Die Geschichte von Harley-Davidson: Eine Reise durch die Jahrzehnte

Nicht jeder füllt den Zwischenspeicher seiner Denkschleifen mit technischen Details aus der über 100-jährigen Geschichte von Harley-Davidson; womöglich ist der/die eine oder andere auch völlig neu in der Welt der Milwaukee-Traktoren. Deshalb hier unsere ständig wachsende Sammlung von Fakten, Zahlen, Daten, Tipps. Als einziger Hersteller der Welt hat die Firma 120 Jahre lang ohne Unterbrechung eigenständig Motorräder gefertigt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in den USA eine Vielzahl von Motorradherstellern. Sie kamen und sie gingen, Harley-Davidson blieb - und wird jetzt 120.

Die Anfänge: Vom Holzschuppen zum Headquarter

Jeder hat sie bestimmt schon mal gehört, die Geschichte vom Hinterhofholzschuppen, in dem die ersten drei Harley-Davidson-Motorräder entstanden. Circa 1901 - Freizeitbeschäftigung Verbrennungsmotor In Milwaukee, Wisconsin (USA), arbeiten der technische Zeichner William Harley und der technische Modellbauer Arthur Davidson in ihrer Freizeit an der Konstruktion und Fertigung eines Verbrennungsmotors. Später schließt sich ihnen Arthurs Bruder, der Eisenbahnmaschinist Walter Davidson, an.

Die erste Harley-Davidson war nichts anderes als an einem Fahrrad-Rahmen montierter Einzylinder Motor mit 25 bis 37 cubic inch, der das Hinterrad über einen Riemen direkt antrieb. Die ersten Versionen verfügten weder über eine Kupplung noch über ein Getriebe. Lange ist es her - Harley-Davidson baut Einzylinder Die ersten drei Harley-Davidson kamen mit Einzylinder und Riemenantrieb daher Aus den Einzylindermodellen der frühen Jahre wurden schon 1909 stärkere 45°-V-Twins.

1903 - gestatten - die Harley-Davidson Motor Co. Harley Davidson „Headquarter“ 1903 Die ersten drei fahrtüchtigen Motorräder - Einzylinder mit Riemenantrieb - werden hergestellt. Die „Produktion“ erfolgt nach Feierabend und am Wochenende in einem Schuppen in der 37. Straße von Milwaukee, auf den Arthurs Schwester „Harley-Davidson Motor Co.“ gepinselt hat.

1906 - Leisetreter Harley-Davidson Silent Gray Fellow - 1908 galten H-D-Motorräder als leise Die junge Firma zieht in ein größeres, zweigeschossiges Holzgebäude an der heutigen Juneau Avenue. Gleichzeitig wird die Harley-Davidson konstruktiv systematisch verbessert. Die Bastler geben ihre gelernten Berufe auf und William „Bill“ Harley beginnt ein Studium der Ingenieurwissenschaften. Die Harley-Davidson wird ab jetzt nicht mehr nur schwarz, sondern auch grau lackiert, was ihr - zusammen mit dem geräuscharmen Motorlauf - den werbewirksamen Spitznamen „Silent Gray Fellow“ (leiser grauer Kamerad) einbringt. erwacht zum Leben Der Werkzeugmacher William A. Davidson schließt sich den drei Pionieren an. Am 17. gegründet. Die Jahresproduktion beläuft sich auf 150 Motorräder.

In den riesigen USA mussten selbst auf besseren Feldwegen gewaltige Entfernungen zurückgelegt werden. Seit Mitte der 1910er-Jahre fuhr das Werksrennteam, genannt Wrecking Crew, mit Bikes wie dem 180 km/h schnellen „Eight-Valve Racer“ der Konkurrenz davon - was die Leistungsfähigkeit der Motorräder aus Milwaukee unterstrich. So wuchs Harley-Davidson binnen 17 Jahren zum größten Motorradhersteller der Welt heran und konnte sich seiner imposanten Fabrik rühmen, die unweit des Holzschuppens an der heutigen Juneau Avenue in Milwaukee entstanden war.

1909 - 35 Angestellte arbeiten an 1.140 Motorrädern pro Jahr Der erste V-Twin verfügt bereits im Jahr 1909 über 810 ccm Hubraum Der erste V-Twin - konstruiert von William Harley - kommt auf den Markt: 27 Einheiten des Modells 5D mit rund 810 ccm und dem bis heute typischen 45°-V2-Motor verlassen die erneut vergrößerte Fabrik. Hier arbeiten inzwischen 35 Angestellte, die in diesem Jahr insgesamt 1.149 Motorräder fertigstellen.

1911 - die Produktionskapazität steigt auf weit über 5.000 Motorräder Keine Gang, sondern die Gründungsmitglieder der Harley-Davidson Motor Company Nachdem der V2 im Jahr 1910 umfassend optimiert worden ist, betritt jetzt die verbesserte Version mit mechanisch gesteuerten Einlassventilen die Bühne. Die Jahresproduktion steigt auf insgesamt 5.625 Motorräder.

1920 - H-D wird zum weltweit größten Motorradhersteller In der Juneau Avenue ist eine riesige neue Fabrik entstanden. Mit 28.980 verkauften Maschinen und über 2.000 Mitarbeitern ist Harley-Davidson der weltgrößte Motorradhersteller und investiert massiv in den Rennsport.

1928 - Merchandise mit Tradition Das Harley-Davidson-Bekleidungsprogramm umfasst erstmals Lederjacken.

1929 - das Motorrad wird zum Luxusartikel Die Weltwirtschaftskrise meistert die Motor Company mit einem strengen Sparkurs, einer straffen Händlerpolitik und einem konsequenten Management. Fortan wird das Motorrad als Luxus- und Freizeitgerät vermarktet, die Modellpalette sowohl technisch als auch optisch aufgewertet. Zudem erscheint die 45 - genannt Flathead (Flachkopf) - mit einem seitengesteuerten 750 ccm großen V2-Motor.

Benannt nach seinen flach gewölbten Zylinderköpfen erschien der erste Flathead Motor 1929. Die Ventile wurden seitlich angeordnet. Der Flathead Motor wird auf bis zu 1340ccm Hubraum und 34 PS optimiert. Der Flathead wurde im zweiten Weltkrieg in den WLA Maschinen für die US-Army verbaut und machten Harley-Davidson zu diesem Zeitpunkt zum größten Motorradhersteller der Welt.

1934 - die Fertigung von Einzylindermodellen wird eingestellt.

Knucklehead, Panhead und Shovelhead: Legendäre Motoren der Nachkriegszeit

1936 lief hier der Urahn moderner Harleys vom Stapel: das rund 145 km/h schnelle Modell E/EL mit seinem kopfgesteuerten, Knucklehead genannten V2. 1936 - Knucklehead: 37 PS aus 1.340 ccm Hubraum „Fließbandarbeit“ im Jahr 1936 Neben einem neuen seitengesteuerten V-Twin mit 30 PS und 80 cui Hubraum (1.340 ccm) kommt ein weiterer neuer Motor auf den Markt, den man wegen seiner Zylinderköpfe, die an die Knöchel einer Faust erinnern, Knucklehead nennt. Er leistet etwa 37 PS und beschleunigt die mit ihm bestückten Modelle E und EL auf rund 145 km/h. Der Name erhielt der Knuckelhead von seinen Rockerboxen, die den Knöcheln einer menschlichen Faust ähneln. Der Knucklehead-Motor wurde von 36-47 produziert und war der erste Harley Motor mit Überkopfventilen und ist nicht zu unrecht der Wohl beliebteste Motor bei Harley Sammlern und auch bei unserem Captain.

1941 - Harley-Davidson wird Teil der Rüstungsindustrie Während des Zweiten Weltkriegs änderte sich der Einsatzzweck. Im Dezember treten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein. Anstelle der Zivilmodelle werden im H-D-Werk während der Kriegsjahre rund 88.000 Militärmaschinen produziert. Mit Eintritt der USA baute Harley-Davidson Militärfahrzeuge.

1947 - das „kleine“ Schwarze im Harley-Davidson-Style Die erste klassische Harley-Davidson-Bikerlederjacke im Highway-Stil ist in Damen- und Herrenschnitten erhältlich.

1948 - ein neues OHV-Triebwerk debütiert, das den Spitznamen Panhead (Pfannenkopf) bekommt. Den Namen hat der Panhead von der unverwechselbaren Kuchenpfannenoptik der Rockerboxen. Der Panhead Motor, welcher zu seiner Auslaufzeit 1965 über 60 PS verfügt, zählt als Vorbild der Electra Glide und verfügt zu diesem Zeitpunkt bereits über einen E-Starter. 1949 - eine hydraulische Telegabel ersetzt bei den Panhead-Typen die Springergabel. Die Maschine erhält den Namen „Hydra Glide“. Motorradfahren ist der groaßrtigste Sport der Welt, stellt Harley-Davidson auf dieser Werbeanzeige aus dem Jahr 1950 fest.

1953 - ein Konkurrent weniger Indian Motorcycles, gegründet im Jahr 1901, meldet Konkurs an. Damit war Harley-Davidson vorübergehend der letzte verbliebene amerikanische Motorradproduzent.

1957 - die erste Sportster Glück gehabt - die Dame des Hauses erscheint sehr erfreut über den Neuzugang auf zwei Rädern Die erste Sportster, Typkürzel XL, erscheint - mit modernem Fahrwerk, Telegabel und Federbeinen sowie einem 883 ccm großen OHV-Motor, der 55 PS leistet. Willie G. Davidson, Enkel von Firmengründer William A. Davidson, arbeitet bereits am Design mit und entwirft das runde 1957er H-D Tanklogo.

Der damals neue kleine, moderne Ironhead Motor mit sportlichem Charakter wird über eine stirnradgetriebene Nockenwelle angetrieben. Die 883cm³ Version mit Grauguss-Zylinder und -Zylinderköpfe gab dem Motor den Namen Ironhead. Der Motor dient als Antrieb der damals neuen Sportster-Baureihe.

1958 - weiches Fahrwerk und harte Hüte Die bisher mit ungefedertem Hinterrad gelieferte „Hydra Glide“ wird mit hydraulisch gedämpften Federbeinen ausgestattet und heißt fortan „Duo Glide“. Harley-Davidson präsentiert seine ersten Hartschalenhelme.

1960 - Harley-Davidson erwirbt 50 Prozent der Anteile des italienischen Motorradunternehmens Aermacchi.

1963 - Gründerenkel Willie G. Davidson eröffnet das Styling-Department.

1965 - aus „Duo Glide“ wird „Electra Glide“ Hier noch ohne elektrischen Anlasser und unter dem Namen „Duo Glide“ aus dem Jahre 1961 Harley-Davidson wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die „Duo Glide“ erhält einen elektrischen Anlasser, heißt jetzt - einem Vorschlag von Willie G. folgend - „Electra Glide“.

Electra Glide gab es zum ersten Mal 1965. Glide-Modellreihe gibt es seit 1965.

1966 - ein neuer Motor erscheint, der von den Fans Shovelhead (Schaufelkopf) genannt wird. Wieder einmal verleiht der Look der Rockerboxen diesem Harley Motor seinen Namen. Die Zylinderkopfabdeckung erinnert an Schaufeln, deswegen auch Shovelhead. Der 1340 ccm 65 PS Motor hat neue Zylinderköpfe mit überarbeiteten Kanälen und kompakten Brennräumen, höher verdichtende Kolben, neue Nockenwelle und einen neuen Vergaser.

1969 - freundliche Übernahme Harley-Davidson wird von der American Machine and Foundry Company (AMF) übernommen, einem großen Mischkonzern, der massiv in das Unternehmen investiert.

1971 - Custombike ab Werk Mit der H-D Super Glide wendet sich H-D 1971 der Chopperszene zu Willie G. Davidson stellt mit der „Super Glide“ das erste Factory-Custombike vor, mit dem sich Harley-Davidson auch den Kunden der Chopperszene zuwendet.

1972 - die neue Rennmaschine XR 750 beginnt, die amerikanische Dirt-Track-Szene umzukrempeln.

1977 - die Geburt der Fat Bob Diese Harley-Davidson Fat Bob stammt aus dem Jahr 1979 Der Café Racer, eine „Sportster“ mit Fastback und kleiner Verkleidung, und die erste Low Rider kommen auf den Markt. In den nächsten Jahren folgen „Fat Bob“, „Wide Glide“ und „Sturgis“. Der Hubraum der großen Twins wächst wieder auf 1.340 ccm. Die Verkaufszahlen steigen, doch weil AMF in erster Linie kein Motorradunternehmen ist, kommt es immer wieder zu folgenschweren Fehlentscheidungen und der Mischkonzern verliert zusehends das Interesse an Harley-Davidson.

Von Evolution bis Milwaukee-Eight: Moderne Motorentechnologie

1981 - zurück zu den Ursprüngen Mit einem klassischen Buy-out erwirbt das Harley-Davidson-Management für 80 Mio. US-Dollar „seine“ Company vom AMF-Konzern zurück.

1983 - unter dem Motto „Ride and have fun“ wird die Harley Owners Group (H.O.G.) gegründet.

1984 - mit dem neuen Motor kommt die erste Softail Die erste Softail präsentierte Halrey-Davidson im Jahr 1984 Harley-Davidson präsentiert den neuen Evolution Motor und die erste Softail. Willie G.s Sohn Bill Davidson tritt in die Company ein und entwickelt die H.O.G. weiter. Der 1340ccm Evolution Motor wurde seinem Namen gerecht, denn er war eine wahre Evolution. Der „Evo“ verbraucht deutlich weniger und erzeugt zeitgleich deutlich mehr Drehmoment. On Top dreht er ruhiger und ist dadurch auch langlebiger. Er war der Motor für die damals brandneue Softail, welche heute als Urvater der kompletten Softail-Baurreihe gilt.

1986 - die Evolution-Motorengeneration debütiert in der Sportster-Baureihe.

1988 - Neukonstruktion der klassischen Springergabel

1989 - Familienunternehmen noch und nöcher Karen Davidson, Tochter von Willie G. und Urenkelin von William A. Davidson, tritt als Designerin der neuen MotorClothes-Produkte in die Company ein.

1990 - mit der „Fat Boy“ führt Harley-Davidson eine neue Motorradgattung ein: den Cruiser.

1991 - mit der „Dyna Glide Sturgis“ debütiert das erste Modell der Dyna-Baureihe

1993 - die erste „Road King“ betritt die Bühne. Mächtiges Teil - die erste Roadking kommt alles andere als bescheiden daher King ist das aktuelle Modell aus dieser Baureihe.

1994 - die 2.000.000. Harley-Davidson rollt vom Band.

1995 - 100.000 Harley-Davidson pro Jahr Die jährliche Motorradproduktion überschreitet erstmals die 100.000er-Grenze. Die 30th Anniversary Ultra Classic Electra Glide verfügt als erste Harley-Davidson über eine Kraftstoffeinspritzung.

1997 - in Wauwatosa, Wisconsin, eröffnet das Willie G. Davidson Product Development Center.

1998 - Kärnten wird zum Harley-Mekka Die European Bike Week entsteht: In Faak feiert Harley-Davidson seinen 95. Geburtstag. Die FXRG Funktionsbekleidungslinie debütiert.

1999 - das erste CVO-Modell Der Twin Cam 88 mit 1.450 ccm und zwei Nockenwellen wird eingeführt. Mit der FXR2 stellt Harley-Davidson das erste Custom-Vehicle-Operations(CVO)-Modell vor.

2000 - die Produktionskapazität überschreitet 200.000 Fahrzeuge Die aktuelle Softail-Generation mit neuem Rahmen und neuen Bremsen wartet mit dem Twin Cam 88B mit Ausgleichswellen auf, der auf dem Twin Cam 88 basiert. Mit 204.600 Einheiten übersteigt die Jahresproduktion erstmals die 200.000er-Marke.

2001 - Blinkerrückstellung hält Einzug Harley-Davidson-Motorräder erhalten eine elektronische Wegfahrsperre. Die neue, mikroprozessorgesteuerte Blinkerdeaktivierung errechnet aus fünf Faktoren präzise den Abschaltzeitpunkt.

2002 - Revolution und Porsche Wandlungsfähig - der Motor aus der V-Rod entstammt einer Superbike-Rennmaschine Harley-Davidson bringt das erste Modell der neuen VRSC-Baureihe, die V-Rod, auf den Markt. Ihr Revolution getaufter, flüssigkeitsgekühlter 60°-V2-Motor mit vier oben liegenden Nockenwellen stammt aus der Superbike-Werksrennmaschine VR 1000 und wurde von Porsche zur Serienreife gebracht.

Der wassergekühlte Revolution Motor hat mit einem klassischen Harley-Davidson Motor, bis auf die langhubige Auslegung und den 45 Grad Zylinderwinkler nicht viel gemein. Der Motor leistet von 117PS mit 1130ccm bis 124 PS mit 1250ccm. Der Motor wurde in Zusammenarbeit mit Porsche auf Basis des Renntriebwerkes der VR1000 entwickelt.

2003 - 100 Jahre Harley-Davidson Der 100. Unternehmensgeburtstag wird mit einer mobilen Megafete weltweit gefeiert. Daraus entwickeln sich in Deutschland die Hamburg Harley Days.

2004 - Update der Sportster-Reihe Die Company präsentiert die neue Sportster-Baureihe - mit neuem Fahrwerk und stark überarbeiteten Evolution-Motoren. Alle Big Twins kommen jetzt serienmäßig mit Benzineinspritzung.

2005 - in Moskau eröffnet der erste Harley-Davidson-Vertragshändler Russlands.

2006 - Harley-Davidson in Asien Mit Harley-Davidson of Beijing gibt es nun auch den ersten Vertragshändler in China. Harley-Davidson präsentiert den XR 1200-Prototyp sowie die zweite Generation der Dyna-Modellreihe.

2007 - die nächste Generation Harley-Davidson Streetbob Baujahr 2007 Der Twin Cam 96 mit 1.584 ccm, aktivem Einlass- und Auspuffsystem sowie Cruise-Drive-Sechsganggetriebe kommt auf den Markt. In den CVO-Sondermodellen werden erstmals Twin-Cam-110- und -110B-Motoren mit einem Hubraum von 1.801 ccm angeboten. Die Sportster-Modelle erhalten eine elektronische Kraftstoffeinspritzung.

2008 - das Harley-Davidson-Museum in Milwaukee öffnet seine Tore.

2009 - V-Rod und Touring-Modelle bremsen jetzt serienmäßig mit ABS. Bill Davidson wird zum Leiter des Harley-Davidson-Museums ernannt.

2010 - Motorradweitsprung H-D Forty-Eight Der „Twin Cam 103“ mit 1.690 ccm Hubraum und die „Forty-Eight“ sind neu am Markt. Der amerikanische Freestyle-MX-Profi „Seth Enslow“ setzt auf der Harley-Davidson XR 1200 mit 53,34 m die neue Bestmarke im Harley-Davidson-Weitsprung.

2011 - die Softail-Baureihe ist nun mit ABS ausgerüstet.

2012 - Willie G. geht in Rente Nach 49 Jahren als Chefdesigner geht Willie G. Davidson im April in den Ruhestand. Neben ABS wird der Twin Cam 103 in der Dyna-Baureihe eingeführt. Für die Softail-Baureihe wird der Twin Cam 103B mit Ausgleichswellen präsentiert. Das ursprüngliche Haus der Familie Davidson, Netherton Cottage in Aberlemno, Region Angus (Schottland), dient von jetzt an als Gedenkstätte.

2013 - 110 Jahre Harley-Davidson Mit „Anniversary Bikes“ und weltweiten Partys feiert Harley-Davidson sein 110. Firmenjubiläum. Die neue Baureihe Street - produziert in den USA und in Indien - wird präsentiert.

2014 - die Motor Company stellt das Project LiveWire, die erste elektrisch angetriebene Harley, vor.

1.801 ccm Hubraum - die H-D Softail Slim S 2016 - mit der „Low Rider S“, der „Softail Slim S“ und der „Fat Boy S“ debütieren die ersten Serienmaschinen mit 1.801 ccm großem Twin Cam 110 bzw. Twin Cam 110B, die bis dato exklusiv den CVO-Modellen vorbehalten waren.

2017 - die Touring- und CVO-Modelle werden vom neuen Motor Milwaukee-Eight mit 1.745 ccm oder 1.868 ccm angetrieben.

Bei einem Plus an Leistung und einem in jeder Hinsicht begeisternden Motorrad-Erlebnis für Fahrer und Beifahrer ist es Harley-Davidson mit dem neuen Milwaukee-Eight gelungen, den charakteristischen Look, den markanten Sound und die typische Leistungsentfaltung seiner legendären Vorgänger in vollem Umfang zu bewahren. Der neu konstruierte Motor zeigt sich aber drehfreudiger sowie elastischer und weist einen noch angenehmeren Klang auf. Der neue Milwaukee-Eight Motor kommt 2017 in allen Harley-Davidson Touring Modellen und in den Trikes zum Einsatz. Er wird in zwei Hubraumkategorien und in drei Varianten hergestellt. Bei allen Varianten sind die Auslassventile flüssigkeitsgekühlt.

Der Milwaukee-Eight Motor setzt je nach Modell bis zu elf Prozent mehr Drehmoment frei als sein jeweiliger Vorgänger. Über den erhöhten Hubraum hinaus weist der Milwaukee-Eight ein höheres Verdichtungsverhältnis sowie Vierventil-Zylinderköpfe mit einem um 50 Prozent höheren Gasdurchsatz auf. Dank des hydraulischen Ventilspielausgleichs entfällt der Ventilservice. Eine Doppelzündung erhöht die Effizienz der Verbrennung. Das Gewicht des neuen Milwaukee-Eight ist in etwa identisch mit seinem jeweiligen Vorgänger. Die Modelle mit Milwaukee-Eight 107 beschleunigen um elf Prozent schneller von 0 auf 100 km/h, was im Direktvergleich zwei bis drei Motorradlängen entspricht.

Der Milwaukee-Eight bietet Fahrer und Beifahrer dank verringerter Wärmeabstrahlung, verbesserter Wärme-Abweisung und eines neu konstruierten Abgassystems ein Plus an thermischem Komfort. Die unterschiedlichen Ausführungen des Milwaukee-Eight setzten dabei auf die optimale Kühlstrategie für die jeweiligen Modelle: Die Zylinderköpfe werden entweder durch Öl oder Kühlflüssigkeit gekühlt. Neue Klopfsensoren für jeden Zylinder gestatten zugleich eine präzisere Regelung des Zündzeitpunkts. Die geänderte Führung des hinteren Krümmers trägt im Verbund mit dem neu positionierten Katalysator dazu bei, den Beifahrer noch effizienter vor Abwärme zu schützen. Eine schlankere Primärantriebs-Abdeckung und ein flacherer Luftfilterdeckel verschaffen dem Fahrer im Bereich des Motors ein Plus an Beinfreiheit und sorgen damit zugleich für einen verbesserten Bodenkontakt.

Der Milwaukee-Eight ist in Gummi gelagert und weist eine Ausgleichswelle auf, die im Leerlauf die Schwingungen erster Ordnung zu 75 Prozent reduziert. Leichtere Ventile, eine einzelne Nockenwelle sowie optimierte Motordeckel und Antriebskomponenten tragen beim Milwaukee-Eight dazu bei, das mechanische Geräuschaufkommen des Antriebsstrangs weiter zu verringern. Auch der neue Ansaugtrakt und der Luftfilter zeichnen sich bei hohem Luftdurchsatz durch ein noch weiter reduziertes Ansauggeräuschniveau aus. Die Kipphebelabdeckungen spannen sich geradezu muskulös über die Zylinderköpfe. Erstmals seit dem klassischen Knucklehead stellt das Design der Kipphebel-Abdeckungen wieder einen Bezug zu den mechanischen Vorgängen her, die sich darunter abspielen. Zugleich fallen sie groß und massiv aus.

Der berühmte V2 ist über Jahrzehnte das Erkennungszeichen des Harley-Motors. Nach wenigen Jahren als Einzylinder, gibt es schon seit dem Jahr 1909 nur noch diese Zylinderanordnung. Die beiden aktuellen Motoren sind der Milwaukee-Eight in den Softails, Tourern und Trikes und der Revolution Max in den beiden Pan America Modellen.

Revolution Max: Ein neues Kapitel

Revolution MaxMit diesem Motor schlägt Harley-Davidson ein neues Kapitel der legendären V-Twins auf. Er dient als mittragendes Fahrwerkselement, das einen herkömmlichen Rahmen überflüssig macht. Dadurch wird das Gesamtgewicht der Maschine erheblich reduziert, der Schwerpunkt liegt niedrig und das wird Handling optimiert. All dies zusammen bringt eine hervorragende Beschleunigung aus dem Stand und ordentlich Power bei hohen Drehzahlen. Max. Der Motor löst damit nach fast 20 Jahren den Twin Cam Motor ab, von dem er sich durch seine Vierventiltechnik und besseres Ansprechverhalten aus dem Drehzahlkeller merklich unterscheidet. Die Vierventil-Zylinderköpfe pro Zylinder ermöglichen einen erhöhten Gasdurchsatz von 50% mehr als die vorherigen Zweiventil-Köpfe. In Kombination mit der effizienteren Verbrennung aufgrund der neuen Doppelzündung, erreicht der Milwaukee-Eight bis zu 10% mehr Drehmoment bei 11% weniger Verbrauch. Mit nur einer kettengetriebenen Nockenwelle fällt der Ventilantrieb des Milwaukee-Eight leichter, leiser und einfacher aus als bei dem Twin Cam Motor. 75% der Schwingungen erster Ordnung werden durch eine stirnradgetriebene interne Ausgleichswelle ausgeglichen und sorgen so für erhöhten Fahrkomfort für Fahrer und Beifahrer. Der klassische Charakter einer sanft schüttelnden Harley V2 bleibt dabei erhalten. Bei hohen Geschwindigkeiten sorgt die Gummilagerung für ein sanftes Schwingungsverhalten. Es sind aktuell Versionen in 107, 114 und 117 Cubic Inch erhältlich. Der neue Motor unterschreitet die weltweit verschärften Geräuschgrenzwerten, zugleich kommt der satte Auspuffklang besser als je zuvor zur Geltung.

Für die typische Zündfolge eines Harley-Davidson Big Twins wurde dem Milwaukee-Eight wieder ein Zylinderwinkel von 45 Grad verpasst und beide Pleuel laufen auf den gleichen Hubzapfen. Das Zusammenspiel sorgt für den berühmten „Potato, Potato“ Sound. Die Leerlaufdrehzahl wurde beim Milwaukee Eight von 1.000 auf 850 U/min abgesenkt, um die Harley im Stand leiser und ruhiger laufen zu lassen.

2018 - 115 Jahre Harley-Davidson Harley-Davidson feiert sein 115-jähriges Firmenjubiläum mit Jubiläumsm...

Harley-Davidson heute

Noch heute ist Harley-Davidson in Milwaukee daheim, wo einst alles begann, und noch heute ist die Firma - wenngleich man vom 50er-Zweitakter bis zum großvolumigen Boxer alles Mögliche ausprobiert hat - dem viertaktenden V2 treu ergeben. Auch wenn er äußerlich manchen seiner Ahnen gleicht, wurde er Jahrzehnt für Jahrzehnt den Erfordernissen der Zeit angepasst. Mit dem Milwaukee-Eight und dem Revolution Max fertigt Amerikas traditionsreicher Motorradhersteller derzeit zwei unterschiedliche Motorenkonzepte: einen luftgekühlten 45°-V2 mit flüssigkeitsgekühltem Auslassbereich und einen flüssigkeitsgekühlten 60°-V2. Von 975 bis 1.923 Kubikzentimeter reichen die Kubaturen, bis zu 112 kW (152 PS) leisten die Triebwerke. Längst haben moderne Features wie elektronische Assistenzsysteme, praktische Bluetooth-Handyanbindung und modernes Infotainment auch in Maschinen aus Milwaukee Einzug gehalten. Doch bis es so weit war, stand dem Unternehmen eine lange Reise bevor.

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