Die Zahlen sind beeindruckend. Laut aktueller ADFC-Radreisenalayse haben 2022 4,6 Millionen Deutsche eine Radreise gemacht, 38 Millionen zumindest einen Tagesausflug mit dem Rad. Ganz ohne Gepäck geht das natürlich nicht. Und trotz des Hypes um Bikepacking sind Gepäckträgertaschen ein Klassiker und eine sichere Bank.
Materialien und Wasserdichtigkeit
Fahrradtaschen gibt es inzwischen in den unterschiedlichsten Varianten, Farben und Größen. Meist bestehen sie aus (hartem oder flexiblem) Kunststoff, Leder oder textilen Materialien. Der Vorteil von Kunststoff ist, dass er Fahrradtaschen wasserfest macht. Das heißt, sie halten leichtem Sprühregen eine Weile stand. Fahrradtaschen, die wasserdicht sein sollen, benötigen darüber hinaus verschweißte oder verklebte Nähte und einen überlappenden oder einrollbaren Deckel. Es gibt eine große Auswahl an wasserdichten Fahrradtaschen von Ortlieb, die auch bei starkem Regen dicht halten. Harter Kunststoff schützt darüber hinaus knick- und bruchempfindliche Fracht.
Etwas günstiger, aber weniger robust, sind textile Materialien. Sie sind jedoch in der Regel vergleichsweise leicht, sodass Fahrradtaschen für Kinder, bei denen es aufs Gewicht ankommt, oft aus bunten Stoffen gemacht sind. Edel, und deshalb gern im Einsatz bei hochwertigen Fahrradtaschen für Damen oder Berufspendler, sind Fahrradtaschen aus Leder. Diese brauchen allerdings etwas Extra-Pflege und sollten zum Beispiel regelmäßig eingefettet und imprägniert werden, damit sie trotz Witterungseinflüssen lange halten.
Der Stoff der Taschen besteht immer aus Polyamid in verschiedenen Verarbeitungsformen. Dabei unterscheiden sich die Taschen deutlich in der Haptik. Teilweise wirken sie, vor allem im Neuzustand, ziemlich starr und lassen sich dadurch schlechter rollen (Elops, Prophete, Topeak), erwecken dadurch aber auch einen sehr robusten Eindruck. Andere Hersteller wie etwa Deuter oder Basil verarbeiten das Material dünner. Dadurch steigt die Rollbarkeit. Deuter möchte die Haltbarkeit durch Ripstop-Fasern verbessern. Besonders praktisch bei den Deuter-Taschen ist die helle Beschichtung innen, dadurch steigt die Sichtbarkeit und Übersichtlichkeit im Innenraum enorm.
Verschlussvarianten
Elementar für trockenes Gepäck und die klassische Schwachstelle ist der Verschluss der Taschen. Bis auf eine Ausnahme werden alle Test-Taschen per Rollverschluss verschlossen. Alle haben eine Verstärkung am Rand, die ein Einrollen erleichtert. Wichtig ist, dass der Rand dreimal umgeschlagen und dann fixiert wird. Nur dann entsteht ein Labyrinth, durch das das Wasser keinen Weg findet. Nur Deuter schickte auch ein Modell mit anderer Bauform. Die Mainhattan wird mit einem Reißverschluss geschlossen, ein Deckel mit Magnet-Haken sorgt für einen wasserdichten Abschluss.
Der klassische Reißverschluss wird meist nur bei Lenker-, Sattel- und Rahmentaschen verarbeitet. Praktisch, aber wenn man eine witterungsfeste Tasche möchte, muss er aufwändig wasserdicht gemacht werden.Größere Fahrradtaschen sind auch deshalb meist mit einem Steckverschluss ausgestattet. Dieser lässt sich selbst mit Handschuhen gut bedienen (wenn die Steckschnalle groß genug ist), kann nicht im Material verhaken und verklemmen. Zudem sind sie meist so verbaut, dass sie den Deckel der Fahrradtasche entweder mit dem Korpus überlappen lassen, sodass eine Art Dach als Wetterschutz entsteht, oder der obere Taschenrand lässt sich wie eine Sardinenbüchse aufrollen und mit der Schnalle fixieren.
Vereinzelt findet man auch Retro-Modelle von Fahrradtaschen, die einen klassischen Schnallenverschluss haben, wie man ihn von Gürteln kennt. Das ist jedoch eher die Ausnahme.
Die Stoffrolle am Verschluss der anderen Taschen wird bei den meisten Herstellern zu den Seiten hin abgespannt. Fast alle Hersteller setzen dabei auf einen Klick-Verschluss aus Kunststoff. Ortlieb und Brooks verwenden einen Metallhaken, der in eine Stoffschlaufe gefädelt wird. Einige Hersteller ermöglichen es durch geschickte Wahl der Clip-Gegenstücke, dass die Taschen nicht nur seitlich geschlossen werden können, sondern auch mittig. Das kann zu Lasten der Wasserdichtigkeit gehen, dafür passt etwas mehr Inhalt hinein, der trotzdem gegen Herausfallen gesichert ist. Basil, Bomence, Deuter, Prophete und Vaude bieten zusätzlich zur seitlichen Abspannung einen weiteren, zentralen Gurt. Der kann genutzt werden, um die Tasche zu komprimieren. Damit kann aber auch weiteres Gepäck auf der Tasche fixiert werden, etwa ein Schlafsack.
Ausführungen und Einsatzbereiche
Grundsätzlich kann man Fahrradtaschen danach einteilen, wo sie am Bike angebracht werden, das heißt:
- Vorderrad-Taschen
- Hinterrad-Taschen
- Sattel-/Rahmen-Taschen
- Lenker-Taschen
- Koffer & Trunk-Bags
Außerdem unterscheiden sich Fahrradtaschen nach ihrem jeweiligen Einsatzbereich:
- Bikepacking / Touren Fahrradtaschen
- Gravel Bike Fahrradtaschen
- MTB / Mountainbike Taschen
- City / Büro Fahrradtaschen
- Rennrad Taschen
- E-Bike Taschen
Fahrradtaschen sind zudem in verschiedenen Ausführung erhältlich:
- Fahrrad Laptoptaschen
- Fahrrad Handytaschen
- Bikepacking / Touren Fahrradtaschen
- Fahrradtaschen-Rucksack-Kombi
- Wasserdichte Fahrradtaschen
Ortlieb und New Looxs spannen nicht seitlich ab, sie haben nur ein zentrales Band, das den Rollverschluss fixiert. Beide Lösungen hielten im Test dicht. Beide eint eine andere Besonderheit: Sie können nicht nur als Packtasche, sondern auch als Rucksack genutzt werden. In der Umsetzung gehen beide Hersteller verschiedene Wege. Bei New Looxs werden die Rucksackriemen mit Clips befestigt. Es gibt sogar einen Bauch- und einen Brustgurt. Die Haken für den Gepäckträger werden mit einem weichen Kissen abgedeckt. Ortlieb dagegen baut auf eine Seite der Tasche die Befestigung für den Gepäckträger, die Rucksackgurte werden nicht abmontiert, sondern finden auf der anderen Seite ihren Platz. Die Seite, die jeweils nicht benutzt wird, wird mit einer Schürze zugedeckt. Die kann auf je eine Seite geschwenkt und dort befestigt werden. Dadurch werden auch die Rucksackgurte fixiert.
Alle anderen Hersteller setzen auf Schultergurte. Diese liegen im Regelfall bei - bis auf Brooks - und werden eingeklickt. Dadurch können die Packtaschen auf längeren Strecken komfortabler getragen werden als an Griffschlaufen.
Befestigung am Fahrrad
Alle Hersteller setzen auf zwei Haken mit Sicherung, die an einem querlaufenden Rohr des Gepäckträgers einrasten. Ein weiterer Haken weiter unten verhindert eine Bewegung der Tasche. Im Detail gibt es dennoch Unterschiede. Manche Hersteller ermöglichen eine werkzeuglose Verstellung der Haken (Bomence, Deuter, Merida, Ortlieb, Thule), das ist praktisch, wenn die Tasche nicht nur an einem Rad genutzt wird.
Für den Test haben wir Taschen geordert, die nicht für Systemgepäckträger ausgelegt sind, sondern möglichst universell passen. Eine Herausforderung dabei sind verschiedene Rohrdurchmesser am Träger. Beinahe alle Hersteller bieten Adapter oder Passstücke für verschiedene Rohrdurchmesser an, die den Taschen beiliegen. Gehen die Adapter verloren, können die Taschen weiterhin genutzt werden, haben allerdings Spiel auf dem Rohr.
Der Großteil der Fahrradtaschen wird mittels Clip-Mechanismus am Fahrrad befestigt. Dazu bringt man eine Basishalterung an Gabelscheiden, dem Gepäckträger, dem Lenker oder speziellen, montierbaren Streben an. Ein sehr einfaches und sicheres Halteprinzip.
Sattel- und Rahmentaschen fixiert man häufig auch mit einem Klettverschluss. Dieser ist zwar etwas fummeliger zu bedienen, aber robust, und er lässt sich dem Rohrdurchmesser anpassen. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Klettflächen immer sauber sind, um die volle Haltekraft zu gewährleisten.
Worauf kommt es beim Kauf an?
Beim Kauf von Fahrradtaschen zählt in erster Linie die Qualität - egal, wofür die Tasche hauptsächlich verwendet werden soll. Denn eine Fahrradtasche ist nicht nur Witterungseinflüssen ausgesetzt, sondern wird auch regelmäßig und teils mit erheblichem Gewicht belastet. Das bedeutet, das Material muss robust und belastbar sein. Auch die Halterung sollte hochwertig und stabil sein, da sie das Bindeglied zwischen Tasche und Fahrrad ist. Löst sie sich, kann das zu gefährlichen Stürzen führen.
Bekannte Marken
Besonders gefragt bei unseren Kunden sind Fahrradtaschen folgender Marken:
- Acid Fahrradtaschen
- Basil Fahrradtaschen
- Cube Fahrradtaschen
- Deuter Fahrradtaschen
- Norco Fahrradtaschen
- Ortlieb Fahrradtaschen
- Thule Fahrradtaschen
- Topeak Fahrradtaschen
- Racktime Fahrradtaschen
- Reisenthel Fahrradtaschen
- Vaude Fahrradtaschen
Und damit jede Tasche auch richtig am Rad festgemacht werden kann, schau dir die Klickfix Adaptersysteme an.
Testergebnisse im Überblick
Hier ist ein Auszug von Testergebnissen, um Ihnen eine erste Orientierung zu geben:
| Tasche | Typ | Ergebnis | Preis € | Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Vaude Aqua Back Plus | Hinterradtasche | Top Empfehlung, sehr gut | 132,99 € - 190,00 € | Amazon |
| Valkental 3in1 Choice | Hinterradtasche | Choice of the Month, gut | 55,92 € - 89,99 € | Amazon |
| Vaude Aqua pro Back | Hinterradtasche | Überzeugt, sehr gut | 59,99 € - 80,00 € | Amazon |
| Ortlieb Back-Roller Classic | Hinterradtasche | Top Qualität, sehr gut | 124,99 € | BOC24 |
| HiLo Sports | Hinterradtasche | (n/a) | N/A | Amazon |
Stand der Daten in der Tabelle: 29. August 2025
Ortlieb Fahrradtaschen oder Vaude Fahrradtaschen gehören mit zu den bekanntesten Produkten, die eine hochwertige Qualität aufweisen und auch bei uns im Test einen guten Eindruck gemacht haben.
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