Kaum ein anderer Hersteller im Premiumsegment ist so breit aufgestellt wie das Schweizer Unternehmen SCOTT. Von Bikes über Freeski-Equipment bis hin zu Motocross-Stiefel kann man sich von Kopf bis Fuß mit SCOTT-Produkten ausstatten lassen.
SCOTT Trail Rocket FR 18 im Test
In unserem Test haben wir dem Trail Rocket FR 18 ordentlich auf den Zahn gefühlt. Der SCOTT Trail Rocket FR 18 ist ein leichter Tagesrucksack, der bequem sitzt, solange die Trails oder der Fahrstil nicht zu rau werden. Die schnelle Helmhalterung ist für XC- und Trail-Helme geeignet.
Design und Fächeraufteilung
Die Fächeraufteilung unterscheidet sich bei den meisten unserer Test-Rucksäcke nicht maßgeblich. Da zudem im Hauptfach keine weitere Untergliederung vorhanden ist, entwickelt der Inhalt zum Teil ein Eigenleben und sorgt für ungewollte Gewichtsverlagerungen.
Tragekomfort und Rückenteil
Das Rückenteil liegt flach am Rücken an und ist für eine bessere Belüftung aus perforiertem, 3D geschäumten Material gefertigt. Zum einen wird dadurch der Rücken gestärkt, zum anderen ist noch eine dünne, flexible Kunststoffplatte im Rücken eingenäht. Das ist vor allem dann zu spüren, wenn der Trail ruppig wird oder schnelle Richtungsänderungen vollzogen werden. Der leichte und bewegliche Stoff hat allerdings einen Vorteil, was den Tragekomfort angeht. Obwohl die Einstellmöglichkeiten auf das Wesentliche reduziert sind, kann der Trail Rocket FR 18 mit angenehmen Trägern, seiner Rückenpartie und dem Hüftgurt punkten.
Weitere getestete Produkte
Handschuhe: Troy Lee Flow
Die leichten Troy Lee Flow fahre ich in der zweiten Saison. Die Handschuhe tragen sich mit ihrem Kunstleder (Innenhand) und dem Stretch-Material (Oberhand) sehr angenehm. Es schlüpft sich dank Klettverschluss einfach rein. Bisher ist noch nix gerissen, ermüdet, durchgewetzt. Nix für Handy-Swiper - sind nämlich nicht Touchscreen-kompatibel.
STÄRKEN: Passform, Belüftung
SCHWÄCHEN: Preis
Fazit zu den Handschuhen Troy Lee Flow: Gute Passform, leichte Handhabung, Schick. Etwas teuer.
FREERIDE-Kaufempfehlung: Troy Lee Air Gloves
Protektorenweste: Fox Baseframe Pro Sleeveless
Die Protektorenweste von Fox schmiegt sich dicht an die Haut. Dafür sorgt das dünne Mesh-Stretch-Material in Kombination mit den flexiblen D30-Schaumstoffeinlagen an Brust, Rücken und Schultern. Top! So trägt der Protektor unter dem T-Shirt nicht auf. Auch gut: Die Protektoreneinlagen lassen sich zum Waschen herausnehmen. Beim Fahren im Park nervt die Weste null, sondern ermöglicht viel Bewegungsfreiheit.
Der Rückenprotektor deckt nur den mittleren und oberen Teil des Rückens ab. Der untere Rücken ist ungeschützt - kein gutes Gefühl. Trotz des dünnen Mesh-Materials schwitzte ich bei Temperaturen über 25 Grad im Park deutlich schneller als mit anderen Westen. Richtig umständlich wird das Ausziehen der Weste unter solchen Bedingungen.
STÄRKEN: Tragekomfort, hochwertiger Schaumstoff mit EN-1621-1-Zertifizierung
SCHWÄCHEN: Unterer Rücken liegt frei, Klima bei Temperaturen über 25 Grad, Ausziehen der Weste
Fazit zur Protektorenwestee Fox Baseframe Pro Sleeveless: Protektorenweste mit hochwertigen Schaumstoffeinlagen an Rücken, Schultern und Brust. Guter Tragekomfort. Minuspunkte für Details und Handhabung.
FREERIDE-Kaufempfehlung: Protektorenweste Fox Baseframe Pro Sleeveless
Helm: Specialized Ambush 2
Specialized entwickelte einen neuen Trail- und Enduro-Helm: den Specialized Ambush 2. Er kommt wuchtiger daher als der reguläre Ambush. Auffällig: Das Visier lässt sich nicht verstellen. Gut oder schlecht? Wir fanden es erst komisch, freundeten uns dann aber damit an. Neben dem ausgeklügelten Belüftungskonzept (funktioniert gut), kann man im neuen Ambush die Sonnenbrille in die vorderen Lüftungsschlitze klemmen. Auch das klappt je nach Bügeldicke der Brille besser oder schlechter. Das Verstellrad ist wie beim Vorgänger hinten im Helm integriert und lässt sich gut bedienen.
Der Helm besitzt das MIPS-System, es will beim Sturz gefährliche Rotationskräfte abpuffern. Der Vorgänger glänzte in der Vergangenheit beim Crash-Test mit guten Werten, der neue wird dank mehr Volumen noch besser abschneiden, so unsere Vermutung, doch das müssen wir erst noch testen. Kurzum: gelungener Helm, doch uns gefällt der Vorgänger Ambush 1 besser; gibt es auch weiterhin im Programm.
STÄRKEN: Features, Gewicht, Tragekomfort
SCHWÄCHEN: Preis, Angle-System nur optional
Fazit zum Specialized Ambush 2: Gute Passform, sinnige Features, hochwertige Verarbeitung. Top! Das wuchtige Design gefällt nicht jedem. Den etwas teureren Ambush 1 sollte man nicht außer Acht lassen.
FREERIDE-Kaufempfehlung: Specialized Ambush 2
Rucksack: ION Villain 8 Liter
Der ION Villain ist ein leichter Trail-Rucksack. In dem 8-Liter-Innenraum ist genug Platz für alles, was man für Trailrides so dabeihaben sollte: Ersatzschlauch, Pumpe, Regenjacke, Ersatzklamotten. Passt easy rein! Neben dem Trinkblasenfach gibt’s zwei weitere kleine Netztaschen, z. B. fürs Smartphone oder Riegel. Top: Die 2-Liter-Trinkblase ist serienmäßig dabei. Außen sind zwei weitere faustgroße RV-Taschen, um Zeug zu verstauen. In den zwei kleinen Hüftgurttaschen lassen sich Mini-Tool und Autoschlüssel unterbringen, das Hingreifen fällt allerdings etwas friemelig aus. Die Hüftgurte lassen sich zudem abnehmen, warum man das tun sollte, erschließt sich mir aber nicht. Die Hüftgurte sind nur dünn gepolstert. Bei beladenem Rucksack spürt man die schmalen Gurte dann schon mal. Sonst trägt sich der Villain gut.
STÄRKEN: Leicht, viele Taschen, Preis/Leistung
SCHWÄCHEN: Tragekomfort bei schwerer Beladung
Fazit zum Rucksack ION Villain, 8 Liter: Leichter, einfacher Trail-Rucksack mit sinnigem Taschen-Management und 2-Liter-Trinkblase.
E-Bike Rucksack: AMPLIFI E-Track
Nun ist er also da, der erste E-Bike-spezifische Rucksack. Da stellt sich doch die Frage: Surft der AMPLIFI E-Track nur auf dem Trend mit oder bietet er tatsächlich einen Mehrwert? Nach 250 Testkilometern können wir unser erstes Fazit ziehen. Der E-Mountainbike-Boom ist nicht aufzuhalten und verlangt natürlich auch nach speziellen Produkten.
Der AMPLIFI E-Track unterscheidet sich rein äußerlich nicht von einem normalen Bike-Rucksack. Das große Außenfach bietet die übliche Möglichkeit, Werkzeug, Reifenheber, Ersatzschlauch etc. zu verstauen. Bei aufgeklapptem Außenfach sieht man die aufgedruckten Notfallhinweise für alpines Gelände, Luftrettung- und Notfall-Telefonnummern. Sehr gut gefallen hat uns die Möglichkeit, eine Mini-Pumpe fixiert unterzubringen. Das Extrafach für den Zusatzakku ist im Hauptfach mittig platziert und hielt den Bosch Powerpack 500 mit seinen 2,5 kg Gewicht immer fest fixiert.
Der Hüftgurt bietet in den zwei Taschen zusätzlichen Stauraum. Der gut gepolsterte, breite Hüftgurt und die Schultergurte sind perforiert, um Hitzestau zu minimieren. Der AMPLIFI E-Track sitzt sehr eng am Rücken und fühlt sich trotzdem ausgesprochen bequem an. Die seitlichen Rückenpolster dürften unserer Meinung nach etwas dicker ausfallen, um ein leichtes Druckgefühl durch den Ersatzakku bzw. den Protektor gar nicht erst aufkommen zu lassen. Der AMPLIFI E-Track Hydration Ready, d. h. der Rucksack kann mit einer Trinkblase aufgerüstet werden. Zur Befestigung des Trinkschlauches befinden sich an beiden Schulterriemen Clips.
Wer sich als E-Mountainbiker mit dem Gedanken trägt, einen neuen Rucksack anzuschaffen, sollte auf jeden Fall den AMPLIFI E-Track in Betracht ziehen. Sieht man von den unserer Meinung nach etwas zu dünnen seitlichen Rückenpolstern ab, bietet der Rucksack alles, was sich das Bikerherz wünschen kann.
MTB-Rucksäcke im Test: Race, Tour und Alpencross
Obwohl Bike-Rucksäcke zuletzt Konkurrenz von "hippen Bags" (Hüfttaschen) bekamen und gar als uncool verschrien waren, kehren viele Bikerinnen und Biker zu den ehrenwerten Klassikern der Lastenbeförderung zurück. Denn ihre Vorteile sind allen Moden zum Trotz klar: Zwei Schultergurte und ein Hüftgurt verteilen die Last gleichmäßig auf Rücken und Hüfte, verhindern Wackeln oder einen rutschigen Sitz. Zudem schmiegen sie sich gut an den Körper und verleihen eine sichere Balance, wenn es beim Trailritt heftig zugeht. Auch ist ein Stauraum von mindestens zehn Litern das Minimum, wenn etwa Regenjacke, Trinkschlauch und Werkzeug mitgenommen werden. Nicht zuletzt taugen Rucksäcke - anders als Hipbags - als Alltagsbegleiter auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Wanderungen sind somit sogar nachhaltiger.
Viele Bikerinnen und Biker greifen zu einem mittelgroßen Modell der Klasse bis 20 Liter. Diese sind für die Tagestouren-Ausrüstung groß genug, schrumpfen für kürzere Ausritte mittels Kompressionsgurten zusammen und sind nicht viel schwerer als XC/Marathon-Modelle. Dennoch sprechen auch gute Argumente für diese kleineren Klammeraffen, denn ihre schlanke Form sitzt wie ein Hauch von Nichts am Rücken und folgt Moves, ohne zu wackeln. Wer hingegen einen Alpencross plant, für den führt ohne dramatischen Ausrüstungsverzicht kein Pfad an den größten Rucksackmodellen vorbei.
Test: Mountainbike-Race-Rucksäcke bis 14 Liter
"Weniger ist mehr" lautet der Slogan, mit dem Kleinstrucks cke bis 14 Liter für sich werben. Zwar erzielen nur die leichtesten drei (Amplifi, Camelbak, Evoc) einen echten Gewichtsvorteil gegenüber Tourenmodellen, doch ihre luftigeren Tragesysteme, das klar strukturierte Fächerangebot und die schnelle Handhabung sind für alle Bikerinnen und Biker interessant, die gerne schnell und schwei treibend unterwegs sind.
Für Hausrunde und schnelle Trailrides sind XC-Rucksäcke wie gemacht. Doch auch beim Trailtanz spielen sie ihre Vorteile aus: Der reduzierte Stauraum erzielt einen schlankeren Formfaktor. XC/Marathon-Rucksäcke schmiegen sich eng an den Körper und sorgen bei perfekt eingestelltem Tragesystem für einen körpernahen Schwerpunkt.
Ab etwa vier Kilo Zuladung ist die Einsatzdauer der Tragesysteme eingeschränkt, denn die meist dünnen, luftigen Schulter- und Hüftgurte verteilen die Last auf eine geringere Fläche als dicker gepolsterte. Eine Ausnahme stellt das komfortable Tragesystem des Advenate dar, der etwas zwischen den Kategorien angesiedelt ist. Auf Wunsch lässt er sich sogar vom schlanken Racepack zum Tourer umbauen.
🏆 Die Gewinner des Mountainbike-Rucksack-Tests
- Den MOUNTAINBIKE-Testsieg in der Kategorie Race-Rucksäcke holt sich der Ergon BX2 Evo, dank idealer Anpassung, top Belüftung und stark gepolsterte Rückenauflage mit viel Komfort.
- Der vielseitige, ausgreifte Deuter Race Air holt sich den Kauftipp in der Race-Rucksack-Kategorie und bietet viel Leistung fürs Geld.
- Testsieger unter den Tourenrucksäcken wird der Ergon BA3, der mit einem hochklassigen Tragesystem und bestem Komfort überzeugt.
- Der Scott Trail Rocket FR’16.0, der mit üppigem Stauraum und einer prima Belüftung überzeugt, holt sich den MOUNTAINBIKE-Kauftipp in der Kategorie Tourenrucksäcke.
- Unter den Alpencross-Rucksäcken begeistert der Deuter Trans Alpine 30 mit zahlreichen Featurues und einer top Handhabung bei moderatem Gewicht. Die top Performance holt ihm den MOUNTAINBIKE-Testsieg!
Vergleich von Race-Rucksäcken
Hier eine vergleichende Übersicht einiger getesteter Race-Rucksäcke:
| Modell | Preis/Gewicht | Volumen (Angabe/Messung) | Trinksystem | Besonderheiten | Testfazit | Testurteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Advenate Symphony 8+2+4 | 160 Euro/842+166 g | 14 Liter/11(+4) + 1 Liter | optional vom Fremdhersteller | Hauptfach mit Erweiterungsoption per RV, aufzippbares Zusatzfach mit vier Litern Volumen, Regenhülle und Werkzeug-Organizer inklusive | Mit der Aufsatztasche stößt er in Tourengefilde vor, das exzellente Tragesystem schultert die dann höheren Lasten ohne Probleme. Im Verhältnis zum Volumen nicht zu schwer geraten. Etwas schwitzig, der Rückenauflagestoff wellt sich. Handhabung gewöhnungsbedürftig. | Sehr gut |
| Amplifi Tour 12 | 100 Euro/598 g | 12 Liter/13 + 2 Liter | optional 2 Liter, 30 Euro | Regenhülle inklusive, Hauptfach mit Trinkblasenfach, Fächer für Wertsachen, Werkzeug, Fleecefach, Reflektor mit Blinklicht-Halterung, Signalpfeife an der Brustschließe | Das sehr luftige Rückensystem des Amplifi hält den Rücken schwitzfrei, erzeugt bei etwas mehr Zuladung aber Druckstellen. Sehr gut bedienbare Konstruktion mit schnell erreichbaren Seitentaschen und griffigen Reißverschlüssen. Sehr sauber verarbeitet, aus Recyclingmaterial. | Sehr gut |
| Camelbak M.U.L.E | 125 Euro/552 g | 12 Liter/10 + 1 Liter | 3-Liter-Trinkblase inklusive | 3-Liter-Trinkblase mit Magnetclip inklusive, Hüftgurt abnehmbar, Helmhalter, Reflektoren, Fleecefach, separates Trinkblasenfach, integrierte Werkzeug-/Kleinteilfächer | Bei voller Trinkblase und Notausrüstung trägt sich der teure M.U.L.E. noch komfortabel, da die Schultergurte dezent vorgeformt sind. Bei viel Körpereinsatz oder noch mehr Zuladung sitzt er etwas undefiniert. Prima ausgestattet. Intuitive, "schnelle" Handhabung. | Sehr gut |
| Deuter Race Air | 85 Euro/780 g | 10 Liter/11,5 + 2 Liter | optional 2 Liter, 36 Euro | Regenhülle inklusive, Hauptfach mit Trinkblasenfach, Fächer für Werkzeug, Pumpe, Wertsachen, Reflektoren, Blinklichthalter, Helmhalter optional, Brillenhalterung | Am Deuter gefällt der luftige Spannnetzrücken mit hohem Komfort selbst bei viel Zuladung. Die schmale Kontur unterstützt eine aktive Fahrweise, er neigt kaum zum Schwänzeln. Klares, gut strukturiertes Fächerangebot, top Handhabung. Günstig, tadellos verarbeitet. | Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp) |
| Ergon BX2 Evo | 100 Euro/833 g | 11,5 Liter/12 + 0,5 Liter | optional 3 Liter, 33 Euro | Regenhülle und Helmhalter/Spannsystem inklusive, Stauraumerweiterung per Reißverschluss, Rückenlänge in vier Positionen verstellbar, Fächer für Kleinteile, Fleecefach | Durch das anpassbare Rückensystem können Schwerpunkt und Sitz ideal eingestellt werden, wodurch der BX2 trotz weicher Hüftgurte superb anliegt, ohne schwitzig zu werden. Gutes, übersichtliches Fächerangebot mit leicht laufenden Zippern für schnelles Öffnen/Schließen. | Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger) |
| Evoc Ride 12 | 90 Euro/552 g | 12 Liter/12 + 1,5 Liter | optional 2 Liter, 35 Euro | Weit aufklappbares Hauptfach mit Trinkblasenfach, Fächer für Werkzeug, Pumpe, Wertsachen, Signalpfeife an der Brustschließe, Blinklichthalter, Helmhalter | Sehr leichter, geräumiger Rucksack, dessen Tragesystem erst bei viel Zuladung aufgrund der schmalen Hüftgurte an die Komfortgrenze stößt. Durch zahlreiche Fächer gut strukturierter Stauraum. Schmiegt sich trailtauglich-eng an den Rücken. Rundum tadellos verarbeitet. | Sehr gut |
Was passt in Race-Rucksäcke?
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Smartphone
- Minitool
- Schlauch
- Reifenheber
- Flickzeug
Test: Mountainbike-Tourenrucksäcke bis 20 Liter
Sie bilden die goldene Mitte zwischen leichtgewichtigen Race-Modellen und Alpencross-"Großmäulern" und sind deshalb auch bei Alltagsradlern und Pendlern beliebt. In den bis zu 20 Litern Stauraum der Tourenrucksäcke lässt sich eine komplette Ausrüstung ohne großes Abwägen und Aussortieren unterbringen. Sie lasten dennoch mit nur etwa 250 g Mehrgewicht im Vergleich zu XC-Modellen auf den Schultern, können auf Wunsch zu einer schlankeren Silhouette komprimiert werden, sind also leicht und universell einsetzbar.
Bis auf Scott und Osprey ist für alle hier getesteten Modelle ein spezieller Rückenprotektor erhältlich, und bis auf erneut Osprey bieten alle Modelle eine Helmhalterung, die Halbschalen- und Fullface-Helme gleichermaßen aufnimmt. Die Rucksäcke von Camelbak und Ergon bekräftigen zudem mit Halterungen für Knieprotektoren die Ernsthaftigkeit ihrer Ausrichtung. Das E-Bike-Zeitalter hinterlässt ebenfalls Spuren: Camelbak und Scott kommen mit separatem Fach für einen Reserve-Akku, den Ergon gibt es hingegen in einer dedizierten Variante für motorunterstützte Touren.
Vergleich von Tourenrucksäcken
| Modell | Preis/Gewicht | Volumen (Angabe/Messung) | Trinksystem | Besonderheiten | Testfazit | Testurteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Camelbak H.A.W.G. Pro 20 | 170 Euro/896 g | 20 Liter/15,5 + 3 Liter | 3-Liter-Trinkblase inklusive | Trinkblase, herausnehmbare Werkzeugtasche, Fleecefach, Rückenprotektor optional (50 Euro), Helmhalterung, Halter für Knieprotektoren, Reflektoren, E-Bike-Akkufach | Der H.A.W.G. trägt sich besser, als die sehr weichen Schultergurte vermuten lassen. Bestens fixiert, schmiegt er sich eng an den Körper, hält am Rücken dennoch Abstand für super Belüftung. Die Fachaufteilung ohne Seitentaschen richtet sich an Trailhungrige. Top Trinkblase. | Sehr gut |
| Ergon BA3 | 140 Euro/1140 g | 17 Liter/16 + 3 Liter | optional 3 Liter, 33 Euro | Regenhülle, Rückenlänge verstellbar, RV-Trinkblasenfach, Halter für Integral-/Halbschalenhelme und Knieprotektoren, Rückenprotektor optional (35 Euro), Fleecefach | Schwer, aber durch die variable Rückenlängenverstellung ist der Sitz individuell anpassbar, das Tragesystem verteilt die Last perfekt und erzeugt einen tiefen Schwerpunkt. Mit vielen Fächern kleinteilig, aber bestens organisiert. Umfangreich ausgestattet, tadellos verarbeitet, super bedienbar. | Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger) |
| Norrøna Skibotn 15L | 169 Euro/851 g | 15 Liter/16,5 Liter | optional von Fremdhersteller | Rückenprotektor optional (65 Euro), Halter für Integral- und Halbschalenhelme, Goggle-kompatibles Fleecefach, Trinkblasenfach, Werkzeug- Organizer, Wertsachenfach | Für Freeride konzipiert, nimmt der Norrøna die wichtigste Ausrüstung auf, nur Halter für Knieprotektoren fehlen. Das Tragesystem erzielt einen körpernahen Sitz für heftige Trailrides, ohne Rückenprotektor getragen, beult es jedoch deutlich aus. Für das Gebotene recht teuer. | Gut |
| Osprey Syncro 20 | 120 Euro/818 g | 20 Liter/17,5 + 1,5 Liter | optional 2 Liter, 46 Euro | Regenhülle, Helmhalter, RV-Trinkblasenfach, Werkzeug-Organizer, gepolstertes Brillenfach, Schlüsselclip, Blinklichthalterung, Reflektoren, Magnetclip für Trinkschlauch | Auf Leichtgewicht getrimmt, bietet der Syncro gut organisierten Stauraum. Das Tragesystem mit Drahtrahmen und Spannrücken drückt am unteren Auflagepunkt leicht durchs luftige Material. Das Aufsatzfach mit nicht umlaufendem RV ist etwas fummelig zu bedienen. Top Verarbeitung. | Gut |
| Scott Trail Rocket FR’16.0 | 130 Euro/796 g | 16 Liter/18,5 + 3 Liter | optional 2 Liter, 35 Euro | Regenhülle, Halter für Integral- und Halbschalenhelme, Trinkblasen- /E-Bike-Akkufach, Werkzeug- Organizer, Notfallanleitung, Schlüsselclip, Reflektoren | Sein üppiger Stauraum ist in wenige Organisationseinheiten aufgeteilt. Das simpel konstruierte Tragesystem mit zwei vertikalen Polstern erfüllt seinen Zweck und ist prima belüftet. Bei einem Testexemplar lief der RV des Hauptfachs aufgrund eines Fertigungsfehlers sehr hakelig. | Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp) |
Was passt in die Tourenrucksäcke?
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Wechseltrikot/Unterhemd
- Knieprotektoren
- Knielinge
- Armlinge
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Handy/Kompaktkamera
- Geld und Ausweis
- Wechselscheiben für Brille
- Minitool
- Schlauch
- Multitool mit Zange
- Reifenheber
- Flickzeug
- Kleines Kabelschloss
Test: Mountainbike-Alpencross-Rucksäcke bis 35 Liter
Wer wirklich lange unterwegs ist, braucht einen Rucksack, der das komplette Zubehör schluckt und auch wieder ausspuckt. Mag die Machart des bevorzugten Tragesystems in kleineren Rucksackkategorien noch Diskussionen auslösen (lieber körpernah und trailaffin oder tourig-komfortabel mit Stabilität), bei den Ladungsgroßmeistern sind sich alle einig, dass eine komfortable Lastverteilung auf Schultern, Rücken und Hüfte ohne Druckstellen und mit möglichst geringer Schweißentwicklung für Mehrtagestouren ideal ist.
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