Auch zu Fuß kann man - im Gegensatz zu den meisten Klickschuhen - wie in einem normalen Schuh gehen. Bei Regen und auch Spritzwasser von unten ist das Obermaterial recht lange wasserabweisend und die Schuhe trocknen sehr schnell wieder ab. Beim Halt auf den Pedalen macht es kaum einen Unterschied, ob es trocken oder nass ist.

Schutz und Sicherheit

Fährt man durch felsiges Gelände oder springt ab und stößt mal ungeschickt an, schützt der Schuh den Fuß durch die gepolsterten Seiten und die Aufpralldämpfung im Zehenbereich sehr gut. Die etwas dickeren Seiten um den Schaft herum verleiten kleine Steinchen, welche bei den Fußmärschen durch die Alpen zahlreich vorkommen, nicht am Schuh vorbei sondern den Weg hinein zu finden.

Five Ten Kestrel Pro Boa

Ein Schuh von Five Ten? Und dann auch noch mitentwickelt von Jérôme Clementz und Nico Vouilloz? Das kann doch nur was Gutes sein!

Haptik und Design

Zwei Dinge fallen sofort auf. Das erste ist das wirklich geringe Gewicht für einen typischen Five Ten Schuh (Größe 45 - 526g/Schuh), das zweite ist das BOA Verschlusssystem.

Material und Sohle

Der komplette vordere Schuhbereich hat als Oberschicht eine dicke Lage Synthetik-Material, welches wasserabweisend ist. Eine zusätzliche Schicht im Zehenbereich soll die Zehen vor schmerzhaften Impulsaustauschen mit umherfliegenden Steinen und anderen Trailhindernissen schützen.

Five Ten hat beim Kestrel um die Aussparung der Cleats herum die härteste C4 Gummimischung und für die restliche Sohle die erwähnte Mi6 Mischung eingesetzt.

Steifigkeit und Kraftübertragung

Laut Five Ten ist es der steifste Schuh, den Five Ten aktuell im Programm hat. Das merkt man auch schon, wenn man versucht den Schuh in den Händen zusammenzudrücken. Da lässt sich nichts verbiegen. Eine gute Kraftübertragung ist also zu erwarten.

Praxistest auf dem Trail

So schnell aus- und angezogen hatte ich einen MTB Schuh noch nie. Hier kann das BOA Verschlusssystem auf voller Linie punkten. Man zieht den Schuh an und dreht einfach das Rädchen zum Zuziehen der Drahtseile. Die Rasterung ist fein genug, um eine Stufe zu finden, in welcher der Fuß fest im Schuh sitzt, aber auch nicht eingeschnürt wird. Sollte man beim Fahren den Schuh doch noch enger schnüren, kann man dies ganz einfach mit einer Hand beim Fahren machen. So schnell ich den Schuh auch anhatte, ausgezogen hatte ich ihn noch schneller.

Das Einklicken ins Pedal ist kinderleicht, da man durch die Aussparung für die Cleats nicht an Stollen oder der Profilsohle hängen bleiben kann. Ausklicken lässt es sich noch schneller. Die Kraftübertragung ist wirklich spitze und mindestens genau so gut wie bei einem schnittigen und auf optimale Kraftübertragung ausgelegten Cross Country Schuh.

Performance bei Nässe und Belüftung

Für den Kestrel kein Problem, meine Zehen blieben durch den wasserabweisenden vorderen Teil des Schuhs trocken. Die Belüftung leidet dadurch natürlich etwas. Aber bei 2-3 Stunden Touren mit gemäßigten Temperaturen von ca. 15-20°C wurde es (bisher) nicht zu warm im Schuh.

Sicherheit und Grip

Bergab habe ich mich mit dem Schuh sicherer gefühlt als mit meinem Cross Country Schuh. Man steht relativ flach im Schuh und hat ausreichend Freiheit für die Zehen. In Kombination mit der biegesteifen Sohle steht man fest auf dem Pedal und kann auch die noch so wurzeligen und steinigen Trails mit Mach 3 runterheizen (Es lebe der Klickschuh!), ohne befürchten zu müssen, den Schuh-Pedal-Kontakt zu verlieren. Wenn es jedoch nass und schlammig wird, kann man sich schon mal auf den einen oder anderen Ausrutscher einstellen und nur hoffen, dass man einen Baum zum Festhalten findet.

Fazit

Bis jetzt kann ich sagen: Jeder, der beim Kestrel einen klassischen Five Ten Schuh erwartet, wird enttäuscht sein. Aber jeder, der einen intuitiven, stabilen und super bequemen Enduro Schuh sucht, wird begeistert sein.

Five Ten Freerider Pro Boa

Five Ten hat seinem All-Time-Klassiker Freerider Pro eine Variante mit Boa-Verschluss zur Seite gestellt.

Passform und Handling

Die Passform des Five Ten Freerider Pro erweist sich als recht angenehm, was wir von Five Ten Schuhen generell gewohnt sind. Allerdings fallen die Größen tendenziell etwas klein aus. Zudem sind die Schuhe nur in 2/3-Abstufungen erhältlich, was die Wahl der passenden Größe etwas erschwert. Aus unserer Erfahrungen raten wir dazu, eher eine Nummer größer zu wählen als die übliche Schuhgröße.

Grip und Standsicherheit

Die bewährte Five Ten Stealth-Sohle zeigte ihre Stärken mit ausgezeichnetem Grip und sicherem Halt auf den Pedalen. Besonders in technisch anspruchsvollem Gelände fühlten wir uns jederzeit sicher mit dem Schuh.

Steife Sohle für effiziente Kraftübertragung

Ein markanter Unterschied zu früheren Modellen wie dem Five Ten Freerider High und dem Danny MacAskill ist die erhöhte Steifigkeit der Sohle. Die direkte Kraftübertragung auf das Pedal ist spürbar und macht sich besonders bei längeren Anstiegen oder kraftintensiven Passagen positiv bemerkbar. Auch im Downhill profitiert man vom Plus an Steifigkeit.

Laufen mit dem Five Ten Freerider Pro Boa

Beim Laufen oder Schieben zeigt sich der Five Ten trotz der guten Steifigkeit von der komfortablen Seite. Die Sohle rollt gut ab, der Fersenbereich gibt guten Halt und auch das robuste Material macht die Bewegungen gut mit, ohne zu drücken oder unangenehm abzuknicken. Lediglich das Profil könnte für Klettereien auf Stein oder Wurzeln ausgeprägter sein.

Bewertung und Fazit

Wer einen MTB-Schuh mit richtig viel Grip wollte, war bei Five Ten schon immer gut beraten. Hier macht man auch mit dem neuen Freerider nichts verkehrt. Zur griffigen Sohle kommt die solide Konstruktion, die für beste Standsicherheit auf dem Trail und gute Kraftübertragung sorgt.

Modell Gewicht (Größe 46) Verschluss Besonderheiten Preis (ca.)
Five Ten Trailcross LT - Schnürung Leicht, atmungsaktiv, Allrounder -
Five Ten Trailcross Clip-in - Schnürung & Klett Bike & Hike, gute Belüftung -
Five Ten Freerider Pro Primeblue 315g (Gr. 40) Schnürung Flatpedal, guter Grip, wasserabweisend -
Five Ten Kestrel Pro Boa 526g (Gr. 45) Boa Enduro, leicht, steife Sohle -
Five Ten Freerider Pro Boa 801g (Gr. 46) Boa Grip, Komfort, Stabilität 170 Euro

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