Die Shimano Curado DC 151 ist eine Baitcast-Rolle mit integriertem DC-Bremssystem in einer verhältnismäßig günstigen Preisklasse. Da die Rolle auch auf der deutschen Shimano Seite aufgeführt ist, besteht die Hoffung, dass es sie hier auch irgendwann zu kaufen gibt.
Überblick über die Shimano Baitcaster-Modelle
Für die Saison 2018 hat Shimano ein umfassendes Lineup an Baitcast-Rollen im Programm, von denen viele gefischt werden. Insgesamt sind es 16 Shimano Baitcaster Süßwasser-Modelle und verschiedene 29 Versionen. Hier ist ein kurzer Überblick über einige der Modelle:
- Calcutta Conquest: Eine der schönsten Rollen auf dem Baitcast-Markt, erhältlich als 201er und 301er Version.
- Calcutta D: Erhältlich als 201er, geeignet als Hechtrolle.
- Cardiff A: Eine günstige und kompakte schwere Baitcaster, ideal für Einsteiger in die Hechtangelei mit der Baitcaster.
- Corvalus: Eine preiswerte Option, ideal für Anfänger und Fortgeschrittene.
- Aldebaran BFS XG: Ein ultrahochgezüchtetes Bait Finesse-Tool, ideal für kleine Köder.
- Tranx: Eine großködertaugliche Rolle mit fetter Bremskraft, erhältlich als 301er und 401er.
- Metanium MGL: Eine der Lieblingsrollen, bekannt für ihre guten Wurfeigenschaften und Leichtgängigkeit.
- Chronarch MGL: Zeichnet sich durch eine herausragende Wurfperformance aus, ideal für Cranks und Twitchbaits.
- Scorpion: In der 71er Größe erhältlich.
- Curado K: Neu im Programm und der Nachfolger der Curado 201 I, ausgestattet mit neuen (Hagane) Features.
- Curado: Im Vergleich zur Curado K kommt die Curado silbern daher und in 71er Größe.
- Grappler: Kommt aus dem JDM-Programm und ist zum Meeresangeln mit Jigs gebaut worden.
- Citica I: Die günstigste Shimano Baitcaster mit Hagane-Features, geeignet für Einsteiger.
- Casitas: Eine super Rolle für einen relativ schmalen Taler, ideal für Köder ab 7 Gramm.
- Caenan A: Das zweitgünstigste Modell.
- Cajus A: Die günstigste Shimano Baitcaster.
Erster Eindruck und Eigenschaften der Curado DC 151 HG
Die Curado DC 151 HG kommt mit einer 7.4:1 Übersetzung, was bedeutet, dass die Rolle mit einer Kurbelumdrehung 79cm Schnur einzieht. Sie verfügt über 6+1 Kugellager, einem CI4+ Aluminiumgehäuse und hat eine Bremskraft von ca. 5 kg. Mit einem Gewicht von ca. 220g ist sie nicht gerade die leichteste Baitcast-Rolle, aber auch nicht die schwerste. Die Rolle ist ein Stück breiter als ich es mir erhofft hätte aber noch im Rahmen, dass ich mit meinen kleinen zarten Händen vernünftig greifen kann. Das Gehäuse ist weder zu viel Plastik, noch hochwertig. Einfach eine durchschnittliche Rolle aus dem Hause Shimano. Die Knobs gefallen mir allerdings nicht wirklich.
Die Curado DC 151 HG verfügt über vier Einstellungen. Von 1-4 vergrößert man die Bremskraft der Spule und erhält so mehr Unterstützung beim Wefen. Ich sehe die Curado DC weder im Finessebereich, noch in der Sektion Bigbait. Je nach benötigter Wurfweite, Zielfisch und Schnur würde ich sagen, dass sie sich ab 10g bis 30g am wohlsten fühlt.
Das I-DC4-Bremssystem
Das I-DC4-Bremssystem ist genial. Ihr müsst Euch das so vorstellen, ich habe zum Testen und weil gerade Forellenbesatz war, mit einem kleinen Meerforellenköder geangelt. Die Dinger stehen quasi in der Luft! Der erste Wurf mit dem Flugwunder war erwartend zaghaft und auch nicht sehr weit. Das Setting der Rolle war auf 4 gestellt, was soviel heißt wie „höchste Bremsunterstützung“.
Hier merkt man doch, wie die Unterstützung ein bisschen weniger wird. Der Köder fliegt weiter und das Bremssystem surrt wie man es bei diesem System erwartet. Angeblich für Flurocarbon gedacht, sollten Köder hier wunderbar und nur noch durch den Daumen gebremst werden müssen, sobald der Köder auf das Wasser trifft. Am meisten hat mich beeindruckt, wie man das Fluro dabei beobachten konnte, wie es versucht von der Rolle zu hüpfen und sich sofort wieder ablegt. Die geringste Bremsunterstützung findet man bei Stufe 1. Eher gedacht für geflochtene Schnüre und man darf hier in keinem Fall ohne Daumen werfen. Für mich ist die 1-Stufe eher eine reguläre Bremse mit DC-Sound.
Das I-DC-Bremssystem der Curado DC besteht aus 2 Teilen. Einem Mikroprozessor und einer Spule, die ein Magnetfeld erzeugt das ganze System mit Energie versorgt. Der Mikroprozessor misst die Spulengeschwindigkeit und reguliert diese, um Backlashes zu vermeiden.
Wurfperformance und Handling
Es gibt an der Performance wenig auszusetzen. Das Teil ist ein Castingwunder und wer damit Probleme hat, der ist einfach nicht motiviert genug um es zu können oder sollte die Finger von Baitcastern lassen. Allerdings wäre mir ein etwas schnittigeres Gehäuse bei der Curado DC lieb gewesen. Gerade wenn es regnet, leidet die Griffigkeit schon sehr, was die hände ermüden lässt.
Vergleich mit anderen Baitcastern
Im Vergleich zur klassischen Stationärrolle dreht sich bei der Multirolle die Rollenspule um die eigene Achse, weswegen etwas mehr Übung in der Handhabung der Rolle nötig ist. Dafür erlaubt sie äußerst zielgenaues Werfen, da die Schnur direkt in die Hand gekurbelt wird.
Dem Vertikalangeln mit Stationärrolle steht nichts entgegen. Allerdings bietet eine Baitcaster oder Multirolle hier einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglicht das Ablassen der Schnur per Knopfdruck. Besonders in Europa hat sich daher das Verwenden von Baitcastern beim Vertikalangeln durchgesetzt.
Das Werfen mit einer Multirolle gestaltet sich umso leichter, je schwerer der Köder ist. Nur sehr hochwertige Rollen haben einen entsprechenden Lauf, um auch leichte Köder weit entfernt zu positionieren. Größere Wurfweite ist bei einer Stationärrolle leichter zu erreichen, allerdings fliegt hier der Köder weitaus unstabiler. Mit einer Stationärrolle können auch sehr leichte Köder problemlos ausgeworfen werden, da die Schnur ohne Widerstand abgegeben wird. Bei Gegenwind ist von Multirollen abzuraten, es bietet sich hier die Gefahr der Perückenbildung.
Gegenüber Stationärrollen sind Multirollen robuster und kompakter gebaut.
Tipps zur Schnurwahl und Bremseinstellung
Selbst wenn oft für Multirollen monofile Schnur empfohlen wird: Wer viel Wert auf den direkten Kontakt mit dem Fisch legt und erfahren ist, wird auf geflochtene Schnur zurückgreifen und diese mit einem Vorfach aus Fluorocarbon oder Monofil kombinieren. Je dünner die Schnur gewählt wird, desto weicher muss die Bremse eingestellt werden.
Wer mit der Multirolle noch ungeübt ist, sollte sich erstmal für Monofil entscheiden. Nylonschnur wirft sich erheblich einfacher und bildet dabei weniger Perücken. Wenn sich solche bilden, dann sind sie allerdings aufgrund des Memoryeffekts wesentlich hässlicher, als die einer geflochtenen Schnur. Am besten wählt man eine Schnur ohne Memoryeffekt.
Wer mit Werfen und Einstellen der Multirolle etwas Erfahrung hat, kann getrost zu geflochtener Schnur wechseln.
Grundsätzlich hat jede Multirolle mehrere Bremssysteme, die es vorallem korrekt einzustellen gilt, um ein reibungsloses Funtionieren der Rolle zu gewährleisten. Ein Bremssystem fungiert gegen die Überdrehung der Spult beim Auswerfen und kann je nach Hersteller und Preisklasse entweder über kleine Magneten oder aber über die Fliehkraft kuntionieren. Mit Rollen, die über ein Fliehkraftsystem verfügen, wie etwa die meisten Shimano-Modelle, können größere Wurfweiten erzielt werden und Anfängerfehler werden leichter verziehen.
Jede Multirolle hat dazu noch eine zweite, mechanische Bremse. Meist ist dies ein Knopf hinter der Sternenbremse, mit dem die Spule zusätzlich abgebremst werden kann. Diese Bremse kann auch als sogenannte „Notbremse“ genutzt werden.
Als Kampfbremse sind Multirollen entweder mit einer Sternenbremse oder einem Lever Drag austgestattet. Mit der Sternenbremse wird durch einfaches Drehen eingestellt, wie viel Widerstand dem Fisch beim Drill entgegengesetzt wird. Beim Lever Drag liegt die Bremse im Inneren der Spule und wird durch Drücken des Hebels aktiviert. Gleichzeitig wird über diese Schiebebremse auch der Freilauf reguliert.
Um ein Multirollenbremssystem korrekt einzustellen, wird bei Rollen mit Fliehkraftbremse der Seitendeckel geöffnet und die Bremskraft über die entsprechenden verstellbaren Stifte geregelt. Werden die Stifte eingeschoben, ist das Fliehkraftgewicht ausgeschaltet. Für gängige Ködergewichte reichen meist ein bis zwei aktivierte Fliehkraftgewichte aus.
Wartung und Pflege
Eines gleich vorweg: Eine Spinnrolle wirft auch in ungepflegtem Zustand noch durchaus gut. Bei einer Multirolle macht sich sofort bemerkbar, wenn sie geölt werden will. Es sollten also in regelmässigen Abständen den Kugellagern einige Tropfen Öl zugeführt werden. Auch die Schnurführung will immer wieder gefettet werden, um einwandfrei zu laufen.
In der Regel lässt sich sagen, dass Schnurführung und Kugellager bei wöchentlichem Fischen alle drei bis vier Monate nachgefettet werden sollte.
Die Shimano SLX DC XT als Alternative
Die Shimano SLX DC XT macht optisch einen sehr guten Eindruck. Im Gegensatz zum schlichten Schwarz als Grundton für die vorhergehenden Modelle, hat die SLX DC XT eine eher metallisch graue Optik. Im Sonnenlicht kann man im richtigen Winkel das SLX DC Logo sehr gut erkennen.
Im Inneren der Rolle sorgen die Micro Module Gears für ein sehr smoothes Kurbelerlebnis. Ich war extrem überrascht wie smooth sich die Shimano SLX DC XT kurbelt. Meiner Meinung nach kann das auf jeden Fall mit dem Kurbelgefühl einer Shimano 2020 Metanium MGL mithalten. Prinzipiell habe ich das Gefühl, dass die Toleranzen der Shimano SLX DC XT extrem gut sind.
Die Sternbremse der Shimano SLX DC XT klickt schön und präzise wenn man sie verstellt. Der Widerstand fühlt sich gut an und die verschiedenen Klicks wirken sehr definiert. Leider hat der Spool Tension Knob keinen Klicker verbaut.
Im Gegensatz zu den alten SLX DC Baitcastern mit dem i-DC 4 verfügt die Shimano SLX DC XT über das moderne i-DC 5 Bremssystem. Das i-DC 5 hat eine Vielzahl an möglichen Einstellungen um das Bremsverhalten so gut wie möglich an die Bedingungen anpassen zu können. Man kann ganz prinzipiell zwischen F (Fluorocarbon), N (Nylon/Mono) und P (Geflecht) wählen. Sobald die verwendete Schnur eingestellt ist kannst du genauere Feineinstellungen vornehmen. Am Wahlrädchen am Non Handle Side Plate kann man dann noch 1, 2, 3, 4, oder W auswählen. 1 ist die schwächste Einstellung, 2, 3 und 4 sind natürlich stärker. W ist die fünfte Einstellung und sollte laut der Bedienungsanleitung von Shimano Japan für starken Wind verwendet werden.
Ich finde, dass das i-DC 5 der Shimano SLX DC XT dem i-DC 4 um Welten überlegen ist.
Wie oben schon erwähnt ist mir sofort aufgefallen, wie extrem smooth sich die SLX DC XT kurbelt. Durch die Micro Module Gears ist es ein Gefühl wie mit einem heißen Messer durch Butter zu schneiden. Entgegen dem Ruf der SLX Serie kann diese Rolle von der Buttrigkeit auf jeden Fall mit einer Metanium MGL mithalten.
Die Rolle liegt gut in der Hand und ich empfinde sie als sehr angenehm. Sie ist im Wurf gutmütig, aber greift bei richtiger Einstellung nicht zu stark ein und somit kommt man auch auf sehr gute Distanzen, selbst mit leichten Hardbaits. Jeder Wurf wird vom berühmten DC Whine, dem charakteristischen Ton der DC Rollen begleitet. Außerdem ist das Kurbeln und das Verstellen der Bremse sowie das Drücken des Daumentasters immer von einem soliden, wertigen Gefühl begleitet.
Ich bin hin und weg, die Shimano SLX DC XT ist ganz schnell zu einer meiner absoluten Lieblingsrollen geworden. Es gibt nichts was mir nicht gefällt an der neuen DC Baitcaster mit der kleineren Spulengröße. Da das i-DC 5 dem i-DC 4 deutlich überlegen ist kann man mit der überraschend smoothen und schön verarbeiteten Baitcaster nur Spaß haben, vorausgesetzt man mag den DC Sound.
Empfehlungen für Einsteiger
Ich denke, mein Einstieg in die Baitcasterei ist so abgelaufen, wie bei jedem Angler. Ich bin irgendwann darauf aufmerksam geworden, habe mich informiert, mir die erste Kombo zugelegt, habe geübt und war begeistert.
Es gibt ein paar im Angebot, die um die 100€ liegen, in meinem Fall war es eine Shimano Casitas 151 hg (höhere Übersetzung. Die Casitas hat mir optisch und vom Handling, beim Dauerdrehen auf der Couch, sehr gefallen. Schmal, leicht und gut verarbeitet.
Waren sehr gut! Man liest andauernd, dass es vielen Anglern nach ein paar Versuchen und Perücken reicht und sie wieder auf Stationär umsteigen.
Während ich auf die neue Rute gewartet und meine Casitas mittlerweile so lange und oft leer gedreht habe, dass ich schon Angst um das Material hatte, ging die eigentliche Herausforderung los.
Ich habe alle Anfängertipps genutzt, verinnerlicht und so gut es geht versucht, diese umzusetzen. Der erste Tipp, den jeder gibt, verwende keine teure geflochtene Schnur. Also wurde eine 0,30 Mono aufgespult.
Am Wasser habe ich den allerersten Wurf, mit einer sagenhaften Weite von ca. 12 Metern gemeistert. OHNE PERÜCKE! Immerhin. Nach und nach wurden dann die Bremsen gelockert, was mir deutlich mehr Wurfweite ermöglicht hat, aber definitiv auch das ein oder andere Vogelnest, was ich aber relativ schnell wieder lösen konnte.
Verabschiedet Euch auch von dem Gedanken, Billigrollen aus China oder fertige Kombis zu holen. Das wird Euch keinen Spaß machen. gleich mehr in eine geile Rolle und hochwertigere Rute investiert habt. Lest viel, macht Euch mit den verschiedenen Herstellern, den Einsatzgebieten und der Technik vertraut. So findet Ihr heraus, welche Marke, Köderart, Wurfgewicht, Schnur usw. für Euch das Richtige ist.
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