Motorrad Gegensprechanlage Test Vergleich: Cardo vs. Sena

Wenn es um die Wahl eines Kommunikationsgerätes für Motorradfahrer geht, lautet die Frage meist: Cardo oder Sena? Beide Hersteller bieten Lösungen für verschiedene Preisklassen an. Dieser Test konzentriert sich auf das Duell der zwei "Big Player" im Kommunikationsbusiness: Cardo und Sena. Beide Hersteller haben ihr Portfolio in den letzten Jahren stark überarbeitet.

Die Auswahl an Kommunikationsgeräten ist ähnlich groß wie die Anforderungen der sie nutzenden Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen. Für den praxisnahen Schlagabtausch konzentrieren wir uns auf das Duell der zwei "Big Player" im Kommunikationsbusiness: Cardo und Sena.

Preisklassen und Anforderungsprofile

Dieser Test widmet sich ausschließlich der neueren Generation von Geräten, was zu drei verschiedenen Preisklassen und unterschiedlichen Anforderungsprofilen führt:

  • Kategorie 1 Einsteiger: Geräte, die vergleichsweise wenig kosten und können.
  • Kategorie 2 Mittelklasse: Etwas teurer, bietet dafür aber auch mehr Möglichkeiten.
  • Kategorie 3 High-End: Will mit High-End-Funktionen wie Mesh jedem Wunsch gerecht werden und kostet dementsprechend.

Einsteiger-Modelle im Test

Cardo Spirit HD

Das Spirit HD setzt auf den neuesten Bluetooth-Standard und erlaubt die Verbindung zweier Fahrer mit einer Reichweite von bis zu 600 Metern. Im Gegensatz zum Sena bietet es auch eine Radiofunktion, Audioprofile, die Nutzung von Siri und dem Google Assistant und ist wasserdicht sowie darüber hinaus etwas günstiger.

Installation und Einrichtung: Dem Spirit HD liegen sowohl eine Einbauanleitung als auch ein Pocket Guide zur Bedienung bei. Die Installation ist dank simplem Klemmmechanismus schnell erledigt, die Kabel müssen wie bei Sena auch aber erst einmal sauber im Helm verstaut werden. Die Einheit rastet spürbar in der Halterung ein und lässt sich auch leicht wieder entnehmen. Die Verbindung zu einem zweiten Gerät gelingt am Gerät oder bequem in der App.

Funktionen und Bedienung: Das Spirit HD kommt im Gegensatz zum Sena mit Radiofunktion, Smartphone und Navi lassen sich getrennt voneinander koppeln. Die Verbindung mit der App dauert manchmal etwas länger, diese bietet dann aber übersichtlich zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Die vier Knöpfe am Gerät sind deutlich zu spüren und auch mit Handschuhen gut zu bedienen, wobei Druckdauer und Tastenkombinationen erst erlernt werden müssen.

Klangqualität: Der Klang ist rund und ausgewogen, der Bass kickt, ohne zu Wummern. Sprache ist gut verständlich, aber begleitet von leichtem Rauschen. Audioprofile (Bassverstärkung, hohe Lautstärke und Stimme) erlauben die Anpassung des Klangs, in der App können die Pegel von Telefon, Musik, Radio, Intercom und System-Ansagen außerdem unabhängig voneinander eingestellt werden. Automatische Lautstärkeregelung und Geräuschunterdrückung runden die Funktionsvielfalt ab.

Fazit: Das Cardo-Gerät entscheidet das Einsteiger-Duell für sich: bessere Tonqualität, grandioser Bass, mehr Funktionen und kleinerer Preis.

Sena SF2

Somit ist die Reichweite - auch gemessen - höher als bei Cardo, zudem ist die Ladezeit kürzer. Bei nur drei Tasten verdrückt man sich im Praxiseinsatz zudem seltener.

Installation und Einrichtung: Auf die korrekte Installation geht die Anleitung nicht ein, dank einfachem Klemmmechanismus ist das dennoch schnell geschafft. Die Einheit selbst geht etwas schwer in die Halterung rein und auch raus. Jedes Produkt hat bei Sena gefühlt eine eigene App, hier ist es "SF Utility", wobei auch "Sena Motorcycles" Einstellungen zulässt. Die Kopplung zum Gesprächspartner gelingt am Gerät sowie per QR-Code in der App.

Funktionen und Bedienung: Durch die Ausstattung mit lediglich drei Tasten gelingt die Kopplung mit dem Smartphone nur über ein extra Konfigurationsmenü, dort finden sich dann aber alle wichtigen Verbindungsfunktionen an einem Ort, die Sena-Stimme führt durch die Menüstruktur. Die Bedienung während der Fahrt ist problemlos möglich, auch trotz der flachen Tasten.

Klangqualität: Trotz deutlicher Unterschiede zwischen den beiden mitgelieferten Lautsprecher-Sets (kleinere mit 32 und größere mit 40 Millimetern Durchmesser) gefallen beide mit einem druckvollen Klang beim Musikhören. Die Sprachübertragung ist kratziger als bei Cardo und stets von leichtem Rauschen begleitet, das auch dann bleibt, wenn die Rauschunterdrückung eingreift. In der App lassen sich Intercom, Telefon, Musik etc. in der Lautstärke einzeln anpassen. Der Funktionsumfang ist geringer, der Lieferumfang dafür größer und die Reichweite höher als bei Cardo.

Mittelklasse-Modelle im Test

Cardo Freecom 4X

Die Verwandtschaft mit dem Einsteiger- Gerät Spirit HD ist unverkennbar, beim Freecom setzt Cardo aber auf ein Drehrad und eine größere Reichweite. Und obwohl der Sound beim Spirit HD bereits grandios war, ist die Klangkulisse beim Freecom dank JBL-Lautsprechern nochmals besser. Ein Gerät für Soundgourmets.

Installation und Einrichtung: Beileger zur richtigen Montage, Bedienung und Wahl der App machen die Installation und Einrichtung sehr einfach. Ein Software-Update war nicht nötig, könnte aber bequem in der App vorgenommen werden. Die Lautsprecher sind eher oval geformt und messen 40 auf 45 Millimeter, dies sollte zum gewählten Helmmodell passen - vorher messen! Cardo verwendet für die Verbindung der Lautsprecher stets einen 3,5-mm-Klinkenstecker, der im Helm versteckt werden muss, dies ist bei Sena schlanker gelöst, dafür ließen sich hier eigene In-Ear-Kopfhörer nutzen. Die Kopplung der Gesprächsteilnehmer dauert bei Cardos Bluetooth länger als beim Sena.

Funktionen und Bedienung: Das Drehrad ist kleiner als bei Sena und wird per Daumen statt Zeigefinger bedient, dies klappt in der Praxis aber ebenso gut. Sehr praktisch ist die Möglichkeit der Sprachsteuerung, mit Befehlen wie "Hey Cardo, Radio an" lässt sich das Freecom so bedienen. Passend dazu: Radioempfang ist bei Cardo im Gegensatz zum Sena integriert. Die App bietet auf Wunsch ebenfalls eine übersichtliche Möglichkeit, das Gerät zu bedienen.

Klangqualität: Der direkte Vergleich zum bereits tollen Klang des Spirit HD zeigt, dass das Freecom dank JBL tatsächlich nochmals besser klingt. Musik wird druckvoll abgespielt, Systeminfos (z. B. "Batterieanzeige: voll") klingen angenehmer als bei Sena. Sprache wird allerdings von einem leichten Grundrauschen begleitet.

Fazit: Die Verbindung der Gesprächsteilnehmer mittels Bluetooth ist wie üblich etwas anstrengend, die Verbindung dann aber auf 600 Meter stabil. Riesiger Pluspunkt des Freecom: die geniale Klangqualität bei Musikwiedergabe.

Sena Spider ST1

Die beiden Spider, das ST mit Drehrad und das SR mit Tasten, können "nur" Mesh, ­keine gewöhnliche Bluetooth-Verbindung zu anderen Kommunikationssystemen. Smartphone und Navi lassen sich natürlich trotzdem koppeln, somit ist diese Lösung für einen großen Teil der an Kommunika­tion interessierten Motorradfahrer genial.

Installation und Einrichtung: Beim Spider gilt ähnliches wie bei Senas Einsteiger-Gerät: Aller Anfang ist etwas umständlich, eine Einbauanleitung liegt nicht bei. Diese findet sich aber als kurze und lange Version in der App "Sena Motorcycles". Die Montage am Helm gelingt dank Klebe- oder Klemmverbindung, je nach Helmform und Schalendicke ist der Einbau damit schnell geschafft. Software-Updates gibt es nur am heimischen Rechner. Die große Frage deshalb: Weshalb hängen dann Lautsprecher und Mikrofon am Gerät statt am Halter?

Funktionen und Bedienung: Dank Mesh könnte das Verbinden untereinander kaum einfacher sein, die App macht das Bilden von Gruppen darüber hinaus einfach. Das Koppeln mit Nicht-Mesh-Geräten von Sena klappt hingegen technologiebedingt nicht. In der App lassen sich viele weitere Einstellungen vornehmen, die nicht unbedingt selbsterklärend sind. Die deutsche Sena-Sprachausgabe klingt härter und nerviger als bspw. das englische Pendant.

Klangqualität: Leider die größte Schwäche des Spider ist die Tonwiedergabe. Diese erreicht nicht die Lautstärke anderer Systeme, zudem neigen die Lautsprecher zum kratzigen Übersteuern. Für eine klare Sprachübertragung muss auf den korrekten Einbau geachtet werden, insbesondere beim Schwanenhalsmikrofon. Sonst wird mehr Wind denn Sprache übertragen, was die Gesprächspartner natürlich stört.

Fazit: Ein Tastendruck genügt, um sich mit anderen Mesh-Produkten wie 50 R, S und C oder 30K zu verbinden, klasse! Wem unkomplizierte Verbindungen zu anderen Senas wichtiger sind als höchste Audioqualität, greift zum Spider.

High-End-Modelle im Test

Cardo Packtalk Edge

Beim Vergleichstest im Jahr 2020 bemängelten wir beim Packtalk Bold unter anderem die Update-Funktion nur über den PC, Schwäche bei Nässe und die schlechte Aussprache der Systemmeldungen. An all diesen Punkten hat Cardo gefeilt und mit dem schlankeren und leichteren Packtalk Edge ein neues Spitzenmodell herausgebracht.

Installation und Einrichtung: Wie auch bei den anderen Cardo-Geräten gelingt der Einbau dank Klemm- oder alternativer Klebehalterung sehr schnell und einfach. Zweifel an deren Stärke und Zuverlässigkeit kamen im Test nicht auf. Wie üblich setzt Cardo auch beim Packtalk Edge auf einen Klinkenstecker am Kabel der Lautsprecher, dieser muss wie auch die (bei allen Modellen beider Hersteller) sehr langen Kabel sinnvoll im Helm verlegt werden. Die magnetische Halterung des Geräts am Helm ist clever gelöst.

Funktionen und Bedienung: Dank überarbeiteter Mesh-Funktion ("DMC Gen2") gelingt die Kopplung nun schneller und unkomplizierter im Vergleich zu vorigen Packtalks. Mit all diesen kann das neue Gerät natürlich trotzdem noch kommunizieren. Die Sprachsteuerung funktioniert gut, auch wenn die Gesprächspartner die eigentlich nicht für sie bestimmten Befehle ebenfalls hören. Die Reichweite ist sehr praxistauglich, auch wenn die Verbindung auf unserer Teststrecke im Bereich einer Kuppe etwas früher abbricht als beim Sena 50 S.

Klangqualität: Wie von den anderen beiden Cardo-Geräten schon gewohnt, massiert auch das Packtalk Edge das Trommelfell mit überragend druckvoller und ausgewogener Musikwiedergabe. Auch Sprache wird klar und deutlich übertragen, leise Stimmen müssen aber gegebenenfalls die Mikrofonempfindlichkeit oder gar Rauschunterdrückung in den Einstellungen anpassen, um von anderen gehört zu werden.

Fazit: Das schlanke Packtalk Edge gibt sich deutlich moderner als das vorige Packtalk Bold, besitzt dieselben Stärken und meidet dessen Schwächen. Wer Freunde mit Cardos hat, greift zum Cardo und wird damit sehr zufrieden sein.

Sena 50S

Auch Sena hat sein Flaggschiff seit unserem Vergleichstest in Heft 17/2020 überarbeitet: Lautsprecher und Mikrofon wurden für das neuere 50&9;S zusammen mit den Hi-Fi-Experten von Harman Kardon entwickelt, was eine hervorragende Tonqualität zur Folge hat. Auch sonst überzeugt das etwas klobigere Gerät mit klugen Ideen.

Installation und Einrichtung: Als einziges Gerät des Tests besitzt das 50 S eine Halterung, die mit Schrauben an der Helmschale fixiert wird. Dabei kann es beim Anbau etwas umständlich sein, mit dem Inbusschlüssel die Schraubenköpfe am Helmfutter vorbei zu treffen. Alternativ liegt aber auch eine Klebehalterung bei. Software-Updates werden mithilfe des USB-WLAN-Adapters installiert, dieser wollte in unserem Test jedoch nicht mit jedem Smartphone harmonieren.

Funktionen und Bedienung: Wer die Bedienung von Sena-Geräten mit Drehrad kennt, findet sich auch am 50 S sofort zurecht. Dank des dedizierten Knopfes für die Mesh-Funktion stellen aber auch Neulinge ohne große Mühe eine Verbindung zu anderen Mesh-Geräten her. Alternativ lassen sich alle Einstellungen auch in der übersichtlichen App vornehmen.

Weitere getestete Motorrad-Headsets (2024)

AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Alle Geräte lassen sich problemlos mit dem Smartphone koppeln - auch für Technik-Laien kein Problem. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos.

AUTO BILD-Headset-Test (2024): Sena 50R

Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Doch dient die schicke Formgestaltung nicht dem Selbstzweck, sondern unterstützt eine einfache Handhabung über drei große, leicht zu ertastende Schalter. Ein Knopfdruck auf den mittleren Taster "Hey Sena" - und schon ist das Gerät per Sprachsteuerung bedienbar. Beeindruckend: Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation. Beim Laden mit dem beigelegten Wifi-Kabel werden automatische Updates aufgespielt. Unterm Strich ist das Sena 50R ein tolles Gerät mit einem stattlichen Anschaffungspreis - unser Testsieger.

Preis-Leistungs-Sieger (2024): Albrecht BPA 600

Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig. Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon. Unterm Strich kann das Gerät alles, was man von ihm erwartet und wird zu Recht Preis-Leistungs-Sieger des Tests.

Testergebnisse im Überblick

Der Testsieger Sena 50R überzeugt mit einfacher Bedienung und exzellentem Klang durch Harmann-Kardon-Lautsprecher. Die Geräuschunterdrückung ist effektiv, jedoch ist die mitgelieferte Quick-Start-Anleitung wenig hilfreich. Das Albrecht BPA 600 ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Es bietet nützliche Funktionen wie Sprachsteuerung sowie die Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig zu verbinden.

Die besten Motorrad-Headsets im Überblick

Die Auswahl auf dem Markt für Motorrad-Headsets ist groß. Im Vergleich werfen wir deshalb einen Blick auf die Möglichkeiten verschiedener Preis- und Funktionsbereiche!

Sena 20S EVO HD Bluetooth-Kommunikationssystem

Der Technik-Hersteller Sena beeindruckt in einigen Motorad-Headset-Tests mit dem Bluetooth-Kommunikationssystem Sena 20S EVO. Es ist das Nachfolgemodell des ersten 20S. Verbesserungen sieht man vor allem im Design und der Intercom-Funktionalität. Das Bluetooth-Motorrad-Headset ist mit hochwertigen HD-Lautsprechern ausgestattet.

Cardo Freecom Gegensprechanlage

Mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis will das Freecom 2x Intercom-Headset von Cardo überzeugen. Dazu wartet es mit einem 40-mm-Lautsprecher des Sound-Experten JBL auf. Der speziell abgestimmte Musikprozessor mit drei unterschiedlichen Audioprofilen sorgt für ein einzigartiges Klangerlebnis während der Fahrt mit dem Motorrad.

Lexin Helm Interkom

Besonders starke Reichweite, besonders viele Kommunikationskanäle - das Bluetooth Motorrad-Headset von Lexin will mit vielen Funktionen beeindrucken. Darunter die Möglichkeit, Musik zu teilen und Bluetooth 5.0 für eine besonders klare Verbindung zwischen den einzelnen Personen. Hinzu kommt die CVC- und DSP-Rauschunterdrückung, die Wind- und Motorgeräusche um über 90 Prozent reduzieren soll.

Worauf sollte man beim Kauf eines Motorrad-Headsets achten?

Wer lange Touren auf dem Motorrad unternimmt und gerne in einer Gruppe reist, wird mit einem passenden Motorrad-Headset viel Spaß haben. Über das Mikrofon gemeinsame Erlebnisse zu teilen, macht den Ausflug noch schöner.

Folgende Fragen sollte man dabei für sich beantworten:

  • Möchte man das Motorrad-Headset zur Unterhaltung mit der mitfahrenden Person oder zur Gruppenkommunikation nutzen?
  • Wie viel technisches Knowhow bringt man für die Installation des Headsets im Motorradhelm mit?
  • Welche Reichweite möchte man zu anderen Motorrädern haben?
  • Wie viel Wert legt man auf Audio-Qualität und ein klares Motorrad-Kommunikationssystem?
  • Akku und Ladezeit: Amazon-Rezensionen geben einen guten Eindruck darüber, wie realistisch die Akkulaufzeit-Angaben der Hersteller sind.

Bluetooth-Systeme im Test

Der Trend weist in Richtung Gruppenkommunikation. In den letzten Jahren bieten die Geräte hier immer bessere Lösungen, wodurch selbst 8 und mehr Motorradfahrer während der Fahrt miteinander sprechen können. Wir testen 4 Bluetooth-Kommunikationssysteme.

Jedes einzelne Gerät fungiert in diesem Netz als Relais-Station, sodass auch größere Entfernungen zwischen erstem und letztem Gesprächspartner überbrückt werden können. In der Praxis liegt die Reichweite zwar weit unter den Idealwerten der Hersteller, 300 Meter zwischen zwei Motorrädern sind meist aber kein Problem.

Leider war das BT Mesh von Midland für unseren Test nicht erhältlich, weshalb hier stellvertretend das BTX2 Pro S einsprang. Sena nahm mit dem 50S teil, das eine merkliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Flaggschiff 30K darstellt, welches wir parallel in den Tests mitlaufen ließen. Cardo trat mit dem bewährten Packtalk Bold und Lautsprechern von JBL an, und UClear schickte das mit Features vollgepumpte Motion Infinity ins Rennen.

Testergebnisse im Überblick

Modell Gewicht (einzeln/komplett) Akku Aufladezeit Sprechzeit Reichweite (Herstellerangabe) Bluetooth-Version Maximale Teilnehmerzahl Besondere Funktionen Preis (single/Doppelset) MOTORRAD-Urteil
Cardo Packtalk Bold 59 g/147 g keine Angabe 85 Minuten bis zu 13 Stunden bis zu 8 Kilometer 4.1 15 Radio, Sprachsteuerung, Musik teilen 331,38/584,83 Euro gut
Midland BTX2 Pro S 54 g/115 g Lithium-Akku 120 Minuten bis zu 20 Stunden bis zu 1,2 Kilometer 4.2 8 Radio, Musik teilen 229,00/419,00 Euro befriedigend
Sena 50S 73 g/162 g keine Angabe 80 Minuten bis zu 14 Stunden bis zu 8 Kilometer 5.0 24 (privat), unbegrenzt (Open-Mesh) Radio, Sprachsteuerung, Musik teilen, AUX-Anschluss, Ambient-Mikrofon 358,99/628,99 Euro sehr gut
UClear Motion Infinity 33 g/74 g 3,7 V, 650 mAh, Lithium-Ionen-Polymer 210 Minuten bis zu 18 Stunden bis zu 1,2 km pro Person 5.0 unbeschränkt Gestensteuerung, Sprachsteuerung, Musik teilen, Unfallsensor, SOS-Funktion, App 292,39/526,34 Euro gut

🏆 Unsere Empfehlung für die richtigen Gruppenkommunikation ist das Sena 50S* und damit unser Testsieger, trotz des etwas umständlichen Einbaus sind Klangqualität und Bedienung überzeugend und hierfür verleihen wir den ersten Platz.

Alternativen

Die von uns getesteten Bluetooth-Kommunikationssysteme bieten allen erdenklichen Komfort. Doch nicht jeder braucht das volle Programm, schließlich kosten die Geräte auch entsprechend.

Albrecht SHS 300 B

Wer kabelgebunden gerne Musik oder die Ansagen des Navis hören möchte, ohne selbst gehört werden zu müssen, der findet in diesen Stereo-Ohrhörern eine sehr gute Lösung.

Avantree Apico

Mit gerade einmal 2,3 mal 2,3 mal zwei Zentimetern wirkt der kleine Bluetooth-Ohrhörer namens Apico sehr unauffällig.

Bluebike XL

Im Vergleich zu Big Playern wie Sena oder Cardo ist der Name Bluebike zwar nicht jedem, aber doch einem beachtlichen Teil von Motorradfahrern bekannt. Sie können telefonieren, miteinander sprechen und dabei Musik oder Navigations­ansagen hören.

Headwave TĀG 2

Bereits vor einiger Zeit konnte uns das TĀG im Test überzeugen, nun bringt das Berliner Team rund um Diplom-Designerin Sophie Willborn den Nachfolger mit dem passenden Namen TĀG 2. Nach wie vor wird das wasserdichte Gerät per Spezialklebeband hinten am Helm ­befestigt und via Bluetooth mit dem Wiedergabegerät verbunden.

Sena +Mesh

Das Gerät namens +Mesh bietet auch älteren Sena-Headsets die Möglichkeit, mit Geräten zu kommunizieren, welche die Mesh-­2.0-Technologie nutzen.

Sena 10C Evo

Vor Jahren bot Sena mit dem 10C einen sehr interessanten Mix aus Action Cam und Kommunikationssystem. Die aktuelle ­Generation kann Videos nun in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen, Fotos nimmt es im Standbild-, Serienbild- oder Zeitraffermodus auf.

Motorrad Headset Test: Die wichtigsten Punkte

  1. Kommunikation: Möchtest du das Motorrad Headset zur Unterhaltung mit dem Sozius bzw. Falls ja: Überlege dir wie groß deine Motorrad Gruppe ist, mit der du kommunizieren möchtest. Die Motorrad Headsets gewähren unterschiedliche Teilnehmerzahlen.
  2. Reichweite: Nachdem du die Größe deiner Gruppe festgelegt hast, kannst du dir Gedanken über die Reichweite machen.
  3. Mikrofon: Eine hochwertige Mikrofonqualität sorgt für eine angenehme Unterhaltung mit dem Sozius oder der Gruppe.
  4. Lautsprecher: Die Soundqualität spielt sowohl für die Gruppenkommunikation als auch für das Musik hören eine entscheidende Rolle. Mittlerweile arbeitet die Marke Cardo mit dem us-amerikanischen Lautsprecherhersteller JBL zusammen.
  5. Musik & Radio: Du hast die Möglichkeit dein Motorrad Intercom mit dem Smartphone zu koppeln. Das ein oder andere Headset besitzt ein integriertes Radio.
  6. Akku & Ladezeit: Die Akkulaufzeit bzw. Gegensprechzeit liegt je nach Gerät zwischen 8 - 13 Stunden (Herstellerangaben). Die Ladezeit beträgt laut Herstellern zwischen 1,5 - 4 Stunden.

Motorrad Gegensprechanlage: Vorteile

  • Safety first! Dank dem Motorrad Headset können die Hinterleute vor Gefahren wie Rollsplitt, Öl oder langsamen Fahrzeugen gewarnt werden.
  • Eine Motorrad Gegensprechanlage steigert definitiv den Spaßfaktor.
  • Dank dem Motorrad Headset ist es über Smartphone oder dem integrierten Radio möglich, Musik zu hören.

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