Der italienische Laufradhersteller Fulcrum, eine Tochter des legendären Komponentenherstellers Campagnolo, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2004 einen Namen gemacht. Fulcrum beliefert sowohl Fahrradhersteller als auch Endverbraucher mit Laufradsätzen und profitiert dabei von Campagnolos Know-how in Bezug auf Felgenkonstruktion und Lagerqualität. Das Angebot umfasst Laufräder in einem breiten Preisspektrum.
Fulcrum Red Zone 3: Aluminium-Laufräder für den Down-Country-Einsatz
Neben den Red-Zone-3-Carbon-Laufrädern bietet Fulcrum auch eine Alu-Version für den Down-Country-Einsatz an. Die Red Zone 3 wiegen 1650 Gramm inklusive Tubeless-Ventile, sind also kein ausgesprochenes Leichtgewicht, lassen sich aber gefühlt sehr leicht beschleunigen und bleiben damit im angepeilten Einsatzbereich absolut konkurrenzfähig. Die 25 Millimeter Maulweite an den Felgen bringen die montierten Reifen ausreichend breit auf den Boden und sparen obendrein noch ein paar Gramm im Vergleich zu breiteren Felgen. Die gleichmäßig hohe Spannung der Speichen sorgt zudem für eine angenehme Steifigkeit. Die verbauten Konuslager lassen sich einstellen und leicht warten, laufen aber bisher absolut geschmeidig und unauffällig.
Fulcrum Sharq: Für Langstrecke und Allroad
Zum 20-jährigen Firmenjubiläum präsentiert Fulcrum das Modell Sharq, einen speziell für die Langstrecke und den Allroad-Einsatz entwickelten Laufradsatz. Die Felgen besitzen ein charakteristisches Design mit einer regelmäßigen symmetrische Welle an der Felgennase, die an den Flanken in eine asymmetrische Welle übergeht. Dabei variiert die Felgenhöhe zwischen 42 und 47 Millimetern. Neu entwickelt für die Sharq haben die italienischen Ingenieure eine aerodynamisch optimierte Speiche - genannt A3RO, mit einer Breite von drei und einer Dicke von 0,8 Millimetern. Eine spezielle Bearbeitung der Speichenbasis in der Felge soll ein Verdrehen verhindern. Zudem berühren sie sich nicht an den Kreuzungspunkten. Damit wird laut Fulcrum eine konstante Speichenspannung über die gesamte Lebensdauer gewährleistet - ein Nachjustieren ist somit nicht erforderlich. Beim Design der Aluminium-Naben setzt man auf die bewährten USB- Keramikkugellager, welche im Vergleich mit Modellen aus Stahl verbesserte Leichtlaufeigenschaften bieten. Die Felgen aus einem Faserverbund mit FF100-Kohlefasern und Harzen sollen besonders leicht und reaktionsfreudig sein. Durch den Einsatz von Mini-Hooks kann die Felge sowohl mit Schläuchen, als auch mit Tubeless-System gefahren werden - dabei setzt man auf ein ungebohrtes Felgenbett ohne Felgenband. Das Gesamtgewicht des Laufradsatzes gibt Fulcrum mit 1440 Gramm an. Der Satzpreis liegt bei 2460 Euro.
Im Labor- und Praxistest überzeugten die Fulcrum Sharq 42-Laufräder auf vielen Untergründen, von Flüsterasphalt über Kopfsteinpflaster bis hin zu Schotterpisten. Die Carbonfelgen kommen mit einer Maulweite von satten 25 Millimetern, was nach einer Reifenbreite von mindestens 30 Millimetern verlangt. Die Diskussion um Hookless vermeiden die Felgen übrigens: Minihooks versprechen maximale Sicherheit für alle Reifentypen. Diese bauen dank der enormen Maulweite übrigens schön breit und dämpfen entsprechend angenehm.
Positive Nachrichten in punkto Gewicht: Die ROADBIKE-Waage belasteten Vorder- und Hinterrad mit 671 beziehungsweise 787 Gramm, was einem Setgewicht von 1458 Gramm entspricht. Die Fulcrum-Laufräder setzen die Beinkraft denn auch unmittelbar in Vortrieb um: Die Beschleunigung ist gut, die Lenkung präzise. Nervosität bei Seitenwind scheint den Laufrädern weitgehend fremd zu sein, der Geradeauslauf ist ausgeprägt - allein bei sehr hohen Geschwindigkeiten wird es etwas unruhiger an der Front.
Fulcrum Racing 6 DB: Günstiger Allround-Laufradsatz
Der mit 339 Euro ziemlich günstige Allround-Laufradsatz Fulcrum Racing 6 DB ist eine gute Wahl für Gravelbike oder Crosser. Am Crosser wie am Gravelbike bietet der günstige Radsatz beste Funktion. Etwa den Racing 6 DB, der mit wie schon erwähnt 339 Euro den Einstieg bei Laufrädern für Scheibenbremsen darstellt. Der Racing 6 versteht sich nicht als dezidierter Gravel-Radsatz, sondern eher als Allrounder. Das erkennt man daran, dass die Felgen eine Maulweite von 20 mm aufweisen, wogegen spezielle Gravel-Felgen auch bei Fulcrum innen merklich breiter sind. Den Racing 6 DB kann man dagegen an so ziemlich jedes Bike mit Rennlenker montieren - ans richtige Rennrad mit 25er Reifen ebenso wie an einen im Wettkampf genutzten Cyclocrosser, der ja mit maximal 33 mm breiten Pneus gefahren werden darf.
Was spricht für den günstigen Radsatz? Erst einmal das für die Preisklasse wirklich geringe Gewicht. 1.790 Gramm wiegen Vorder- (830 g) und Hinterrad (960 g), inklusive bereits eingeklebtem Tubeless-Felgenband, das pro Felge mit ca. 10 Gramm pro Felge zu Buche schlägt. Damit ist Fulcrum mindestens auf Augenhöhe mit diversen Wettbewerbern, die ähnliche konzipierte Radsätze teils zu wahrnehmbar höheren Preisen, teils mit merklich höherem Gewicht anbieten. Der Racing 6 kann dabei auch technisch überzeugen. Los geht’s mit den Felgen, die asymmetrisch geformt sind, sodass eine ausgeglichenere Speichenspannung realisiert werden kann - gerade bei Laufrädern für Scheibenbremsen ist das sinnvoll. Die 24 Speichen je Laufrad sind 2:1 auf die zwei Laufradseiten verteilt - vorne links nehmen 16 Stahlstäbe die Bremskräfte auf, hinten rechts verbessern 16 Speichen die Kraftübertragung. Die Speichen sind ungekröpft, sodass sie die Zugkräfte optimal aufnehmen können. Fulcrum verwendet Rundspeichen, was einerseits die Fertigung erleichtert - so muss man sich keine großen Gedanken um die Form der Speichenbohrungen im Nabenkörper machen -, aerodynamisch aber andererseits nicht eben ideal ist. Die Naben laufen weich auf Industriekugellagern; der leise surrende Freilaufkörper kann werkzeuglos abgezogen und gegen ein anderes Modell ausgetauscht werden - etwas für Campagnolo 13-fach. „2-Way fit ready“, wie auf der Felge zu lesen, bedeutet bei Fulcrum, dass die Felgen mit Tubeless-Felgenband schlauchlos gefahren werden können; das Band ist wie gesagt bereits eingeklebt.
Bei Fulcrum fällt die Tubeless-Montage ziemlich leicht: Der 40er Donnelly MSO lässt sich mit überschaubarem Kraftaufwand übers Felgenhorn drücken; mit der normalen Standpumpe sind beide Reifen sofort prall und bleiben es auch, sobald eine ordentliche Portion Dichtmilch eingefüllt worden ist. Der Racing 6 verhält sich im positiven Sinne unauffällig. Das Gewicht - fahrfertig mit 520-Gramm-Reifen wiegt der komplette Satz wie gesagt 3.670 Gramm - ist immer noch so hoch, dass sich keine merklichen Unterschiede im Fahrverhalten ergeben. Auch wenn die Felgen nicht allzu breit sind, sitzt der 40-mm-Reifen sehr stabil; in scharf gefahrenen Kurven auf Schotter und Schräglage wirkt er nicht schwammig. Und beim Antreten wie im Wiegetritt wirken die Fulcrum-Räder ordentlich steif.
Fulcrum Speed 25: Edler Disc-Radsatz
Kaum mehr als 1.300 Gramm wiegt der edle Disc-Radsatz des italienischen Herstellers, und damit bringt er so ziemlich jeden Renner auf Trab. Die Fulcrum Speed 25, das neue Leichtbau-Topmodell des italienischen Herstellers, welcher gerade mal 1.285 Gramm für den Radsatz angibt. An der Redaktionswaage hängt das Vorderrad mit 600, das Hinterrad mit 710 Gramm. Statt flächiger Alu-Speichen, die in Dreiergruppen angeordnet sind, setzt Fulcrum beim Speed 25 auf schlanke, aerodynamisch abgeflachte Stahlstäbchen. Hinten werden die 24 Tangentialspeichen gleichmäßig auf beide Laufradseiten verteilt, vorne kommt eine 2:1-Einspeichung mit acht Radialspeichen rechts zum Einsatz. Am Hinterrad wird im Sinne einer ausgeglichenen Speichenspannung eine asymmetrische Felge verbaut. Zu spüren ist das um 350 Gramm reduzierte Laufradgewicht am Test-Renner ab der ersten Kurbelumdrehung. Das Rad lässt sich gefühlt leichter beschleunigen und wirkt handlicher, sobald man aus dem Sattel geht. Damit sind die Fulcrum Speed 25 gerade für jene interessant, die am Berg häufig in den Wiegetritt wechseln. Die Richtungsstabilität bei hohem Tempo beeinflusst das reduzierte Laufradgewicht dabei nicht spürbar. Der Freilaufkörper bietet mit seinen drei Sperrklinken bewährten Standard. Gefühlt leichten Lauf vermitteln die edlen USB-Keramiklager mit einstellbarem Lagerspiel, die Fulcrum beim Speed 25 verbaut. Die „Ultra-smooth bearings“ sind dann auch mit für den hohen Preis verantwortlich, den Fulcrum für seine Leichtbau-Laufräder verlangt - je nach Freilauf-Variante zwischen 2.275 und 2.285 Euro.
Fulcrum Wind 42 und Wind 57: Aerodynamik zum kleineren Preis
Maximale Leistung, hohen Komfort, geschmeidiges Handling und hohe Flexibilität verspricht Fulcrum für die neuen Laufradmodelle Wind 42 und Wind 57. Nach den High-End-Laufradsätzen Speed 42 und Speed 57 bringt Fulcrum mit den Modellen Wind 42 und Wind 57 identische oder ähnliche Technologien zum kleineren Preis auf den Markt. Die größten Überschneidungen gibt es bei den Aero-Felgen: Diese weisen das identische UV-Profil auf (oben bauchig, unten spitzer zulaufend), sind wie der Name nahelegt je nach Modell 42 beziehungsweise 57 Millimeter hoch, verfügen über ein ungelochtes Felgenbett sowie eine Maulweite von 23 Millimeter. Allerdings sind die neuen Wind-Felgen aus etwas günstigeren Carbonfasern gefertigt. Dank Klassifizierung in die ASTM-Kategorie 2 sind sie auch für leichtes Gelände mit kleineren Sprüngen zugelassen - und damit durchaus auch fürs Gravel- oder gar Cyclocross-Bike eine Überlegung wert. Bei allen Ausführungen kann man das Lagerspiel einfach über einen Inbusschlüssel feinjustieren, um den Verschleiß zu minimieren und den größtmöglichen Leichtlauf zu ermöglichen. Das Sperrklinkensystem des Freilaufs wurde verstärkt und vergrößert, es besitzt nun 36 Zähne.
Die Laufräder sind im 2:1-Muster eingespeicht, mit doppelt so vielen Speichen auf der Seite mit besonders hoher Beanspruchung - um Energieverlust zu vermeiden und die Torsion zu kompensieren, wie Fulcrum betont. Die Speichen sind auf beiden Seiten gekreuzt, berühren sich aber nicht, was Reibungen, Verformungen und Geräuschentwicklung dauerhaft vermeiden soll. Gegenüber den Vorgängern (Wind 40 und Wind 55) will Fulcrum je 100 Gramm Gewicht gespart haben: Die neuen Wind 42 sollen als Set aus Vorder- und Hinterrad 1510 Gramm, die neuen Wind 57 1585 Gramm wiegen. Die in Italien entwickelten und vollständig innerhalb der EU produzierten Laufräder kosten 1415 Euro (Wind 42) beziehungsweise 1436 Euro (Wind 57).
Die niedrigere Ausführung der beiden neuen Fulcrum Wind Laufräder - die Wind 42 - stellten sich einem ersten Praxistest von ROADBIKE. Beim Gewicht hält Fulcrum Wort: 1519 Gramm entsprechen nahezu dem Herstellerversprechen von 1510 Gramm. Auf den 1500 Testkilometern gefielen die Fulcrum Wind 42 mit Komfort, Kraftübertragung, Lenkpräzision und Fahrspaß. Durch das geringe Gewicht, aber auch die als subjektiv sehr hoch empfundene Seitensteifigkeit beschleunigen die Laufräder durchaus spritzig. Auch bei hohem Tempo und beim Lenken gefielen die Fulcrum Wind 42: Die Laufräder lenken sich auch auf schnellen Abfahrten vorhersehbar und präzise, in hoher Schräglage vermitteln sie viel Vertrauen und scheinen immer über große Sicherheitsreserven zu verfügen. Geschont wurden die Fulcrum Wind 42 im Wintereinsatz nicht gerade...Auch was den Verschleiß angeht, gibt es keinen Anlass zu Kritik: Nach 1500 Kilometern findet sich am Vorderrad ein winziger, kaum sichtbarer Kratzer in der Felge. Die Lager laufen leichtgängig, einzig das hintere Lagerspiel wurde einmal nachgestellt. Die Fulcrum Wind 42 sind insgesamt ein sehr gelungener Laufradsatz für gehobene Ansprüche mit sehr ausgewogenen Fahreigenschaften. 1519 Gramm Setgewicht sind attraktiv und im Vergleich zum Wettbewerb bei diesem Preispunkt absolut konkurrenzfähig.
Fulcrum Rapid Red 3 650B: Entspanntes Gravel-Erlebnis
In vorfreudiger Erwartung auf neue Touren haben wir ein Test-Bike auf die Fulcrum Rapid Red 3 650B-Laufräder aus Aluminium umgerüstet. Die 6082-Aluminiumlegierung wurde einer Pre-Aging-Hitzebehandlung unterzogen, um die mechanischen Eigenschaften der Felge zu verbessern. Um Gewicht einzusparen, wurde überschüssiges Material zwischen den Speichen plan abgefräst, die Laufräder wiegen so 1.640 g. An der Felgenwand kleben in Schwarz gehaltene Decals, die bei Tageslicht unscheinbar sind, aber am Abend herannahendes Scheinwerferlicht reflektieren und ein Plus an Sichtbarkeit gewähren. Um die Unwucht durch die Masse des Felgenstoßes auszugleichen, wurden auf der gegenüberliegenden Seite des Laufrads Speichen mit leicht vergrößertem Querschnitt eingesetzt. Fulcrum nennt diese Technologie RDB - Rim Dynamic Balance. Die Laufräder kommen 2Way-Fit ready. So nennt Fulcrum es, wenn Laufräder kompatibel sind mit Tubeless-Reifen und Drahtreifen, die mit Schlauch gefahren werden. Mit 29 mm Felgenbreite und 24 mm Maulweite befinden sie sich auf der modernen und etwas breiteren Seite des aktuellen Gravel-Spektrums. Laut Fulcrum funktionieren die Laufräder am besten mit 40-60 mm breiten Reifen.
Fulcrum hat den Rapid Red 3 650B für Fahrten auf wechselndem Terrain konzipiert. Lange Anstiege verlangen ein Paar Körner extra, lassen sich aber ohne Probleme in Angriff nehmen. Was man an zusätzlicher Ermüdung in den Beinen in Kauf nimmt, gewinnt man dafür in den Armen doppelt zurück. Das Laufrad besitzt neben den Nehmerqualitäten eines gestandenen Boxers auch eine gute Eigendämpfung. Einen bleibenden Eindruck hat bei uns der fast komplett geräuschlose Freilauf hinterlassen. Entschleunigung, wir kommen: Der Fulcrum Rapid Red 3 650B-Laufradsatz bietet ein entspanntes Gravel-Erlebnis zu einem entspannten Preis. Die aufwendig bearbeiteten Alu-Felgen verbreiten Hightech-Charme und lassen so manche Konkurrenten aus Carbon langweilig erscheinen.
Tabelle: Fulcrum Laufräder im Vergleich
| Modell | Material | Gewicht | Maulweite | Preis | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|---|
| Red Zone 3 | Aluminium | 1650g | 25mm | k.A. | Down-Country |
| Sharq | Carbon | 1440g | 25mm | 2460€ | Langstrecke, Allroad |
| Racing 6 DB | Aluminium | 1790g | 20mm | 339€ | Allround, Gravel, Cross |
| Speed 25 | Carbon | 1285g | k.A. | 2275-2285€ | Rennrad |
| Wind 42 | Carbon | 1510g | 23mm | 1415€ | Aerodynamik, Allround |
| Wind 57 | Carbon | 1585g | 23mm | 1436€ | Aerodynamik, Allround |
| Rapid Red 3 650B | Aluminium | 1640g | 24mm | k.A. | Gravel |
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