Die Gangschaltung bei Motorrädern erfolgt in der Regel über ein manuelles Getriebe, das dem Fahrer ermöglicht, die Motorleistung je nach Fahrsituation anzupassen. Typischerweise sind Motorräder mit einem Fußschalthebel ausgestattet, der dir erlaubt, durch Treten des Hebels den Gang zu wechseln.
Der Gangwechsel erfolgt durch Bewegen eines Schaltmechanismus im Getriebe, der verschiedene Zahnräder einlegt, um die Drehzahl des Motors in Beziehung zur Geschwindigkeit des Motorrads zu setzen. Durch die richtige Gangwahl kann der Fahrer die Beschleunigung optimieren und die Motorleistung effizient nutzen.
Die Bedienelemente im Detail
Es geht um die Bedienelemente am Motorrad und wie man sie auf die individuellen Bedürfnisse optimal einstellt. Hier eine Übersicht der wichtigsten Elemente:
- Lenker: Mit dem Lenker kannst du lenken. Darüber hinaus sind die meisten Bedienelemente darauf versammelt. Je breiter ein Lenker ist, desto leichter kannst du die Kreiselkräfte bändigen, desto leichter fällt es dir also, eine Kurve einzuleiten.
- Kupplung: Sie wird mittels Handhebel am linken Lenkerende bedient. Wie bei Autos mit Schaltgetriebe reguliert die Kupplung auch bei Motorrädern den Kraftschluss zwischen Motor und Antriebsrad, also dem Hinterrad.
- Vorderradbremse: In den letzten drei Jahrzehnten ist die Vorderradbremse bei neuen Motorrädern und Rollern, die in der EU verkauft wurden und heute noch werden, serienmäßig immer am rechten Lenkerholm mittels Handbremshebel zu bedienen.
- Hinterradbremse: Heute hat ein Motorrad rechts Fußbremshebel für die Bedienung der Hinterradbremse und ein Roller links einen Handhebel am Lenker.
- Schalthebel: Wenn auf einem Motorrad ein Fußschalthebel montiert ist, dann funktioniert er in der Regel so: Aus der Leerlaufstellung legst du den ersten Gang ein, indem du den Hebel entschlossen mit dem Fuß nach unten bewegst.
- Gasgriff: Wenn die Kupplung regelt, wie viel Leistung ankommt, dann regelt der Gasgriff, wie viel Leistung zur Verfügung steht. Hält man den Gasgriff und dreht man sein rechtes Handgelenk nach unten, dann wird Gas gegeben.
Die Kupplung
Wie bei Autos mit Schaltgetriebe reguliert die Kupplung auch bei Motorrädern den Kraftschluss zwischen Motor und Antriebsrad, also dem Hinterrad. Für alle, die das noch nie gesehen haben: Ziehst du den Kupplungshebel mit der linken Hand zu dir, sollte komplett ausgekuppelt sein, also nichts vom Motor gelangt zum Hinterrad. Löst du dann den Kupplungshebel immer mehr, lässt ihn also mit den Fingern immer mehr nach vorne, wird eingekuppelt. Je mehr nach vorne, desto mehr Kraft vom Motor gelangt ans Hinterrad.
Da es eine wesentliche Rolle spielt, wie viel Schub- oder Schleppmoment am Hinterrad ankommt, ist eine kontrollierte Bedienung der Kupplung das Um und Auf, denn die Umsetzung deiner Arbeits-Aufträge an den Motor (über die Gasgriffstellung) erfolgen zeitverzögert und nicht immer in so fein dosierbarer Form, wie über die Kupplung.
Den Kupplungshebel solltest du dir so einstellen (lassen), dass ein müheloses Dosieren der Kupplung mit zwei Fingern möglich ist. Bei sogenannten Seilzugkupplungen geht das relativ einfach über Einstellschrauben im Bereich des oberen Endes vom sogenannten Bowdenzugschutzschlauch. Bei hydraulischen Kupplungen ist das komplizierter und du solltest dir da von jemandem helfen lassen, der sich auskennt oder entsprechende Reparaturunterlagen befolgen.
Die Bremsen
In den letzten drei Jahrzehnten ist die Vorderradbremse bei neuen Motorrädern und Rollern, die in der EU verkauft wurden und heute noch werden, serienmäßig immer am rechten Lenkerholm mittels Handbremshebel zu bedienen. Für die Einstellung dieses Handhebels der so wichtigen und effektiven Vorderradbremse gilt sinngemäß dasselbe, wie für den Kupplungshebel. Du solltest auch den Handbremshebel so einstellen können, dass ein müheloses Dosieren über den gesamten Wirkungsbereich mit zwei Fingern möglich ist.
Heute hat ein Motorrad rechts Fußbremshebel für die Bedienung der Hinterradbremse und ein Roller links einen Handhebel am Lenker. Bei Motorrädern sollte man sich Stellung und Druckpunkt des Hinterradbremshebels so einstellen lassen, dass er zu Fußhaltung und Schuhgröße der reitenden Person passt. Auch wenn du mit deinen Stiefeln am Fußraster stehst, solltest du ohne störende Bewegung den Fußbremshebel über den gesamten Dosierbereich bedienen können.
Der Schalthebel
Wenn auf einem Motorrad ein Fußschalthebel montiert ist, dann funktioniert er in der Regel so: Aus der Leerlaufstellung legst du den ersten Gang ein, indem du den Hebel entschlossen mit dem Fuß nach unten bewegst. Ab nun gilt eine einfache Regel: Willst du einen Gang höher schalten, bewegst (reißt) du den Hebel (mit gezogener Kupplung selbstverständlich, wie beim Auto!) nach oben, wenn du einen Gang runter schalten willst, trittst du den Hebel nach unten. Du kannst in einer Bewegung immer nur die nächste Schaltstufe wechseln.
Du willst etwa nach dem Stehenbleiben wieder in den Leerlauf? Der Leerlauf liegt sozusagen zwischen erstem und zweitem Gang. Je nach Getriebe braucht das mehr oder weniger Gespür, wie du da mit der Fußspitze aus dem ersten Gang den Schalthebel behutsam nach oben ziehst. Auf deinem Display ganz in der Nähe des Tachometers muss das, meist mit einem grünen N, angezeigt werden, wenn der Leerlauf wirklich eingelegt ist. Das ist eine wichtige Information, denn erst jetzt kannst du im Stand die Kupplung auslassen.
Der Gasgriff
Wenn die Kupplung regelt, wie viel Leistung ankommt, dann regelt der Gasgriff, wie viel Leistung zur Verfügung steht. Für alle, die das noch nie gesehen haben: Hält man den Gasgriff und dreht man sein rechtes Handgelenk nach unten, dann wird Gas gegeben. Es braucht bei Anfängern doch einige Übung, diese Feinmotorik zu beherrschen.
Schon die Änderung der Gasgriffstellung um nur ein Grad kann wesentlich andere Drehzahlen vom Motor liefern lassen. Manche Gasgriffe haben, wenn man über die Stellung null (das wäre Standgasdrehzahl, eine Rückzugsfeder bringt den Gasgriff immer in diese Position, wenn man ihn mit der Hand auslässt), weiter drüber dreht, also das Handgelenk nach oben dreht, eine Deaktivierung des Tempomaten zur Folge.
Fortschrittliche Schaltassistenzsysteme
In Kombination mit manuellen Getrieben verfügen immer mehr Motorräder über fortschrittliche Schaltassistenzsysteme. Dazu gehören Technologien wie Quickshifter und Blipper. Ein Quickshifter ermöglicht das Hochschalten, ohne die Kupplung zu ziehen, indem er blitzschnell den Gang wechselt, wenn der Fahrer den Schalthebel betätigt.
Das DCT-System von Honda
Eine Sonderform des Getriebes ist das Doppelkupplungs-System DCT (Dual Clutch Transmission) von Honda. DCT ist ein automatisches Getriebesystem für Motorräder, das mit zwei Kupplungen arbeitet. Es kombiniert das Beste aus manuellen und automatischen Getrieben, indem es die Effizienz und die nahtlose Leistung eines Automatikgetriebes mit der Kontrolle und dem Fahrgefühl eines manuellen Getriebes verbindet.
Das DCT verfügt über zwei separate Kupplungen, eine für die geraden Gänge und eine für die ungeraden Gänge. Durch die beiden Kupplungen kann blitzschnell zwischen den Gängen gewechselt werden, was zu schnellen und reibungslosen Schaltvorgängen führt. Die DCT-Systeme von Honda bieten mittlerweile viele verschiedene Fahrmodi, die an den Fahrstil und die Fahrbedingungen angepasst werden können. Dazu gehören beispielsweise Sportmodi für dynamisches Fahren oder Touring-Modi für entspannteres Fahren.
Obwohl das DCT automatisch schaltet, hast du auch die Möglichkeit, manuell über Schaltwippen am Lenker oder einen normalen Fußschalthebel am Motorrad zu schalten. Die Halbautomatik bei Motorrädern ist eine Getriebetechnologie, die Elemente sowohl von manuellen als auch von automatischen Getrieben kombiniert.
Bei Hondas E-Clutch etwa ist eine manuelle Betätigung der Kupplung durch den Fahrer zwar möglich, aber nicht erforderlich, um zwischen den Gängen zu wechseln - die Kupplung wird automatisch betätigt. Im Gegensatz zu herkömmlichen manuellen Getrieben, ermöglicht die Halbautomatik also das Hoch- und/oder Runterschalten ohne Kupplungsbetätigung.
Der Vorteil ist klarerweise eine erleichterte Bedienung im Vergleich zu rein manuellen Getrieben, da du nicht die Kupplung ziehen musst, um zu schalten. Dies kann das Fahren in städtischem Verkehr oder bei langsamen Geschwindigkeiten erleichtern. Nicht nur bei Rollern, auch bei Motorrädern sind Automatikgetriebe ein echtes Komfortfeature, da sie das Fahren einfacher und zugänglicher machen.
Bei einem Automatikmotorrad entfällt die Notwendigkeit, manuell zu schalten. Stattdessen wählt das Getriebesystem automatisch den richtigen Gang basierend auf der Geschwindigkeit, der Motordrehzahl und anderen Faktoren. Dies ermöglicht eine reibungslosere Fahrt, insbesondere im Stadtverkehr oder bei längeren Fahrten, da sich der Fahrer voll auf die Straße konzentrieren kann, ohne den Gangwechsel berücksichtigen zu müssen.
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