Motorradführerschein Kosten Übersicht: Alles, was Sie wissen müssen

Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland besitzen im Jahr 2024 einen Motorradführerschein. Tendenz steigend. Für die Fahrerlaubnis fallen hohe Kosten an: Infos und eine Beispielrechnung.

Der Motorradführer­schein-Preis setzt sich aus fixen Kosten (z. B. Anmelde- und Prüfungs­gebühren) und variablen Kosten (Fahr­stunden) zusammen. Fahrstunden und Sonderfahrten verursachen den Hauptteil der Kosten. Ein Preisvergleich mehrerer Fahrschulen lohnt sich.

Die Fahrschulen erheben zunächst einen Grundbetrag, eine Art Anmeldegebühr. Das sind bei den Führerscheinklassen A, A1 und A2 rund 250 bis 690 Euro.

Welche Motorradführerscheinklassen gibt es?

Den Motorradführerschein gibt es in vier verschiedenen Klassen. Hier finden Sie alle Informationen, welche Bedingungen an die Motorradführerscheinklassen A, A1, A2 und AM geknüpft sind.

  • Motorradführerschein AM: Für zwei- und drei­rädrige Klein­kraft­räder mit 45 km/h bauart­bedingter Höchst­geschwindig­keit, höchstens 50 ccm Hub­raum und maximal 4 kW Motor­leistung. Die Motorrad-Führer­schein­klasse gilt auch für Straßen-Quads (max. 4 kW) und vier­rädrige Leicht­kraft­fahrzeuge (max.
  • Motorradführerschein A1: Für Leicht­kraft­räder mit höchstens 125 ccm Hubraum, bis zu 11 kW (15 PS) Motor­leistung und einem Verhältnis Leistung/Gewicht von maximal 0,1 kW/kg.
  • Motorradführerschein A2: Für Kraft­räder mit höchstens 35 kW Motor­leistung und einem Leistung/Gewicht-Verhältnis von max. Mit Motorrad-Führerscheinklasse A2 dürfen Sie Krafträder mit höchstens 48 PS (35 kW) fahren. Auf diese Leistung gedrosselte Krafträder erreichen Höchstgeschwindigkeiten von ungefähr 160 bis 200 km/h.
  • Mit dem "großen" Motorrad­führerschein A dürfen Sie Krafträder ohne PS-Begrenzung fahren.

Wer einen Pkw-Führerschein der Klasse B mit Erweiterung 196 hat, darf Motor­räder im Rahmen der Führer­schein­klasse A1 fahren. Voraus­setzung für den Motorrad­führer­schein B196 ("kleiner Motor­rad­führer­schein") ist eine zusätz­liche Motorrad­fahrer­schulung mit mindestens neun Unter­richts­einheiten à 90 Minuten. Das Mindest­alter beträgt 25 Jahre. Der/die Fahrer:in muss den B-Führer­schein fünf Jahre oder länger haben.

Mit dem Motorradführerschein der Klasse A dürfen Sie Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 50 ccm fahren, ohne Einschränkung der Höchstgeschwindigkeit. Auch sämtliche dreirädrige Kraftfahrzeuge mit diesen Eigenschaften sind vom Führerschein umfasst. dazu kommen 12 Sonderfahrten, von denen 5 Überlandfahrten, 4 Autobahnfahrten und 3 Nachtfahrten sein müssen. Normale Fahrstunden machen Sie abhängig von Ihrem Fahrkönnen in ausreichender Anzahl, für diese gibt es keine gesetzlichen Vorschriften.

Zwei Wege führen zum Motorradführerschein der Klasse A: zum einen der stufenweise - also erst die leistungsreduzierte Klasse A2 und danach die volle Motorradklasse A - und zum zweiten der direkte Weg. Der Motorradführerschein Klasse AWer ein Motorrad fahren und sich dabei keine Gedanken um Kubikzentimeter, Pferdestärken und Höchstgeschwindigkeit machen will, muss mindestens 24 Jahre alt sein und braucht den "großen" Führerschein der Klasse A.

Mit dieser Königsklasse der Motorradführerscheine dürfen alle Krafträder und dreirädrigen Kraftfahrzeuge ohne Leistungsbegrenzung gefahren werden.

Stufenführerschein

Der Stufenführerschein ermöglicht dir einen schrittweisen Aufstieg von kleineren zu leistungsstärkeren Motorrädern, beispielsweise von A1 zu A2 oder von A2 zu A. Dafür musst du allerdings die bisherige Fahrerlaubnis mindestens zwei Jahre innehaben. Der Vorteil dieses Modells ist, dass du früh Fahrpraxis sammelst und weniger Fahrstunden benötigst. Zudem ist beim Aufstieg keine erneute Theorieprüfung notwendig. Weiterer Vorteil: du kannst über die verschiedenen Stufen die Führerscheinklasse A schon mit 20 Jahren erwerben - ein Direkteinstieg wäre erst mit 24 Jahren möglich.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Egal, welchen Führerschein für Motorräder Sie machen möchten: Eine Altersbegrenzung gibt es nicht. Das heißt: Sie können auch mit 60, 70 oder 80 Jahren eine Motorrad-Fahrerlaubnis erwerben. Generell gilt: Mit der Ausbildung dürfen Sie ein halbes Jahr vor Erreichen des jeweiligen Mindestalters beginnen.

Im Schnitt dauert es ein bis zwei Monate, um den Motorradführerschein auf regulärem Weg zu erwerben. Meist umfasst die praktische Fahraus­bildung zwischen 20 und 30 Stunden. Der Theorieteil umfasst mindestens 16 Doppel­stunden. Wie lange es dauert, den Motor­rad­führerschein zu machen, variiert je nach Fahrschüler:in und angestrebter Motorrad-Führer­schein­klasse.

Bringen Sie praktisches oder theore­tisches Vorwissen im Straßen­ver­kehr mit (z. B. Sinnvoll ist es, mit den theoretischen Stunden des Motorrad­führerscheins im Winter zu beginnen. Im Frühling wechseln Sie zum praktischen Teil und profitieren von witterungs­bedingt günstigen Straßen­verhältnissen. Winter­fahrten stellen gerade für Fahr­anfänger:innen ein erhöhtes Risiko dar.

Kostenaufstellung für den Motorradführerschein

Der größte Kostenblock verursachen die Fahrstunden, die genau wie Schulstunden 45 Minuten dauern. Für normale Ausbildungsfahrstunden, auch Übungsfahrten genannt, sind circa 60 bis 102 Euro anzusetzen. Ihre Zahl hängt vom Lernfortschritt des Fahrschülers ab, und dabei beurteilt der Fahrlehrer, ob seine Schülerin oder sein Schüler schon sicher fahren kann.

Dazu kommen zwölf Sonderfahrten zu je 66 bis 128 Euro, zusammengesetzt aus fünf Überland-, vier Autobahn- und drei Fahrten in der Dämmerung beziehungsweise bei Nacht.

Die Vorstellung zur theoretischen Prüfung kostet rund 80 bis 167 Euro, die zur praktischen etwa 195 bis 443 Euro. Sie werden in der Regel über die Fahrschule abgerechnet. Grundsätzlich gilt: Eine oder zwei Fahrstunden mehr sind billiger als sich zum zweiten Mal zu einer Prüfung anzumelden.

Übungsmaterialien, Lernsysteme oder Apps sind bei manchen Fahrschulen im Grundbetrag enthalten, andere berechnen ungefähr 50 bis 100 Euro.

TÜV, Erste-Hilfe-Kurs und SehtestZu den Kosten für die Vorstellungen zu theoretischer und praktischer Prüfung kommen die Gebühren für die eigentlichen Prüfungen bei TÜV oder Dekra. Sie betragen für den Direkteinstieg in die Klasse A 24,99 Euro für die Theorie und 162,67 Euro für die Praxis. Über ADAC gelbhilft kostet er rund 60 Euro, wobei ADAC Mitglieder einen Rabatt erhalten.

Nicht erforderlich ist er, wenn der Nachweis schon bei einem früheren Führerscheinverfahren vorgelegt wurde. Der Kurs muss neun Unterrichtseinheiten beinhalten, eine Teilnahmebescheinigung für Sofortmaßnahmen am Unfallort reicht nicht aus.Auch ein Sehtest beim Augenarzt oder -optiker ist erforderlich. Der Test darf maximal zwei Jahre alt sein, viele Optiker bieten ihn kostenlos an.

Bei den Führerscheinstellen der Kommunen sind rund 45 Euro für die Ausstellung oder Erweiterung eines Führerscheins zu zahlen. Dazu kommen die Kosten für ein biometrisches Passfoto ab 10 Euro.

Der Verband Innovativer Fahrschulen Deutschland (VIFD) und die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) beziffern die Kosten für die Klassen A und A2 auf durchschnittlich ca. 2500 Euro. Preise können stark variieren und sind abhängig von der Region, vor allem aber von der Lerngeschwindigkeit der Fahrschülerin oder des Fahrschülers.

Die BVF geht von durchschnittlich 13, der VIFD von 10 bis 20 Übungsstunden aus. Außerdem gilt grundsätzlich: Fahrschulen im ländlichen Raum sind günstiger als in Städten und in Süddeutschland teurer als im Norden. Viele der Fahrschulen stellen ihre Preise nur vor Ort oder auf Anfrage zur Verfügung, eine Online-Recherche ist nicht immer möglich. Demnach kostet der Direkteinstieg im Schnitt rund 3000 Euro. In den meisten Fällen aber bewegen sich die Preise zwischen dem Wert der Verbände und dem des ADAC - sprich zwischen 2500 und 3000 Euro. Einige wenige Fahrschulen verlangen teilweise mehr als 4000 Euro und heben den Mittelwert dementsprechend an.

Zu diesen Kosten kommen noch ca. 250 Euro, für Prüfungsgebühren, Sehtest und Führerscheinstelle.

Für die folgende Beispielrechnung wurden 15 Übungsstunden als Grundlage gewählt, das entspricht dem Mittelwert der Angabe des VIFD. Die Preise stammen von einer Fahrschule in Hessen.

Kosten Betrag
Grundbetrag 540 Euro
Vorstellung zur theoretischen Prüfung 129 Euro
Vorstellung zur praktischen Prüfung 159 Euro
Ausbildungsfahrstunden 1125 Euro (15 á 75)
Sonderfahrten 1020 Euro (12 á 85)
Übungsmaterialien 59 Euro
Gebühren theoretische Prüfung 25 Euro
Gebühren praktische Prüfung 163 Euro
Erste-Hilfe-Kurs 0 Euro (vorhanden)
Sehtest 0 Euro (beim Optiker)
Gebühren für die Ausstellung des Führerscheins 45 Euro
Biometrisches Passfoto 10 Euro
Gesamtkosten 3275 Euro

Der Aufstieg von A2 auf A kostet Laut VIFD etwa 500 Euro. In der Regel sind die Motorradfahrenden rountiniert und brauchen nur wenige Übungsstunden, um die Aufstiegs-Prüfung anzutreten.

Dabei ist genau zu prüfen, welche Leistungen im Pauschalbetrag enthalten sind und ob die vorgegebene Zahl der Fahrstunden ausreicht. Da die Schüler zum Bestehen der praktischen Prüfung unterschiedlich viele Stunden brauchen, gibt es keine Garantie, dass nach beispielsweise einer Woche beziehungsweise drei Übungsfahrstunden die praktische Prüfung bestanden wird. Daher raten Experten von Ferienfahrschulen ab. Hier lesen Sie, wie Sie die richtige Motorradfahrschule finden.

Kombi-Führerschein

Fahranfänger:innen können einen Kombi-Führer­schein absolvieren, der Pkw-Fahr­erlaubnis und Motor­rad­führer­schein A1, A2 oder A verbindet. Vorteil: Ein Motorrad­führer­schein mit Auto-Fahr­erlaubnis ist für Fahrschüler:innen meist günstiger.

Zusätzliche Kosten und Ausrüstung

Dazu können Kosten kommen, die oft vergessen werden. Motorradschüler müssen bei der Ausbildung und Prüfung nicht nur einen Helm, sondern auch Schutzkleidung tragen. Oft kann man sich Ausrüstung bei der Fahrschule leihen - das kostet und spätestens nach bestandener Prüfung braucht es eigene Schutzkleidung. Hier sind Informationen zu Motorradbekleidung zusammengestellt.

Motorradversicherung

Die Motorradversicherung der Allianz schützt Sie, wenn Sie mit Ihrem Motorrad einen Unfall verursachen und dadurch Schäden bei Dritten entstehen - mit besonders hohen Versicherungssummen. Motorrad-Versicherung A2 und A: Für Motor­räder mit mehr als 11 kW Leistung schließen Sie eine reguläre Motorrad-Versicherung ab (z. B. Kfz-Haftpflicht ist für jedes Kraft­rad vorgeschrieben. Je nach Alter und Wert der Maschine lohnt sich ergänzend Teilkasko oder Vollkasko. Sinnvoll ist Vollkasko oder Teilkasko unter anderem für neue und seltene Maschinen. Auf diese Weise sind die Bikes beispielsweise auch bei Unfällen abgesichert.

Bei den Führer­schein­klassen AM und A1 können Sie die Motorrad-Versicherung unter 18 abschließen. Ist für das Motorrad Führer­schein­klasse A erforderlich, ist die Motorrad-Versicherung unter 24 abschließbar.

Spartipps für den Motorradführerschein

Wer sparen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden, um den Führerschein innerhalb einer Saison machen zu können. Kommt es zu einer Unterbrechung durch die Winterpause, kostet das Übung und damit auch Geld.

  • Fahrschulen vergleichen: Jede Fahrschule kann ihre Preise selbst festlegen, wodurch die Kosten stark variieren - vielleicht zu deinem Vorteil. Vergleiche nicht nur die Grundgebühr, sondern auch die Preise pro Fahrstunde, die Kosten für Sonderfahrten und die Prüfungsgebühren.
  • Paketangebote nutzen: Viele Fahrschulen bieten vergünstigte Pakete an, wenn du gleichzeitig den Auto- und Motorradführerschein machst. Schiebe Führerscheine nicht auf die lange Bank - da die Preise jährlich steigen, solltest du den Lappen so schnell wie möglich erwerben.
  • Stufenführerschein: Wer mit A1 (ab 16 Jahren) oder A2 (ab 18 Jahren) beginnt, kann später durch den Stufenaufstieg auf eine höhere Führerscheinklasse wechseln. Dabei entfällt die Theorieprüfung, und es ist nur eine verkürzte praktische Prüfung erforderlich, wodurch die Ausbildungskosten um bis zu 1.000 Euro niedriger sein können als beim direkten Einstieg in A.
  • Fahrpraxis sammeln: Je mehr Fahrpraxis du vor den Fahrstunden sammelst, desto weniger Übungsstunden sind notwendig. Nutze Verkehrsübungsplätze oder übe mit einem erfahrenen Motorradfahrer auf privaten Flächen, um grundlegende Fahrtechniken wie Anfahren, Bremsen und Schalten zu verbessern.
  • Theorie aufbessern: durch die theoretische Prüfung zu fallen, kann in vielen Fällen vermieden werden.

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