Anleitung zum Wechseln und Aufrüsten der Kennzeichenbeleuchtung am Motorrad

Die Kennzeichenleuchte, die das hintere Nummernschild beleuchtet, muss stets intakt sein. Nur so ist es möglich, dass man das Kennzeichen auch in der Dunkelheit erkennen kann. Wenn diese Beleuchtung defekt ist, können auf den Fahrer schnell Bußgelder ab 20 Euro zukommen. Um dies zu vermeiden, sollte man stets auf die Funktionstüchtigkeit achten.

Austausch der Kennzeichenleuchte

Wenn die Kennzeichenleuchte defekt ist, muss man nicht zwangsläufig eine Fachwerkstatt aufsuchen. Mit etwas Geschick kann man die Reparatur selbst durchführen. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Abdeckung lösen: Um die Abdeckung der Kennzeichenbeleuchtung zu lösen, kommt ein normaler Kreuz- und Schlitzschraubenzieher zum Einsatz. Damit werden die beiden sichtbaren Schrauben gelöst.
  2. Abdeckung entfernen: Mit einem Schlitzschraubendreher kann man nun die Abdeckung der Beleuchtung von rechts heraushebeln.
  3. Leuchtmittel entfernen: Das Leuchtmittel ist mit dem Sockel verbunden und kann somit mit herausgehebelt werden.
  4. Diode wechseln: Die Diode kann nun per Hand entfernt werden. Dafür ist es wichtig, dass man die Kontakte an den Seiten ein wenig lockert.
  5. Neues Leuchtmittel einsetzen: Nun kann das neue Leuchtmittel verbaut werden. Dies kann ebenfalls einfach per Hand wieder in die Fassung des Sockels geklippt werden. Bei Einsatz des neuen Leuchtmittels muss dieses nach unten ausgerichtet werden, da die LED nach unten strahlt.
  6. Checkwiderstand beachten: Wichtig dabei ist, dass es Fahrzeuge gibt, welche einen sogenannten Checkwiderstand benötigen. Dieser muss verbaut werden, damit die Kontrollleuchte im Cockpit nicht fehlerhaft aufleuchtet.
  7. Einbau: Der Einbau funktioniert im Grunde wie der Ausbau, nur das in umgekehrter Reihenfolge vorgegangen werden muss. Die abgestuften Ecken der Fassung müssen in Richtung der Heckklappe zeigen. Nur so kann die Halterung passend verbaut werden.
  8. Halterung befestigen: Nun wird die Halterung passend wieder eingesetzt. Dabei gilt es darauf zu achten, dass der Sockel wirklich gut sitzt und alle Kontakte belegt werden. Auch ohne eine spezielle Verschraubung muss der Sockel mit der LED in der dafür vorgesehen Fassung halten.
  9. Schrauben anziehen: Nun werden die Schrauben wieder mit einem Kreuzschraubenzieher hineingedreht. Mit welcher Seite man beginnt spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Schrauben über Kreuz angezogen werden. Somit kann man einen festen Sitz gewährleisten.
  10. Funktionstest: Im Anschluss an die Installation sollte in jedem Fall ein Funktionstest erfolgen. Dies kann geschehen, indem man das Standlicht einschaltet.

LED-Umbau der Kennzeichenbeleuchtung

Ein Umbau auf LED für die Kennzeichenbeleuchtung ist eine beliebte Option, um die Lebensdauer zu verlängern und die Optik zu verbessern. Viele Motorradfahrer berichten von positiven Erfahrungen mit LED-Kennzeichenbeleuchtungen.

Einfach original Lampe raus und an die Stelle die Kennzeichen Beleuchtung anbringen. Anschließen!

Wichtige Hinweise zum Umbau auf LED

  • Adapterkabel: Bei manchen Motorradmodellen sind Adapterkabel erforderlich, um die LED-Kennzeichenbeleuchtung anzuschließen, ohne die Originalkabel zu beschädigen.
  • Blinkrelais: Beim Umrüsten auf LED-Blinker kann sich die Blinkfrequenz ändern. Dies kann durch den Einbau eines lastunabhängigen Relais oder spezieller Widerstände korrigiert werden.
  • Qualität: Bei der Auswahl der neuen Komponenten auf Qualität achten und Foren als Informationsquelle nutzen.

Allgemeine Schraubertipps zum Thema Motorrad-Beleuchtung

Egal ob Scheinwerfer, Blinker oder Rückleuchten - bei jedem An- und Umbau gibt es einiges zu beachten, damit es nicht nur wunschgemäß strahlt, sondern die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Hier kommt unser Schraubertipp zum Thema Motorrad-Beleuchtung.

Grundlegende Elektrik-Kenntnisse

Der An- oder Umbau von Lampen und Leuchten erfordert zumindest rudimentäre Elektrik-Grundkenntnisse. Neben diesem eigentlich unverzichtbaren Vorwissen gibt es ein paar wichtige Regeln, die man beachten sollte.

Kabelbaum nicht beschädigen

Im Rahmen von Umbauten (zum Beispiel wenn die serienmäßig montierten Stecker nicht passen) keinesfalls den Kabelbaum zerschneiden, sondern besser Adapter besorgen beziehungsweise selber machen und verbauen. Die entsprechenden Stecker kann man im Zubehör (etwa Japan-Stecker) besorgen und mit einer passenden Crimpzange sorgfältig festpressen. Wenn es der Platz erlaubt, arbeite ich gern mit den soliden und wasserdichten AMP-Steckern. So lassen sich Fehlerquellen vermeiden, und das Ganze bleibt auch rückbaufähig.

Kabelverlegung und Isolierung

Beim Verlegen zusätzlicher Kabel auf eine vernünftige Führung achten (Scheuerstellen vermeiden!) sowie Kontakte ordentlich isolieren. Im Lenkerbereich dürfen die Kabel auch bei vollem Lenkeinschlag nicht gespannt oder eingeklemmt werden.

Zusätzliche Verbraucher

Zusätzliche Verbraucher schließt man weder direkt an der Batterie an noch an vorhandene stromführende Kabel, sondern schaltet sie möglichst über ein zusätzliches Relais und eine passende Sicherung.

Zugelassene Bauteile

Zugelassene Bauteile mit E-Zeichen müssen nicht eingetragen werden, sofern man die ursprüngliche Anbaulage beibehält beziehungsweise die Anbauvorschriften (EU- bzw. StVO-Zulassung) erfüllt.

Weitere Beleuchtungskomponenten

Hauptscheinwerfer

Das wichtigste Bauteil für den perfekten nächtlichen Durchblick ist natürlich der Hauptscheinwerfer. Standardmäßig sind heute fast alle Motorräder mindestens mit H4-Licht ausgestattet, viele auch schon mit H7.

LED-Technologie beim Scheinwerfer

Die LED-Technologie liefert nicht nur das beste Licht und wird deshalb bei immer mehr Modellen serienmäßig verwendet, sondern bietet auch vielfältige Möglichkeiten, der Maschine mit zum Beispiel einem asymmetrischen Design ein ganz eigenes Aussehen zu verleihen. LED-Nachrüstscheinwerfer - zum Teil sogar mit adaptivem Kurvenlicht - werden von der Zubehör-Industrie sowohl als Einsatz als auch als Komplettscheinwerfer angeboten.

Zusatzlampen

Ein Kapitel für sich sind Zusatzlampen (Nebel-/Fernscheinwerfer etc.), die früher gern bei Harleys und Goldwings und heute oft bei Groß-Enduros verwendet werden. Beim Anschluss der Lampen unbedingt eine Schaltung über ein Relais bevorzugen und die Anbauvorschriften beachten.

Blinker

Auch Blinker haben eigentlich schon immer eine Rolle als stilgebendes Element gespielt. Vorgeschrieben sind sie erst bei Motorrädern ab Baujahr 1962. Konnten sie in den 80ern gar nicht groß genug sein, wurde mit der LED-Technik ein Schrumpfungsprozess eingeleitet, möglich nur dank der enormen Leuchtkraft.

Zwar lässt sich prinzipiell jedes Motorrad mit 12-Volt-Elektrik auf LED-Blinker umrüsten, die ein E-Prüfzeichen haben (vorn mit einer 1, hinten mit einer 2 - die meisten tragen beide Kennzahlen). Doch so einfach der Kauf ist, so tückisch kann der Anbau sein.

Brems- und Rücklicht

Umbauten an Brems- und Rücklicht sind meist völlig unproblematisch. Die neuen Leuchten werden oft fertig verkabelt geliefert, und die Herausforderung liegt im Bereich der Befestigung. Auch hier geht der Trend zu Mini-Leuchten, die zwar schick aussehen, aber oft das Nummernschild nicht mehr korrekt ausleuchten. In diesem Fall ist eine zusätzliche Kennzeichenbeleuchtung erforderlich.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0