Funktionsshirt Herren Radfahren Test: Welches ist das Beste für Sie?

Das Unterhemd spielt eine Schlüsselrolle als erste Bekleidungsschicht beim Radfahren im Winter. Es schützt davor, dass Sie frieren oder durch übermäßiges Schwitzen und anschließendes Auskühlen unangenehm nass werden. In unserem Test haben wir sowohl Herren- als auch Damenmodelle untersucht, die nicht aus traditioneller Baumwolle, sondern aus fortschrittlichen Materialien gefertigt sind. Baumwolle würde wahrscheinlich zu schnellem Wechsel zwischen Schwitzen und Frieren führen.

Die getesteten Baselayer sind aus Kunstfasern wie Polypropylen, Polyester und Polyamiden, aus Merinowolle oder aus einer Kombination von synthetischen und natürlichen Fasern hergestellt. Das Unterhemd kann beim Radfahren den Unterschied zwischen Frieren und Schwitzen ausmachen. Wir haben 16 Langarm-Baselayer-Shirts ausgiebig getestet.

Baselayer für Radfahrer: Falke ist unser Kauftipp

Mit dem Wool-Tech Light haben die Unterwäscheexperten von Falke mal wieder geliefert. Das Langarm-Shirt mit 55 Prozent Wollanteil ist - der Name lässt es vermuten - schön leicht und hält den Körper beim Sport im Winter dennoch ausgezeichnet warm. Auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch problemlos einsetzbar. Einzigartig im Test: Der Baselayer von Falke ist made in Germany.

Mit nur 148 Gramm (Größe M) passt das müffelfreie Wool-Tech Light in jede Bikepacking-Tasche. Perfekt für die Reise, Sport im Winter oder den täglichen Weg zur Arbeit.

15 weitere Fahrrad-Baselayer im Alltags-Test

Hier eine Zusammenfassung weiterer getesteter Fahrrad-Baselayer:

  • Agu Winterday-Shirt: Obwohl Agu dieses Shirt als Merino-Baselayer bewirbt, beträgt der Anteil der Naturwolle nur 35 Prozent, der Polyesteranteil ist gleich groß. Das Winterday-Shirt liegt schön am Körper an, ohne zu reiben oder irgendwo zu locker zu sitzen. Preis und Leistung befinden sich im richtigen Verhältnis.
  • Alé Intimo Wool: Das Alé Intimo Wool besteht zu 45 Prozent aus Wolle. Der weiche Stoff wärmt auch an kälteren Tagen gut und fühlt sich auf der Haut angenehm an. Die Passform ist auf sportliches Radfahren geschnitten, schmiegt sich eng an und wirft unter anderer Kleidung keine Falten. Mit dem Alé Intimo Wool am Körper fährt man trocken und warm durch die ungemütliche Jahreszeit.
  • Artilect Flatiron-Shirt: Artilect setzt auf Nuyarn-Merinowolle. In der Praxis funktioniert das Flatiron-Shirt (91 Prozent Wolle) sehr gut und leistet sich kaum Schwächen. Speziell für ein bequemes E-Citybike jedoch ein toller Tipp.
  • Bergans Inner Pure Longsleeve: „Ein komfortabler Woll-Baselayer zum Wandern und zum leichten Training.“ Das Bergans-Shirt besteht zu 100 Prozent aus Merinowolle. Im Outdoor- und Bergsportbereich ist Bergans ein große Marke - zu Recht, auch für Radfahrende ist das Inner Pure Longsleeve eine tolle Anschaffung.
  • Castelli Flanders Warm LS: Obwohl zu 100 Prozent aus Polyester, fühlt sich dieses Unterhemd von Castelli sehr schön flauschig an - wie Wolle. Die Passform ist zu einhundert Prozent für den Einsatz auf dem Rennrad ausgelegt, das Flanders Warm LS liegt sehr eng an und ist am Rücken etwas länger geschnitten. Das Flanders Warm LS funktioniert am besten bei hoher körperlicher Anstrengung und hält dann warm und trocken.
  • DeMarchi Carezza: Dass das Carezza-Unterhemd zu 100 Prozent aus Merinowolle besteht, macht es sogar schon zu einem der interessanteren Produkte in unserem Testfeld - auch für Pendler. Das DeMarchi-Shirt überzeugt in den Punkten Preis-Leistung und Qualität gleichermaßen.
  • Endura Baabaa: Der Schnitt ist insgesamt leger, am Rücken ist der Baselayer auch nicht so lang wie die Rennrad-Pendants. Die Baabaa-Baselayer von Endura gibt es endlich mal nicht nur in Schwarz oder Grau, sondern in vielen bunten Farben.
  • Giro Chrono LS Baselayer: In puncto Funktionalität erstmal kein Problem, das Unterhemd der Radsport-Marke Giro performt so, wie man es von Marken-Sportartikeln erwartet. Eine gute Wahl für alle, die sich im Winter viel bewegen.
  • Gonso Peniche/Lissabon: Belüftungslöcher an den Stellen, an denen man sie benötigt - Hersteller Gonso hat mitgedacht. Ein gelungenes und vergleichsweise günstiges Modell, das sich für Radfahrer aller Kategorien eignet.
  • Gore Base Layer Thermo: Eher etwas für Radsportler, Läufer oder Wintersportler, die sich mit hoher Intensität bewegen und die Klamotten nach der Aktivität in die Waschmaschine werfen.
  • Löffler Transtex: Laut Löffler ideal für Stop-and-go-Aktivitäten draußen. Die Löfflers Transtex-Kollektion funktioniert aber einwandfrei bei Aktivitäten im mittleren Intensitätsbereich.
  • Odlo Revelstoke: Ganz stark, was Odlo da entwickelt hat. Der Revelstoke-Baselayer funktioniert nicht nur hervorragend, das in modischen Farben erhältliche Shirt sieht auch super aus.
  • Q36.5: Der lange Kragen hält den Hals schön warm, der radsportspezifische Schnitt sorgt für eine optimale Passform auf Rennrad und Gravelbike. Der Baselayer von Q36.5 performt an langen Wochenendtagen im Winter.
  • Skinfit: Das Skinfitprinzip besagt, dass Teile möglichst beliebig miteinander kombinierbar sind, so soll jeder die für sich beste Kombination aus Basis-, Mittel- und Außenschicht bei jedem Wetter finden. Skinfit ist immer eine gute Wahl - leider auch oft recht teuer, dafür sind alle Bekleidungsstücke vielseitig einsetzbar und qualitativ hochwertig.
  • Woolpower Crewneck 200: Perfekt für E-Biker und alle, die draußen nicht so viel schwitzen. Der Baselayer der schwedischen Firma sieht nicht nur schick aus, er macht sich auch auf vielen Fahrten bezahlt.

Merinowolle oder Funktionsfaser?

Das Material entscheidet darüber, wie ihr Baselayer funktioniert. Hochentwickelte Funktionsfasern sind toll für Radsportler bei intensiven Einheiten. Schweiß wird von den dünnen Fasern schnell vom Körper weggeleitet, so kann sich die Feuchtigkeit nicht sammeln. Da Sportler bei ihren Einheiten selbst viel Wärme produzieren, isolieren die dünnen Shirts weniger gut als die Produkte aus Naturfasern.

Merinowolle werden ähnlich gute Eigenschaften nachgesagt, weshalb das Material seit ungefähr einem Jahrzehnt für Sport- und Outdoor-Equipment sehr angesagt ist. Zwar ist die Wolle etwas schwerer und auch nicht ganz so formstabil wie die besten Funktionsfasern. Dafür hat Merinowolle einen entscheidenden Vorteil: Sie stinkt nicht. Ein Merino­shirt macht problemlos eine Arbeitswoche mit und muss zwischendurch nur gelüftet werden.

Baselayer für Radsportler

Unser Baselayer-Check hat gezeigt, dass es - grob gesagt - zwei Konzepte gibt, die für Radfahrende in Frage kommen: Shirts für Sportliche und vielseitige Outdoor-Unterhemden. Radsport-Baselayer sind für die Position auf dem Rennrad geschnitten, mit einer verlängerten Rückenpartie und eng gefertigten Ärmeln. Überdies sollen sie direkt am Körper anliegen und sind für eine bessere Belüftung und Feuchtigkeitsabfuhr kons­truiert. Beispiele in unserem Testfeld sind die Baselayer von Agu, Castelli oder Gore.

Unterhemden für Fahrrad-Pendler

Den sportlichen Unterhemden gegenüber stehen die Outdoor-Allrounder: Baselayer, die nicht speziell für Radsportler geschnitten sind, also ebenso gut zum Wandern oder Skifahren angezogen werden können. Sie sitzen meist etwas lockerer und passen besser zu einer aufrechten Sitzposition. Artilect, Bergans oder Löffler beispielsweise stellen solche vielseitig einsetzbaren Baselayer in unserem Test.

Fahrrad-Unterhemden: Kaufberatung

Grundsätzlich gilt: Je höher das Aktivitätsniveau, desto leichter darf der Baselayer auch im Winter sein und umso mehr kommen die Vorteile von Funktionsfasern zum Tragen. Wer entspannter unterwegs ist, womöglich sogar auf dem E-Bike nicht so sehr ins Schwitzen kommt, der fährt mit einem höheren Wollanteil im Baselayer besser. Für Vielfahrende sollte die nicht stinkende Marinowolle zumindest einen größeren Anteil im Baselayer haben. So vermeiden Sie häufige Waschgänge. Das schont nicht nur die Umwelt und spart Energie, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Produkte.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Funktionsunterhemden

  • Was sind die Vorteile von Unterhemden aus Merinowolle? Merinowolle, die von Merinoschafen gewonnen wird, ist eine Naturfaser. Auf der Haut fühlt sie sich weicher an als normale Schurwolle. Im Sommer wirkt das Material kühlend im Winter isoliert es die Wärme. Besonders beliebt ist Merinowolle im Outdoor- und Fahrradbereich, weil sie auch nach mehrmaligem Tragen nicht zu stinken anfängt.
  • Ist Merinowolle besser als Funktionsfaser? Unser Test hat gezeigt: Merinowolle kommt in puncto Atmungsaktivität und Schweißabtransport schon sehr nah an die besten Synthetikfasern heran. Ob Merinowolle besser als Funktionsfaser ist, lässt sich pauschal nicht sagen, hier kommt es auf die Qualität des Produkts und den Materialmix an. Im Vorteil ist Merinowolle bei der Alltagstauglichkeit, da sie auch nach mehrmaligem Tragen nicht so leicht zu stinken anfängt.
  • Welche Ärmel sind für Baselayer am besten? Funktionsunterhemden gibt es ärmellos, mit kurzen Ärmeln (T-Shirt) oder als Langarm-Baselayer (von uns getestet). Im Sommer sind ärmellose Baselayer für den Einsatz unter dem Radtrikot die beste Wahl. Im Winter kommt es darauf an, wie warm ihre Radjacke ist, beziehungsweise wie empfindlich Sie auf Kälte reagieren.
  • Wie sollte ich mich im Winter auf dem Fahrrad anziehen? Mehr ist nicht zwangsläufig besser! Bedenken Sie, dass Sie beim Radeln warm werden. Egal ob zwei, drei oder gar vier Schichten: Beim Start sollten Ihnen etwas kühl sein, wenn Sie nach fünf Minuten auf "Betriebstemperatur" sind und dann nicht übermäßig zu schwitzen anfangen, haben Sie alles richtig gemacht.
  • Was ist die beste Bekleidung fürs E-Bike-Fahren im Winter? Auf dem E-Bike kommen Sie weniger ins Schwitzen als auf dem Fahrrad und produzieren dementsprechend auch weniger Wärme. Hier können Sie sich mehr an Ihrer Winter-Alltagskleidung orientieren und müssen sich nicht so dünn anziehen wie auf dem Trekkingrad oder Gravelbike.

Langarm-Unterhemden im Test: Die Modelle und Ergebnisse im Detail

In einem Test wurden verschiedene Langarm-Unterhemden für Radsportler untersucht. Hier sind einige Ergebnisse:

  • Castelli Flanders Warm: Das reine Polyestermaterial trocknet zwar rasant, doch die verfilzte Innenseite nimmt den Schweiß nur sehr zögernd auf. Er bleibt auf der Haut und wird schnell nasskalt.
  • Craft Active Extreme X CN LS: Im Training nimmt das leichte Hemd fühlbar Feuchtigkeit auf, wodurch es etwas kühlt.
  • Falke Langarmshirt Warm: Es „feuchtelt“ länger als andere Kunstfasermodelle. Dass es trotzdem ein Favorit des Testteams ist, verdankt es seiner gu­­ten Schweißableitung und seinem sehr enganliegenden Sitz.
  • Gore Base Layer Thermo Long Sleeve: So konsequent wie kein Mitbewerber setzt Gore auf schnell trocknendes Material. Vor allem unter Regenkleidung, die ansonsten einen Nässestau provoziert, kann das Material damit punkten.
  • GribGrab Expert 2 Thermal Seamless: Kein anderes Hemd erhielt für die Passform und den Sitz so viel Lob wie dieses. Es liegt gut an, ohne irgendwo einzuschneiden und hat die richtigen Proportionen für Sportlerinnen- und Sportlerkörper, inklusive Toleranz nach oben.

Tabelle: Zusammenfassung der getesteten Langarm-Unterhemden

Marke Modell Material Empfohlene Temperatur Empfohlene Trainingsintensität
Castelli Flanders Warm 100% Polyester 2 bis 8 Grad Niedrig bis mittel
Craft Active Extreme X CN LS 100% Polyester (recycelt) 3 bis 10 Grad Mittel bis hoch
Falke Langarmshirt Warm 69% Polyamid, 26% Polyester, 5% Elasthan 2 bis 9 Grad Mittel bis hoch
Gore Base Layer Thermo Long Sleeve 92% Polypropylen, 8% Elasthan - -
GribGrab Expert 2 Thermal Seamless - - -

Material-Mix: Der Unterschied liegt im Detail

Die Hemden im Test bestehen aus insgesamt sieben verschiedenen Materialien, bis zu fünf davon in einem einzigen Hemd! Wieso das? Welche Mischung zum Einsatz kommt, hat möglicherweise viel mit dem Einsatzbereich zu tun. Und das ist eine durchaus komplexe Angelegenheit.

Sonderrolle Wolle: Struktur des Gewebes und Anfälligkeit für Geruch

Merinowolle spielt in diesem Werkzeugkasten eine Sonderrolle. Diese besonders feine Schafwolle lagert in ihren Fasern relativ viel Feuchtigkeit ein, bevor sie klatschnass ist und damit kaum noch isoliert. Ihr unbestreitbarer Vorteil ist aber die geringe Geruchsentwicklung. Der Mief entsteht nämlich aus der Zersetzung von Schweiß durch Bakterienstämme - die sich auf Wolle nicht ansiedeln, auf Kunstfasern allerdings gerne. Auf welcher Kunstfaser sie das bei wem tun, ist kaum vorherzusagen.

Der Tragekomfort

Neben der Fasermischung trägt auch der Sitz erheblich zum Tragekomfort bei. Wie auflackiert sitzende Shirts fördern durch ihren flächigen Hautkontakt prinzipiell die Thermo-Regulierung, außerdem dürfen sie in der Übergangszeit mit ihrer Armstulpen-Optik unter race-mäßigen Kurzarmtrikots hervorschauen.

Weitere Empfehlungen für Funktionsunterwäsche

  • Patagonia Capilene Midweight Crew: Lieblingsteil im Bereich Funktionswäsche.
  • Bergans Inner:Light Longsleeve: Wärmende Merinowolle, Mesh-Partien mit höherem Kunstfaseranteil für Atmungsaktivität.
  • Salewa Zebru Responsive Baselayer: Hauchdünner Mix aus Merino und Kunstfasern, fast nahtlos verarbeitet.
  • Craft Active Intensity CN Longsleeve: Dünnes Shirt aus reinen Kunstfasern, Bodymapping-Technologie für schnellen Schweißtransport.
  • Löffler Retr’X Light: Sehr guter Tragekomfort und hohe Funktionalität.
  • Patagonia Cap Cool Lightweight: Wirkt stark kühlend, ideal für heiße Tage.
  • Salewa Zebru Fresh Longsleeve: Angenehmes Tragegefühl, Merinowolle und Lyocell, eng anliegende Passform.
  • Ortovox Comp Light: Hoher Klimakomfort, 70 Prozent Merino-Anteil.
  • Artilect Boulder 125: Nuyarn-Merinowolle, stretchiger, schnell trocknend, formstabil.

Merinowolle oder synthetische Fasern?

Synthetische Fasern eignen sich in der Regel besser für schweißtreibende Sportarten, da sie fast keine Feuchtigkeit aufnehmen und schnell wieder trocknen. Naturfasern wie Wolle sind hingegen sehr saugfähig. Ein sinnvoller Kompromiss ist der Mix aus Synthetik- und Naturfasern.

Hauptsache wohlfühlen!

Das wichtigste Kriterium eines Baselayers: Es trägt sich angenehm auf der Haut. Am besten liegt Dein Funktionsshirt eher eng am Körper an, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Deine Funktionsunterwäsche sollte mit Flachnähten verarbeitet sein, damit Du Dir Deine Haut nicht aufscheuerst.

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