Hardtail oder Fully? Für manche ist es eine Glaubens-, für andere eine Geld- und für noch andere gar keine Frage - die Frage nach Hardtail oder Fully. Grundlegend muss man sich als Einsteiger vor dem Kauf eines Mountainbikes aber erst einmal zwischen Hardtail oder Fully entscheiden. Diese Frage steht zwischen jedem Anfänger und seinem ersten Traum-Bike.
Was ist ein Hardtail?
Beim Hardtail spricht man von Mountainbikes, die nur mit einer Federgabel mit 100 bis 120 Millimeter ausgestattet sind, der Hinterbau ist ungefedert. Im Gegensatz zum Fully besitzt das Hardtail keinen gefederten Hinterbau. Aufgrund des fehlenden Dämpfers ist dieser entsprechend "hart" bzw. ungefedert.
Mit dem Hardtail bewegen sich Fahrer auf den Spuren der ursprünglichen Mountainbiker. Zu Beginn des MTB-Trends den Pioniere wie Gary Fisher Mitte der 1970er Jahre in den USA begründeten, waren Federung und Fahrwerk noch Fremdworte. Dennoch ist das Hardtail, das heute standardmäßig über eine Front-Federgabel verfügt, nicht nur etwas für Nostalgiker und Puristen. Die Vielfalt der Modelle reicht vom einfachen Einsteiger-Bike unter 1000 Euro über leichte, teure Carbon-Bikes bis zu den Trail-Hardtails mit einer Extraportion Abfahrtsspaß.
Ein Hardtail ist die ursprüngliche Form des Mountainbikes. Der Rahmen ist zwar ungefedert, dadurch aber besonders leicht und wartungsarm. Auch wenn Hardtails im Vergleich zu Fullys in der Regel günstiger sind, kommen bei der Konstruktion hochwertige Materialien und moderne Fertigungstechniken zum Einsatz. Die Rahmen bestehen heutzutage meist aus hydrogeformtem Aluminium oder Carbon, um das Gewicht weiter zu reduzieren.
Das Hardtail MTB ist die ursprünglichere Variante und hat „nur“ eine Federgabel, während das Fully MTB auch am Hinterbau gefedert ist. Der Begriff Hardtail (englisch) bedeutet so viel wie „starres heck“. Dieser Typ MTB ist mit einer Federgabel (meist 100 mm- 120 mm Federweg) ausgestattet. Der Rahmen ist meist aus Carbon oder Aluminium und somit sehr leicht.
Vorteile von MTB-Hardtails:
- günstig
- wenig Wartungsaufwand
- leichter als ein gleichteures Fully
- alltagstauglich
Nachteile von MTB-Hardtails:
- bietet wenig Komfort
- eingeschränkte Geländetauglichkeit
Was ist ein Fully?
Als vollgefedert - im Englischen "full suspension" - wird ein Mountainbike mit Front-Federgabel und gefedertem Hinterbau bezeichnet. Fully - also Fullsuspension - bedeutet, dass ein Dämpfer auch Schläge am Hinterrad abfängt. So weit der grobe technische Unterschied.
Ein Fully glänzt gerade dort, wo das Hardtail an seine Grenzen kommt. Durch die zusätzliche Federung bietet es eine größere Bodenhaftung und kann Schläge besser aufnehmen. So sorgt ein Fully besonders bei Abfahrten für eine bestmögliche Kontrolle und Sicherheit. Ambitionierte Mountainbikerinnen und Mountainbiker, die anspruchsvollere Trails mit hohen Geschwindigkeiten fahren wollen, profitieren also von einem Fully.
Das Full-Suspension-Bike (englisch) vollgefedertes Fahrrad oder auch Fully genannt, ist wie der Name verrät, vollkommen gefedert bzw. Gedämpft. Mit diesem Bike bist du in jedem Gelände zuhause und überwindest auch die größten Hindernisse. Der Rahmen ist je nach Preisklasse meist aus Carbon oder Aluminium gefertigt.
Vorteile von MTB-Fullys:
- komfortabel
- voll geländetauglich
- mehr Sicherheit und Fahrspaß
- viel Traktion
Nachteile von MTB-Fullys:
- hoher Preis
- größerer Wartungsaufwand
- günstige Modelle sehr schwer
- träger auf Schotter und Asphalt
Einsatzbereiche von Hardtail und Fully
Für die Fitnessrunde in der Natur oder den gemäßigten Cross-Country-Einsatz ist das Hardtail wie geschaffen. Ist der Einsatzbereich eher auf Straßen, Feld- und Waldwege beschränkt, dann ist das klassische Mountainbike mit ungefedertem Hinterbau in seinem Element. Anspruchsvolle Trails, technische Abfahrten und lange Tagesetappen - geht es dir um kernige Mountainbike-Action im Gelände, oder planst du lange Touren bis hin zum Alpen-Cross? Dann ist das Fully die richtige Wahl.
Wenn du ein Mountainbike hauptsächlich zum Fahren auf gut befestigten Straßen und Feld- und Forstwegen suchst und nur hin und wieder auf einem unbefestigten Weg bzw. Downhill-Singletrail unterwegs bist, dann ist ein Hardtail das richtige Mountainbike. Wenn du praktisch ausschließlich auf Singletrails, schmalen unbefestigten Wegen oder grobschottrigen Untergrund fahren möchtest, dann solltest du zu einem Fully greifen.
Terrain: E-MTBs, die nur an der Front gefedert sind, absorbieren nicht so viel vom Untergrund des Trails als ein vollgefedertes E-MTB. Dadurch wird ein E-MTB-Hardtail der perfekte Untersatz für ruhige Trails, Wald- und Wiesenwege.
Vor- und Nachteile im Detail
Dank des Fahrwerks werden Stöße und Schläge gedämpft, Traktion, Grip und damit die Fahrsicherheit steigen. Besonders in Trails mit Steinen, Wurzeln und anderen Unebenheiten ist das "Fully" gegenüber dem Hardtail deshalb im Vorteil. Hier kann der Fully-Fahrer oft entspannter agieren, als sein Kollege auf dem Hardtail, der deutlich aktiver fahren muss. Dank der Vollfederung hält das Fully besseren Kontakt zum Boden, dadurch entsteht in schwierigen Fahrsituationen mehr Kontrolle. Dazu kommt der dank der Hinterbau-Dämpfung erhöhte Komfortfaktor, der sich bei langen Fahrten positiv bemerkbar macht.
Die zumeist höhere Steifigkeit der Rahmen, die in der Regel aus Aluminium oder Carbon gefertigt sind, verleihen Hardtails ordentlich Vortrieb - und das bringt auf Asphalt und in leichtem Gelände mitunter mehr Geschwindigkeit. Dazu sind Hardtails im Vergleich zum Fully auf gleichem Level in der Regel leichter.
Im Vergleich zum Hardtail besitzt das Fully daher - zusätzlich zu der Federgabel - auch einen beweglichen Hinterbau, der über einen Dämpfer kontrolliert wird. Innerhalb der gleichen Preisklasse sind Fullys in der Regel schwerer als Hardtails. Auch bei der Kraftübertragung liegen die Hardtails in der Regel vorne, da die Energie nicht vom Fahrwerk verschluckt wird. Hardtails eignen sich somit besonders gut für diejenigen, die bergauf schnell unterwegs sein wollen.
Hardtails punkten vor allem hinsichtlich des geringeren Preises und Gewichts, das sie oft zu einem bevorzugten Einstiegsmodell machen. Die fehlende Technik am Hinterrad bedeutet zwar weniger Kontrolle und Komfort beim Fahren, allerdings ist der Pflegeaufwand des MTBs dadurch auch geringer. Fullys sind in der MTB-Branche besonders wegen der besseren Traktion und Stabilität und der sich daraus ergebenden höheren Geschwindigkeit beliebt. Fährst du etwa durch schwieriges Gelände mit vielen Unebenheiten, so schaffen Fullys dank ihrer doppelten Radfederung einen besseren Ausgleich. Das Schlagloch wird praktisch „überflogen“, was dazu noch zu einer höheren Geschwindigkeit führt.
Fully vs. Hardtail: Der Preis
Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Hardtail und Fully ist oftmals der Faktor Geld - bzw. was man dafür bekommt. Da Fullys durch die Hinterbau-Federung aufwändiger in der Herstellung sind und mit dem Dämpfer eine zusätzliche Komponente hinzukommt, sind Hardtails in der Regel auf gleichem Preisniveau hochwertiger ausgestattet. Im Vergleich zu einem Fully ist ein Hardtail deutlich günstiger.
Du bekommst ab 1200 Euro sehr vernünftige Hardtails, während du für ein gutes Fully rund 2000 Euro ausgeben solltest. Es gibt zwar auch deutlich günstigere Fullys, die dann aber überdurchschnittlich schwer und mit schlechteren Komponenten, wie Schaltung und Bremsen, ausgestattet sind. Wenn du generell nicht mehr als 1500 Euro für ein Mountainbike ausgeben möchtest, dann solltest du lieber ein gutes Hardtail als ein schlechtes Fully kaufen.
Vollgefederte E-Mountainbikes sind aufgrund der zusätzlichen beweglichen Teile natürlich teurer. Die zusätzlichen Materialkosten für einen zweiten Dämpfer, Lager und Hebel treiben den Preis gegenüber eines Hardtail mit vergleichbarer Ausstattung nach oben. Ein vernünftiges E-MTB-Fully gibt es ab ca.
E-Mountainbike: Hardtail vs. Fully
Für die E-MTBs gelten im Grunde die gleichen Vor- und Nachteile wie auch für herkömmliche Mountainbikes. Wer mehr Fahrkomfort und Kontrolle in anspruchsvollem Gelände sucht, der findet diese Eigenschaften eher bei einem Fully, dafür müssen jedoch in der Regel höhere Kosten und ein im Vergleich höheres Gewicht in Kauf genommen werden. Mit den zusätzlichen Kilos von Motor und Akku verändert sich die Balance des E-Mountainbikes. Ist der Schwerpunkt optimal, kann sich zusätzliches Gewicht - besonders in der Abfahrt - sogar positiv auswirken und zusätzliche Sicherheit geben. Ob das der Fall ist, lässt sich in der Regel nur bei einer Probefahrt herausfinden.
Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile, abhängig von deinen persönlichen Vorlieben und dem Gelände, auf dem du fahren möchtest. Ein E-Fully bietet mehr Federung, Komfort und Traktion und ist daher besser für anspruchsvolleres Gelände geeignet, während ein E-Hardtail (Hardtail-Mountainbike) leichter und effizienter auf flacheren Strecken sein kann.
Ein E-MTB Hardtail hat nur eine Federgabel an der Front. Der Hauptrahmen ist ungefedert und somit ein Hardtail. Im Gegensatz zum Hardtail, verfügt ein E-MTB-Fully über eine Federgabel und einen gefederten Rahmen. Die Federung im Heck, bietet mehr Komfort, Kontrolle und generiert mehr Traktion im technischen, unebenen Gelände. Die Komponenten, Motoren und Akkus sind sich in beiden Gattungen sehr ähnlich.
Gewicht: Das Gewicht eines E-MTB-Fullys liegt ungefähr 1,5 KG über dem eines E-MTB-Hardtails. Somit wird sich die Reichweite auch nur minimal unterscheiden. Durch die Motorunterstützung ist das Beschleunigen und Bergauf Fahren beider Typen problemlos und spielerisch machbar.
Vielseitigkeit: Vollgefederte E-MTBs sind vielseitiger als E-MTB-Hardtails. Wenn du ein E-Bike für alle Lebenslagen und Einsatzbereiche suchst, ist ein Fully sicher dir richtige Wahl. Egal wie uneben ein Trail auch sein mag, mit einem E-MTB-Fully kommst du fast überall durch. Selbst auf eher ruhigerem Untergrund bietet ein vollgefedertes Rad schlichtweg mehr Komfort.
Wartungsintensivität
Ein vollgefedertes Bike mit seinen vielen beweglichen Teilen, Lager und Dämpfer ist deutlich wartungsintensiver als ein Hardtail. In unseren anderen Blog-Beiträgen gibt es viele Informationen rund um die Bikepflege und Wartung. Erfahre hier beispielsweise, wie du die Lebensdauer des Akkus deines E-MTBs verlängern kannst.
Kategorien von Mountainbike-Fullys im Überblick
- Race-/Marathon-Fully: 100-110 Millimeter Federweg vorne und hinten
- Trailbike: 120-130 Millimeter Federweg vorne und hinten
- All Mountain: 140-150 Millimeter Federweg vorne und hinten
- Enduro: 160-180 Millimeter Federweg vorne und hinten
Laufradgrößen bei Mountainbikes
Sehr lange waren 26 Zoll das Nonplusultra in der MTB-Szene. Mittlerweile haben 27,5 Zoll und 29 Zoll Laufräder die beliebten „Oldies“ fast gänzlich abgelöst. Größere Laufräder ermöglichen es dir deutlich einfacher über Hindernisse zu rollen, ohne dein Rad lupfen zu müssen.
Größere Laufräder sind schwerer, bieten dafür aber deutlich mehr Laufruhe und bessere Abrolleigenschaften. Kleinere Laufräder sind agiler und etwas leichter, sie könnten je nach Fahrstil für dich die richtige Wahl sein.
Fazit
Wer den vollen Geländespaß möchte und sein Bike eher als Sportgerät sieht, wird um ein Fully MTB wohl kaum herumkommen. Mit einem Fully genießt du vollen Fahrspaß bei maximaler Kontrolle und hohem Komfort.
Wer sein Bike im Alltag, für längere Touren oder die Fahrt auf unbefestigten Straßen nutzen möchte, ist mit einem Hardtail sehr gut beraten. Hier profitierst du von geringem Wartungsaufwand und hast die Möglichkeit dein Bike vollständig StVO gerecht auszustatten.
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