Mit einem Sena-Gerät kann man auf dem Motorrad telefonieren, Musik und Navigationsanweisungen lauschen oder mit Mitfahrenden sowie mit mehreren anderen Motorradfahrer:innen zugleich kommunizieren. Telefonieren oder Musikhören mittels Bluetooth-Kopfhörer oder AirPods auf dem Motorrad ist beliebt, technisch gesehen aber ein alter Hut. Die Motorrad-Kommunikationsprofis von Sena haben bei ihren Intercom-Systemen die Funkübertragung per Bluetooth und WLAN so weit aufgebohrt, sodass man damit noch viel mehr anstellen kann.
Beispielsweise befreundete Biker:innen zu einem fahrenden Kommunikationsnetzwerk zusammenschließen, oder mit wildfremden Menschen lokal auf einem offenen Kanal Informationen zum Straßenzustand, dem Wetter oder dem Menü im Bikertreff austauschen. Alles kabellos und während der Fahrt, mit einer kleinen Kommunikationszentrale, die linkerhand am Helm befestigt wird. Wir haben drei Geräte von Sena an den Helm geschnallt und gründlich ausprobiert. Hier sind unsere Erlebnisse und Ergebnisse!
Drei Sena Intercom-Geräte im Test
Wir haben drei Intercom-Geräte von Sena getestet. Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. An der recht simplen Bedienung mit Knöpfen, die man auch mit Handschuhen ertasten kann, und dem großen Dreh-/Drückregler, ändert dies nichts.
Das Testmotorrad, eine Triumph 1200 X, fordert die Sena-Systeme mit den starken Windgeräuschen, die die unverkleidete Maschine bei hohen Geschwindigkeiten generiert. Updates erhält das Gerät über eine App. Wer will, kann auch per App wie in einem sozialen Netzwerk neue Freundschaften knüpfen.
Sena 60S im Test: Der Beinahe-Zuvielkönner
Das Sena 60S ist das Flaggschiff der Intercom-Profis aus den USA. Schon beim Auspacken erfreut (und verwirrt) es mit der Vielfalt an Möglichkeiten, die serienmäßig inkludiert sind. Das Gerät wird mit zwei verschiedenen Basen ausgeliefert: Die große mit dem integrierten Schwanenhalsmikrofon passt am besten an offene Jet- oder Klapphelme, während die kleinere sich diskret an Integralhelme schmiegt, die das per Klettverschluss haftende Mikrofon im Kinnteil verstecken.
Das Hauptmodul hält magnetisch außen an der Basis, und das auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Um sich optimal dem jeweiligen Helmdesign anzupassen, stecken zudem auswechselbare Cover in vier verschiedenen Farben im Paket. Der Akku der Geräte wird in weniger als zwei Stunden per USB-C an jedem handelsüblichen Handycharger aufgeladen. Für den Einbau des 60S sollte man sich Zeit nehmen. Es kann 20 min oder länger dauern, die beiden Harman Kardon-Lautsprecher samt Kabel hinter den Wangenpolstern zu verstauen. Der richtige Einbau aber zahlt sich aus.
Wenn etwa die Lautsprecher zu weit von den Ohren entfernt sind, kommt trotz der edlen Speaker im Gehörgang nur höhenlastiger Sound an. Und wenn das Mikrofon nicht so nahe wie möglich am Mund platziert wird, stören Windgeräusche den Gesprächsfluss. Nach dem Einbau geht es ans Konfigurieren. Das ist nicht per se kompliziert. Allerdings mangelt es an schriftlicher Dokumentation.
Wer nicht nur ausprobieren, sondern gezielt vorgehen möchte, muss sich durch verschiedene Videotutorials klicken oder mittels ellenlanger, auf Englisch verfasster PDFs herausbekommen, was es mit Mesh 3.0 und Wave auf sich hat. Um es kurz zu machen: Dank Mesh funktioniert jedes der drei hier getesteten Sena-Geräte wie eine bewegliche WLAN-Funkzelle, die bei entsprechender Konfiguration für alle kompatiblen Geräte in Funkreichweite nutzbar ist und die durch Überschneidung mit anderen Meshzellen ihre Reichweite beträchtlich erweitern kann. Laut Sena kann man per Mesh 3.0 bis zu acht Kilometer Entfernung überbrücken.
Meshbereite Mitfahrer:innen kann man aus dem eigenen Adressbuch oder per QR-Code in beliebig viele Gruppen mit virtuell unendlich vielen Mitgliedern und auf verschiedenen Kanälen einteilen. Bei unseren Tests in der Eifel und im Taunus mangelte es aber regelmäßig an der entsprechenden Dichte an Meshzellen und die Sprachqualität nahm schon nach rund 500 m Distanz so stark ab, dass die Kommunikation zwischen zwei Biker:innen schwierig wurde. Was allerdings immer noch erheblich besser ist als eine klassische Bluetoothverbindung, die schon nach wenigen Metern abbrechen kann.
Wenn Mesh nicht genügt, kommt Wave ins Spiel: Dieser Standard sorgt dafür, dass Geräte, die ihre Meshverbindung verloren haben, via Smartphone und mobilem Internet wieder zueinander finden. Damit ist es möglich, während der Ausfahrt im Ahrtal mit Biker:innen in Borneo zu klönen. Der Übergang von Mesh zu Wave und umgekehrt soll dabei nahtlos vonstattengehen.
Bei unseren Tests hat das nicht immer stotterfrei geklappt. Dennoch hat Wave Zusatznutzen: Damit lässt sich etwa die geographische Position teilen oder auch chatten. Schade hingegen: Wave lässt sich vollständig nur mit einer zusätzlichen App nutzen. Die gibt es gratis, sie erschwert aber die Handhabung und das Smartphone muss unbedingt mit auf die Tour. Auch die hauseigene Sprachbedienung via Aktivierung mit "Hey Sena,…" funktioniert bei Geschwindigkeiten, die mit starken Windgeräuschen einhergehen, nur widerwillig. Gleiches gilt für Siri und Google Assistant.
Die Liste der Zusatzfunktionen ist damit noch nicht erschöpft: So dient die Sena-App auch zum Radioempfang, und eine integrierte LED bringt Licht ins Dunkel, wenn in der finsteren Tiefgarage einmal ein Handschuh auf den Boden fällt. Die aktive Geräuschunterdrückung ANC ist noch nicht vollständig operationell. Entsprechende optionale Kopfhörer sollen das Sena 60S allerdings bald ergänzen und könnten ein weiteres starkes Kaufargument sein, sofern sie denn gut funktionieren.
Bei manchen Anwender:innen kann das Sena 60S mit seinem gigantischen Funktionsumfang für Verwirrung sorgen. Zudem enttäuscht die Sprachqualität bei hohen Geschwindigkeiten. Wer hingegen zahlreiche mitteilsame Bike-Buddies unterhalten möchte, und dies auch über potenziell lange Distanzen und bei Landstraßentempo, kommt am Sena-Flaggschiff kaum vorbei.
Sena 50S im Test: Der Beinahe-Alleskönner
Das Sena 50S sieht fast noch wertiger aus als das Flaggschiff 60S und bietet einen nahezu ebenbürtigen Funktionsumfang. Das 50S wurde vom 60S vom Thron geschubst, gehört damit aber keineswegs zum alten Eisen. Statt Mesh 3.0 ist hier die Version 2.0 installiert. Da 3.0 rückwärtskompatibel ist, bleibt ein Sena 50S jedoch ein zukunftssicherer Kauf.
Man kann damit nicht nur mit anderen Sena-Geräten kommunizieren, sondern auch mit Motorrad-Intercomzentralen anderer Hersteller, die ebenfalls den offenen Standard Mesh unterstützen. Updates erfolgen auch hier kabellos via Handyapp. Das geht schnell und unkompliziert. Außerdem fühlt sich das Gerät fast noch wertiger an als sein Thronfolger. Ebenfalls mit Harman Kardon-Lautsprechern geliefert, ist auch die Klangqualität absolut vergleichbar.
Das Gerät wurde uns von Triumph zur Verfügung gestellt und ist sogar mit dem Sieben-Zoll-Bildschirm im Cockpit der Modelle der britischen Marke kompatibel, die mit dem hauseigenen Konnektivitätssystem ausgestattet sind. Es wird ebenfalls mit zwei verschiedenen Mikrofonen ausgeliefert. Wir haben das Schwanenhalsmikro an einen Klapphelm geschraubt, das sich dort sowohl bei geöffnetem sowie geschlossenem Helm nutzen lässt.Wenn er offen ist, werden die Windgeräusche ab etwa 70 km/h allerdings so stark, dass das gesprochene Wort übertönt wird. Bei geschlossenem Helm und Visier bessert sich die Verständigung erheblich.
Leichte Abstriche gibt es bei der Reichweite zu machen. Bei Bluetooth- oder Mesh-Kommunikation liegt diese nominal bei bis zu zwei Kilometern. Aber, wie bereits gesagt, dies hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa der Topografie und der Mesh-Zelldichte. Auch Waven ist mit dem 50S möglich. Die Ausdauer dürfte mit mindestens neun Stunden Kommunikation zumeist genügen. Allerdings dauert der Ladevorgang etwas länger als beim 60S. Auch das lässt sich verschmerzen. Vorsicht hingegen bei Starkregen: Anders als das 60S ist das 50S nicht nach IPX7 zertifiziert und sollte daher bei Niederschlag in der Jackentasche verschwinden.
Der Preisunterschied zum 60S mag nicht so groß erscheinen. Aber wenn man die Ersparnis verdoppelt, indem man das 50S im Doppelpack kauft, repräsentiert dies den Gegenwert mehrerer Tankfüllungen.
Deutlich günstiger, aber mit sehr ähnlichen Funktionen ausgestattet wie das 60S, erscheint das Sena 50S als sinnvoller Kompromiss zum Schonen des Geldbeutels.
Sena Spider ST1 im Test: Der Alltagsheld
Das Sena Spider ST1 kommt ein bisschen nüchterner daher. Noch einmal deutlich billiger zu haben ist das Sena Spider ST1. Am Format der kleinen Infozentrale für den Helm ändert dies zunächst wenig. Die Basis des Hauptmoduls wird entweder an den Helm geklemmt oder geklebt. Zwei Mikrofone unterschiedlicher Größe passen sich an den jeweiligen Kopfschutz an. Ganz in schwarz gehalten, fühlt sich das Sena Spider ST1 nicht so hochwertig an wie die höherpreisigen Modelle aus dem Sena-Katalog. Aber das lässt sich verschmerzen, zumal es funktional wenig Wünsche offen lässt. Selbst Wave meistert das Einstiegsgerät.
Der Sound, den die einfacheren HD-Lautsprecher im Helm verbreiten, steht den teureren Speakern von 50S und 60S kaum nach. Das Mikrofon und die Geräuschreduzierung per KI allerdings erscheinen weniger ausgeklügelt. Bei unseren Testfahrten wurden vom Spider ST1 zuweilen Windgeräusche aufgefangen und ungefiltert an die Lautsprecher im Helm des Co-Testers übertragen. Das sollte nicht passieren und ließ sich auch mit verschiedenen Einstellungen der Sena-App nicht korrigieren.
Für die Basics der Kommunikation auf dem Motorrad - Gegensprechen, Telefonieren, Navigieren und Musikhören - taugt das günstigste Gerät im Sena-Testtrio aber allemal, zumindest bei gemäßigtem Tempo. Und auch die Ausdauer des integrierten Akkus erlaubt lange, unbeschwerte Touren.
Ohne Taschenlampe, LED-Lichtorgel und anderen Schnick-Schnack konzentriert sich das Spider ST1 aufs Wesentliche: Die Kommunikation zwischen mehreren Biker:innen. Und damit kommt es ganz gut klar, vor allem, wenn der entsprechende Helm gut schallisoliert ist und man nicht ausschließlich mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs ist. Kurz: Das Sena Spider ST1 ist gut für den Alltag.
Weitere Informationen
Wer Nachrüstlösungen kritisch gegenübersteht, kann auch für Helme mit bereits integrierten Kommunikationssystemen optieren. Sena selbst bietet solche Komplettsysteme an, in denen die Technik vollständig verschwindet. Übrigens: Wer unterwegs die Navigationsanweisungen nicht nur hören, sondern auch die Karten sehen will, benötigt einen Handyhalter fürs Motorrad.
Wir haben mit den drei Sena-Geräten über 1000 km in Köln, der Eifel, dem Westerwald, dem Taunus und in Frankfurt abgespult, durch Tempo-30-Zonen, über Landstraßen, und bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn. Dabei wurden die Geräte an drei Testhelmen installiert: Zwei Integralhelme brachten bereits Aussparungen für die Lautsprecher mit. Ein Klapphelm diente zum Testen der Geräte bei geöffnetem und geschlossenem Kinnteil. Die Sena-Apps wurden je mit einem iPhone und einem Android-Smartphone geprüft.
Als primäres Testmotorrad diente eine Triumph Scrambler 1200 X, ein unverkleideter Allrounder mit nostalgischer Optik und mächtig Bums. Für die Kommunikation auf dem Bike gibt es viele Lösungen für mitteilsame Biker:innen.
Sena Kommunikationssysteme im Vergleich
Die folgende Tabelle vergleicht einige der getesteten Sena Kommunikationssysteme:
| Modell | Mesh Intercom | Bluetooth | Akkulaufzeit (Intercom) | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|---|
| Sena 60S | Mesh 3.0 | Bluetooth 5.3 | Bis zu 17 Stunden | Wave Intercom, AI Geräuschunterdrückung, LED-Beleuchtung |
| Sena 50S | Mesh 2.0 | Bluetooth 5.0 | Mindestens 9 Stunden | Harman Kardon Lautsprecher, kompatibel mit Triumph Konnektivitätssystem |
| Sena Spider ST1 | Mesh | Bluetooth | Lange Akkulaufzeit | Einfache Bedienung, Wave Unterstützung |
Für große Biker-Gruppen erweist sich das Sena 30K Motorrad-Kommunikationssystem als äußerst geeignet. Besonders hervorzuheben ist die Schnellladefunktion, die für längere Fahrten praktisch ist. Die Akkulaufzeit ist beeindruckend und ermöglicht ausgedehnte Touren. Praktisch und vielseitig ist das Produkt auch als Doppelpack erhältlich, was uns in puncto Flexibilität überzeugt hat.
Das Sena 50S Motorrad-Bluetooth-Headset mit Sound by Harman Kardon setzt sich mit Premium Lautsprechern und Mikrofonen von Harman Kardon deutlich von anderen Modellen ab, indem es eine bemerkenswerte Audioqualität bietet. Die innovative One-Click-to-Connect Mesh Intercom-Technologie erleichtert das Verbinden mehrerer Fahrer, ein klarer Vorteil gegenüber traditionellen Bluetooth-Systemen. Zudem ermöglicht die Schnellladefunktion, das Gerät binnen 20 Minuten für zwei Stunden Einsatz aufzuladen, was besonders praktisch für spontane Fahrten ist. Für anspruchsvolle Motorradfahrer, die Wert auf Spitzenklang und einfache Bedienung legen, ist dieses Headset zweifellos eine sehr gute Wahl.
Das Kommunikationssystem Sena Spider-RT1-01 arbeitet mit Mesh-Intercom und ist mit einem Schnelllade-Akku versehen. Seine Konnektivität erfolgt über Bluetooth 5.1. Weiterhin kann es mittels Sprachbefehlen gesteuert werden und kommt auf eine maximale Reichweite von bis zu 8.000 m. Wir können das Modell mit einer langen Sprechzeit von bis zu 11,5 Stunden für bis zu 24 Teilnehmer empfehlen.
Das Sena 20S EVO zeichnet sich durch seine fortschrittliche Technologie und das benutzerfreundliche Design aus. Dieses Motorrad-Kommunikationssystem kommt mit HD-Lautsprechern, die eine herausragende Klangqualität bieten, ein entscheidender Vorteil für klare Kommunikation während der Fahrt. Im Vergleich zu seinem Vorgängermodell bietet das aktualisierte 20S EVO eine verbesserte Intercom-Funktionalität und eine stabilere Antennenkonstruktion, was es zu einer zuverlässigen Wahl für Motorradfahrer macht.
Das Sena 50R Series Motorrad-Mesh-Intercom-Kommunikationssystem überzeugt durch hochwertige Klangqualität dank Sound by Harman Kardon und durch innovative Mesh-Technologie. Wir finden, dass es sich als zuverlässiges und komfortables Kommunikationsmittel für Motorradfahrer eignet, das sowohl Sicherheit als auch Komfort auf der Fahrt erhöht.
Das Sena 10U-AR-01 Bluetooth-Kommunikationssystem bietet exzellente Konnektivität und Benutzerfreundlichkeit für Motorräder. Mit dem praktischen Remote und der Anpassungsfähigkeit für den Arai-Integralhelm überzeugt es durch hohe Funktionalität. Wir finden, dass dieses System eine ausgezeichnete Wahl für Kommunikation und Komfort auf der Straße darstellt.
Dank seiner Mesh-Intercom-Technologie ist das Sena 30K ideal für Gruppenfahrten. Das Sena 30K bietet eine zuverlässige Leistung mit bewährter Technologie und bleibt eine gute Wahl für Motorradfahrer, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Funktionalität und Preis suchen.
Dieses Sena SF1 motorrad headset ist ideal für Motorradfahrten alleine oder zu zweit mit dem Partner. Die Funktionen dieses Sena SF1 motorrad headset sind auf dem Niveau, das man von dieser Marke gewohnt ist. Die Qualität stimmt und Sie finden viele interessante Funktionen wie Audio Overlay, Advanced Noise Control oder auch die Sena SF Utility App. Mit einer Gesprächszeit von 13 Stunden wird das SF1 Ihre Motorradtouren zu einem sehr erschwinglichen Preis revolutionieren. Wenn Sie von diesem Modell übrigens nicht überzeugt sind, sollten Sie wissen, dass wir viele andere motorrad headset von Sena getestet haben.
Sena hat dem 60S ein sehr umfangreiches Zubehörpaket beigefügt. 2x Helmklemmen: Zwei komplette Befestigungskits für zwei Helme (inklusive Mikrofone und Lautsprecher) - ideal, um z.B. einen Integral- und einen Jethelm parallel auszurüsten. Eine Klemme verfügt über ein fest angebrachtes Schwanenhals-Mikrofon (für offene/klappbare Helme), die andere über ein Kabelmikrofon für Integralhelme. 2x Lautsprechersets: Hochwertige 40‑mm-Lautsprecher (2. 3x Mikrofone: Neben den genannten Helmmikros (Schwanenhals und Kabel) ist offenbar ein drittes Mikrofon im Set, vermutlich für alternative Montageoptionen (z.B. 4x Frontplatten (Abdeckungen) + 4x Drehknopf-Abdeckungen: Austauschbare Verkleidungen in verschiedenen Farben (dunkles Chrom, Silber, Perlweiß und Schwarz) ermöglichen es, das Gerät optisch an Helm oder Motorrad anzupassen. Klebepad-Halterung: Neben der Schraubklemme gibt es eine Klebeplatte zur Befestigung am Helm - praktisch für Helme, an denen die Klemme nicht passt.
Das Sena 60S protzt mit einer ganzen Reihe moderner Technologien, die es vom Vorgänger abheben. Im Zentrum steht die neue Mesh 3.0 Intercom-Technologie. Diese verspricht ein stabileres Mesh-Netzwerk für Gruppenkommunikation und ist voll abwärtskompatibel zu älteren Sena-Mesh-Systemen (z.B. 50S, 50R). Dank „Dual Mesh“-Auslegung kann das 60S also auch mit Geräten älterer Generation koppeln, ohne dass jemand abgehängt wird. Mesh 3.0 bringt laut Sena vor allem Verbesserungen bei Reichweite und Verbindungsqualität - jedes Gerät fungiert als Knotenpunkt (Repeater) und wählt automatisch optimale Signalwege. In der Praxis kann man im Open Mesh-Modus auf bis zu 6 Kanälen mit nahezu unbegrenzt vielen Teilnehmern quatschen, was spontane Treffen erleichtert. Alternativ lässt sich ein Group Mesh mit bis zu 24 festen Mitgliedern auf einem verschlüsselten Kanal einrichten, um ungestört im Team zu bleiben. Dahinter verbirgt sich eine neu entwickelte VoIP-basierte Gruppenkommunikation über das Mobilfunknetz.
In puncto Soundqualität setzt das Sena 60S neue Maßstäbe für Helm-Kommunikationssysteme. Die eingebauten 40 mm Premium-Lautsprecher (entwickelt mit Harman Kardon) liefern einen überraschend vollen und klaren Klang. Im Vergleich zum 50S sind die Speaker deutlich lauter - etwa 30 % mehr Maximal-Lautstärke wurden gemessen. Im Fahrbetrieb bedeutet das: Endlich versteht man auch bei hohem Tempo noch seine Musik oder Navi-Ansagen, ohne dass sie im Windrauschen untergehen.
Testergebnisse im Überblick: Der Testsieger Sena 50R überzeugt mit einfacher Bedienung und exzellentem Klang durch Harmann-Kardon-Lautsprecher. Die Geräuschunterdrückung ist effektiv, jedoch ist die mitgelieferte Quick-Start-Anleitung wenig hilfreich. Das Albrecht BPA 600 ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Es bietet nützliche Funktionen wie Sprachsteuerung sowie die Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig zu verbinden. Die Verarbeitungsqualität ist eher einfach; die Taster und Lautsprecher wirken etwas billig, und die Lautstärkeregelung ist unpräzise. Das Headset Packtalk Edge von Cardo fällt besonders durch seine einfache Montage mittels Magnetverbindung auf. Die intuitive Bedienung und gute Geräuschunterdrückung sind weitere Pluspunkte, doch der Klang ist zu höhenlastig und die Bedienungsanleitung nicht zufriedenstellend.
Das Sena 5S vereint ein Bluetooth-Headset mit einer Gegensprechanlage (Intercom) und ist Nachfolger des Sena SMH5. Neben dem HD-Audioklang will es mit einer Sprachbedienung punkten. Das eigentliche Headset wird auf eine Halterung aufgeschoben, die auf der linken Seite des Helms montiert wird; entweder mit Hilfe des beiliegenden Klebestreifens oder als Klemme. Ich entschied mich für die Variante ohne Klebstoff. Das Mikrofon wird im vorbereiteten Kanal verlegt und steht ein paar Zentimeter aus dem Wangenpolster heraus. Insgesamt lässt sich das Headset gut unterbringen, ohne dass irgendwelche Kabel herausschauen.
Die Optik beim Update erinnert irgendwie an Windows 95. Warum man die Firmware bei einem aktuellen Gerät nicht über die App aktualisieren kann, ist mir schleierhaft. Die App ermöglicht eine Vielzahl von Einstellungen, angefangen vom Equalizer über die Priorisierung von Intercom oder Musik, aber auch die sog. VOX-Funktionen. Diese erlauben es, die Telefonfunktionen über Sprachbefehle auszuüben, ohne den Multifunktionsknopf zu benutzen (aktiviert durch ein lautes Hallo oder Pusten ins Mikrofon).
Das Sena 5S tut, was es soll. Man kann (Radio-)Musik hören und Gespräche über Intercom oder Telefon führen. Man versteht Gesprächspartner gut und wird ebenso gut verstanden. Die Reichweite über die Intercom dürfte dabei etwas höher ausfallen. Die Verarbeitung ist hervorragend und der Einbau sehr einfach. Zudem ist das Gerät mit nahezu jedem Helm kompatibel. Der insgesamt gute Eindruck wird durch die durchwachsene Erfahrung mit Software und Sprachsteuerung etwas getrübt.
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