Fahrrad Gangschaltung Wechseln: Eine Detaillierte Anleitung

Ob Ketten-, Nabenschaltung oder Riemenantrieb: Wer die Schaltung beherrscht, weiß mit jeder Situation umzugehen und kommt auch in Kurven, am Berg oder bei Glätte gut voran. Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten - und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen.

Grundlagen der Gangschaltung

Vorne an der Kurbel eines Fahrrads mit Kettenschaltung sind die Zahnräder (Kettenblätter) von klein nach groß geordnet. Bist du vorne und hinten im ersten, dem leichtesten, Gang, läuft die Kette über das klein(st)e Kettenblatt und das größte Ritzel in einer geraden Linie, da sie sich jeweils ganz links befindet. Wählst du vorne den kleinsten, hinten aber den größten Gang, läuft die Kette sehr schräg. Um ihre Lebensdauer zu erhöhen, solltest du einen solchen Schräglauf vermeiden: Er belastet den Antriebsstrang, da die Kette schleift und sich seitlich verformt.

Tipps zum richtigen Schalten

  • Bei voller Tretkraft kann die Kette abspringen oder reißen, da der Druck auf die Kette zu hoch ist.
  • Auf das Schalten am Berg solltest du, soweit möglich, verzichten.
  • Für mehr Schwung solltest du beim Ausrollen vor einer roten Ampel und vor einem Berg in einen niedrigeren Gang schalten.
  • Klackert oder schleift die Kette, schnarrt oder brummt der Riemen, können dies Hinweise darauf sein, dass die gewählte Gangkombination nicht sinnvoll ist.
  • Sind die Gangnummern bei der Kettenschaltung weit voneinander entfernt, solltest du den Gang so wechseln, dass sie sich annähern.

Die Bedeutung der Trittfrequenz

Ein höherer Gang bedeutet auf dem Fahrrad einen höheren Kraftaufwand und eine niedrigere Trittfrequenz (Kadenz). Grundsätzlich ist es jedoch empfehlenswert, vorne auf einem kleinen Kettenblatt zu fahren, um eine relativ hohe Frequenz zu treten, damit du deine Knie und Gelenke nicht unnötig belastest. 80 bis 100 Umdrehungen pro Minute gelten als gesunde und empfehlenswerte Trittfrequenz.

Schalten beim E-Bike

Wer mit dem E-Bike bzw. Pedelec richtig schaltet, kann Akku sparen und dadurch die Reichweite steigern. Wenn du mit höheren Drehzahlen fährst, muss der Motor nicht so viel arbeiten, wodurch du Strom einsparen kannst. Elektronische Schaltungen bei E-Bikes bieten in der Regel eine höhere Effizienz und Präzision im Vergleich zu mechanischen Schaltungen. Der Hauptvorteil elektronischer Schaltungen liegt in der schnellen und exakten Schaltleistung, die unabhängig von der Pedalkraft des Fahrers ist.

Um die Akkulaufzeit optimal zu nutzen, sollten E-Bike-Fahrer darauf achten, in einem geeigneten Gang zu fahren, der es ihnen ermöglicht, eine effiziente Trittfrequenz beizubehalten, ohne den Motor unnötig zu belasten. Die Schaltweise hat einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensdauer des Antriebsstrangs bei einem E-Bike. Aufgrund der zusätzlichen Kraft, die der Motor erzeugt, sind die Kette, die Ritzel und das Kettenblatt einem höheren Verschleiß ausgesetzt als bei einem herkömmlichen Fahrrad.

Wartung des Antriebsstrangs beim E-Bike

Um die Lebensdauer des Antriebsstrangs zu maximieren, sind regelmäßige Wartungsmaßnahmen entscheidend. Dazu gehören die Reinigung und das Schmieren der Kette, das regelmäßige Überprüfen der Spannung und des Zustands der Kette sowie der Austausch verschlissener Teile. Bei E-Bikes ist es außerdem ratsam, regelmäßige Service-Checks durchzuführen, um sicherzustellen, dass der Motor und die Schaltung korrekt kalibriert sind und optimal zusammenarbeiten.

Schaltwerk Wechseln: Eine Schritt-für-Schritt Anleitung

Das Schaltwerk ist das zentrale Element einer Fahrrad-Gangschaltung. Es ist ein relativ empfindliches Bauteil und durch die Nähe zum Boden auch noch erhöhten Belastungen wie Schmutz und Dreck, gerade bei Offroad-Touren, ausgesetzt. Nachfolgend erklären wir Ihnen wie Sie das Schaltwerk an Ihrem Bike montieren und einstellen können.

  1. Die Auflagefläche für das Schaltauge sollte absolut gerade und frei von jeglichen Verunreinigungen sein.
  2. Zur Montage setzen Sie das Schaltwerk in die Aussparung des Schaltauges ein und verschrauben es, zunächst noch nicht allzu fest.
  3. Öffnen Sie die Fahrradkette und führen Sie diese durch die Führungsröllchen.
  4. Im Anschluss können Sie, falls gewünscht, den neuen Schalthebel an Ihrem Lenker anbringen.

Schaltwerk Einstellen

  1. Um das Schaltwerk einzustellen, stellen Sie den Schalthebel zunächst auf den ersten Gang, die Kette wird auf das größte Ritzel gelegt.
  2. Der Schaltzug kann nun in das Schaltwerk eingespannt werden.
  3. Am Schaltwerk befinden sich zwei Einstellschrauben. Mithilfe dieser Schrauben positionieren Sie das obere Leitröllchen exakt unter das größte Ritzel.
  4. Der Abstand zwischen den beiden Zahnrädern sollte etwa 1,5 Kettenglieder betragen.
  5. Wiederholen Sie nun den Ablauf: Legen Sie die Kette auf das unterste Ritzel und stellen Sie den Schaltgriff auf den höchsten Gang.

Die Montage und die grobe Einstellung Ihres Schaltwerks ist nun beendet. Unser Tipp: Wenn Sie bei Reparaturarbeiten an Ihrem Bike noch unerfahren sind, machen Sie sich vor jeder Demontage ein Foto vom ursprünglichen Aufbau. Legen Sie die Einzelteile, ggf. mit Beschriftung, getrennt voneinander und sicher weg.

Schaltzug Wechseln: So Geht's

Damit die Gangschaltung am Fahrrad reibungslos funktioniert und sich alle Gänge sauber schalten lassen, muss neben Schaltwerk, Schalthebel und Umwerfer auch der Schaltzug inklusive seiner Außenhülle intakt sein. Hakt die Gangschaltung, ist gegebenenfalls der Schaltzug verschlissen und/oder mit der Außenhülle verklebt. In diesem Fall ist es Zeit, den Schaltzug am Fahrrad zu wechseln.

Werkzeuge und Hilfsmittel

  • Neuer Schalt- oder Innenzug und bei Bedarf eine neue Außenhülle
  • Zug-Endkappe
  • Inbusschlüssel
  • Zange
  • Kleiner Zugschneider
  • Kreuzschlitz-Schraubendreher

Ein Spezialwerkzeug, das man unbedingt benötigt, ist ein so genannter Kabelschneider. Er besitzt gerundete Schneiden, damit insbesondere die Außenhülle beim Ablängen nicht gequetscht wird. Beim Innenzug (Stahlseil) sorgt diese Zange dafür, dass sich nach dem Abschneiden das Ende nicht in seine feinen Einzeldrähte auflöst. Ein Kabelschneider gehört in jede Hobbywerkstatt.

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Schaltzugwechsel

  1. Als erstes die Kette aufs kleinste Ritzel schalten. Dann den entspannten Schaltzug an der Klemmschraube (Schaltwerk) lösen.
  2. Zum Herausziehen des alten Schaltseils die Zugwechsel-Öffnung am Schalthebel öffnen.
  3. Nun wird die neue Außenhülle mit Hilfe des RockShox Connectors an die alte Hülle geschraubt (Ein- oder Ausgang spielt keine Rolle).
  4. Das endgültige Ablängen der neuen Außenhülle erledigst du am besten, nachdem sie an Ort und Stelle im Rohr sitzt.
  5. Schaltseil durchfädeln, System straff ziehen, Seil klemmen und die Schaltung gegebenenfalls einstellen.

Abschließend: Ein neues Schaltzugsystem muss man nach den ersten Ausfahrten meist ein oder zwei mal nachjustieren! In der Regel genügt dazu ein kleiner Dreh an der Zugspannschraube, dort wo der Zug am Schalthebel anflanscht. Grund: Die Abfolge aus Außenhüllensegmenten, Endhülsen und Anschlägen drückt sich bis zum endgültigen Sitz etwas zusammen. Dadurch gibt der Seilzug minimal nach - die Schaltung wird unpräzise.

Tipps für innenverlegte Schaltzüge

Ist der Schaltzug innenhalb des Rahmens verlegt, funktioniert der Tausch sehr ähnlich: Bevor der alte Zug ganz herausgezogen wird, kann ein dünner Draht oder ein alter Zug an das Ende des zu tauschenden Zugs geknotet oder gelötet werden. So kann beim Herausziehen des alten gleich der neue Zug oder eine Führung durch den Rahmen gezogen werden. Das spart Zeit und Nerven.

Hinterrad mit Nabenschaltung Ausbauen und Einbauen

Nabenschaltungen werden aufgrund ihrer großen Zuverlässigkeit gerne an Sorglos-Rädern genutzt. Sie funktionieren in den meisten Fällen über lange Zeit zuverlässig und nahezu wartungsfrei. Wenn das Hinterrad mit der Nabenschaltung dann doch einmal ausgebaut werden muss, dann liegt der Grund dafür meist nicht in der Nabe, sondern beispielsweise in einem platten oder abgefahrenen Reifen.

Werkzeug für den Aus- und Einbau des Hinterrades mit Nabenschaltung

Zum Ein- und Ausbau der aktuell verbreiteten Nabenschaltungen der Hersteller Shimano, Rohloff und SRAM gestaltet sich recht einfach. Dies bedeutet auch, dass du nur wenig Werkzeug benötigst um diese Arbeit zu bewerkstelligen.

  • Passenden Maulschlüssel um die Schraubachse zu lösen
  • Gegebenenfalls weitere Maulschlüssel zum lösen des Schaltzugs
  • Schlitzschraubenzieher, sofern die Nabe über eine zusätzliche Abstützung am Rahmen verfügt

Der Ausbau des Hinterrades bei einer Nabenschaltung: So wird es gemacht

  1. Bremsen lösen: Wenn dein Hinterrad durch eine Felgenbremse gebremst wird muss du diese öffnen um das Rad später entnehmen zu können.
  2. Lösen der Schaltzüge: Der nächste Schritt ist das Lösen der Schaltzüge.
  3. Rohloff: Auch hier musst du die Schaltzüge von der Nabe lösen. Die Verbindung findet hier mittels einer Schaltbox statt, die du per Hand lösen kannst indem du die silberne Schraube die sich auf dieser Box befindet löst.
  4. Achse lösen: Um das Hinterrad aus dem Rahmen nehmen zu können musst du nun die Achse lösen.
  5. Rad herausnehmen: Nun kannst du das Hinterrad aus den Rahmen nehmen. Hebe dann die Kette vom Ritzel

Einbau eines Hinterrades mit Nabenschaltung

  1. Rad einsetzen: lege die Kette um das Ritzel und setze die Nabe in die Ausfallenden. Achte dabei auf die richtige Position des Rades.
  2. Auf geraden Sitz achten: Wenn sich die Nabe in den Ausfallenden deines Rades verschieben lässt, schiebe das Hinterrad so weit nach hinten, dass die Kette gut gespannt ist. Achte bei der Befestigung darauf, dass das Hinterrad gerade ist.
  3. Züge befestigen: Damit dein Rad wieder einsatzbereit ist, musst du nun noch die Züge bzw. den Zug befestigen.
  4. Bremsen befestigen: Wenn dein Hinterrad über eine extra Abstützung an der Kettenstrebe verfügt, denke daran, diese wieder zu montieren. Wenn dein Rad über Felgenbremsen verfügt, hänge diese wieder ein.
  5. Funktionen testen: Bevor du dich wieder auf dein Rad setzt überprüfe noch die folgenden drei Funktionen:
    • Dreht sich das Rad ohne zu schleifen?
    • Lassen sich alle Gänge durchschalten?
    • Funktionieren die Bremsen?

Abgesprungene Kette: Was Tun?

Du bist mit deinem Fahrrad unterwegs, fährst möglicherweise gerade bergauf und wolltest das Ritzel bzw. Kettenblatt wechseln, aber nichts passiert. Während du ein unangenehmes Geräusch aus Richtung Kette hörst, wirst du mitten in der Tretbewegung abrupt zum Halten gezwungen. Der Grund ist einfach: Deine Kette ist abgesprungen. Jetzt musst du sie wieder auf Ritzel und Kettenblatt bekommen.

  1. Zunächst legst du die Kette auf das kleinste Ritzel und das kleine Kettenblatt.
  2. Anschließend schaltest du mit dem Schalthebel Schritt für Schritt auf die größeren Ritzel.
  3. Wenn du Kette wieder gut auf den Ritzeln liegt, kannst du wieder vorsichtig losfahren.

💡 Nach Ende deiner Tour empfiehlt sich ein Check-up deines Fahrrads , um den Ursprung des Problems zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass du risikofrei deine nächste Tour angehen kannst.

Ursachen für eine abspringende Kette

Gründe für eine regelmäßig abspringende Kette können der Abnutzungsgrad von Kette und Ritzeln oder ein fehlerhafte Einstellung von Schaltwerk bzw. Umwerfer sein. Möglicherweise haben Schaltwerk bzw. Umwerfer auch das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Ein verschlissener oder schwergängiger Schaltzug führt zu unpräzisem Schalten.

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