TÜV Motorrad: Kosten, Fristen und Ablauf der Hauptuntersuchung

In Deutschland müssen Fahrzeuge regelmäßig zur Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich auch als TÜV bekannt. Dies gilt auch für Motorräder. Die Hauptuntersuchung Motorrad stellt sicher, dass keine verkehrsuntauglichen oder nicht vorschriftsmäßigen Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen.

Fristen für die Hauptuntersuchung beim Motorrad

Wenn Sie in Deutschland ein neues Motorrad anmelden, ist die erste Hauptuntersuchung nach 24 Monaten fällig. Im Unterschied zu einem neuen Pkw muss ein neues Motorrad also nicht erst nach drei Jahren das erste Mal zum TÜV, sondern schon nach zwei Jahren. Bei allen TÜV-pflichtigen Bikes erfolgt die HU alle 24 Monate.

Neben dem Stempel im Fahrzeugschein gibt die TÜV-Plakette auf dem Kennzeichen Auskunft über die nächste Fälligkeit der HU. Die Farbe und Zahl in der Mitte geben Auskunft über das Jahr, die Zahl in der Senkrechten über den fälligen Monat. So ist selbst während der Fahrt zu erkennen, wann das Fahrzeug zum TÜV muss.

Es kann vorkommen, dass man die Motorradprüfung HU nicht pünktlich schafft. Kein Problem: In den ersten zwei Monaten hat das bei einer Polizeikontrolle oder bei der Prüfung selbst keine Konsequenzen. Danach erheben die Prüforganisationen einen Aufschlag von 20 % für eine vertiefte Hauptuntersuchung Motorrad.

Strafen bei Überziehung des TÜV-Termins

Teurer wird die HU übrigens auch, wenn der Termin um mehr als zwei Monate überzogen wird. Wer von der Polizei mit abgelaufenem "TÜV" im Straßenverkehr erwischt wird, muss zusätzlich eine Strafe zahlen. Dem geschulten Blick der Ordnungshüter fällt der verpasste Termin sofort ins Auge, denn die Farbe der Plakette steht für das Jahr, die Zahl ganz oben für den Monat der Fälligkeit.

Der Bußgeldkatalog sieht hier 15 Euro ab zwei Monaten Überziehung, 25 ab vier Monaten und 60 Euro plus einen Punkt in Flensburg bei mehr als acht Monaten als Bußgeld vor.

Kosten für die Motorrad Hauptuntersuchung

Wer ein Motorrad besitzt, kommt mit rund 85 Euro deutlich günstiger weg. Die "normale" Hauptuntersuchung kostet im Durchschnitt 90 Euro, doch meist ist eine Kombination von HU und AU sinnvoll. Schließlich fällt beides in der Regel gleichzeitig an. Dabei ergeben sich Kosten von rund 150 Euro. Es gibt regionale Preisunterschiede. Lokale Preise zu vergleichen schadet allerdings nie, sollten sich mehrere Anbieter in Ihrer Nähe befinden.

Fällt ein Fahrzeug beim ersten Termin mit einem Mangel durch, ist eine Nachuntersuchung fällig.

Ablauf der Hauptuntersuchung beim Motorrad

Bevor die eigentliche Motorrad TÜV Prüfung beginnt, steht zunächst die Abgasuntersuchung (AU) an. Die AU Motorrad ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der TÜV Vorbereitung Motorrad, kann aber auch separat in zertifizierten Werkstätten durchgeführt werden. Die Hauptuntersuchung des Motorrads dauert je nach Zustand der Maschine rund 30 Minuten.

Erfüllt Ihr Kraftrad folgende Merkmale, bringen Sie es regelmäßig zur Abgasuntersuchung:

  • Motorrad-Hubraum von mehr als 50 ccm
  • Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h
  • Erstzulassung nach 1. Januar 1989

Den Schnorchel des Prüfinstruments im Auspuff, darf der jeweilige Grenzwert der Motorrad Abgasnorm, nach der das Bike zugelassen ist, nicht überschritten werden. Dieser Punkt lässt sich vorab leider nicht prüfen - ist für ein normal laufendes Motorrad ohne Tuning im Ansaug- oder Abgasbereich aber normal auch kein Problem. Ergebnis: Bestanden.

Jetzt beginnt die eigentliche Prüfung TÜV Motorrad. Zuerst führt der Sachverständige eine Motorrad TÜV Sichtprüfung durch. Wichtig: Die Fahrgestellnummer am Rahmen muss mit den Fahrzeugpapieren übereinstimmen - also den Fahrzeugschein / die Zulassungsbescheinigung Teil 1 unbedingt zur Motorradprüfung HU mitbringen.

Prüfpunkte bei der Hauptuntersuchung

  1. Sichtprüfung: Übereinstimmung der Fahrgestellnummer mit den Fahrzeugpapieren.
  2. Fahrwerk: Prüfung von Gabel und Federbein auf Dichtheit.
  3. Reifen: Überprüfung der Reifengröße (muss im Fahrzeugschein vermerkt und für das Modell freigegeben sein) und der Profiltiefe (mindestens 1,6 mm). Der Reifen darf keine Risse oder andere Schäden haben. Sind die Reifen so abgefahren, dass sie nicht mehr die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe aufweisen, kommt das Kraftrad nicht durch den TÜV.
  4. Elektrische Anlage: Kontrolle aller Lichter am Motorrad, Funktionieren aller Kontrolllampen.
  5. Lenkung: Prüfung auf Leichtgängigkeit und Rastpunkte.
  6. Notaus- oder Kill-Schalter und Seitenständerschalter: Funktion muss gegeben sein (Ausnahmen bei älteren Ducati- und Harley-Davidson-Modellen möglich).
  7. Bremsen: Überprüfung der Materialstärke der Bremsenbeläge und Zustand der Bremsscheiben. Genügend Bremsflüssigkeit muss vorhanden sein. Im Gegensatz zum Pkw wird die Bremsfunktion beim Motorrad im Fahrversuch getestet.

Hat alles funktioniert, entfernt der TÜV-Prüfer die alte Plakette, füllt die Papiere aus, klebt die neue Plakette auf und stempelt den Fahrzeugschein.

Vorbereitung auf die Motorrad HU

Wer ohne Sorgen zur Prüfstelle fahren möchte, kann die Motorrad HU Vorbereitung vorab in der Garage vornehmen und offensichtliche TÜV Motorrad Mängel beheben. Durch die kompakte Bauweise des Motorrads lassen sich viele Schritte bei einer HU Vorabprüfung Motorrad bequem zu Hause durchführen - eine TÜV Motorrad Checkliste hilft beim TÜV Motorrad bestehen.

Alle Modifikationen sollten eingetragen oder durch Papiere (ABE) belegbar sein.

Vollabnahme nach § 21 StVZO

Ein Vollgutachten nach § 21 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist für Krafträder nur in Ausnahmefällen erforderlich. Wer beispielsweise ein Motorrad aus dem Nicht-EU-Ausland importiert und in Deutschland zulassen möchte, benötigt eine Vollabnahme. Erforderlich ist eine Vollabnahme auch, wenn Sie Ihre Maschine nach Stilllegung von mehr als sieben Jahren wieder zulassen möchten. Umbauten am Rahmenheck Ihrer Maschine sind mit vorheriger Absprache und nachträglicher Begutachtung nach § 21 StVZO (Vollabnahme Motorrad) in der Regel erlaubt.

Versicherungsschutz trotz abgelaufenem TÜV?

Ja. Fahren Sie Ihr Motorrad trotz abgelaufenem TÜV, besteht weiterhin Versicherungsschutz. Ihre Motorrad-Vollkasko übernimmt Kosten für Schäden an Ihrer eigenen Maschine jedoch unter Umständen nicht bzw.

Die Motorradversicherung der Allianz schützt Sie, wenn Sie mit Ihrem Motorrad einen Unfall verursachen und dadurch Schäden bei Dritten entstehen - mit besonders hohen Versicherungssummen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0