Wer ein Gravel- oder Mountainbike gelegentlich für den Wocheneinkauf oder eine mehrtägige Tour nutzen will, vermisst häufig einen Gepäckträger. Immer mehr Fahrräder werden ohne Gepäckträger ausgeliefert. Wer auf einem (E-)Mountainbike oder einem Rennrad aber Stauraum für mehrtägige Touren benötigt oder gelegentlich den Einkauf verstauen möchte, kann zumindest temporär einen Träger gebrauchen, etwa um Packtaschen anzubringen. Wir haben sechs Gepäckträger getestet, die sich an fast alle Fahrräder montieren lassen - auch ohne Gewindebohrung am Rahmen.
Arten von Gepäckträgern
Wer überlegt, einen Gepäckträger nachzurüsten, sollte nämlich zunächst auf den Rahmen seines Rads schauen: Viele Gravelbikes, aber auch manche Mountainbikes, haben bereits Gewindebohrungen, sodass Gepäckträger eingeschraubt werden können wie bei Touren- oder Citybikes. Das ist die beste Lösung, wenn der Träger länger am Rad bleibt und ein hohes Gewicht tragen soll, etwa bis zu 25 Kilogramm. Wir haben zwei Modelle getestet, die sowohl angeschraubt werden können, sich aber auch mit Adaptern befestigen lassen.
Die Bohrungen fehlen jedoch bei den meisten (E-)Mountainbikes, bei Rennrädern und auch bei einigen sportlichen E-Bikes. Deshalb setzen die vier weiteren Träger in unserem Test auf Riemen oder Klemmen: Sie werden entweder auf die Sitzstreben gesetzt oder an der Sattelstütze angebracht. Das funktioniert an allen Rahmen - und ist schnell erledigt, sogar an vielen Fahrrädern, die vollgefedert sind. Aufpassen sollten Sie, falls Sie ein Fahrrad mit Carbonrahmen besitzen: Rohre aus Carbon sind empfindlich gegen Seitenkräfte, die von solchen Riemen- und Klemmkonstruktionen ausgehen können. Zwei Hersteller warnen explizit vor dem Einsatz ihrer Träger an Carbon.
Getestete Gepäckträger im Detail
Topeak TetraRack
Topeak bietet den TetraRack für Mountainbikes mit dem Zusatz »M« an sowie als Version »R« für Straßenräder. Es gibt zudem jeweils ein Modell, das hinten an den Sitzstreben befestigt wird, sowie eines, das vorne an der Gabel angebracht werden kann.
Alle TetraRack-Modelle werden ausschließlich mit Klettbändern an den Rohren fixiert. Die Klettbänder werden mit der Hand in Position gebracht, bevor sie mit einem mitgelieferten Inbusschlüssel angezogen werden. Das sorgt für die nötige Stabilität und die gummierten Füße sitzen fest.
Der Nachteil dieses Mechanismus: Die TetraRacks lassen sich zwar sekundenschnell ohne Werkzeug entfernen. Sie können aber nur mit einem Inbusschlüssel montiert werden, der Spannmechanismus muss vorher wieder zurückgeschraubt werden. Dennoch geht das mit etwas Übung recht schnell.
Auf die TetraRacks passen Topeaks eigene Taschen und Körbe mit dem Quicktrack MTX-System. Sie werden einfach aufgeschoben und verriegelt. An den Seiten können unterschiedliche Gepäckträgertaschen angebracht werden.
Neben Topeak-Taschen passen auch Ortliebs Backroller. Die ältere Variante mit Quicklock 1-System sitzt perfekt, das neuere Quicklock 2-System ist aber etwas dicker und muss mit Kraft zwischen den etwas zu schmalen Raum zwischen Strebe und Platte gepresst werden. Ähnlich ist es mit Taschen von Vaude: Auch für deren aktuelles System, QMR 2.0, ist der Platz an der oberen Strebe etwas eng - aber es geht.
Damit die Gepäckträgertaschen stabiler sitzen, bietet Topeak optional das sogenannte Side Frame Set an - zwei einfache Bügel, die den Träger nach unten verlängern. Unsere Taschen ließen sich im Test aber auch ohne Zusatzbügel sicher befestigen.
Der TetraRack darf laut Hersteller vorne sieben Kilogramm tragen, hinten neun Kilogramm. Das ist nicht viel - ein Ortlieb-Backroller wiegt leer bereits fast ein Kilogramm. Die Topeak-Taschen sind etwas leichter, aber dafür nicht ganz so robust wie Ortlieb- oder Vaude-Taschen.
Ortlieb QuickRack
Der QuickRack von Ortlieb erlaubt bis zu 20 Kilogramm Ladung. Das kommt schon sehr nah an Träger heran, die fest montiert werden. Er wird unten mit zwei Schnellverschlüssen in der Nähe der Hinterradnabe befestigt. Hat der Rahmen Gewindebohrungen, wird der QuickRack dort verschraubt. Ansonsten wird er mit Adaptern angeklemmt. Diese werden allerdings nicht mitgeliefert und müssen für etwa 15 Euro zusätzlich gekauft werden. In unserem Test saßen die Adapter jedoch so, dass sich das Hinterrad nicht mehr hätte abnehmen lassen. Das hätte bei einem Platten etwas mehr Arbeit und Werkzeug erfordert.
An der Sattelstütze wird der Gepäckträger mit einem Band und einem Schnellspanner fixiert. Die Länge ist verstellbar und muss einmalig mit zwei Schrauben eingestellt werden, sodass der Gepäckträger an allen Sattelstützen gut sitzt.
Nach der ersten Montage kann der QuickRack sekundenschnell angebracht werden. Die doppelten Streben ermöglichen, Gepäckträgertaschen etwas tiefer einzuhängen. So passt etwa noch ein Korb auf den Träger.
Der QuickRack eignet sich für alle drei Befestigungssysteme von Ortlieb-Taschen, aber auch fast alle Gepäckträgertaschen anderer Hersteller passen an die Streben mit etwa 10 Millimeter Durchmesser. Mit einem Gewicht von 589 Gramm ist der Gepäckträger sehr leicht.
Was an dem QuickRack gefällt: Der Träger ist leicht, trägt alle Gepäckträgertaschen und satte 20 Kilogramm.
Thule Tour Rack
Vielen dürfte Thule als Hersteller von Transportlösungen für Autos ein Begriff sein. Seit einiger Zeit ist das schwedische Unternehmen aber auch im Fahrrad-Segment vertreten. Mit dem Tour Rack bietet Thule einen Gepäckträger an, der sowohl vorne als auch hinten am Rad montiert werden kann. In unserem Test ließ sich der Träger vorne an einer nahezu senkrecht stehenden Gabel anbringen, aber auch hinten an einer weniger steilen Sitzstrebe eines Mountainbikes.
Die gummierten Auflagen werden an vier Punkten mit Gurtbändern fixiert und mit einem mitgelieferten Inbus festgezogen. Allerdings kann man den Gepäckträger nur mit einem Spezialwerkzeug wieder abbauen, es sollte also besser nicht verloren gehen.
Die Aluminium-Streben des Gepäckträgers haben einen Durchmesser von zehn Millimetern. Alle Taschen von Ortlieb und Vaude sollten also passen, vermutlich viele andere auch. Die Taschen lassen sich unten jedoch nicht einhaken für mehr Stabilität an den Seiten, dafür sind die Rohre zu dick.
Thule verkauft deshalb eine Lösung namens Pack’n Pedal. Diese besteht aus zwei schmalen Seitenrahmen, die in den Gepäckträger eingehängt werden. So können die Seitentaschen aller Hersteller flexibel positioniert werden. Allerdings muss Pack’n Pedal separat gekauft werden und ist mit einem Preis von etwa 40 Euro nicht günstig.
Thule gibt für den Gepäckträger unterschiedliche Maximallasten an: Hinten sind es maximal 11,3 Kilogramm, vorne 10 Kilogramm. Der Träger selbst wiegt 917 Gramm und macht im Test einen stabilen Eindruck. Es gibt zusätzlich einen Halter für ein Rücklicht oder einen Reflektor mit einem Schraubenabstand von 50 bis 60 Millimetern.
Das gefällt am Tour Rack von Thule: Der Träger ist flexibel und kann vorne wie hinten am Rad montiert werden.
XLC RP-R06
Der Träger RP-R06 von XLC wird lediglich mit einer einzigen Klemme und einem Schnellspanner-Prinzip an der Sattelstütze befestigt. Anlegen, drehen und den Hebel mit etwas Kraft umlegen genügt: Kein anderer Gepäckträger im Test lässt sich so schnell montieren.
Voraussetzung ist eine Sattelstütze, deren Durchmesser zwischen 25,4 Millimeter und 31,8 Millimeter misst. Das sind zwar gängige Maße, aber Vorsicht: Federsattelstützen könnten davon abweichen und nicht ausreichend Höhe (5,5 Zentimeter) bieten. Das gilt auch für verstellbare Sattelstützen (Dropper Posts), die es an einigen Mountainbikes gibt.
Eine weitere Einschränkung: Carbon-Sattelstützen werden vom Hersteller XLC zwar nicht explizit ausgeschlossen, aber es ist sicherlich keine gute Idee, Carbon mit so starken Seitenkräften zu belasten.
Damit die Sattelstütze nicht verkratzt, gibt es für die Innenseiten der Klemme eine kleine Gummiauflage. Diese ist aber nicht befestigt. Sie muss vor dem Anbringen zwischen Klemme und Sattelstütze geschoben werden. Wer sie verliert, kann sie durch jedes andere Gummimaterial in ähnlicher Dicke ersetzen.
Die Maximalbelastung des 888 Gramm schweren Trägers gibt XLC mit zehn Kilogramm an. Störend könnten die etwas kräftigen Rohre des Trägers sein: Mit 13 Millimeter Dicke passen zwar neuere Seitentaschen von Vaude und Ortlieb, aber das alte Ortlieb-System QuickLock 1 zum Beispiel nicht.
Nach unten hin hat der RP-R06 Seitenhalter für die Stabilisierung der Seitentaschen im unteren Bereich. Diese haben Plastikaufsätze, in das sich das mitgelieferte Spanngummi einhaken lässt. Gepäckträgertaschen hängen jedoch besser am Träger, wenn man die kräftigen Plastikaufsätze entfernt.
Das gefällt am RP-R06 von XLC: Er ist schnell zu montieren und auszurichten.
Das weniger: Es passen nicht alle Gepäckträgertaschen problemlos.
SKS Infinity Universal
Der Gepäckträger Infinity Universal ist neu auf dem Markt. Ähnlich wie die Modelle von Thule und Topeak wird der Träger von SKS mit Bändern befestigt. Er sitzt ebenfalls auf den Sitzstreben und verfügt über vier gummierte Füße.
Das Spannsystem funktioniert jedoch etwas anders, was zu einer aufwendigeren Montage führt. Der Lohn der Arbeit: Mit einer Maximallast von zwölf Kilogramm trägt er etwas mehr Gewicht als die anderen Riemen-Träger. Allerdings warnt SKS vor dem Einsatz an Carbonrahmen.
Der Träger ist gut anpassbar und muss einmalig an mehreren Punkten so fixiert werden, dass er richtig ausgerichtet ist und nirgendwo anstößt. Der Schlüssel für die Torx-Schrauben kann im Träger selbst verstaut werden - man hat ihn also dabei, falls sich eine Schraube oder ein Band lockern sollte.
Wer SKS-Taschen auf den Gepäckträger setzen will, braucht die Adapterplatte für das MIK-System des Herstellers. Diese engt jedoch den Spielraum an den Streben ein, an denen Gepäckträgertaschen seitlich eingehängt werden.
Tubus Racktime Boost-it Tour 2.0
Der Racktime Boost-it Tour 2.0 von Tubus ist der flexibelste und stärkste Träger im Test - macht aber auch am meisten Arbeit. Er wird mit vier Schrauben an den Sitzstreben des Rads befestigt. Am einfachsten fällt das, wenn Bohrungen für Gepäckträger vorhanden sind. Dann muss der Träger nur einmal eingepasst werden.
Tubus legt flexibel einstellbare Streben bei, sodass der Träger an jedem Rad einfach horizontal ausgerichtet werden kann. Was der Hersteller aber verschweigt: Wird von den Streben nicht die gesamte Länge benötigt, so stehen sie nach oben heraus und müssen mit einer Säge gekürzt werden. Das ist nicht schwer und im Lieferumfang befinden sich Plastikstopfen, um die entstehenden scharfen Enden abzudecken - aber für die Erstmontage sollte man schon eine Stunde Zeit einrechnen. Und eine Metallsäge bereithalten.
Noch mehr Zeit benötigen Sie, wenn das Rad keine Bohrungen hat. Tubus hat sich einiges einfallen lassen, um den Träger auch in diesem Fall mit seiner vollen Tragkraft von 25 Kilogramm am Rad befestigen zu können. Es kommt aber auf die Achse an.
Es ist eine Schnellspannerachse im Angebot, die mit zwei Blechen inklusive der nötigen Bohrungen an den Seiten versehen ist - und die Original-Schnellspannerachse ersetzt. Wer ein Rad mit Steckachsen besitzt, kann bei Tubus eine Variante mit entsprechenden Gewindebohrungen an den Enden kaufen. Clever, aber beide Varianten müssen für etwa 25 Euro zusätzlich erstanden werden. Fehlen die Bohrungen an den Sitzstreben, gibt es zwei Klemmen - ebenfalls optional.
Der Träger selbst ist multifunktional: Er hat eine untere Strebe, um Gepäckträgertaschen tiefer einhängen zu können. Die Systeme von Ortlieb und Vaude passen sehr gut. Körbe und Aufsetztaschen passen auf den Träger, wenn sie das Befestigungssystem Snap-it 2.0 unterstützen.
Aeroe Gepäckträgersystem
Für den boomenden sich immer weiter diversifizierenden Gravel-Bereich gibt es bereits genauso diverse Taschen und Gepäckträgersysteme in zig Ausführungen. Aber eine “Arschrakete” - also die Döner-artige Satteltasche beim Gravelbike - taugt nur sehr bedingt für ein Mountainbike. Sie schwänzelt hin und her oder schleift im Zweifel am Hinterrad, wenn die Federung eintaucht. Von Rahmentaschen ganz zu schweigen, die wenigsten MTB-Rahmen haben genug Platz dafür; oft passt gerade eine kleine Trinkflasche so eben zwischen Ober- und Unterrohr.
Dann kommen zwei Jungs aus Neuseeland und wollen Abhilfe schaffen. In der rauen Topo der Insel in der Tasmanischen See braucht man “heavy duty stuff”, Dinge, die wirklich was aushalten. Und das tut das Gepäckträgersystem von Aeroe, das speziell für MTBs geschaffen wurde. Das System besteht grundsätzlich aus Halterungen, die mit Gewebebändern an den Rahmen, die Gabel oder den Lenker gezurrt werden, und Metallbügeln, an denen dann Dinge befestigt werden können. Dazu bietet Aeroe sogenannte Spider und Pucks. Spider sind Halterungen für Packsäcke oder andere Taschen mit zwei justierbaren Bändern. Pucks sind Drehverschlüsse, die mit verschiedenen Aeroe-Taschen kompatibel sind.
Erster Eindruck des Aeroe MTB-Gepäckträgersystems
Schon bei der Montage fällt auf, dass alles “sehr” ist: sehr robust gebaut, sehr einfach zu handhaben, sehr schlicht gestaltet, aber sehr funktional. Das ist auch in etwas der Anspruch der beiden Gründer. Alle Teile sind mit jeweils 4 Inbus-Schrauben (5 mm) fixiert, das heißt, man braucht einzig einen 5er-Inbus-Schlüssel, um alles anzubauen. Die Montage der Halterungen geht zügig und ohne Frickelei durch einen einfachen Mechanismus, der die Gewebebänder mittels einer Schraube strafft. Die Spider und der Puck sind schnell angeschraubt und können nach Bedarf schnell in der Position verschoben werden.
Auch die Packsäcke und Taschen sind hochwertigst verarbeitet, sauber verklebt und durchgehend wasserdicht nach IP65-Standard (geschützt gegen Staubeintritt (staubdicht); geschützt gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel), halten also sogar den Gartenschlauch aus. Die Metallrahmen der Träger sind aus Pulver-beschichtetem Alu, die Kunststoff-Teile aus Glasfaser-verstärktem Nylon. Das dürfte alles ziemlich lange halten.
Einziger Kritikpunkt hier: Die Gepäckträger sind zwar für MTBs bis 3,8 Zoll Reifen gedacht (für Fatbikes gibt es eigene), aber auch an schmalen, älteren Federgabeln, wie der Fox 32, passen die Halter nicht. Sie erfordern, dass die Gabelbeine bzw. Gabelrohre etwa 14,5 cm weit auseinander stehen. Bei der Fox 32 sind es gerade 12,5 cm - bei ungefederten Gravelgabeln nur 10,5 cm. An unserem Bike war das mit der Rockshox ZEB aber kein Problem.
Der hintere Aeroe-Gepäckträger sollte an die meisten MTB- und auch Gravel-Sitzstreben passen, zumal man die Füße der Halterung durch Lösen der Schrauben drehen kann, um sie an die aufeinander zulaufenden Streben anzupassen. Auch in der Breite kann man mit etwas Druck die nötige Anpassung erreichen.
Leider scheint das ganze Ensemble zwar äußerste Haltbarkeit ausgelegt zu sein, aber schon beim Schrauben entsteht der Eindruck: Das ist alles recht schwer. Die Spider, die Packsäcke, alles kein Leichtbau.
Hinweis: Unser Testbike hat einen Alurahmen, sodass die Montage mit den Gewebebändern und einem maximalen Anzug der Verstellschrauben mit 4 Nm wohl kein Problem darstellt. Bei langfristiger Montage (Normalfall) ist es sinnvoll an den Kontaktpunkten 1-2 Lagen Rahmenschutzfolie oder Isolierband zu kleben. Die Aeroe Träger sind auch für Carbonrahmen geeignet. Man sollte aber genau die Gewichtsgrenzen und Anzugsdrehmomente in der Aeroe Anleitung beachten!
Aeroe Spider Front Rack
Der Front Rack von Aeroe ist der kleinere von beiden. Setzt man ihn tief genug an der Gabel an, sodass der Reifen oben noch genug Platz hat, entsteht fast dasselbe Gefühl wie bei sogenannten Lowrider-Taschen, die direkt an die Gabel geschraubt werden. Der Schwerpunkt liegt tief, das Gewicht gibt dem Reifen noch eine Portion mehr Grip. Nur das Lenkverhalten wird eventuell weniger spritzig, in jedem Fall deutlich verändert. Die ungefederte Masse - also das Gewicht, das physikalisch vor der Federung liegt - erhöht sich durch die Gepäckträger. Die Federung spricht entsprechend nicht mehr feinfühlig an.
Man kann aber alle Aeroe-Elemente untereinander kombinieren und sich das Set-up individuell zusammenbauen.
Aeroe Spider Rear Rack
Der große Gepäckträger - der Aeroe Spider Rear Rack - ist genauso breit, hat aber ein ganzes Stück längere Bügel, damit er auch auf sehr tief angesetzten Sitzstreben montiert werden kann, und das Hinterrad (mit Schutzblechen) dennoch genug Platz hat. Genau wie beim Front Rack sitzt der Träger super stabil und die beladenen Taschen wackeln oder klappern nicht.
Auch auf rauem Untergrund macht das System einen sicheren Eindruck - ob es möglich wäre, damit auch wirkliche Trails zu fahren, hängt wohl von Zuladung, Bike und Fahrkünsten ab. Wir haben es zumindest nicht ausprobiert.
Aeroe Spider Pannier Rack
Das ist das Rear Rack, das aber mit dem “Teller” (Pannier Receiver) zusammen verkauft wird. Entweder man hängt Fahrradtaschen an die Reling, oder man nutzt die “Spider Cradle” zusammen mit Spanngurten für kleine Gepäckstücke.
Aeroe Spider Rack Cradle
Das Herzstück des Aeroe-Systems sind die Cradles genannten Halterungen für Packsäcke und Taschen mittels zwei Spanngurten. Bei den Drybags von Aero führt man dazu den Spanngurt durch Schlaufen - das hält die Taschen absolut stabil in Position, egal ob waagerecht oder senkrecht montiert. Bei Packsäcken anderer Hersteller ohne diese Schlaufen muss man dann schon recht festzurren.
Aeroe 8L Heavy Duty Dry Bag Orange
Kommen wir zu den Taschen im Aeroe-Programm: Der kleine, orange Packsack mit 8 Litern Volumen macht einen derart wertigen Eindruck, dass die knapp 50 Euro fast schon gerechtfertigt erscheinen. Das Teil steckt wohl auch eine komplette Expedition durch das Amazonas-Delta weg, ohne dass man es ihm ansieht. Die hohe Qualität in puncto Material, Verarbeitung, Design verspricht zumindest, dass man sich erst in vielen Jahren Ersatz besorgen muss.
Aeroe 12L Heavy Duty Dry Bag Black
Der Punkt der hohen Qualität gilt genauso für die großen Dry Bags von Aeroe, die allerdings aus einem anderen, leicht dünneren Material bestehen. Das macht tatsächlich aber einen noch edleren und nur etwas weniger robusten Eindruck. Dafür ist der Rolltop-Verschluss etwas leichter zu rollen. Die reflektierenden Logos sehen auf dem schwarzen Kunststoff nicht nur chic aus, sondern haben auch ihren Sinn bei der Sichtbarkeit im Dunkeln.
Aeroe 11L QuickLock Adventure Pod
Der Aeroe Adventure Pod erinnert mich sehr an eine Motorrad Seitentasche, nur dass diese Hartschalen haben, der Pod aus einem TPU-Material ist, das an wiederum an sehr dicke Fahrradschläuche erinnert. Der Boden ist tatsächlich aus glasfaserverstärktem Kunststoff und nimmt den oben schon beschriebenen Puck für den Quicklock-Mechanismus auf.
Der Aeroe Pod kann man am besten als Zwitter zwischen Packsack und klassischer Fahrradtasche (Pannier Bag) beschreiben. Der Vorteil ist aber der umlaufenden Zipper und die Riemen im Inneren, die alles fixieren. Mit 135 Euro eine echte Anschaffung, aber mit zwei von denen lässt sich schon eine Menge Gepäck transportieren.
Aeroe QuickLock Urban Backpack
Weg vom Abenteuer und hinein in die City und das Berufspendeln: Der Urban Backpack von Aeroe nimmt die Idee auf, dass Rad nur als einen Teil der Reise zu nutzen: Auf dem Weg zur S-Bahn wird der Rucksack ans Bike ge“puck”t, dann klickt man die Schultergurte an und trägt ihn von der S-Bahn als Rucksack zur Arbeit. Vor allem die magnetischen Verschlüsse haben es uns angetan. Die rasten fast von allein ein, zum Öffnen könnte man auch dicke Fäustlinge problemlos tragen! Sehr wertig!
Auch die Gurte tragen sich gut. Leider ist der Rucksack recht schwer; vor allem mit Blick auf sein Volumen von nur 10 Litern. Auch die von uns bereits getesteten, ähnlichen Taschen von Deuter (Xberg) und Forrider (3in1) brachten zwar ziemlich ähnliches Gewicht auf die Waage, hatten aber mindestens 25 Liter Kapazität. Dafür sieht der Aeroe Backpack sehr schnittig, modern-urban aus und weniger wie eine Fahrradtasche.
Aeroe Urban Pannier Bag
Die Aeroe Pannier Bag ist die traditionelle Fahrradtasche im Programm. Nicht mehr und nicht weniger. Schlicht, gut verarbeitet, mit stabilem Haltemechanismus. Auch die reflektierenden Details (Logo, Schriftzug) sind zweckmäßig, aber nicht unnötig auffällig.
Tabelle 1: Aeroe Gepäckträger und Zubehör im Überblick
| Produkt | Gewicht | Tragfähigkeit | Materialien | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Spider Front Rack | 590 g | 16 kg | Edelstahl, Aluminium, Nylon, Silikon | 115,00 Euro |
| Spider Rear Rack | 644 g | 16 kg | Edelstahl, Aluminium, Nylon, Silikon | 135,00 Euro |
| Spider Rack Cradle | 322 - 350 g | 5 kg | - | 69,00 Euro |
| 8L Heavy Duty Dry Bag Orange | 222 g | 4 kg | TPU | 49,00 Euro |
| 12L Heavy Duty Dry Bag Black | 309 g | 4 kg | TPU | 59,00 Euro |
| 11L QuickLock Adventure Pod | 783 g | 7 kg | Nylon, TPU | 135,00 Euro |
| QuickLock Urban Backpack | 1452 g (ohne Puck) | 10 Liter Volumen | TPU | 180,00 Euro |
| Urban Pannier Bag | 844 g | 12 - 14 Liter Volumen | TPU | 120,00 Euro |
BIKE-Fazit zum Aeroe Gepäckträgersystem
Wer sich bei seinem MTB für Aeroe entscheidet, bleibt gezwungenermaßen dabei, weil das Gepäckträgersystem nur bedingt mit anderen Herstellern kompatibel ist. Zwar kann man andere Panniers einklinken oder Packsäcke festzurren, aber schon da fehlt dann die passende Schlaufe, um die Gurte durchzufädeln. Da aber alle Produkte einen sehr langlebigen Eindruck machen, ist man wohl damit auch auf Jahre gut versorgt. Das rechtfertigt auch den höheren Anschaffungspreis, der aber durch sie Straßenpreise relativiert wird. Nachteil der robusten und durchgehend wasserfesten Ausführung ist das Gewicht.
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