Bis vor kurzem galten Fahrradnavis selbst unter Experten als ausgereift und ausgereizt. Mittlerweile funktioniert die Navigation meist zuverlässig, fast alle Geräte zeigen alle wichtigen Daten an und die Anbindung an Sensoren und Apps wie Komoot und Strava funktioniert zuverlässig. Pustekuchen! Die Generation der Fahrradcomputer strotzt nur so vor Innovationen - allen voran der Garmin Edge 1050, das beim Fahrrad-Navi-Vergleichstest mit einer Note von 1,6 den Testsieg holte. Allerdings hätte das Garmin-Flaggschiff auch beim Unterbau ein Update gutgetan, wie der Test zeigt.
Garmin Edge 1050: Der Testsieger im Detail
Die Ingenieure von Garmin haben sich bei der Entwicklung des Garmin Edge 1050 besonders viel Mühe gegeben. Der Fahrradcomputer steckt voller Funktionen und toller Ideen. Der Garmin Edge 1050 ist zweifelsohne der funktional und technisch beste Fahrradcomputer auf dem Markt. Mit seinem fortschrittlichen Display, der dennoch sehr guten Akkulaufzeit und den einzigartigen Trainings- und Fitnessfunktionen spricht er vor allem sportliche Fahrerinnen und Fahrer an.
Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die beeindruckende Helligkeit des Displays von 1000 Nits, die auch bei direkter Sonneneinstrahlung eine gute Lesbarkeit gewährleistet. Unabhängig davon ist der Touchscreen des Edge 1050 äußerst reaktionsschnell und ermöglicht eine flüssige Bedienung, vergleichbar mit der eines modernen Smartphones. Wäre da nicht die völlig veraltete Benutzeroberfläche, die vom Aufbau an Geräte der Jahrtausendwende erinnert. Hier sollte Garmin dringend aufräumen und etwas Neues schaffen.
Dazu muss man wissen, dass der Edge keinen Beeper (wie alle anderen Fahrradcomputer), sondern einen richtigen Lautsprecher hat. Dadurch fallen nicht nur die Piep-Geräusche weg, die bis jetzt auf allen Fahrradcomputern nervten. Er ermöglich auch Funktionen wie die Klingel, was vor allem Rennradfahrer freuen dürfte. Wer nicht über eine solche moderne Schaltgruppe (oder die Fernbedienungstasten des Garmin Edge) verfügt, kann alternativ mit dem Finger auf das Display tippen, woraufhin das Glockensymbol erscheint.
Ein weiterer Tipper auf das Glockensymbol löst dann die sehr realistisch klingende und laute Glocke aus (siehe Video unten). Aus Sicht von IMTEST ist die Bedienung über das Gerät in Stresssituationen jedoch zu umständlich. Es gelingt nicht immer, das kleine Glockensymbol während der Fahrt zu treffen. Noch viel schlimmer: Man muss eine Hand vom Lenker nehmen. Die eingebaute Klingel ist eine feine Sache, die Bedienung erwies sich im Test aber etwas fummelig.
Erster Fahrradcomputer mit Sprachansagen
Damit nicht genug: Der Edge 1050 ist auch der erste Fahrradcomputer, der akustische Abbiegehinweise wie „In 100 Metern rechts abbiegen“ oder „Im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nehmen“ gibt. Das ist ein großer Vorteil bei der Navigation, denn so muss man während der Fahrt nicht vor jeder Kreuzung auf das Display schauen. Die Sache hat allerdings zwei kleine Haken: Erstens ist die Funktion ab Werk deaktiviert und versteckt sich in einem schwer auffindbaren Untermenü (System > Sounds > kleiner Pfeil bei „Sprachansagen“ > Navigationsalarme). Zweitens reicht die Lautstärke der Lautsprecher bei starkem Wind, hohen Geschwindigkeiten und rauem Untergrund nicht immer aus, um die Ansagen zu verstehen.
Interessant ist auch die Funktion „Gefahrenstelle melden“, die Garmin per Update auch für die älteren Fahrradcomputer-Modelle 540/840/1040/1050/Edge Explore 2 zur Verfügung stellt. Die Idee dahinter ist, Radfahrer in Echtzeit über drohende Gefahren zu informieren. Ein Beispiel: Sie fahren mit Ihrem Rennrad um eine schlecht einsehbare Kurve und ein umgestürzter Baum liegt auf der Straße. Tippt man in diesem Fall auf das Display des Edge 1050 und das Ausrufezeichen, kann man die Stelle beispielsweise als „Hindernis“ markieren.
Die Gefahr wird dann in Echtzeit an Garmin Connect gesendet und anderen Radfahrern als Warnung angezeigt, sobald sie sich der Stelle nähern. Eine tolle Idee. Leider funktioniert „Gefahrenstelle melden“ logischerweise nur, wenn man sein Smartphone inklusive Mobilfunkverbindung dabei hat. Fantastisch wäre es außerdem, wenn sich alle Hersteller auf einen Standard einigen könnten, damit nicht nur Garmin-Nutzer in den Genuss der Warnmeldungen kommen. Das ist aber derzeit leider unrealistisch.
Neue Gruppenfunktionen: Wer ist der Schnellste am Berg?
Schließlich hat Garmin seine Gruppenfunktionen mit dem erweiterten „GroupRide“ (kompatibel mit allen x40/x50 Edge-Modellen) erweitert. Mit GroupRide können Sie den Standort von Mitfahrern auf der Karte sehen und ihnen Nachrichten senden. Neu sind drei Funktionen:
- GroupRide Incident Detection: Wenn ein Mitfahrer außer Sichtweite einen Unfall baut, wird man benachrichtigt und kann zu ihm navigieren.
- GroupRide In-Ride Climb Challenges: Dies ist im Grunde genommen eine Live-Version von Strava Live Segments für ClimbPro-Steigungen. Der Edge-Fahrradcomputer kürt live den schnellsten Fahrer auf Basis der schnellsten Aufstiegszeit.
- GroupRide Post-Ride Awards: Auszeichnungen, die der Edge nach einer Fahrt verleiht. Sie bestehen meist aus einer Mischung von allgemeinen Fahrdaten (Höchstgeschwindigkeit etc.) und Sensordaten (z.B. Leistungswerte). Insgesamt gibt es laut Garmin etwa 50-60 davon.
Auch für diese Funktionen ist das Mitführen eines Smartphones erforderlich.
Karoo 3 im Test: Garmin-Killer oder nur solides Upgrade?
Der Hammerhead Karoo 3 will als Fahrradcomputer eine echte Alternative zu Garmin sein - mit großem Display, smarter Navigation und vielen Trainingsfunktionen. IMTEST hat das Modell ausprobiert und zeigt, wie es sich im Alltag auf Touren und beim Sport schlägt und ob sich das Upgrade lohnt.
In der Summe seiner Eigenschaften ist der Edge 1050 die neue Nummer eins unter den Fahrradcomputern. Kein anderes Gerät liefert eine solche Vielfalt an Daten. Von Geschwindigkeit und Distanz bis hin zu Herzfrequenz und Leistungsmessung kann der Edge 1050 alle erdenklichen Informationen (und noch viel mehr) erfassen und aufbereiten. Dank des neuen Displays lassen sich sogar Grafiken in die Datenfelder einblenden, zum Beispiel ein Geschwindigkeits- oder Leistungsverlauf.
Garmin ist für seine Expertise in diesem Bereich bekannt und die Edge-Modelle bieten die mit Abstand beste Trainingsunterstützung. Von Trainingsprogrammen über individuelle Leistungsanalysen bis hin zu Regenerationstipps und täglichen Trainingsvorschlägen bietet auch der Edge 1050 alles, was ambitionierte Sportlerinnen und Sportler für ihr Training benötigen.
Mit seiner modernen Ausstattung inklusive Multiband-GPS bietet der Edge 1050 zudem eine präzise Positionsbestimmung und exakte Navigation. Apropos Navigation: Bei keinem anderen Fahrradnavi ist die Übertragung von Komoot-Routen so einfach wie bei Garmin: Einfach Route in Komoot aufrufen, auf „An Gerät senden“ und „Garmin“ klicken und schon erscheint die Route nach dem Start der Komoot-App auf dem Fahrradcomputer. Alternativ kann man die Komoot-App auch auf dem Edge installieren und die Routen direkt auf das Gerät laden. Klasse: Der Edge 1050 sagt unter anderem den Straßenbelag an und warnt vor verkehrsreichen Straßen.
Mit einer Laufzeit von knapp über 20 Stunden (bei hellem Display und gekoppelten Sensoren) ist die Akkulaufzeit zwar deutlich geringer als beispielsweise beim Edge 1040 (über 50 Stunden). Für die meisten Touren sollte das aber mehr als ausreichen.
Nicht alles spitze
Trotz überragender Funktionen und der bisher besten Testnote (1,6) bei den Fahrradcomputern war der Garmin Edge 1050 „gefühlt“ nicht unbedingt der Favorit der Tester. Denn in Sachen Navigationseigenschaften und Display hat die Konkurrenz (allen voran der Karoo 3) teilweise mehr zu bieten. Neben den bereits erwähnten Reflexionen, die die Ablesbarkeit bei starker Sonneneinstrahlung beeinträchtigen, leidet die Navigationskarte an Unübersichtlichkeit. Vor allem in komplexen Situationen mit vielen Abzweigungen ist die Route nicht immer lesbar. Dies erschwert die Navigation und erfordert eine erhöhte Aufmerksamkeit des Fahrers. Kurzum: Diese Disziplin beherrschen andere Navis besser.
Weitere Garmin Fahrrad-Navis im Überblick
Neben dem Edge 1050 gibt es noch viele weitere Garmin Fahrrad-Navis, die für unterschiedliche Bedürfnisse geeignet sind:
- Garmin Edge 540: Eine Symphonie der Präzision offenbart sich im Garmin Edge 540 in unserem Vergleich mit seinem Multi-Frequenz-Empfang für akkurate Streckenaufzeichnungen - ein Aspekt, der uns gefiel. Die beachtliche Akkulaufzeit von bis zu 26 Stunden eignet sich besonders für Langstreckenfahrer. Vorinstallierte Karten für Zentraleuropa und Westeuropa machen es vielseitig, erfordern jedoch Einarbeitungszeit bei der Bedienung.
- Garmin GPSMAP 65s: Mit einer Akku-Laufzeit von ganzen 16 Stunden eignet sich das Garmin GPSMAP 65s Outdoor-Navi optimal für ausgiebige Outdoor-Touren. Das 2,6-Zoll-Display ist zwar vergleichsweise klein, lässt sich aber dennoch gut ablesen.
- Garmin Edge Explore 2: Das Edge Explore 2 von Garmin hat uns mit einer Akkulaufzeit von 16 Stunden eher weniger überzeugt. Ein großer Vorteil dieses Geräts ist allerdings, dass es mit dem Smartphone kompatibel ist.
- Garmin eTrex 32x: Das Garmin eTrex 32x Wander-GPS bietet Outdoor-Enthusiasten eine ideale Begleitung für ihre Abenteuer. Mit der vorinstallierten TopoActive-Europa-Karte hat man immer routingfähige Straßen und Wege zur Hand, perfekt für Wanderungen und Fahrradtouren. Der gut lesbare 2,2-Zoll-Farbbildschirm ist sogar bei Sonneneinstrahlung ideal für den Einsatz im Freien. Mit GPS und GLONASS bietet das Gerät eine erhöhte Präzision in schwierigen Umgebungen. Die beeindruckende Akkulaufzeit von bis zu 25 Stunden im GPS-Modus ermöglicht längere Outdoor-Exkursionen. Mit einem elektronischen 3-Achsen-Kompass und einem barometrischen Höhenmesser ist die Orientierung in unbekanntem Gelände leicht gemacht.
- Garmin Edge 830: Wer ein zuverlässiges Navigationsgerät für Fahrradtouren sucht, sollte den GPS-Fahrradcomputer Edge 830 von Garmin genauer betrachten. Das Gerät bietet ein Farbdisplay mit Touchscreen und zeigt Karten an. Mit nur 79 g ist es besonders leicht und durch Schutzart IPX7 auch vor Wasser geschützt. Wir empfehlen dieses Navi gerne für alle, die auch bei Regenwetter nicht aufs Radfahren verzichten möchten. Lediglich der Preis könnte für einige Interessenten zu hoch sein.
- Garmin eTrex 22x: Das Garmin eTrex 22x erweist sich als robustes Fahrrad-Navi, das auch bei anspruchsvollen Touren zuverlässig funktioniert. Seine IPX7-Zertifizierung gewährleistet Wetterbeständigkeit. Das gut ablesbare Farbdisplay und die Tastenbedienung ermöglichen eine mühelose Navigation, selbst mit Handschuhen. Mit der bereits vorinstallierten TopoActive-Karte und einer beeindruckenden Batterielaufzeit ist das Gerät ein wertvoller Begleiter für Langstreckenradler. Uns hat besonders gefallen, dass das Gerät einfach zu bedienen ist und über ein sicheres Gehäuse verfügt. Es ist ideal für Radsportenthusiasten, die ihre Abenteuer abseits der ausgetretenen Pfade suchen.
Worauf Sie beim Kauf eines Garmin Fahrrad-Navis achten sollten
Wer einen Garmin-Fahrradcomputer kaufen möchte, muss eine Reihe von Faktoren bei seiner Entscheidung berücksichtigen:
- Deckt das Kartenmaterial die gewünschte Region ab?
- Wie lange hält der Akku durch?
- Welche Größe soll das Display haben?
- Wie kann ich eine Konnektivität erreichen?
- Welche Zusatzfunktionen sind für mich wichtig?
GARMIN-Fahrrad-Navis haben ein kompaktes Maß, sodass sie am Lenker während der Fahrt nicht stören. Die Stromversorgung erfolgt dabei entweder per Akku oder Batterien. Mit Garmins Edge Explore Outdoor Navi Fahrrad GPS können Sie Ihre Position sogar satellitengestützt bestimmen. Dann sehen Sie ganz genau, wo Sie sich aktuell befinden.
Zubehör für Garmin-Geräte
Zubehör für Garmin-Geräte gibt es wie Sand am Meer! Nur welches Zubehör ist wirklich wichtig? Hier eine kleine Auswahl:
- Garmin Edge Fernbedienung
- Garmin Varia Radar
- Halterungen von K-Edge
- Powerbank oder Garmin Charge Power Pack
- Geschwindigkeits- bzw. Trittfrequenzsensor
- Akkus
- Garmin tempe Temperatursensor
- Fahrradhalterung
- Wechselarmbänder für Wearables
- Displayschutzfolien
- Herzfrequenzsensor
Alternativen zu Garmin
Neben Garmin gibt es auch andere Hersteller von Fahrradcomputern, die eine gute Alternative darstellen können:
- Wahoo (Elemnt Bolt und Roam)
- Sigma Sport (Rox Serie)
Fahrradcomputer Vergleich: Garmin, Sigma & Wahoo
Um die hier vertretenen sechs GPS-Bike-Navis in zwei Preisklassen zu testen, wurden von sämtlichen Geräten die technischen Daten erhoben, ein Grund-Setup mit mehreren Benutzerprofilen, gekoppelten Sensoren und bevorzugtem Streckencharakter eingerichtet. Sowohl per App, per PC als auch am Gerät selbst - so möglich. Zudem prüften wir bei allen Geräten, wie sie eine identische Strecke aufzeichnen und erfassen, auf ein Verlassen der Strecke reagieren und wie gut sie zum Navigieren an ein gewünschtes Ziel taugen.
Hier eine Übersicht der getesteten Geräte:
| Gerät | Akkulaufzeit | Gewicht | Fazit | Note |
|---|---|---|---|---|
| Garmin Edge 130 Plus | 12 Stunden | 32 g | Wer vor allem Wert auf eingängige Bedienung legt, sollte einen Blick auf den leichten Edge 130 Plus werfen. Das Monochrom-Display ist top ablesbar, eine Kartendarstellung gibt es nicht. | Gut |
| Garmin Edge 540 (Solar) | 26 Stunden (32 Stunden) | 84 g | Die hohe Akku-Laufzeit, auch ohne Solarfunktion, ist ein starkes Kaufargument. Insgesamt ist der Garmin 540 ein top Navi und Trainingsbegleiter mit leichten Schwächen in der Bedienung. | Sehr gut |
| Sigma Rox 11.1 Evo | 18 Stunden | 54 g | Der kompakt gestaltete Rox 11.1 punktet mit simpler Bedienung, starkem Akku und umfangreicher Sensor-Konnektivität. Die Pfeil- statt Kartennavigation ist simpel, aber gut nutzbar. | Sehr gut (Tipp Preis/Leistung) |
| Sigma Rox 12.1 Evo | 14 Stunden | 109 g | In Sachen Bedienfreundlichkeit hängt der Rox 12.1 Evo die Konkurrenz ab. Dank top Kartendarstellung gelingt das Navigieren kinderleicht, auch App, Display und Konnektivität überzeugen. | Sehr gut (Testsieger 2024) |
| Wahoo Elemnt Bolt V2 | 15 Stunden | 70 g | Intuitive Bedienlogik, starke App und top Konnektivität zeichnen den Bolt aus. Bei der Tourenplanung muss man Kompromisse eingehen, dafür bietet der Bolt Kartennavigation zum fairen Preis. | Sehr gut (Tipp Preis/Leistung) |
| Wahoo Elemnt Roam V2 | 17 Stunden | 99 g | Der Roam begeistert Wahoo-typisch vor allem Trainings- und Datenfans. Ist dank des im Vergleich zum Bolt größeren Displays und des starken GPS-Empfangs aber auch ein seriöser Navigator. | - |
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