In Deutschland ist es wieder so weit: Frösche sind im Froschfieber. Während die Natur erwacht, starten Frösche ihr ganz eigenes Frühlingskonzert. Wer ländlich oder in Teichnähe wohnt, weiß, dass die Fortpflanzung der Amphibien nichts für Leisetreter ist.
Wer quakt hier eigentlich so laut?
Nicht alle Frösche quaken. Die männlichen machen das - und auch nicht alle gleich gern. Der Laubfrosch ist winzig, grün und ein stimmgewaltiger Tenor, der locker auf 90 Dezibel kommt. Auch der Teichfrosch meldet sich regelmäßig mit ploppenden Lauten, manchmal stundenlang. Der Wasserfrosch liefert ebenfalls beachtliche Soundkulissen.
Arten wie der Grasfrosch oder der Moorfrosch sind eher zurückhaltend. Der Moorfrosch beeindruckt in der Paarungszeit lieber optisch durch seine blaue Färbung als akustisch.
Die Bandbreite alltäglicher Geräusche reicht von 10 Dezibel beim Atmen über 30 Dezibel in der Bibliothek bis zu 60 Dezibel bei einem normalen Gespräch. Ein Staubsauger kommt auf 80 Dezibel, ein vorbeifahrendes Motorrad auf 100 Dezibel.
Warum tun die das - und wie lange noch?
Das Quaken ist Balz. Wer lauter ist, gilt als fitter und zieht mehr Weibchen an. Der Teich wird zur Liebesbühne - und zwar je nach Art und Region von März bis Juni. Besonders aktiv sind die Amphibien nachts bei mildem, feuchtem Wetter. Danach ist Schluss mit Romantik - und Ruhe kehrt ein.
Manchmal bringt auch der Nachwuchs im Spätsommer noch ein bisschen Stimmung ins Grün.
Lärmbelästigung oder Naturerlebnis?
Frösche stehen unter Naturschutz. Auch in Gärten. Wer also einen lauten Laubfrosch im Teich hat, darf sich glücklich schätzen - auch wenn er einem nachts das Schlafzimmer beschallt. Beschwerden führen selten zum Erfolg, denn Gerichte stufen Froschlaute meist als „natürlich und ortsüblich“ ein. Wer wirklich nicht mehr schlafen kann, greift besser zu Ohropax als zur Anzeige.
Und wie kommen Frösche eigentlich in den Garten?
Ganz einfach: Lebensraum schaffen. Ein naturnaher Teich ohne Fische ist die beste Einladung. Flache Uferzonen, Wasserpflanzen und eine ruhige Umgebung locken Frösche an - ganz ohne Nachhelfen. Denn: Frösche sind streng geschützt, das Umsetzen von Tieren aus der Natur ist verboten. Sie kommen freiwillig - wenn das Biotop stimmt.
Wichtig: Keine Goldfische einsetzen! Die fressen Laich und Kaulquappen.
Die Gefahren der Krötenwanderung
Bei der jetzt beginnenden Krötenwanderung kreuzen Kröten, Molche und Co. auch viel befahrene Straßen. Dies kann auch für Auto- und Motorradfahrende gefährlich werden. Wer mit dem Auto oder Motorrad auf dem Land unterwegs ist, sollte aktuell noch ein bisschen aufmerksamer sein.
"Steigt die Nachttemperatur mehrere Nächte hintereinander über fünf Grad, kommen die Tiere aus den Winterquartieren und wandern zu ihren Laichgewässern", erklärte Sascha Schleich vom Nabu. Ende Mai dürften die meisten Wanderungen abgeschlossen sein.
Auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer werden jedes Jahr viele Tiere auf den Straßen getötet. Schätzungsweise 10.000 Kröten sind jede Nacht unterwegs.
Krötenwanderung: So verhalten Sie sich richtig
Erdkröten und Co. wollen ihr Laichgewässer auf dem schnellsten Weg erreichen. Auf den Straßenverkehr achten sie dabei nicht. Deshalb wird im Frühjahr an bestimmten Straßen mit Gefahrzeichen und Geschwindigkeitsbeschränkungen (in der Regel Land- und Gemeindestraßen) vor Amphibienwanderungen gewarnt. Erreichen Auto- oder Motorradfahrer diese Gefahrenzone, empfehlen die Experten, extrem langsam zu fahren, den Tieren vorsichtig auszuweichen, dabei aber immer auf den Gegen- und nachfolgenden Verkehr zu achten. Außerdem sollten Autofahrer und Autofahrerinnen mit Personen auf der Fahrbahn rechnen - auch nachts bei Dunkelheit.
Da nicht überall mit Schildern vor der Gefahr gewarnt wird, gilt: In der Nähe von Gewässern, Teichen und Tümpeln immer auf der Hut sein.
Erhöhte Rutschgefahr durch tote Tiere
Durch überfahrene Kröten können die Straßen für Auto- und Motorradfahrende gefährlich rutschig werden. Diese von Tierschützern errichteten Barrieren hindern die Kröten daran, die Straße zu überqueren. Entlang der Zäune haben die Krötenretter in bestimmten Abständen Eimer eingegraben. Die Kröten wandern auf der Suche nach einem Durchschlupf den Zaun entlang und landen dabei in einem dieser Eimer. Am nächsten Morgen werden die Tiere sicher über die Straße gebracht und wieder freigelassen.
Keine Rettungsversuche auf eigene Faust
Von eigenen Kröten-Rettungsversuchen wird Auto- und Motorradfahrenden abgeraten, da dies in der Dunkelheit auf Landstraßen lebensgefährlich sein kann. Die Rettung der Tiere sollte erfahrenen Naturschützern überlassen werden.
Wenn in der Nähe eines Gewässers neue Straßen gebaut werden, dann bekommen diese häufig einen Krötentunnel. Das ist in der Regel ein Betonrohr, das unter der Straße hindurchführt. Zäune aus Blech leiten die Tiere in den Tunnel, wo sie dann ohne menschliche Hilfe ihren Weg fortsetzen können.
Womit Auto- und Motorradfahrende auch rechnen müssen: Zum Krötenschutz werden abgelegene Straßen zur Hauptwanderungszeit teilweise komplett gesperrt.
Große Gefahr zwischen Dämmerung und Mitternacht
Am liebsten gehen Kröten und Co. bei leichtem Regen und zwischen Dämmerung und Mitternacht auf Tour. Das sind Kröten-Männchen, die darauf warten, dass sie von den Weibchen Huckepack zum Teich getragen werden.
Rat für Hundehalter: Kröten meiden!
Zur Abwehr von Fressfeinden sondern manche Erdkröten und Salamander ein Nervengift ab, das besonders für Katzen und Hunde gefährlich werden kann. Falls der Hund beim Spaziergang mit einer Kröte in Kontakt gekommen sein sollte, sollten Herrchen oder Frauchen die Schnauze ihres Hundes sofort mit reichlich Wasser waschen und die gesamte Mundhöhle über mehrere Stunden immer wieder ausspülen. Treten dennoch Vergiftungserscheinungen auf, muss direkt ein Tierarzt aufgesucht werden. Die für die Krötenwanderung bekannten Gebiete sollten während dieser dieser Zeit gemieden werden.
Witzige Namen für Amphibien
Die Biologen haben sich auch für Amphibien sehr witzige Namen einfallen lassen. Erdbeerfröschchen sind Pfeilgiftfrösche und heißen so, weil sie knallrot gefärbt sind. Im Gegensatz zu seinen Artverwandten legt die Geburtshelferkröte ihren Laich nicht im Gewässer ab. Das Männchen trägt die Eier an seinen Fersen, bis die Kaulquappen aus ihnen schlüpfen.
Die Kieselkröte rollt sich zusammen und lässt sich wie ein Stein einen Abhang oder Felskanten hinunterfallen. Wenn sie unten in Sicherheit angekommen ist, rollt sie sich wieder auseinander.
Die Knoblauchkröte riecht wirklich nach Knoblauch! Aber nur, wenn sie sich erschreckt. Der fiese Geruch soll Feinde in die Flucht schlagen. Manchmal versucht sie ihre Feinde sogar zu beißen.
Der Paarungsruf des Motorradfroschs hört sich an wie der Schaltvorgang eines Motorradgetriebes. Der Ochsenfrosch klingt als würde er wie eine Rind muhen.
Frösche haben die unterschiedlichsten Hände und Finger. Es gibt Frösche mit Flughäuten zwischen den Fingern mit klebrigen "Schleimfüßen" und Kröten mit Füßen, die wie Schaufeln aussehen. Sie werden auch tatsächlich zum Graben benutzt.
Tierische Hommage an Rockstars
Immer wieder taufen Forscher und Forscherinnen ihre Neuentdeckungen aus der Tierwelt nach ihren Lieblings-Künstlern. Nachdem ein Wissenschaftler während der Forschung öfters die Band The Doors hörte, musste er natürlich auch an den Sänger Jim Morrison denken, der bekanntlich den Spitznamen „Lizard King“, also „Echsenkönig“, trägt.
Eine parasitische Wespe wurde nach Metallica und eines ihrer Alben benannt. Der griechische Name für dieses Tierchen ist „neurospastarchus“, was auf englisch übersetzt „ruler of puppets“, also „Herrscher über Marionetten“, bedeutet.
Eine bereits ausgestorbene Meeresschnecke, vor etwa 280 Millionen Jahren, wurde nach dem Rolling Stones Sänger Mick Jagger benannt. Eine Art der Gallwespen wurde nach dem King des Rock and Roll Elvis Presley benannt.
Eine Riesenkrabbenspinnenart aus Malaysia wurde nach David Bowie benannt: Heteropoda davidbowie. Diese Spinnenart hat es in sich: die Weibchen sind bei der Verteidigung ihrer Eiersäcke und beim Nachwuchs sehr hartnäckig.
Nach der Entdeckung einer neuen Assel-Art in Zanzibar, wurde das kleine Tierchen nach Freddie Mercury benannt. Zanzibar ist nämlich die Geburtsstadt des Sängers.
Ein Biologie-Professor an der East Carolina University benannte eine von ihm entdeckte Spinnenart nach Neil Young. Seine Begründung: „Ich mag seine Musik und ich schätze seinen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit sehr.“ Die Spinne trägt jetzt den Namen Myrmekiaphila neilyoungi.
Johnny Cash war der Namensgeber für eine dunkle und haarige Spinne. Sie wurde 2015 in der Nähe des Folsom Gefängnisses in Californien entdeckt.
An der Pazifikkküste Panamas wurde eine Zehnfußkrebsart entdeckt, die eine große pink-farbene Schere hat.
Es wurde eine Froschart im Amazonas-Gebiet entdeckt, die Fledermausartige-Laute von sich gibt.
Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister hat im Sommer 2017 posthum sein eigenes Tier bekommen.
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