Gefederte Sattelstütze Mountainbike Test Vergleich

Gefederte Sattelstützen erhöhen tendenziell den Komfort beim Fahrradfahren. Sie beugen Rückenschmerzen vor und gleichen Bodenunebenheiten aus. Laut einer Studie kann sie die Belastung der Bandscheiben um bis zu 60 Prozent reduzieren.

Gefederte Sattelstützen können aufgrund ihrer Bauform in zwei Kategorien eingeteilt werden: Feder, beziehungsweise Teleskop-Sattelstützen oder Parallelogramm-Sattelstützen.

Teleskop- oder Parallellogrammsattelstützen?

Die Teleskopstütze ist am weitesten verbreitet. Sie ist einfach herzustellen und die Federung verschwindet in der Stütze. Je nach Qualität sind die Führungen in der Stütze aus Kunststoff, Teflon oder Kugellagern.

Parallelogrammstützen sind durch ihre Bauweise optisch auffallend. Teleskopstützen fallen optisch kaum auf. Die Federung verbirgt sich im Inneren der Stütze. Es kann vorkommen das die Stütze schlechter anspricht oder sogar verkantet, vor allem bei aktiver Fahrweise.

Davon betroffen sind meist Fahrer die ihre Position auf dem Sattel variieren. Wer bei aktiver Fahrweise trotzdem eine Teleskopstütze fahren möchte sollte ein Modell mit hochwertiger Führung wählen. Ein weitere Nachteil von Teleskopsattelstützen ist die Veränderung des Pedalabstandes beim Einfedern.

Parallelogrammstützen haben durch ihre Bauform ein sensibleres Ansprechverhalten. Die Einfederrichtung entspricht der Belastungsrichtung durch die Fahrbahnunebenheit. Der Abstand zu den Pedalen bleibt im Gegensatz zur Teleskopstütze gleich. Allerdings verändert sich der Abstand zum Lenker beim Federn.

Die Konstruktion der Stütze ist aufwendiger und deshalb sind diese Sattelstützen meist etwas teurer.

Teleskop-Federsattelstützen

Bei den gefederten Teleskop-Sattelstützen bewegt sich der obere Teil, das Standrohr in das untere Tauchrohr, ähnlich wie bei einer Federgabel. Die Vorteile von gefederten Teleskop-Sattelstützen liegen auf der Hand: Sie sind günstig, haben ein geringes Eigengewicht und sind fein einstellbar.

Dafür reagiert die Stütze im Vergleich nicht ganz so sensibel und beim Einfedern verändert sich entsprechend die Sitzhöhe. Teleskop-Sattelstützen federn ausschließlich nach unten, wodurch sich die Sitzhöhe verändert. Dies muss beim Einstellen der Sitzhöhe berücksichtigt werden, sowie ein gewisses Einsinken beim Draufsetzen.

Teleskopstützen leiten die Erschütterungen parallel zum Sattelrohr ab, wodurch es bei nach vorn gebeugter Sitzhaltung innerhalb der Stütze zu Reibungen kommen kann, welche die Effizienz mindern. Somit sind solche Stützen eher für aufrechte Sitzpositionen, wie bei City- oder Trekkingrädern, geeignet.

Parallelogramm-Federsattelstützen

Parallelogramm-Federsattelstützen sehen zunächst wuchtiger aus als Teleskop-Sattelstützen, allerdings sind sie wesentlich effektiver, was das Ansprechverhalten und somit die Dämpfung angeht, da sie nicht nur nach unten, sondern nach unten und hinten abfedern.

Als Federelement kommt auch hier meist eine Stahlfeder oder ein Elastomer zum Einsatz, welches direkt im oder am Parallelogramm unterhalb des Sattels verbaut sind. Daraus ergeben sich folgende Vorteile: Die Parallelogramm-Sattelstützen haben ein sensibleres Ansprechverhalten und bieten selbst bei geringen Stößen mehr Komfort.

Der große Nachteil dieser Konstruktion ist jedoch tatsächlich der Federweg. Hier verändert sich nicht nur die Sitzhöhe, sondern auch die Sitzposition, also der Abstand zwischen Sattel und Lenker beim Einfedern. Unter Umständen kann so ein erhöhter Druck zwischen Damm und Sattel entstehen.

Dies muss beim Einstellen des Sattels entsprechend bedacht werden.

Wer braucht eine gefederte Sattelstütze?

Wie bereits erwähnt, dienen gefederte Sattelstützen dazu, Stöße vom Untergrund abzufangen, um für mehr Sitzkomfort zu sorgen. Diese werden grundsätzlich an Hardtails, also an Bikes ohne Hinterbaudämpfung verbaut. Vario-Sattelstützen hingegen haben einen anderen Einsatzzweck.

Der Haupteinsatzbereich ist beim Mountainbiken zu finden und da vor allem bei Allmountain- und Enduro-Bikes. Geländebedingt muss hier oft zwischen der Sattelhöhe gewechselt werden, um etwa den Schwerpunkt bei einer knackigen Abfahrt nach unten zu verlagern. Außerdem wird so genügend Platz erzeugt, um auf dem Bike arbeiten zu können.

Ein hoher Sattel ist hier meist störend. Bei langen Uphills hingegen ist ein möglichst hoher Sattel effizienter beim Pedalieren. Gelegentlich sieht man auch Vario-Stützen an Hardtails. Hier können sie dank ihres leichten Spiels oder genauer gesagt der Dämpfung zusätzlich für einen gewissen Fahrkomfort sorgen, da sie auch Stöße vom Belag auf den Fahrer abdämpfen können.

Diese Dämpfung ist dabei jedoch minimal. Vollgefederte Bikes, also Fullys, bieten zwar dank der oft sehr aufwendigen Dämpfung und Geometrie einen hohen Sitzkomfort, das Fahrwerk hat jedoch einen anderen Haupteinsatzzweck.

Die aufwendige Federung soll hauptsächlich den Kontakt zwischen Reifen und Belag unter allen Begebenheiten sichern, um auch bei hohen Geschwindigkeiten und im schweren Gelände ein sicheres Fahren zu ermöglichen. Die auftretenden Hindernisse und Kräfte auf das Bike und den Fahrer sind hier um ein Vielfaches höher und nur ein Fully ist diesen Belastungen spielend gewachsen.

Ein netter Nebeneffekt ist, dass der Sitzkomfort auch auf der Straße sehr hoch ist und gerade bei den aktuellen Fullys das Pedalieren maximal effizient ist. Tendenziell würden wir eher zu einem vollgefederten Rad als zu einer gefederten Stütze raten, da Fullys auch bei Rückenbeschwerden effizienter sind, aber natürlich spielen diese preislich in einer anderen Liga.

Worauf beim Kauf achten?

Die technischen Daten spielen beim Kauf einer gefederten Sattelstütze ebenso eine Rolle wie das Fahrrad, die Sitzposition und das Gewicht des Fahrers. Komfort ist natürlich immer ein individuelles und subjektives Empfinden.

Generell ist bei Fahrrädern das Sattelrohr schräg nach hinten geneigt. Somit liegt der Schwerpunkt des Fahrers nicht direkt darüber, sondern vor dem Sattelrohr. Je sportlicher die Sitzposition, desto weiter wandert der Schwerpunkt in Richtung Vorderrad.

Effizienz ist bei den gefederten Sattelstützen wichtiger als der Federweg. Dieser Wert solle beim Kauf nicht an erster Stelle stehen. Ein gutes Ansprechverhalten sowie eine stufenlose Anpassbarkeit der Sitzposition sind deutlich wichtiger. Viel Federweg bringt einem Rücken geplagten Biker wenig, wenn die Stöße ineffizient und unsensibel abgemildert werden.

Dennoch kann man sagen, je unebener das Gelände, desto mehr Federweg sollte die Stütze haben. Mountainbiker werden also tendenziell eher zu einer Stütze mit mehr Federweg greifen als Radreisende, die ausschließlich auf gut ausgebauten Radwegen unterwegs sind.

Mehr Federweg oder ein sensibles Ansprechverhalten bedeuten zeitgleich aber auch einen stets leicht wippenden Sattel beim Pedalieren. Dies kann auf Dauer etwas nervend sein, hauptsächlich schluckt hier die Federung bei jedem Tritt etwas Energie, die eigentlich an das Pedal hätte ankommen sollen.

Eine gute Anpassbarkeit ist essenziell. So sollte beim Kauf darauf geachtet werden, für welches Gewicht die Federstütze ausgelegt ist, und ob die Federhärte eingestellt werden kann. Weiter sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Sattelneigung stufenlos einstellbar ist.

Zwar kann bei allen Stützen die Neigung eingestellt werden, bei manchen Kandidaten ist dies aber nur stufenweise möglich.

Montage einer gefederten Sattelstütze

Bevor man eine gefederte Sattelstütze kauft, sollte man sich darüber informieren, welcher Rohrdurchmesser benötigt wird. Am einfachsten ist es, wenn die bisherige Sattelstütze abmontiert wird. Entweder ist der Durchmesser dort vermerkt, oder dieser wird schnell mit einem Messschieber ermittelt.

Die Montage der Stütze an und für sich ist sehr einfach. Zunächst wird der Sattel an der alten Stütze abmontiert und am besten zuvor noch der Abstand zwischen Sattel und Rahmen ermittelt. Dies spart bei der Montage der neuen Stütze etwas Zeit. Danach wird die Klemmschelle am Sitzrohr gelöst und die Stütze entfernt.

Bevor die neue Stütze eingeschoben wird, sollte sichergestellt werden, dass sich kein altes Fett usw. im Inneren des Sitzrohres befindet. Gegebenenfalls muss hier zuvor etwas geputzt werden. Ist alles sauber, wird eine neue Montagepaste aufgebracht und die Stütze, gegebenenfalls mit einer Spacerhülle, eingeschoben.

Danach wird die Stütze auf die zuvor ermittelte Länge grob eingestellt und die Klemmschelle festgezogen. Darauf sollte auf zwei Dinge geachtet werden. Jede Sattelstütze besitzt eine minimale Einschublänge, die auf dem Rohr der Stütze markiert ist.

Ist diese bei der notwendigen Höhe noch zu sehen, ist die Sattelstütze generell zu kurz und darf nicht verwendet werden. Sollte dies nicht beachtet werden, ist es wahrscheinlich, dass der Rahmen im Bereich des Sattelrohres Schaden nimmt. Selbst bei lebenslanger Garantie ist dieser Schaden leicht zu identifizieren und nicht abgedeckt.

Auch ein Sturz beim Versagen des Rahmens ist hier vorprogrammiert. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Schelle mit dem richtigen Drehmoment, also mit einem Drehmomentschlüssel, angezogen wird.

Ist die Stütze montiert, kann der Sattel wieder eingesteckt und angeschraubt werden. Mit etwas Übung ist das sehr einfach, macht man das zum ersten Mal, kann das etwas fummelig sein. Am besten ist hier, die Schrauben in der Klemmung maximal zu lösen und erst eine Seite des Sattelgestänges einzuführen und anschließend den Sattel dann komplett mit einer leichten Drehbewegung oder Kippbewegung einzuschieben.

Das Anziehen der Schrauben sollte ebenfalls mit einem Drehmomentschlüssel und dem richtigen Drehmoment erfolgen.

Feinjustierung

Ist die Stütze und der Sattel montiert, setzt man sich auf das Bike und dreht eine erste Runde. Hierbei kann zum einen die finale Position eingestellt werden, sowie die gewünschte Federvorspannung in der Sattelstütze.

Damit selbst überprüft werden kann, ob die Federung richtig eingestellt ist, kann man sich an grob zwei Merksätzen orientieren:

  • Wird eine niedrige Bordsteinkante heruntergefahren, sollte die Sattelstütze leicht, aber merklich einfedern.
  • Wird eine hohe Bordsteinkante heruntergefahren, dann sollte die Sattelstütze gerade so nicht durchschlagen.

Bekannte Marken

Suntour Fahrradkomponenten galten neben Komponenten des Herstellers Shimano weltweit als Spitzenklasse. Gemeinsam mit Sakae Ringyo wurde Suntour von Mory Industries gekauft und zu SR Suntours vereinigt. Das ehemals japanische Unternehmen ist heute in Taiwan ansässig.

Cane Creek ist ein Hersteller von Federelementen für das Fahrrad und gilt als Erfinder des Aheadset. Das US-amerikanische Unternehmen Sram stellt Fahrradkomponenten her und besitzt eine europäische Niederlassung in den Niederlanden und eine asiatische Niederlassung in Taiwan. Cube wurde im Jahr 1993 in der Oberpfalz gegründet und befindet sich in Familienbesitz. Das Unternehmen stellt beste Fahrradkomponenten wie Reifen, Felgen und Sattelstützen her.

Empfehlungen

Hier ist eine Übersicht über einige der getesteten gefederten Sattelstützen:
Modell Federweg Besonderheiten
SR Suntour SP-12 NCX 48 mm Einstellbare Federhärte, hohe maximale Gewichtsbelastung
Redshift ShockStop City k.A. Kompakte Bauform, herausragende Dämpfungseigenschaften
By.Schulz G.2 ST 30 mm Sattelklemmung mit Feinverstellung, 3D-geschmiedet
Airwings Comfort 1 Plus 40 mm Besonders hohe Stabilität, Sitzwinkel einstellbar

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