Motorrad-Headsets im Test: Welches sorgt für optimales Entertainment?

Klarer Sound auf zwei Rädern: Mit dem richtigen Bluetooth-Headset bleiben Biker in Verbindung - ob mit den Begleitern, dem Navi oder dem Lieblingssong.

Motorrad-Headsets machen das Fahrerlebnis nicht nur komfortabler, sondern auch kommunikativer. Je nach Modell ermöglichen sie Gespräche mit dem Sozius oder mit mehreren Bikern in der Gruppe - praktisch für den Austausch zu Route und Pausen oder zum Warnen vor Gefahren - das alles, ohne anzuhalten. Doch die kleinen Geräte können noch mehr: Musik hören, Anrufe entgegennehmen oder Navigationsansagen folgen - alles direkt im Helm und während der Fahrt. Die Bedienung erfolgt meist per Knopfdruck oder Sprachbefehl, die Verbindung läuft über Bluetooth.

Rechtlich erlaubt - mit Einschränkungen: Die Nutzung von Headsets beim Motorradfahren ist grundsätzlich gestattet, solange Umgebungsgeräusche weiterhin gut wahrnehmbar bleiben. Deshalb sind handelsübliche Motorrad-Headsets mit integrierten Lautsprechern ausgestattet, die im Helm verbaut werden - statt mit abschirmenden In-Ear-Kopfhörern.

Getestete Modelle und Ergebnisse

AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Alle Geräte lassen sich problemlos mit dem Smartphone koppeln - auch für Technik-Laien kein Problem. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos. Die Akkulaufzeiten sind gut: Je nach Modell halten die Headsets zwischen 10 und 20 Stunden durch - genug für einen ausgedehnten Tag auf zwei Rädern.

Kritikpunkt Reichweite: Die vom Hersteller angegebenen Distanzen von 1,2 bis 2 Kilometern für Intercom-Verbindungen erwiesen sich als überambitioniert. In der Praxis lag die stabile Reichweite meist nur bei 200 bis 600 Metern - abhängig vom Gelände, Helmtyp und anderen Störfaktoren. Besonders bei Carbonhelmen sinkt die Reichweite.

Testsieger: Sena 50R

Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Doch dient die schicke Formgestaltung nicht dem Selbstzweck, sondern unterstützt eine einfache Handhabung über drei große, leicht zu ertastende Schalter. Ein Knopfdruck auf den mittleren Taster "Hey Sena" - und schon ist das Gerät per Sprachsteuerung bedienbar. Beeindruckend: Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation. Beim Laden mit dem beigelegten Wifi-Kabel werden automatische Updates aufgespielt. Nun, dem 50R liegt lediglich eine unverständliche Quick-Start-Anleitung bei. Ein Benutzerhandbuch muss aus dem Netz heruntergeladen werden. Unterm Strich ist das Sena 50R ein tolles Gerät mit einem stattlichen Anschaffungspreis - unser Testsieger.

Preis-Leistungs-Sieger: Albrecht BPA 600

Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig. Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon. Grundsätzlich kann das Albrecht-Headset seinen günstigen Preis nicht verbergen. Die vier kleinen Taster lassen sich erst nach einiger Gewöhnung zuverlässig bedienen und wirken wackelig, die Lautsprecher sind scharfkantig, die Kabel dünner als bei den Konkurrenten. Zudem erfolgt die Lautstärkeregelung in zu großen Schritten. Auch ist das von ausgeprägten Höhen dominierte Klangerlebnis eingeschränkt. Dagegen ist die Geräuschunterdrückung am Mikrofon sehr effizient, und bei Ausführung und Umfang der Bedienungsanleitung kann das Albrecht punkten. Unterm Strich kann das Gerät alles, was man von ihm erwartet und wird zu Recht Preis-Leistungs-Sieger des Tests.

Testverfahren

Begonnen haben wir mit dem Einbau der jeweiligen Geräte in unseren Testhelm. Eklatante Unterschiede der einzelnen Modelle ließen sich hierbei nicht feststellen. In den meisten Fällen kann das Bedienteil mit zwei unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten am Helm fixiert werden, entweder per Klett- oder Magnethalter oder per Steck- bzw. Schiebesockel. Innerhalb von maximal 30 Minuten waren die Headsets jeweils startklar, weitere fünf Minuten später konfiguriert und mit unserem Smartphone verbunden. Weshalb wir zügig zum Funktionstest übergehen konnten.

Dabei bewerteten wir Bedienbarkeit mit (Leder-)Handschuhen, Bedienkomfort allgemein (z. B. den Sprachassistenten), Klangempfinden bei wechselnden Geschwindigkeiten bis hin zu Autobahntempo 130 km/h, Stabilität der Bluetooth-Verbindung sowie Reichweite und vieles mehr.

Parallel zu den fünf universell verwendbaren Headsets haben wir zwei helmgebundene Systeme außerhalb der Wertung mitgetestet. Wir wollten wissen, welchen Unterschied es macht, wenn ein für ein bestimmtes Helmmodell passendes System statt eines Allround-Sets verwendet wird. Sowohl das System Schuberth SC2 für die Schuberth-Helme C5, E2 und S3 als auch das Nolan N-Com B902L R Series für Nolan N-Com-Helme funktionieren ähnlich wie die hochwertigen Modelle von Sena oder Cardo - was nicht weiter verwundert, werden doch sowohl das Nolan-System als auch das Schuberth SC2 bei Sena gefertigt. Erwartungsgemäß passt die Remote Control perfekt zu den jeweiligen Helmen. Lautsprecher und Mikrofon etwa sind beim Schuberth S3 bereits eingebaut und bedürfen keiner Installation.

Der wohl augenscheinlichste Unterschied liegt in der kompakteren Unterbringung der Bedieneinheit links am Helm. So steht etwa das konventionelle Cardo Packtalk Edge 28 Millimeter und das FOD Sports FX8 Pro satte 32 mm vom Helm ab, während das helmgebundene Schuberth SC2 C5 den passenden Schuberth-Helm nur um elf mm überragt. Das Nolan-System liegt ebenfalls homogen am Nolan N-Com-Helm an und kommt zusätzlich mit einem integrierten Sicherheitsfeature, einem zweiten Zusatz-Bremslicht. Die Leuchte zeigt Not- und Gefahrenbremsen, Standlicht und Warnblinkanlage an, hat aber keinerlei Einfluss auf das tadellos funktionierende Headset.

Testergebnisse im Überblick

  • Der Testsieger Sena 50R überzeugt mit einfacher Bedienung und exzellentem Klang durch Harmann-Kardon-Lautsprecher. Die Geräuschunterdrückung ist effektiv, jedoch ist die mitgelieferte Quick-Start-Anleitung wenig hilfreich.
  • Das Albrecht BPA 600 ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Es bietet nützliche Funktionen wie Sprachsteuerung sowie die Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig zu verbinden. Die Verarbeitungsqualität ist eher einfach; die Taster und Lautsprecher wirken etwas billig, und die Lautstärkeregelung ist unpräzise.
  • Das Headset Packtalk Edge von Cardo fällt besonders durch seine einfache Montage mittels Magnetverbindung auf. Die intuitive Bedienung und gute Geräuschunterdrückung sind weitere Pluspunkte, doch der Klang ist zu höhenlastig und die Bedienungsanleitung nicht zufriedenstellend.
  • Das Freecom 4x von Cardo besticht mit einfacher Bedienbarkeit auch mit Handschuhen und zuverlässiger Sprachsteuerung. Wie auch beim Packtalk Edge bleibt einzig der Klang - besonders im Bassbereich - etwas unter den Erwartungen, und die Bedienungsanleitung ist unzureichend.
  • Fodsports bietet mit seinem FX8 Pro einen guten Klang und nützliche Extras wie ein integriertes FM-Radio. Trotzdem wird die Bedienung durch unklar gestaltete Taster erschwert, und die Bedienungsanleitung ist kaum hilfreich.

Insgesamt zeigen die getesteten Geräte durchweg gute Leistungen, wobei jedes Modell spezifische Stärken und Schwächen in Bedienung, Klangqualität und Benutzerführung aufweist.

Die besten Motorrad-Headsets im Überblick

Die Auswahl auf dem Markt für Motorrad-Headsets ist groß. Im Vergleich werfen wir deshalb einen Blick auf die Möglichkeiten verschiedener Preis- und Funktionsbereiche!

  • Sena 20S EVO HD Bluetooth-Kommunikationssystem: Es ist das Nachfolgemodell des ersten 20S. Verbesserungen sieht man vor allem im Design und der Intercom-Funktionalität. Das Bluetooth-Motorrad-Headset ist mit hochwertigen HD-Lautsprechern ausgestattet. Schlankes Antennendesign mit einer feststehenden Haifischflossen-Antenne macht die Gegensprechanlage besonders stabil.
  • Cardo Freecom Gegensprechanlage: Dazu wartet es mit einem 40-mm-Lautsprecher des Sound-Experten JBL auf. Der speziell abgestimmte Musikprozessor mit drei unterschiedlichen Audioprofilen sorgt für ein einzigartiges Klangerlebnis während der Fahrt mit dem Motorrad. Die Motorrad-Gegensprechanlage will zusätzlich mit einer stabilen Bluetooth-Verbindung punkten, die sich selbstständig wiederherstellt - geeignet für zwei Personen auf eine Distanz von bis zu 1,2 km. Dazu ist das Freecom 2x ist gegen alle Witterungsverhältnisse gewappnet, egal ob Regen, Schnee, Staub oder Wind.
  • Lexin Helm Interkom: Darunter die Möglichkeit, Musik zu teilen und Bluetooth 5.0 für eine besonders klare Verbindung zwischen den einzelnen Personen. Hinzu kommt die CVC- und DSP-Rauschunterdrückung, die Wind- und Motorgeräusche um über 90 Prozent reduzieren soll. So kann man während der Fahrt mit den anderen kommunizieren, oder über die T-COM SC Headsets Musik teilen.

Worauf sollte man beim Kauf eines Motorrad-Headsets achten?

Wer lange Touren auf dem Motorrad unternimmt und gerne in einer Gruppe reist, wird mit einem passenden Motorrad-Headset viel Spaß haben. Über das Mikrofon gemeinsame Erlebnisse zu teilen, macht den Ausflug noch schöner. Die nächste Tankpause darüber anzusagen, vermeidet zudem Missverständnisse.

Motorrad Kommunikationssysteme unterscheiden sich stark in ihrer Beschaffenheit, besonders bei der Reichweite und in der Konnektivität mit anderen Motorradfahrenden. Wir empfehlen, sich vor dem Kauf eines Motorrad-Headsets über die eigenen Anforderungen bewusst zu werden.

Folgende Fragen sollte man dabei für sich beantworten:

  • Möchte man das Motorrad-Headset zur Unterhaltung mit der mitfahrenden Person oder zur Gruppenkommunikation nutzen?
  • Wie viel technisches Knowhow bringt man für die Installation des Headsets im Motorradhelm mit? Das Einrichten kann je nach Hersteller komplex ausfallen. Wem einfaches Handling wichtig ist, sollte sich über diesen Part informieren.
  • Welche Reichweite möchte man zu anderen Motorrädern haben? Bei dieser Frage helfen Praxistests, da die Herstellerangaben teils von der realen Reichweite der Bluetooth-Headsets abweichen.
  • Wie viel Wert legt man auf Audio-Qualität und ein klares Motorrad-Kommunikationssystem? Im Motorrad-Headset-Vergleich zeigen manche Geräte eine deutlich verringerte Qualität bei erhöhter Fahrgeschwindigkeit. Je nachdem, welches Fahrverhalten man vorzieht, kann die Geschwindigkeitsempfindlichkeit bei der Kaufentscheidung wichtig sein.
  • Akku und Ladezeit: Amazon-Rezensionen geben einen guten Eindruck darüber, wie realistisch die Akkulaufzeit-Angaben der Hersteller sind. Vor dem Kauf eines Headsets fürs Motorrad sollte man sich hier unbedingt eine Meinung abholen.

Ein wichtiger Hinweis für alle Technikbegeisterten: Grundsätzlich ist das Fahren eines Motorrads mit Kopfhörern erlaubt. Sollte sich aber ein Unfall ereignen, kann das Hören von Musik während der Fahrt zu einer Teilschuld führen. Sicherer fährt also, wer auf Kopfhörer mit geringerer Geräuschunterdrückung zurückgreift und das Headset nur zur Kommunikation nutzt.

Häufig gestellte Fragen zu Motorrad-Headsets

Welches ist das beste Headset im Test?

Das Sena R50 hat unseren Test als das beste Motorrad-Headset gewonnen. Es überzeugt durch herausragende Klangqualität, zuverlässige Bluetooth-Verbindung und effektive Noise-Cancelling-Technologie, die klare Kommunikation selbst bei hohen Geschwindigkeiten ermöglicht.

Wie viel kostet ein gutes Motorrad-Headset?

Bei Motorrad-Headsets variiert der Preis je nach Qualität und Funktionen erheblich. Das Albrecht BPA 600 bietet als günstigstes gutes Modell solide Basisfunktionen für rund 80 Euro. Für anspruchsvollere Nutzer ist das Sena 50R mit Top-Leistungen in Klang, Konnektivität und Technologie für über 350 Euro die Premiumoption. Diese Preisspanne zeigt, dass von Einsteiger- bis zu High-End-Modellen für jeden Anspruch etwas dabei ist.

Worauf muss ich beim Kauf eines Motorrad-Headsets achten?

Beim Kauf eines Bluetooth-Motorrad-Headsets ist es wichtig, auf Klangqualität und effektive Geräuschunterdrückung zu achten, besonders für klare Kommunikation bei hohen Geschwindigkeiten. Achten Sie auch auf eine lange Batterielaufzeit, Kompatibilität mit Ihrem Helm und anderen Geräten sowie einfache Bedienbarkeit, idealerweise auch mit Handschuhen.

Bekannte Marken für Motorrad-Headsets

Beachten Sie auch, dass die beiden beliebtesten Marken für Motorrad-Headsets Cardo und Sena sind.

Hier eine Zusammenfassung einiger beliebter Modelle und ihrer Eigenschaften:

Modell Reichweite Akkulaufzeit Besondere Merkmale
Sena SMH10 Bis zu 900 Meter Bis zu 12 Stunden Beliebtes Modell mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
Cardo Scala Rider PACKTALK Bis zu 5 Kilometer Bis zu 13 Stunden Innovatives Dynamic Mesh Communication (DMC) System
Lexin LX-B4FM Bis zu 1,6 Kilometer Bis zu 8 Stunden Erschwinglicher Preis, Bluetooth-kompatibel

Die Wahl des besten Motorrad-Headsets hängt hauptsächlich von Ihren spezifischen Anforderungen an Reichweite, Akkulaufzeit und Funktionen ab.

Ob ihr es nun Motorrad Headset, Motorrad Gegensprechanlage, Motorrad Funkgerät oder Motorrad Freisprechanlage bezeichnet, macht keinen Unterschied. Im Prinzip spricht man von ein und dem selben Gerät. Diese neue Technologie ermöglicht die Kommunikation zwischen Biker während dem Motorradfahren. Zusätzlich kann man diese Technologie mit weiteren Bluetooth Geräten (Smartphone, Navigationsgerät, GoPro) verbinden.

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