Ana Carrasco krönt sich zur ersten Frauen-Motorrad-Weltmeisterin

Ana Carrasco ist die erste Weltmeisterin in der Geschichte der neuen Frauen-WM im Rahmen der Superbike-WM. Beim Saisonfinale in Jerez behauptete Carrasco ihre Führung im Gesamtklassement und sicherte sich ihren zweiten Titel. Carrasco gewann in der Vergangenheit bereits die Supersport-300-WM.

Spanische Dominanz an der Spitze

Der Kampf an der Spitze entwickelte sich zu einer spanischen Angelegenheit. Ana Carrasco und Maria Herrera gingen als große Favoritinnen in die Saison und wurden dieser Rolle auch gerecht. Es spitzte sich ein WM-Duell der beiden Spanierinnen zu. In Estoril trug sich mit Sara Sanchez eine weitere Fahrerin in die Liste der Siegerinnen ein.

Das WM-entscheidende Manöver

Das WM-entscheidende Manöver ereignete sich in Cremona. Herrera wurde in der letzten Runde des zweiten Rennens zu Sturz gebracht und verlor mit einem Schlag 25 Punkte und die WM-Führung, die sie bis dahin inne hatte. Carrasco baute ihre WM-Führung in Estoril aus und ging mit 18 Punkten Vorsprung ins finale Rennwochenende der WorldWCR-Debütsaison.

Drama im Finale von Jerez

Herrera gewann beim Finale in Jerez das Samstags-Rennen und verringerte den Rückstand auf 13 Zähler. Im finalen Rennen bildete sich eine sechs Fahrerinnen starke Führungsgruppe. Bis zur letzten Kurve konnte sich Herrera noch Chancen auf den WM-Titel ausrechnen. Sie kam als Führende zur letzten Kurve, stürzte dann aber im Duell mit Sara Sanchez. Herrera beschwerte sich mit einer klaren Geste, doch Sanchez' Manöver war sauber. Sanchez holte sich den Sieg. Beatriz Neila wurde am Sonntag Zweite, Ana Carrasco komplettierte das Podium. Damit ging der Titel an Carrasco. Herrera wurde Vizeweltmeisterin.

Beatriz Neila kämpfte regelmäßig in der Spitzengruppe, konnte sich schlussendlich aber nicht durchsetzen. Die Spanierin holte vier Podestplätze und beendete die Saison auf der vierten Position.

Die deutschsprachigen Teilnehmerinnen

Durchwachsen verlief die WorldWCR-Debütsaison für die deutschsprachigen Teilnehmerinnen.

Lucy Michel

Lucy Michel beendete die Saison auf P16 der WM-Wertung. Viele Strecken waren Neuland. Die geringe Trainingszeit war keine Hilfe, um die Strecken zu lernen. Das beste Einzelergebnis von Michel war ein siebter Platz beim zweiten Rennen in Donington. Bei den beiden finalen Events ging die 19-jährige Sächsin leer aus. Aufgrund ihrer Größe hatte sie einige Probleme mit der Yamaha R7. Besonders beim Start war sie im Nachteil.

Lena Kemmer

Lena Kemmer aus Österreich fuhr in Misano, Donington, Portimao, Cremona und Jerez in die Punkteränge. Das beste Einzelergebnis war ein elfter Platz beim Saisonauftakt in Misano.

Schwerer Sturz überschattet die Saison

Überschattet wurde die WorldWCR-Debütsaison durch einen schweren Sturz im ersten Rennen überhaupt. Beim Auftakt in Misano verunglückte Mia Rusthen schwer und schwebte daraufhin in Lebensgefahr. Die Norwegerin lag lange im künstlichen Koma, kämpfte sich aber zurück ins Leben. Beim Saisonfinale in Jerez kehrte Rusthen ins Fahrerlager zurück und traf auf ihre ehemaligen Kolleginnen.

Ausblick auf die Saison 2025

Im kommenden Jahr geht die WorldWCR in ihre zweite Saison. Die Serie wird erneut bei ausgewählten Events im Rahmenprogramm der Superbike-WM fahren. Die sechs Stationen sind Assen (Niederlande), Cremona (Italien), Donington (Großbritannien), Balaton Park (Ungarn), Magny-Cours (Frankreich) und Jerez (Spanien).

Ana Carrasco, die Meisterin der ersten WorldWCR-Saison, stieg in die Supersport-WM auf und kann ihren Titel demzufolge nicht verteidigen. Bei den ersten Supersport-WM-Einsätzen in der Saison 2025 blieb Carrasco ohne Punkte. Beim Test in Cremona fuhr die Spanierin Bestzeit. Ebenfalls schnell unterwegs war Roberta Ponziani. Sara Sanchez, die Ende der vergangenen Saison Rennen gewann, zählt ebenfalls zu den Favoritinnen.

Die 20-Jährige aus Elterlein in Sachsen konnte mit einer Crowdfunding-Aktion ihre Teilnahme sichern. Die WorldWCR-Saison 2024 beendete Michel auf der 16. Position. Die großen Unterschiede zwischen den Fahrerinnen kreierten in der WorldWCR-Debütsaison einige kritische Momente und sorgten für Kritik. Es wird erwartet, dass das Feld in diesem Jahr enger zusammenrückt.

Gefahren wird auch in diesem Jahr mit einheitlichen Yamaha R7. Die Zweizylinder-Motoren leisten etwas mehr als 70 PS. Damit ist die WorldWCR deutlich unterhalb der Supersport-WM angesetzt.

Endstand WorldWCR 2024

Hier ist der Endstand der WorldWCR-Saison 2024:

Platz Fahrerin (Nation) Punkte
1 Ana Carrasco (Spanien) 244
2 Maria Herrera (Spanien) 215
3 Sara Sanchez (Spanien) 191
4 Beatriz Neila (Spanien) 172
5 Roberta Ponziani (Italien) 135
6 Pakita Ruiz (Spanien) 112
7 Tayla Relph (Australien) 83
8 Astrid Madrigal (Mexiko) 60
9 Ran Yockay (Israel) 56
10 Ornella Ongaro (Frankreich) 55
11 Mallory Dobbs (USA) 45
12 Isis Carreno (Chile) 42
13 Adela Ourednickova (Tschechien) 39
14 Chun Mei Lui (Taiwan) 31
15 Emily Bondi (Frankreich) 31
16 Lucy Michel (Deutschland) 30
17 Jessica Howden (Südafrika) 25
18 Chloe Jones (Großbritannien) 20
19 Andrea Sibaja (Spanien) 20
20 Avalon Lewis (Neuseeland) 19
21 Nicole van Aswegen (Südafrika) 17
22 Lena Kemmer (Österreich) 17
23 Luna Hirano (Japan) 13
24 Jamie Hanks-Elliott (Großbritannien) 7
25 Krystal Silfa (Dominikanische Republik) 1

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