Der E-Bike-Akku ist der Energielieferant deines E-Bikes, und weil die Leistung deines Elektrofahrrads mit eben diesem Element steht und fällt, hast du vor dem Kauf eines Pedelecs erfahrungsgemäß ebenso viele Fragen zum Akku, wie zum Antrieb.
Technologie und Kapazität von E-Bike Akkus
Heute fahren alle hochwertigen E-Bikes mit Lithium-Ionen-Akkus, die nicht nur energieeffizienter, sondern auch leichter sind als die veralteten Blei- oder Nickel-Cadmium-Akkus. Premiumhersteller verwenden hochwertige Zellen für die E-Bike-Akkus. Diese sorgfältig produzierten Akkus weisen hohe Kapazitäten bis zu 1000 Wh auf und sind besonders langlebig.
Ein Lithium-Ionen-Akku besteht aus vielen kleinen Einzelzellen, die lediglich ein bisschen länger und breiter sind als herkömmliche AA-Batterien, die du im Supermarkt kaufst. Um nun die nötige Energie für 100 Kilometer Reichweite zu liefern, werden viele dieser Einzelzellen hintereinander geschaltet. Um leistungsstärkere Akkus zu liefern, müssen also mehr Einzelzellen integriert werden.
Wh ist die Größe, die die Kapazität des E-Bike-Akkus angibt. Diese Akku-Kapazität ist vergleichbar mit der Größe eines Autotanks: Je größer der Tank ist, desto mehr Benzin passt hinein und umso mehr Kilometer kannst du theoretisch fahren ohne nachzutanken, abhängig von deiner Fahrweise. Die Kapazität des Pedelec-Akkus wird natürlich nicht in Litern sondern in Amperestunden (Ah) oder Wattstunden (Wh) angegeben.
Wh (Wattstunden) ist die Einheit für die Leistung des Akkus, dieser Wert ist von keiner anderen Größe abhängig und dient deshalb immer als beste Beurteilungsgrundlage für einen Pedelec-Akku. Amperestunden (Ah), bezeichnet die Strommenge und liefert nur in Verbindung mit der Spannung des Akkus einen aufschlussreichen Wert. Abhängig von der Spannung des Akkus, die bei gängigen Akku-Modellen durchaus variieren kann, ist die Angabe von Amperestunden trügerisch, wenn du die Kapazität des Pedelec-Akkus beurteilen möchtest.
Zwar findest du zu jedem Akku eine Reichweitenangabe vom Hersteller, allerdings ist diese abhängig von vielen unterschiedlichen Faktoren, die zum Beispiel vom Fahrer, von der Streckenbeschaffenheit und dem Wetter abhängig sind. Vergleiche die Leistungsfähigkeit des Akkus mit deiner eigenen Leistungsfähigkeit. Diese ist auch nicht immer konstant - so kannst du wahrscheinlich mehr Kilometer fahren, wenn die Strecke eben ist und du keinen Gegenwind hast.
Moderne E-Bike-Akkus benötigen für eine Vollladung zwischen 2 und 9 Stunden. Der Akku-Preis ist außerdem abhängig von der Leistung des Akkus, der durch die Wattstunden definiert wird. Ein 500 Wh-Akku schafft höhere Reichweiten, als ein 300 Wh-Akku, weil er mehr Akkuzellen hat.
Anerkannte Hersteller verwenden hochwertige Akkuzellen und statten ihre E-Bike-Akkus mit einem bruchsicheren Gehäuse und einem leistungsfähigen Battery-Management-System aus, das die Funktionen und den Zustand des Akkus überwacht und bei Bedarf schützt. Diese Merkmale verlängern die Lebensdauer eines E-Bike-Akkus erheblich.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Einen guten Akku kannst du von außen nicht erkennen, allerdings gibt es einige Merkmale, an denen du hochwertige E-Bike-Akkus erkennen kannst. Verfügt der Akku über die CE-Kennzeichnung, entspricht er den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen. Das BATSO-Siegel gibt dir Aufschluss darüber, ob der Akku sicher ist - es ist ein international gültiges Siegel zur Zertifizierung der Batterie Sicherheit. Hersteller wie Bosch oder BMZ, die hochwertige Pedelec-Akkus für viele Antriebe und Marken herstellen, verzichten allerdings auf das BATSO-Siegel.
Um also wirklich sicher zu sein, dass du einen guten, langlebigen und sicheren E-Bike-Akku erstehst, solltest du schlussendlich nur auf Produkte von anerkannten Herstellern zurückgreifen.
Selbst wenn das Gehäuse des Akkus in die Vorrichtung am E-Bike passt und die Kontaktstellen ineinander greifen, muss auch die Betriebsspannung des neuen Akkus identisch mit der des alten sein. Was du aber schwer kontrollieren kannst ist, ob der nachgekaufte Akku über ein Battery-Management-System verfügt, dass mit dem Antrieb und der Steuerungseinheit kommunizieren kann.
Lebensdauer und Ladezyklen
Alle paar Jahre ist es soweit: Die Kapazität deines E-Bike-Akkus ist nicht mehr ausreichend und du musst einen frischen Pedelec-Akku nachkaufen, um auch lange E-Bike-Touren wieder ohne Nachladen bewältigen zu können. Die Lebensdauer definiert sich durch die maximal mögliche Anzahl an Ladezyklen, nicht durch die Reichweite des Pedelec-Akkus. Und wie viele Ladezyklen der E-Bike-Akku mitmacht, ist nicht nur abhängig von der Qualität, sondern auch von der Pflege des Akkus und nicht zuletzt von deinem Ladeverhalten.
Gebrauchte Akkus können unter Umständen recht günstig erworben werden. Lässt du den Akku vor dem Kauf nicht sachgemäß überprüfen, kaufst du aber schnell die Katze im Sack, denn auch wenn der Vorbesitzer dir einen pfleglichen Umgang mit dem Akku versichert und der Pedelec-Akku von außen top in Ordnung scheint, sagt dies nichts über den inneren Zustand aus. Hat der Akku zum Beispiel einen Schlag abbekommen?
Dies kann zu Kapazitätseinbußen und Kurzschlüssen führen. Wie oft wurde der E-Bike-Akku bereits vollständig geladen? Die Antwort hat Auswirkungen auf die verbleibende Lebensdauer. Bei Spezialisten und Fachhändlern kannst du den E-Bike-Akku auslesen lassen und bekommst neben Infos zum technischem Zustand auch wie viele Ladezyklen der Akku bereits hinter sich hat und über wie viel Kapazität er noch verfügt.
Hersteller hochwertiger E-Bike-Akkus geben die Lebensdauer mit bis zu 1.000 Ladezyklen an, dabei sollten bei 500 Ladezyklen noch immer 80 % der Ladekapazität vorhanden sein. Gehen wir von einer durchschnittlichen Kilometerleistung von 60 Kilometern pro Ladung aus, kannst du mit einem Akku in etwa 60.000 Kilometer mit deinem E-Bike fahren.
Ein Ladezyklus entspricht einer Vollladung des Akkus, dabei ergeben 2 Ladungen zu 50 % und 4 Ladungen zu 25 % ebenfalls einen Ladezyklus. Ein vom ADAC 2015 durchgeführter Test ergab, das hochwertige Akkus sogar mehr Ladezyklen als vom Hersteller angegeben vertragen. Das Bosch Power Pack wurde 1.515 Mal vollständig ge- und entladen, bevor seine Kapazität unter 30 % sank und der E-Bike-Akku damit nicht mehr brauchbar war.
Akku-Reparatur und Zellentausch
Einige Firmen bieten ein Auffrischen des E-Bike-Akkus an. Dabei werden die Akkuzellen ausgetauscht, aus denen sich der Akku zusammensetzt. Hierfür muss der Akku aufgeschraubt werden, die meisten Gehäuse sind aber wasserdicht und lassen sich nicht einfach auf- und wieder zuschrauben. Gelingt das Öffnen des Gehäuses und der Austausch der Akkuzellen, ist aber nicht sichergestellt, dass das BMS (Battery-Management-System) nach dem Auffrischen noch immer problemlos und zuverlässig arbeitet.
Viele dieser Systeme sind sogar so intelligent, dass sie den Austausch bemerken - die Folge: Fehlfunktionen.
Garantie und Gewährleistung
Zunächst muss hier zwischen Garantie und Gewährleistung unterschieden werden. Eine Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben, eine Garantie bieten Händler oder Hersteller freiwillig an. In der Regel liegt die gesetzliche Gewährleistung für Ihren E-Bike-Akku bei 24 Monaten. Diese Gewährleistung darf nicht unterschritten, wohl aber erweitert werden.
Generell greifen aber bei unsachgemäßer Handhabung weder Gewährleistungs- noch Garantieansprüche, weshalb der richtige Umgang und die korrekte Pflege deines Akkus nicht nur im Hinblick auf seine Lebensdauer wichtig sind! Eine unsachgemäße Handhabung des Akkus ist zum Beispiel die Verwendung eines nicht originalen Ladegeräts, eine falsche Lagerung - zum Beispiel bei zu hohen Temperaturen und natürlich Sturz- und Bruchschäden.
Durch das integrierte Battery-Management-System können etliche Daten, wie zum Beispiel zur Höchsttemperatur und zu Ladezyklen ausgelesen werden. Das macht den Nachweis einer falschen Handhabung sehr einfach möglich.
Hat der Akku nach einer längeren Lagerzeit oder sogar nach einem Sturz keinen Kontakt mehr zum E-Bike solltest du auf keinen Fall versuchen das Problem selbst zu lösen! Jeder Versuch, den Akku zu öffnen oder die Verkabelung des E-Bikes freizulegen, kann das Problem verschlimmern und ist unter Umständen sogar gefährlich.
Akkuversicherung
Die Akkuversicherung durch die Wertgarantie ist im Komplettschutz enthalten, kann allerdings auch einzeln abgeschlossen werden. Über linexo lassen sich E-Bike-Akkus versichern, die nicht älter als ein Jahr sind. Mit dem 13. Monat erweitert sich der Akkuschutz auch auf den Verschleiß. Der Verschleiß lässt sich anhand der vom Hersteller angegebenen Kapazität und der tatsächlichen Kapazität messen.
Der Akku gilt als verschlissen, wenn die Leistungskapazität unter 60 % liegt. Sollte das der Fall sein, bezahlt Ihnen linexo einen neuen Akku. Die Kosten vom Akkuschutz liegen bei 5 € im Monat. Ihr Akku müsste also ca. 8 - 13 Jahre halten und die Akkukapazität immer noch über 60 % liegen, damit Sie nicht vom Akkuschutz profitieren.
Tipps für eine lange Akku-Lebensdauer
Damit E-Bike-Fahrer und -Fahrerinnen lange ihr Rad und den Akku nutzen können, sollten sie folgende Tipps beachten:
- Eine reduzierte Reichweite kann an einer schlecht gewarteten Fahrradmechanik liegen. Deshalb unter anderem regelmäßig Kette ölen und Luftdruck korrekt einstellen.
- Die richtige Pflege und Lagerung der Akkus verlängern die Lebensdauer und ersparen unnötige Ausgaben. Deshalb: Die Herstellerhinweise genau beachten. Im Übrigen muss der Akku auch nicht vor jeder Fahrradtour voll geladen sein.
- Tiefenentladung auf jeden Fall vermeiden. Sie ist laut ADAC Untersuchung die häufigste Ursache dafür, dass ein Akku getauscht werden muss. Wer wissen will, wie gut sein Akku ist, sollte die Batterie-Restkapazität messen lassen.
- Ersatzakkus vom Originalhersteller sind Nachbauten vorzuziehen. E-Bike-Akku-Reparaturen sind nicht zu empfehlen - außer der Hersteller bietet dies an.
- Vor dem Kauf eines gebrauchten E-Bikes ein Messprotokoll einfordern. Insgesamt sollte der Akku äußerst pfleglich behandelt werden. Wer also beispielsweise sein E-Bike konsequent im Schatten abstellt oder zumindest den Akku abdeckt, tut bereits viel für ein längeres Batterieleben.
Zusammenfassung
Der Preis eines Akkus hängt nicht zwangsläufig - oder nicht nur - mit seiner Qualität und damit auch mit seiner Lebensdauer zusammen. Halten teure Akkus nun länger? Auch wenn das Gehäuse des E-Bike-Akkus nach einem Sturz nicht augenscheinlich beschädigt ist, solltest du den Akku überprüfen lassen.
Hochwertig produzierte Lithium-Ionen-Akkus aus geprüfter und zertifizierter Herstellung sind in der Regel nicht gefährlich. Manchmal findest du auf Akkus von renommierten Herstellern kein BATSO-Siegel. Dies liegt aber nicht an fehlenden Kontrollen oder minderwertiger Qualität, vielmehr testen und überprüfen Hersteller wie Bosch oder BMZ in ihren eigenen Labors und ziehen dafür sogar mehr und strengere Kriterien heran, als die gesetzlichen Vorschriften es vorgeben.
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