Ob Schmerzen, gereizte Haut oder ein Taubheitsgefühl im Gesäßbereich - die Ursachen für Beschwerden beim Fahrradfahren können mit einem falschen Sattel oder der falschen Satteleinstellung zusammenhängen. Auf welche Faktoren du bei deinem Fahrradsattel achten solltest, erläutern wir in diesem Beitrag.
Worauf Du Beim Kauf Eines Fahrradsattels Achten Solltest
Ich sage dir worauf du beim Kauf eines Fahrradsattels achten solltest. Die ergonomischen Besonderheiten in Bezug auf den gesundheitlichen Nutzen. Der Komfort der Sättel entsprechend ihrem Einsatzgebiet.
Die Bedeutung der Sitzposition
Der beste Sattel nützt nichts wenn er falsch montiert und eingestellt wird. Auch die „Sattelhöhe“ ist ein wichtiges Kriterium damit beim Radfahren Freude aufkommt.
Sattelbreite und Sitzknochenabstand
Viele Sattelhersteller bieten mittlerweile ihre Sattelmodelle in verschiedenen Breiten an. Du kannst allerdings ganz einfach deinen Sitzknochenabstand bestimmen und so die ideale Sattelbreite für dich ermitteln.
Satteltypen und Ihre Einsatzgebiete
Das heißt Sportsättel sind straffer gepolstert, können aber trotzdem komfortabel sein. Beim Tourenfahrer lastet mehr Gewicht auf dem Sattel als beim Rennrad oder Mountainbike.
- City: Holland- und Tourenrad mit aufrechter Sitzposition.
- Tour: Trekkingbike, Reiserad und bequemes MTB.
- Sport: Mountainbike, Rennrad und Gravelbike.
Spezielle Sattelmodelle
Die SMC Core MTB Comfort Sättel und die SM-E Core Sättel gibt es für Damen und Herren. Der SMC wurde für das Bio-Mountainbike entwickelt. Von Ergon gibt es für den Tourenfahrer die Modelle ST Core Prime in Damen und Herren Ausführung. Ergon bietet in diesem Segment die SC Core Damen und Herren Modelle. Die Marke Terry hat die Anatomica Modelle für Damen und Herren im Sortiment. SQlab hat für die aufrechte Sitzposition das Modell 621 M-D Active entwickelt. Selle Royal hat das Modell Torx Relaxed am Start. Der Sattel hat eine Breite von 25cm und ist dadurch am besten für eine aufrechte Sitzposition geeignet.
Ergonomische Aspekte und Gesundheitlicher Nutzen
Die Terry Sättel haben einen Mittelkanal der die Durchblutung verbessert. Die Polsterung der Satteldecke hat drei verschiedene Härten, entsprechend angepasst an die Belastung durch das Fahrergewicht. Selle Royale nutzt ebenfalls eine Elastomerdämpfung.
Damen- und Herrensättel: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Früher ging man davon aus dass Frauen ein breiteres Becken haben als Männer und darum einen breiteren Sattel brauchen. Heute weis man dass der Unterschied in der Beckenbreite zwischen Mann und Frau gering ist. Das Becken der Frau hat allerdings eine etwas andere Form. Der Schambeinbogen liegt bei den Frauen tiefer als beim Mann. Dadurch entsteht mehr Druck an der Sattelnase.
Aus meiner Sicht können Männer wenn sie die richtige Sattelbreite wählen auch einen Damensattel fahren. Vor allem durch die kürzere Sattelnase wird der Dammbereich entlastet.
Spezielle Sattelformen
Beim Stufensattel ist der hintere breite Teil des Sattels höher, der vordere Teil liegt tiefer. Der Fahrer sitzt mit seinen Sitzknochen auf dem erhöhten hinteren Teil. Dadurch lastet weniger Gewicht auf dem Dammbereich und den Genitalien. Die empfindlichen Nerven und Blutgefäße im Dammbereich werden nicht komprimiert. Stufensättel können den Druck je nach Modell um bis zu 80 Prozent reduzieren.
Der Stufensattel eignet sich sowohl für Männer als auch für Frauen. Entlastung bringt er Radfahrern die bei konventionellen Sätteln Schmerzen oder Taubheitsgefühle im Dammbereich oder den Genitalien haben.
Lochsättel haben eine Aussparung um die empfindlichen Stellen unterhalb des Schambeinbogens zu entlasten . Der Lochsattel eignet sich für Fahrer/innen die häufig Taubheitsgefühle bekommen aber keine Probleme mit Druck im Dammbereich haben.
Die Sattelnase ist zweigeteilt mit einem Spalt dazwischen. Manche Modelle besitzen keine Sattelspitze (ISM Adamo) andere haben eine tiefer gezogene Sattelspitze (Selle SMP). verbessert die Durchblutung und reduziert den Druck im Dammbereich.
Ähnlich wie beim Lochsattel verhindert der Spaltensattel Taubheitsgefühle. Allerdings darf der Fahrer nicht druckempfindlich an den Seiten des Dammbereiches sein.
Kernledersättel
Mit Kernledersattel ist eine Bauform gemeint bei der die Sitzfläche komplett aus Leder (meist Rindsleder) gefertigt wird. Diese wird mit der metallenen Unterkonstruktion verbunden. Der Lederbezug kann mit Werkzeug nachgespannt werden. Ledersättel passen sich an die Anatomie des Menschen an. Allerdings dauert dieser Prozess mehrere hundert Kilometer. Kernledersättel wollen regelmässig mit Lederfett gepflegt werden. Da es sich um ein Naturprodukt handelt können Ledersättel am Anfang auch abfärben. Deshalb sollte man keine hellen Hosen tragen. Ledersättel passen sehr gut zu klassischen Fahrrädern und Urbanbikes. Bei richtiger Pflege sind diese Sättel sehr langlebig.
Geeignet sind Ledersättel für Fahrer, welche die lange Einfahrzeit nicht scheuen.
Standardsattel
Der Standardsattel sollte eine flache Sitzfläche haben damit sich der Druck großflächig verteilt. Moderne Sättel haben zur Entlastung im Dammbereich Vertiefungen die den Druck reduzieren. Teilweise wird auch bei der Unterkonstruktion und der Polsterung mit verschiedenen Materialien gearbeitet, um die Druckverteilung zu optimieren.
Standard Sättel werden von der Mehrheit der Radfahrer gefahren. Sie eigen sich für alle Arten von Fahrrädern. Vorteil guter Kontakt über den Sattel zum Rad. Der Druck verteilt sich auf eine große Fläche.
Medizinische Sättel
Die medizinischen Sättel sind meist so konstruiert dass der Dammbereich zu 100% entlastet wird. Rocksättel wurden ursprünglich für Damen entwickelt die mit Kleid Radfahren.
Medizinische Sättel eigen sich nicht für den Radsport. Am besten geeignet sind diese Sättel für Fahrräder mit aufrechter Sitzposition. Der Kontakt und die Führung zum Fahrrad geht durch die fehlende Sattelnase verloren. Ausser beim SQlab Sattel 600 active, dieser besitzt eine tiefergelegte Sattelnase.
Die Bedeutung der Richtigen Einstellung
Der Sattel ist falsch eingestellt Häufig kommt es durch einen falsch eingestellten Sattel zu Beschwerden im Gesäßbereich. Ist der Sattel zu hoch, muss sich die Hüfte mehr von der einen zu der anderen Seite bewegen, um die fehlende Beinlänge auszugleichen. Durch die Scherbewegung des Beins und die starke Neigung der Hüfte, verlagert sich dabei die Belastung von einem Sitzknochen auf den anderen. Es entsteht Reibung zwischen dem inneren Beinbereich, den Weichteilen, dem Sattel und dem Hosenmaterial. Die Folge: Hautreizungen in den betroffenen Arealen.Bei einem zu stark nach hinten geneigten Sattel übt die Sattelnase zu viel Druck auf den Genitalbereich aus. Ist der Sattel zu sehr nach vorne geneigt, rutscht das Gesäß immer wieder nach vorne. Durch den nach vorne schmal werdenden Sattel sacken die Sitzknochen folglich über die Seiten ab und der Damm- sowie Schambereich wird stark belastet. Durchblutungsstörung und Taubheit sind oftmals die Folge.
Die Lösung: Optimiere deine Sitzposition. Hierfür kannst du den Abstand vom Sattel zum Lenker ganz leicht variieren. Dein Gesäß sollte dabei mit der hinteren Sattelkante abschließen und nicht über diese hinweg rutschen. Sind deine Arme zu stark gestreckt und du rutscht immer wieder nach vorne, kannst du den Sattel ein Stück nach vorne versetzen.Beim Fahren solltest du genügend Druck auf das Pedal ausüben können, während du deinen Oberkörper bequem mit deinen Armen abstützt. Die Arme sollten dabei leicht gebeugt bleiben. Eine gleichmäßige, durchgehende Trittbewegung ist optimal, ohne dass kurz nach dem obersten oder untersten Punkt der Pedalstellung eine Kraftspitze zu spüren ist.
Wenn alle Einstellungen keine Abhilfe schaffen, kann es an der Rahmengeometrie liegen. Ein zu kleiner oder zu großer Rahmen kann nur bedingt durch die Satteleinstellung kompensiert werden. Reicht die Sattelumstellung nicht, kann noch ein kürzerer oder längerer Vorbau am Lenker Abhilfe schaffen.
Ein zu weicher Sattel führt dazu, dass die Sitzknochen zu tief absacken und Weichteile, Blutgefäße sowie Nerven abgedrückt werden können. Auch Wund- und Druckstellen können durch die falsche Druckbelastung entstehen, insbesondere nach einer längeren Strecke. Zumeist ist eine Durchblutungsstörung bestimmter Bereiche die Folge.Die Lösung: Ein härterer Sattel verursacht einen stärkeren Druck auf eine kleinere Fläche, wodurch die umliegenden Bereiche ausreichend durchblutet werden. Wichtig ist dabei allerdings, dass Sattelform und Breite stimmen, da sonst der punktuelle Druck an der falschen Stelle entsteht und zu Schmerzen führen kann.
Weitere Tipps und Empfehlungen
Tipp: In der Rubrik „Sattelvergleich“ kannst du dann deine Favoriten vergleichen und den am besten passenden Sattel herausfiltern.
Alte Radfahrer Weisheit! Je weicher der Sattel desto größer der Schmerz.
Sattel nach Fahrradtyp
Der größte Unterschied bei Sätteln besteht zwischen einem Sattel für Zeitfahrräder und einem Sattel für Hollandräder. Sie unterscheiden sich von allen Sätteln am meisten in Form, Sitzhaltung (Druckbereich) und der Sattelhärte.
Bei einer aufrechten Haltung verlagert der Fahrer sein Gewicht hauptsächlich auf den Sitzbeinknochen. Daher sollte der Sattel von der Form breiter sein und eine hohe Dämpfung aufweisen, damit der Druck auf eine breitere Fläche verteilt wird.
Bei einer vorgeneigten Haltung, wie zum Beispiel beim Rennrad, wird der Dammbereich des Fahrers nach vorne abgesenkt. Hier helfen Absenkungen und Aussparungen im Sattel, um den entstanden Druck auf Weichteile und Schambereich auszugleichen. Auch ein Stufensystem kommt bei bestimmten Herstellern zur Anwendung, um durch die Erhöhung des Sitzknochenbereichs mehr Raum für den Schambereich zu lassen.
Alltagsfahrer
Der Alltagsfahrer nutzt sein Fahrrad täglich ob zum einkaufen oder für den Weg zur Arbeit. Dabei werden meist kurze bis mittlere Strecken zurückgelegt. Meist fährt der Alltagsradler in konventioneller Freizeitkleidung. Für diesen Einsatzbereich haben sich breitere Fahrradsättel bewährt. Je aufrechter der Oberkörper desto breiter darf der Sattel sein.
Hinweis zur Fahrradausrüstung
Sportliche Sättel für Rennräder, Gravelbikes und Mountainbikes haben oft eine Obergrenze von 100 kg. Bei Trekkingrädern und Citybikes sind überwiegend Sättel bis 120 kg verbaut.
Eigene Erfahrung
Wer mit seinem Fahrrad längere Radtouren oder sogar mehrtägige Radreisen unternimmt muss auf jeden Fall seinen Fahrradsattel schon längere Zeit getestet haben. Eigene schmerzhafte Erfahrung: Bei einer Alpenüberquerung habe ich eine neue Gesäßcreme getestet und dabei einen Ausschlag am Hintern bekommen.
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