Die Welt des Motocross hat im Laufe der Jahre viele talentierte Fahrerinnen hervorgebracht. Diese Frauen haben nicht nur ihr Können auf der Rennstrecke bewiesen, sondern auch dazu beigetragen, den Motorsport für weibliche Teilnehmer zugänglicher zu machen.
Larissa Papenmeier: Eine Pionierin des deutschen Motocross
Larissa Papenmeier (geboren am 27. Januar 1990) ist Deutschlands erfolgreichste und bekannteste Motocross-Pilotin. Mit 5 Jahren ging es für Larissa Papenmeier erstmals auf ein Motocross-Bike. Bereits ein Jahr später, im Alter von sechs Jahren, stand das erste Rennen an. Von da an nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf.
Ihre Leidenschaft für Motocross begann früh, und schon in jungen Jahren zeigte sich ihr Talent auf der Rennstrecke. Ihr professioneller Werdegang begann offiziell in den Jugendklassen, und es dauerte nicht lange, bis sie ihre Fähigkeiten auf nationaler und internationaler Ebene unter Beweis stellte. Den größten Erfolg erzielte Larissa mit dem zweiten Platz in der Motocross-Weltmeisterschaft WMX, 2009.
Ihr Durchbruch auf der internationalen Bühne war besonders bemerkenswert. Larissa beeindruckte nicht nur durch ihre technische Finesse auf dem Motorrad, sondern auch durch ihren unbändigen Ehrgeiz und ihre Entschlossenheit, sich in einer von Männern dominierten Sportart zu behaupten.
Larissa Papenmeier hat sich in der Welt des Motocross einen respektablen Platz erobert und gilt als Vorbild für junge Fahrerinnen, die ihre Träume im Motorsport verfolgen. Mittlerweile gibt es immer mehr Mädchen / Frauen, die Motocross fahren und die Anerkennung ist auch viel größer geworden. Es gibt eigene Frauen Klassen, in Deutschland z.B. den DMV MX Ladies Cup.
Larissa Papenmeier: "Mein Ziel war es ein Männer WM Rennen mitzufahren. Ich möchte die Frauen im Motocross unterstützen und deswegen habe ich dieses Jahr das erste deutsche Frauen Team gegründet, welches bei der WM an den Start geht. Dieses Jahr verfolge ich meinen Kindheitstraum...ich möchte Frauen Weltmeisterin werden! Letztes Jahr konnte ich den 3. Platz in der Frauen Weltmeisterschaft belegen."
Lisa Michels: Ein aufstrebendes Talent
Ein junges Mädchen, Lisa Michels aus Kempenich, Mitglied des MCC Ettringen, schreibt Motorsport-Geschichte. Mit ihren 15 Jahren ist sie als jüngste Teilnehmerin bei der Motocross-Weltmeisterschaft der Frauen, eingeschrieben (WMX Entry List, 50 Starterinnen). Im April in Trentino/Italien, schaffte sie auf Anhieb die Qualifikation und konnte in zwei Wertungsläufen ihr Können zeigen. Zum Schluss konnte sie voller Stolz als Gesamtergebnis Platz 27 vorweisen.
Weiter ging es im Mai in Teutschenthal, Heim-Grand Prix, Training und Qualifikation, reine Nervensache, Lisa ist wieder bei zwei Wertungsläufen am Start. Im ersten Lauf, lange auf Platz 18 liegend, was immerhin drei WM-Punkt bedeutet, verpasste sie zum Schluss, nach zwei Ausrutschern, dieses Top-Ergebnis. Im Gesamtergebnis immerhin Platz 23. Sie kratzt an den Punkten, es ist nur noch eine Frage der Zeit!
Vielleicht der Anfang einer unglaublichen Motocross Story. Bei der diesjährigen Motocross- Veranstaltung des MCC Ettringen wird Lisa als einzige Frau in der Prestige Klasse am Start sein. Lisa und ihr Team freuen sich über ihren Erfolg.
Lotte Van Drunen: Die "Sand Queen" erobert die Herzen
In der weiten, sandigen Arena des Motorsportpark Gelderland Midden, schrieb eine junge Niederländerin ein weiteres Kapitel in ihrer Erfolgsgeschichte. Der Druck war enorm. Die 17-Jährige ging punktgleich mit ihrer härtesten Rivalin, Daniela Guillen, in Arnheim an den Start. Beide wussten: Ein Fehler auf dieser technisch anspruchsvollen Sandstrecke könnte den Titeltraum zunichtemachen.
Im ersten Rennen des Wochenendes bewies sie Nervenstärke und Entschlossenheit. Bereits in der ersten Kurve setzte sie sich an die Spitze, dicht gefolgt von der vierfachen Weltmeisterin Courtney Duncan, die alles daransetzte, Van Drunen die Führung zu entreißen. Doch die Niederländerin blieb cool, hielt das Tempo hoch und nutzte ihre exzellente Streckenkenntnis, um in den entscheidenden letzten Runden ihren Vorsprung wieder auszubauen.
Gestärkt durch diesen Sieg ging sie mit breiter Brust ins zweite Rennen. Und wieder erwischte sie den perfekten Start - den Holeshot - und katapultierte sich sofort an die Spitze. Während ihre Rivalinnen in den hinteren Reihen zu kämpfen hatten, zog Lotte Van Drunen Runde für Runde davon. Als die Zielflagge fiel, brach Jubel aus. Van Drunen hatte nicht nur einen Doppelsieg eingefahren, sondern sich auch einen komfortablen Vorsprung in der Meisterschaft gesichert.
Ihr Strahlen nach dem Rennen sprach Bände: „Das ist genau das, was ich tun musste - zwei gute Starts. Ich wusste, dass ich die Schnellste war, aber ich musste es einfach umsetzen.
Van Drunens Triumph in Arnheim war mehr als nur ein weiterer Sieg in ihrer noch jungen Karriere. Es war eine eindrucksvolle Demonstration ihres Talents. Sie hat nicht nur ihre Position als Top-Titelanwärterin gefestigt, sondern auch die Herzen der heimischen Fans erobert, die ihre „Sand Queen“ begeistert feierten.
Historische Deutsche Meisterschaft der Frauen
Am Sonntag wurde Motocross-Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal traten bei einer offiziellen Deutschen Meisterschaft Frauen gegeneinander an. Es war die erste offizielle Deutsche Meisterschaft der Frauen im Motocross: 29 Mädchen und Frauen im Alter zwischen 13 und 40 Jahren sind mit ihren Motorrädern an der Reutlinger Rennstrecke gestartet. Darunter waren auch Frauen aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Tschechien - und Anni Müller aus Haiterbach (Kreis Calw).
Die 15-Jährige musste wegen einer Rücken-OP eineinhalb Jahre lang pausieren. Am Pfingstsonntag dann ihr erstes Rennen seit langem mal wieder - ein historisches. Zweimal gingen die Frauen an den Start: einmal am Mittag und am Nachmittag. Bei den beiden Rennen war in dem vielen Matsch Durchhaltevermögen gefragt: 25 Minuten dauert ein Rennen. Eine Runde auf der Rennstrecke am Reutlinger Sportpark ist 1.850 Meter lang.
Schon als kleines Kind - als Dreijährige - hat sie ihrem Vater beim Training zugeguckt. Als sie sechs Jahre alt wurde, hat sie ihr erstes Motorrad zum Geburtstag geschenkt bekommen. Damals schon und heute immer noch ist ihr großes Ziel, bei der Motocross-Weltmeisterschaft mitzufahren.
Nach dem Zeittraining am Vormittag startete sie beim ersten Rennen von Platz 20. Sie kam auf Platz 22. Durch das zweite Rennen landete sie in der Gesamtwertung auf Platz 25. Ihre Eltern sind stolz auf sie - auch weil sie bei der ersten Motocross-Meisterschaft der Frauen dabei war.
Steffi Laier: Dreifache Weltmeisterin und Vorbild
Als Vierjährige bekam Steffi Laier ihr erstes Motorrad geschenkt, heute ist sie Motocross-Weltmeisterin. Ihre Krankenakte ist so lang wie die Liste ihrer Erfolge.
Bevor Steffi Laier im April auf ihre Motocross-Maschine steigen kann, muss sie erst einmal 1800 Kilometer mit ihrem Wohnmobil durch Europa tingeln. Die Weltserie in der Klasse MX1, in der die 25-Jährige seit drei Jahren die unbestrittene Nummer eins ist, beginnt in der bulgarischen Kleinstadt Sevlievo.
Steffi Laier ist dreimalige Weltmeisterin. Seit ihrem vierten Geburtstag fährt sie mit Motorrädern über Lehmhügel: „Motocross, das ist mein Leben.“ Und trotzdem hat sie die Wertschätzung für sich und ihren Sport noch nie mehr vermisst als jetzt.
Von den 50 Deutschen, die ihren Sport regelmäßig unter Wettkampfbedingungen betreiben, ist Laier wohl die einzige, deren Einnahmen keinen Nebenjob erfordern. Wie lange das noch so bleiben wird, ist offener denn je. Nachdem in den letzten Jahren stetig mehr Sponsoren auf sie aufmerksam wurden, darunter sogar der österreichische Milliarden-Konzern Red Bull, droht diesem Trend nun die Umkehr.
„Früher waren 20.000 Zuschauer bei den Rennen. Jetzt wird es vielleicht noch ein Viertel so viel sein“, schätzt Laier. Eine Weltmeisterin wird im Motocross erst seit 2005 ausgefahren. Was sich bei den Männern längst zum coolen Trendsport entwickelt hat und selbst in den Wintermonaten große Arenen füllt, befindet sich bei den Frauen noch im Wachstum.
Nicht jede Pilotin in der Motocross-WM betreibt den Sport auf Laiers Niveau. Das zeigt nicht zuletzt das steile Leistungsgefälle. Im Frauen-Motocross gibt es weltweit etwa eine Handvoll Spitzenpilotinnen, die die Siege unter sich ausmachen. Alle anderen fahren mit großem Abstand hinterher. Dennoch können sie den Topfahrerinnen äußerst gefährlich werden.
Einen Trümmerbruch im Daumen, eine Schulter-Eckgelenks-Sprengung, einen Bänderriss in der Hand - mit einer bemerkenswerten Beiläufigkeit spricht Steffi Laier über die Krankenakte, die sie sich während ihrer Karriere zugelegt hat: „So etwas passiert halt. Wenn ich gestürzt bin, war es meistens die Schuld anderer Fahrer.“
Trotz der unfreiwilligen Winterpause durch die Schulterverletzung wird Steffi Laier auch in der nächsten Saison wieder als Topfavoritin an den Start gehen. Gerade erst ist sie von der FIM zur „Motocross-Fahrerin des Jahres 2010“ gekürt worden. Es war eine folgerichtige Jury-Entscheidung, schließlich hat sie in der vergangenen Saison jeden zweiten WM-Lauf gewonnen. Diese Quote will sie auch 2011 erreichen. „Ich kann mindestens noch fünf Jahre auf Spitzenniveau fahren.“
Das Ziel ist klar: Der vierte WM-Titel in Folge. Das hat, logisch bei der jungen Geschichte der Frauen-Weltmeisterschaft, noch keine Pilotin geschafft. Nach dem Auftakt in Bulgarien geht es weiter zum zweiten WM-Lauf nach Megalopoli/Griechenland.
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