Sardinien, oft als die vergessene Insel im Mittelmeer bezeichnet, bietet neben ihren traumhaften Stränden eine unverfälschte Natur, die in Europa ihresgleichen sucht. Diese Insel ist ein bisher kaum entdecktes Traumgebiet für Mountainbike-, Rennrad- oder Genussbike-Urlaube.
Seit 2002 organisieren wir Bikeurlaube im landestypischen Agriturismo, geführte Mountainbike- und Rennradtouren, die Trans Sardegna, Rennrad- und Mountainbikevermietung (ganzjährig) und stehen mit Reparatur- und Notfallservice zur Verfügung. Wer kommunikativ, ungezwungen und mit allen Sinnen Land & Leute kennenlernen möchte, wer lockere gemütliche Stimmung mag und an einer neuen Kultur und anderen Menschen interessiert ist, wird sich bei uns wohlfühlen. Und natürlich, wer per Biken möchte - richtig Biken!
Die Gennargentu Off-Road Traverse: Ein einzigartiges Erlebnis
Die Gennargentu Off-Road Traverse ist weit mehr als nur eine Fahrradtour. Sie bietet ein einzigartiges Erlebnis mit erfahrenen Guides, hochwertigem Equipment und exklusivem Zugang zu einigen der schönsten Trails Sardiniens.
Ein Kurztrip mit 3 Übernachtungen ist ab 260,- Euro verfügbar. Eine Bikewoche mit 8 Tagen und 7 Übernachtungen gibt es ab 539,- Euro.
Erfahrungen und Herausforderungen
„Es wird wild, hart und unberechenbar“ - Lorenzo warnte, dass man sich mit Sardinien auf ein Abenteuer einlässt. Seit Stunden kämpfen wir uns durch die Wildnis, Dornen peitschen uns ins Gesicht. Wir schieben, tragen, fluchen. Wildschweine haben ganze Arbeit geleistet und den Pfad zu einem Schlachtfeld umgewühlt. Leider ist mit dem Weg nun auch die Orientierung futsch.
„Die Schweine sind hier die einzigen natürlichen Feinde der Biker“, erklärt Lorenzo und zückt das Funkgerät. Über Funk haben die beiden unseren Standort ausgetauscht, denn Handy-Empfang gibt es hier nirgendwo. Gott sei Dank haben die beiden Übung darin, denn wir sitzen noch nicht lange im Auto, als die Dunkelheit über uns hereinbricht.
Sardinien gilt noch immer als weißer Fleck auf der Biker-Landkarte. Viele, die hier etwas mit Mountainbiken aufziehen wollten, sind nach kurzer Zeit wieder abgezogen.
Die Top-Touren in der Region Ulassai
Die drei besten Touren der Region haben wir mit GPS aufgezeichnet:
1. Die Taccu-Runde
Die Taccu-Runde führt über drei der Haus-Trails der Fura Grabas und hangelt sich entlang der typischen Tacchi rund um Ulassai. Hier geht’s völlig abgeschieden, über teils ruppige, teils flowige Trails. Meist quert man urwaldartige Vegetation, passiert aber auch freie Gipfel mit gigantischen Aussichten.
2. Die Königs-Tour (Perda-Liana-Tour)
Auf der zweiten, der Königs-Tour, dreht sich alles um das eindrücklichste Naturmonument der Region: dem Perda-Liana-Felsen. Er ragt zwischen dem Gennargentu-Massiv und dem Golf von Orosei senkrecht in den Himmel. Hier geht es durch eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Europas - mit entsprechend ursprünglichen Trails. Man holpert über eine stillgelegte Eisenbahntrasse, passiert eine alte Nuraghen-Festung, und am Himmel kreisen Steinadler.
3. Die Baunei-Tour
Die dritte Tour soll am Meer enden. Das Ergebnis: ein Bilderbuch-Trail hoch über dem Golf von Orosei mit Ankunft direkt am Ufer, der uns für die unberechenbaren und wilden Ritte der letzten Tage mehr als entschädigt.
Tour 1: Perda-Liana-Tour
- Länge: 60 Kilometer
- Bergauf: 1827 Höhenmeter
- Dauer: 7 Stunden
- Schwierigkeit: schwer
Tour 2: Taccu-Runde
- Länge: 37,3 Kilometer
- Bergauf: 1370 Höhenmeter
- Dauer: 5 Stunden
- Schwierigkeit: mittel bis schwer
Tour 3: Baunei-Tour
- Länge: 25,8 Kilometer
- Bergauf: 609 Höhenmeter
- Bergab: 1015 Tiefenmeter
- Dauer: 3,5 Stunden
- Schwierigkeit: schwer
Details zu den Touren
Perda-Liana-Tour
Wie ein riesiger Sporn überragt der Perda-Liana-Felsen die Hochebene von Tonneri. Mythen von Hexen und Dämonen ranken sich um das 1293 Meter hohe Monument aus Kalkstein. In einer dieser alten Geschichten gilt der Felsen als „Tor zur Hölle“. Biker werden auf dieser Königsrunde auch belohnt: mit feinsten Trails, unberührter Natur und historischen Kuriositäten.
Von Ulassai aus führen Schotterwege und einsame Asphaltstraßen über Osini und Taquisara zum Fuße des Perda-Liana-Felsens. Dann geht’s ans Eingemachte: Steile, stufige Bergpfade mit Schiebepassagen klettern bis kurz unter die senkrechten Wände des Perda-Liana-Felsens. Doch von hier oben reicht der Blick bis zum Meer.
Nach dem anstrengenden Schiebestück zum Su Stampu hinauf wartet eine sensationelle Trail-Abfahrt. Sieben Kilometer lang wickelt die sich nun auf verwilderten Waldwegen und Singletrails vorwiegend bergab. Am Forestas-Gehege lohnt sich ein kleiner Stopp am Zaun, bei einem zahmen Hirschen.
Wenig später mündet der Trail in eine stillgelegte Schienentrasse. Dieser folgt man ein kurzes Stück bis zum Restaurant Niala (opulente sardische Mehrgängemenüs, empfehlenswert!). Der Rest der Tour verläuft auf Trails und alten Hirtenwegen durch die Gennargentu-Bergwelt. Vorbei an Is Tostoinus, einem alten Nuraghen-Dorf, dann auf dem Sentiero della Acquile über eine panoramareiche Hochebene.
Eine Steilpassage mit einigen Treppen führt zu einer alten Nuraghen-Festung (Nuraghe Serbissi) hinauf. Es lohnt sich, hier Pause zu machen und über eine steile Wendeltreppe den uralten Aussichtsturm zu erklettern. Zurück zum Ausgangspunkt geht’s vorwiegend über Forstwege, doch am Schluss wartet noch mal ein Schlussböller: der Gedili-Trail. Er endet direkt am Sportplatz von Ulassai.
Taccu-Runde
Rund um Ulassai, dem kleinen Bergdorf im sardischen Gennargentu-Gebirge, dominieren einzigartige Bergformationen das Landschaftsbild. „Tacchi“ nennen die Locals diese schroffen Hochplateaus. Es ist eine Landschaft wie aus alten Wildwest-Filmen. Dazu passen auch die uralten Hirtenpfade, die sich an die wilden Bergflanken krallen. Und genau diese alten Wege haben die Locals vom Bikeclub Fura Grabas für Biker freigeschlagen.
Die Tour startet an der Piazza Barigau, dem Dorfplatz von Ulassai und verbindet nun drei dieser Tacchi-Hochplateaus miteinander. Erst auf Asphalt, dann auf urigen Waldwegen geht’s durch Korkeichenwälder hoch zum Aussichtspunkt Vedetta Punta Seccu. Hier wartet das erste Abfahrts-Highlight: Erst Singletrail, dann steiler Weg mit vielen Kurven und natürlichen Sprungschanzen - der Seccu-Trail erfordert gute Fahrtechnik.
Etwas ausgesetzt und anspruchsvoll, aber mit Traumblicken auf weitere Tacchi, mündet der Pfad schließlich in die Straße Richtung Santa Barbara. Vorbei an einem 100 Meter hohen Wasserfall (nur in Regenphasen aktiv), verlässt die Route nach knapp vier Kilometern die Zivilisation wieder. Ein Schotterweg schraubt sich zum Einstieg des Frasara-Trails hinauf.
Diese Abfahrt zieht sich - mal flowig, mal verblockt - fast 400 Tiefenmeter durch die wilde Macchia. Besonders die letzten 200 Tiefenmeter zur Talsohle La Carra fordern Konzentration, wenn man auf dem Geröll nicht wegdriften und in den Dornenbüschen landen will. Dafür kann man auf dem folgenden Schotteranstieg zum dritten Trail-Einstieg hinauf die Seele baumeln lassen, bevor es die letzte Abfahrt noch mal in sich hat: Nach ein paar Panoramametern tunnelt man auf schmalsten Trails den Urwald und muss an manchen Stellen aufpassen, dass sich keine Liane am Bike verhakt.
Am Flusslauf des Rio Barigaus endet der Spaß. Dann geht’s auf Asphalt zurück nach Ulassai.
Baunei-Tour
Der kleine Ort Baunei an der Ostküste Sardiniens ist bekannt für seine Steilküsten und spektakulären Badebuchten. Die Wege zu diesen Plätzen führen allerdings über abenteuerliche, für Biker eher ungeeignete Felspfade. Doch am südlichen Zipfel der Felsküste führt doch ein Sahne-Trail mit 500 Tiefenmetern bis ans Meer.
Wer ausschließlich auf diesen Abfahrtsspaß aus ist, kann die erste Schleife dieser Runde auslassen und direkt zum Trail-Einstieg am Monte Scoine kurbeln. Allerdings wäre das schade, denn die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten dieser Tour sind ebenso reizvoll.
Von Baunei folgt man der Asphaltstraße leicht bergan zur Hochebene Su Golgo und wechselt hier auf einen breiteren Sand-/Schotterweg, der sanft bergab ins nächste Tal hinüberführt. Die Forstwege sind wenig anspruchsvoll, so hat man einen Blick für die wilden (glücklichen) Hausschweine am Wegesrand und die Ziegen, die hier schon mal in den Bäumen herumklettern.
Ziel der Runde ist das Rifugio Goloritze. Hier kann man zum einen lecker essen (unbedingt probieren: Culurgiones). Zum anderen lohnt sich von hier aus ein Abstecher zum Faccia Liticia. Ein mächtiger Felsen, der je nach Lichteinfall aussieht wie ein Gesicht. Gänsehautalarm! Ebenfalls in der Nähe: Il Golgo, der mit 295 Meter tiefste Karstschlund Europas.
Auf Asphalt rollt man wieder zurück und biegt am höchsten Punkt der Tour nach links auf Schotter ab. Bald öffnet sich ein atemberaubender Weitblick übers Tal (Bella Vista). Nach ein paar recht ruppigen Trail-Metern und einem letzten steilen Schotteranstieg geht’s hoch Richtung Monte Scoine. 600 Meter über dem Golf von Orosei beginnt hier der schönste Trail der Region. Zum Einstimmen sanft und flowig auf griffigem Untergrund, später steil und anspruchsvoll in klassischer Enduro-Manier.
In der zweiten Hälfte ist der Weg allerdings teils erodiert, sodass auch gute Fahrtechniker die eine oder andere Stelle schieben werden. Die Tour endet vor dem Restaurant Sa Cadrea, etwas oberhalb von Santa Maria Navarrese.
Ein paar Meter oberhalb des Restaurants startet ein exponierter Trail Richtung Norden entlang der Steilküste mit Traumblicken auf die berühmte Felsnase Pedra Longa. Der Weg endet jedoch nach ein paar Kilometern an den Klippen, und man muss wieder umkehren.
Antworten auf häufige Fragen
Ist die Tour anspruchsvoll?
Mit einem Standard-Mountainbike ist es definitiv eine anspruchsvolle Tour, während es für erfahrene Fahrer auf E-MTBs eine fantastische Wahl ist. Falls du unsicher bist, kannst du uns jederzeit kontaktieren, um dein Fitnesslevel zu besprechen - wir helfen dir gerne, die beste Option für dich zu finden.
Was passiert, wenn ich die Tour nicht fortsetzen kann?
Deine Sicherheit und dein Fahrspaß stehen für uns an erster Stelle. Falls du die Tour nicht fortsetzen kannst, sind unsere Guides darauf vorbereitet, dir die nötige Unterstützung zu bieten.
Was passiert bei schlechtem Wetter?
Wir überwachen die Wetterbedingungen genau, um die Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten. Falls das Wetter die Route beeinträchtigt, passen wir die Strecke entsprechend an und halten dich über Änderungen auf dem Laufenden.
Ich habe Bedenken beim Fahren im Gelände.
Es ist völlig normal, Bedenken beim Fahren im Gelände zu haben. Diese Tour ist für erfahrene Biker konzipiert, aber keine Sorge - unsere Guides sind erfahren und geben dir hilfreiche Tipps, damit du die Trails sicher bewältigst. Ganz wichtig: Wir nehmen in unseren Mehrtagestouren grundsätzlich keine extrem technischen Trails oder ausgesetzten Passagen auf.
Bietet ihr geführte oder selbstgeführte Touren an?
Wir bieten sowohl geführte als auch selbstgeführte Touren an, sodass du die beste Option für dich wählen kannst. Unsere geführten Touren haben kleine Gruppen, und das Tempo wird so angepasst, dass alle Teilnehmer Spaß haben.
Bin ich fit genug für die Tour?
Wenn du regelmäßig aktiv bist und dich auf längeren Offroad-Fahrten wohlfühlst, wirst du gut zurechtkommen. Falls du unsicher bist, kannst du uns vorher kontaktieren - wir geben dir gerne Tipps zur Vorbereitung, damit du dich sicher und fit für die Tour fühlst.
Lohnt sich eine Reise nach Sardinien?
Auf jeden Fall! Sardinien bietet einige der schönsten und abwechslungsreichsten Landschaften für Offroad-Biking, und die Gennargentu Off-Road Traverse ist ein einzigartiges Erlebnis. Ob du durch raue Berge fährst oder abgelegene Gebiete erkundest - diese Tour bietet atemberaubende Ausblicke und echtes Abenteuer.
Weitere Tipps und Informationen
- Das Revier: Sardinien ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer und wird nicht umsonst als „eigener Kontinent” bezeichnet.
- Beste Touren-Zeit: Vor allem das Frühjahr und der Herbst - mit wenig Regen, viel Sonne, aber noch nicht zu großer Hitze.
- Anreise: Für die Anreise mit der Fähre kann man aus vielen Angeboten wählen. Gut beraten ist man beim Internet-Portal www.directferries.com.
- Geführte Touren: Da die Insel gerade in der Gegend um Ulassai touristisch noch nicht so gut erschlossen ist, tut man gut daran, sich bei Lorenzo Unterstützung zu holen.
Empfohlene Unterkünfte
- Ulassai: Hotel Su Marmuri ist das einzige Hotel direkt im Ort. Einfach, freundlich und sehr zentral.
- Scala San Giorgio: Zehn Minuten von Ulassai entfernt, bei Osini auf einem Plateau, mitten in der Natur.
- Baunei: Hotel Goloritze direkt im Ort.
- Camping: Villaggio Camping Le Cernie bei Lotzorai - etwas abgelegen, aber direkt am Meer mit hervorragendem Essen.
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