Klarer Sound auf zwei Rädern: Mit dem richtigen Bluetooth-Headset bleiben Biker in Verbindung - ob mit den Begleitern, dem Navi oder dem Lieblingssong. AUTO BILD hat beliebte Modelle in verschiedenen Preislagen getestet.
Warum ein Motorrad-Headset?
Motorrad-Headsets machen das Fahrerlebnis nicht nur komfortabler, sondern auch kommunikativer. Je nach Modell ermöglichen sie Gespräche mit dem Sozius oder mit mehreren Bikern in der Gruppe - praktisch für den Austausch zu Route und Pausen oder zum Warnen vor Gefahren - das alles, ohne anzuhalten. Doch die kleinen Geräte können noch mehr: Musik hören, Anrufe entgegennehmen oder Navigationsansagen folgen - alles direkt im Helm und während der Fahrt. Die Bedienung erfolgt meist per Knopfdruck oder Sprachbefehl, die Verbindung läuft über Bluetooth.
Die Nutzung von Headsets beim Motorradfahren ist grundsätzlich gestattet, solange Umgebungsgeräusche weiterhin gut wahrnehmbar bleiben. Deshalb sind handelsübliche Motorrad-Headsets mit integrierten Lautsprechern ausgestattet, die im Helm verbaut werden - statt mit abschirmenden In-Ear-Kopfhörern.
AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Alle Geräte lassen sich problemlos mit dem Smartphone koppeln - auch für Technik-Laien kein Problem. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos.
Testkriterien und Ergebnisse
Begonnen haben wir mit dem Einbau der jeweiligen Geräte in unseren Testhelm. Eklatante Unterschiede der einzelnen Modelle ließen sich hierbei nicht feststellen. In den meisten Fällen kann das Bedienteil mit zwei unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten am Helm fixiert werden, entweder per Klett- oder Magnethalter oder per Steck- bzw. Schiebesockel. Innerhalb von maximal 30 Minuten waren die Headsets jeweils startklar, weitere fünf Minuten später konfiguriert und mit unserem Smartphone verbunden. Weshalb wir zügig zum Funktionstest übergehen konnten.
Dabei bewerteten wir Bedienbarkeit mit (Leder-)Handschuhen, Bedienkomfort allgemein (z. B. den Sprachassistenten), Klangempfinden bei wechselnden Geschwindigkeiten bis hin zu Autobahntempo 130 km/h, Stabilität der Bluetooth-Verbindung sowie Reichweite und vieles mehr.
Parallel zu den fünf universell verwendbaren Headsets haben wir zwei helmgebundene Systeme außerhalb der Wertung mitgetestet. Wir wollten wissen, welchen Unterschied es macht, wenn ein für ein bestimmtes Helmmodell passendes System statt eines Allround-Sets verwendet wird.
Im Stadtverkehr und auf der Autobahn checken wir, wie die Verbindungs-, Klang- und Lautsprecher Qualität ist und wie gut sich die Geräte während der Fahrt bedienen lassen.
Der wohl augenscheinlichste Unterschied liegt in der kompakteren Unterbringung der Bedieneinheit links am Helm. So steht etwa das konventionelle Cardo Packtalk Edge 28 Millimeter und das FOD Sports FX8 Pro satte 32 mm vom Helm ab, während das helmgebundene Schuberth SC2 C5 den passenden Schuberth-Helm nur um elf mm überragt. Das Nolan-System liegt ebenfalls homogen am Nolan N-Com-Helm an und kommt zusätzlich mit einem integrierten Sicherheitsfeature, einem zweiten Zusatz-Bremslicht.
Reichweite und Akkulaufzeit
Kritikpunkt Reichweite: Die vom Hersteller angegebenen Distanzen von 1,2 bis 2 Kilometern für Intercom-Verbindungen erwiesen sich als überambitioniert. In der Praxis lag die stabile Reichweite meist nur bei 200 bis 600 Metern - abhängig vom Gelände, Helmtyp und anderen Störfaktoren. Besonders bei Carbonhelmen sinkt die Reichweite.
Gut: die Akkulaufzeiten. Je nach Modell halten die Headsets zwischen 10 und 20 Stunden durch - genug für einen ausgedehnten Tag auf zwei Rädern.
Die Testergebnisse im Detail
Testsieger: Sena 50R
Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Doch dient die schicke Formgestaltung nicht dem Selbstzweck, sondern unterstützt eine einfache Handhabung über drei große, leicht zu ertastende Schalter. Ein Knopfdruck auf den mittleren Taster "Hey Sena" - und schon ist das Gerät per Sprachsteuerung bedienbar. Beeindruckend: Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation. Beim Laden mit dem beigelegten Wifi-Kabel werden automatische Updates aufgespielt.
Negatives? Nun, dem 50R liegt lediglich eine unverständliche Quick-Start-Anleitung bei. Ein Benutzerhandbuch muss aus dem Netz heruntergeladen werden. Unterm Strich ist das Sena 50R ein tolles Gerät mit einem stattlichen Anschaffungspreis - unser Testsieger.
Preis-Leistungs-Sieger: Albrecht BPA 600
Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig. Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon.
Grundsätzlich kann das Albrecht-Headset seinen günstigen Preis nicht verbergen. Die vier kleinen Taster lassen sich erst nach einiger Gewöhnung zuverlässig bedienen und wirken wackelig, die Lautsprecher sind scharfkantig, die Kabel dünner als bei den Konkurrenten. Zudem erfolgt die Lautstärkeregelung in zu großen Schritten. Auch ist das von ausgeprägten Höhen dominierte Klangerlebnis eingeschränkt. Dagegen ist die Geräuschunterdrückung am Mikrofon sehr effizient, und bei Ausführung und Umfang der Bedienungsanleitung kann das Albrecht punkten. Unterm Strich kann das Gerät alles, was man von ihm erwartet und wird zu Recht Preis-Leistungs-Sieger des Tests.
Weitere getestete Modelle
- Cardo Packtalk Edge: Einfache Montage mittels Magnetverbindung, intuitive Bedienung und gute Geräuschunterdrückung, jedoch höhenlastiger Klang und unzureichende Bedienungsanleitung.
- Cardo Freecom 4x: Einfache Bedienbarkeit auch mit Handschuhen, zuverlässige Sprachsteuerung, Klang besonders im Bassbereich etwas schwach, unzureichende Bedienungsanleitung.
- Fodsports FX8 Pro: Guter Klang und nützliche Extras wie ein integriertes FM-Radio, erschwerte Bedienung durch unklar gestaltete Taster, kaum hilfreiche Bedienungsanleitung.
Insgesamt zeigen die getesteten Geräte durchweg gute Leistungen, wobei jedes Modell spezifische Stärken und Schwächen in Bedienung, Klangqualität und Benutzerführung aufweist.
Zusätzliche Informationen und Tipps
Wichtiger Hinweis zur Zulassung:
Bitte beachten Sie, dass Motorradhelme nur dann rechtssicher mit einem Kommunikationssystem nachgerüstet werden dürfen, wenn sie gemäß ECE-R 22.06 dafür zugelassen sind. Erkennbar ist dies an der „UA“-Kennzeichnung (Universal Accessories) auf dem Helm. Wird ein Intercom-System - etwa per Klebe- oder Klemmbefestigung - an einem nicht freigegebenen Helm montiert, kann dies als bauliche Veränderung gewertet werden und die Zulassung des Helms erlöschen lassen. Dies kann zu Bußgeldern im Ausland, etwa in Luxemburg, sowie versicherungsrechtlichen Problemen im Falle eines Unfalls führen.
Worauf muss ich beim Kauf eines Motorrad-Headsets achten?
Beim Kauf eines Bluetooth-Motorrad-Headsets ist es wichtig, auf Klangqualität und effektive Geräuschunterdrückung zu achten, besonders für klare Kommunikation bei hohen Geschwindigkeiten. Achten Sie auch auf eine lange Batterielaufzeit, Kompatibilität mit Ihrem Helm und anderen Geräten sowie einfache Bedienbarkeit, idealerweise auch mit Handschuhen.
Wie viel kostet ein gutes Motorrad-Headset?
Bei Motorrad-Headsets variiert der Preis je nach Qualität und Funktionen erheblich. Das Albrecht BPA 600 bietet als günstigstes gutes Modell solide Basisfunktionen für rund 80 Euro. Für anspruchsvollere Nutzer ist das Sena 50R mit Top-Leistungen in Klang, Konnektivität und Technologie für über 350 Euro die Premiumoption. Diese Preisspanne zeigt, dass von Einsteiger- bis zu High-End-Modellen für jeden Anspruch etwas dabei ist.
Die besten Motorrad-Headsets im Überblick
Hier ist eine Tabelle mit einigen der besten Motorrad-Headsets, basierend auf verschiedenen Kriterien:
| Headset | Praxistauglichkeit | Material/Verarbeitung | Ausstattung | Sprachqualität/Reichweite | Preis (ungefähr) |
|---|---|---|---|---|---|
| Cardo Packtalk Edge | 93 Punkte | Gut | Umfangreich | Sehr gut | Ab 134,95 Euro |
| Sena 50S | 89 Punkte | Gut | Umfangreich | Sehr gut | Ab 229,00 Euro |
| Sena 50R | 78 Punkte | Gut | Gut | Gut | Ab 258,08 Euro |
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