Geschwollener Knöchel beim Radfahren: Ursachen und Behandlung

Sprunggelenkschmerzen sind eigentlich Schmerzen im Knöchel: Der Knöchel ist die Verbindung zwischen Fuß und Unterschenkel.

Ursachen von Sprunggelenkschmerzen

Meist lösen akute Verletzungen mit Umknicken und Prellung des Knöchels Schmerzen im Sprunggelenk aus. Aber auch andere Faktoren können eine Rolle spielen:

  • Fehlstellungen des Fußes: Das Sprunggelenk ist durch seinen Aufbau besonders anfällig für Veränderungen der Fußstellung. Eine Fehlstellung des Fußes überträgt sich auf die Position des Talus in der Sprunggelenksgabel (Malleolengabel). Bei einem Senkfuß kippt der Sprungbeinknochen oft nach vorne und unten ab.
  • Unfälle: Auch Unfälle können Schmerzen beim Stehen verursachen.
  • Syndesmosenruptur: Durch Riss des Syndesmosebandes zwischen Schienbein und Wadenbein kann sich die Stellung der Sprunggelenksgabel ändern.
  • Sprunggelenkarthrose: Als Folge der Sprunggelenkarthrose nach Gelenkschäden bei Unfällen können sich Knochenanbauten (Osteophyten) bilden. Auch instabile, überbewegliche Sprunggelenke können nach jahrelanger Fehlbelastung knöcherne Anbauten bilden.
  • Nervenschädigungen: Sprunggelenkschmerzen, die in der Nacht auftreten, sind meist durch Nervenschädigungen (Polyneuropathien) bedingt.
  • Entzündungen: Die Alltagsbelastung des Sprunggelenks mit beginnender oder ausgeprägter Arthrose kann zu Abrieb im Gelenk führen. Der Abrieb kann in der Gelenkkapsel zu einer schmerzhaften und meist von Überwärmung und Schwellung begleiteten Entzündung im Sprunggelenk führen.
  • Bandinstabilität: Eine auf früheren Verletzungen beruhende Bandinstabilität begünstigt eine solche Synovitis.
  • Fußfehlstellungen: Nicht nur Unfälle, auch Fußfehlstellungen gefährden die Gesundheit des oberen Sprunggelenks. Der im Sprunggelenk verkantete Talus (Sprungbein) führt zu einer schmerzhaften Arthrose.
  • Tarsaltunnelsyndrom: Oberflächliche Schmerzen oder Gefühlsstörungen auf dem Sprunggelenk und Fuß entstehen durch das Tarsaltunnelsyndrom. Die Nerven werden dabei gegen die oberflächlich verlaufenden Bänder gedrückt.
  • Weitere Ursachen: Viele Krankheiten können zu Ödemen führen - und damit hinter Schwellungen an Füßen oder Beinen stecken, zum Beispiel Venenleiden wie eine Venenschwäche. Auch Medikamente können eine Ursache sein. Schwellungen an Beinen, Knöcheln oder Füßen entstehen manchmal als Nebenwirkung von Arzneimitteln.

Spezifische Schmerzarten und ihre Ursachen

  • Schmerzen beim Stehen: Beim Stehen kann jede Fehlstellung zu Sprunggelenkschmerzen führen, besonders wenn bei langjährigem Bestehen weitere Schäden an den Bändern entstanden sind.
  • Schmerzen beim Abrollen: Syndesmoseschäden oder andere Bandschäden können die Rolle des Talus in der Abrollbewegung stören oder unmöglich machen. Auch Knochenanbauten im Rahmen einer Sprunggelenksarthrose stören die Abrollbewegung, wodurch Schmerzen und Veränderungen im Gangbild entstehen.
  • Schmerzen in der Hocke: Neben Schäden an der Syndesmose können auch andere Bandschäden verantwortlich sein.
  • Schmerzen beim Treppensteigen: Das Heruntergehen einer Treppe ist eine der stärksten Belastungen für das Sprunggelenk im Alltag.
  • Anlaufschmerzen: Die Ruhephase führt besonders im erkrankten Sprunggelenk zu einer veränderten Reibung zwischen den Gelenkpartnern (Schienbein und Sprungbein).
  • Schmerzen auf unebenem Untergrund: Für das Gehen auf unebenem Untergrund ist eine starke Muskelführung notwendig. Es zeigen sich muskuläre Dysbalancen (Muskelungleichgewichte) ebenso wie Bandschäden.

Diagnose von Sprunggelenkschmerzen

Für die Diagnose ist es wichtig, dass der Arzt genau weiß, in welcher Situation die Schmerzen im Sprunggelenk auftreten und wie lange sie anhalten. Treten Sie in Ruhe auf, unter Belastung oder als Anlaufschmerzen? Bei der Untersuchung des Sprunggelenks achtet der Spezialist auf Schmerzen, Instabilitäten und Beweglichkeitseinschränkungen.

Zur Diagnostik gehören ein umfangreiches Anamnesegespräch sowie eine körperliche Untersuchung, die mögliche Hinweise auf eine vorliegende Verletzung, eine Entzündung oder eine Herz-Kreislauferkrankungen geben kann. Im Falle einer einseitigen Schwellung kann der nicht betroffene Knöchel als Vergleich nützlich sein. Bei der körperlichen Untersuchung wird die Beweglichkeit des Knöchels und des Fußes überprüft, darüber hinaus wird geprüft, ob die Sensibilität vollständig erhalten ist oder gegebenenfalls Taubheitsgefühle etc. auftreten.

Bildgebende Verfahren

  • Röntgenbild: Die zeitsparende, einfache Untersuchungsmethode ermöglicht eine Beurteilung der knöchernen Strukturen des Knöchels und lässt zum Teil auch Rückschlüsse auf den Bandapparat zu.
  • MRT-Untersuchung: Da Schäden der Gelenkfläche sowie der Bandstrukturen im Röntgenbild nicht ausreichend sichtbar gemacht werden können, kann eine zusätzliche Magnetresonanztomographie-Untersuchung notwendig werden. In der MRT vom Fuß lassen sich besonders die Bandstrukturen und das Weichteilgewebe darstellen.

Behandlung von Sprunggelenkschmerzen

Die Behandlung eines geschwollenen Knöchels richtet sich nach der Ursache der Erkrankung bzw. Jede unklare Schwellung des Knöchels sollte orthopädisch abgeklärt werden. Was zu tun ist wird nach Stellung einer Diagnose mit dem Patienten zusammen besprochen.

  • Ruhigstellung: Im Falle einer Verletzung ist unter Umständen eine Ruhigstellung des Knöchels mittels einer Schienung notwendig.
  • Entwässerung: Bei einer Herzinsuffizienz ist die Entlastung der Beinödeme über eine Entwässerung des Körpers zu erreichen.
  • Thrombosetherapie: Eine Beinvenenthrombose sollte ebenfalls umgehend therapiert werden, um Komplikationen, wie etwa einen Lungeninfarkt, zu vermeiden.
  • Bandagen: Eine weitere Therapieoption bei einem geschwollenen Knöchel bildet die Anlage einer Bandage, welche eine Stabilisierung des Knöchels ermöglicht.
  • Tapeverbände: Ein Tape bewirkt eine Entlastung sowie eine Beschränkung der Bewegungsfähigkeit des Sprunggelenks. Das Tape wirkt zusätzlich komprimieren, sodass einer weiteren Schwellung vorgebeugt wird.

Hausmittel und Tipps

Die wichtigste Maßnahme gegen geschwollene Knöchel ist eine überlastende Bewegung oder Sport zunächst zu pausieren und den Fuß zu schonen. Es ist aber zu beachten, dass der Fuß auf keinen Fall komplett immobil gehalten werden sollte, da dies das Thromboserisiko deutlich erhöht. Auch können kühlende Maßnahmen mittels auf den Knöchel gelegte Eispacks durchgeführt werden. Hier sollte man das Eispack maximal 10 Minuten auf den geschwollenen Knöchel legen. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Verwendung von entzündungshemmenden Gelen.

  • Bewegung: Bewegung und Venengymnastik möglichst oft in den Alltag einbauen. Das unterstützt die Durchblutung der Beine. Langes Stehen oder Sitzen sollte man vermeiden - oder wenigstens seine Position häufig ändern, zwischendurch ein paar Schritte gehen oder kleine Übungen machen.
  • Beine hochlegen: Öfter mal die Beine hoch lagern - idealerweise über die Horizontale.
  • Kompressionsstrümpfe: Bei einer Venenerkrankung verordnet die Ärztin oder der Arzt eventuell Kompressionsstrümpfe. Sie üben gezielten Druck auf die Venen aus. Das unterstützt den Blutfluss und die Funktion der Venenklappen.
  • Wechselduschen: Manche Menschen empfinden Kneippanwendungen oder Wassertreten als wohltuend.
  • Ausreichend trinken: Bei warmen Temperaturen sollte man im Idealfall mindestens 2 Liter Wasser aufnehmen, um die Venentätigkeit anzukurbeln.

Fußschmerzen beim Radfahren

Beim Pedalieren geben wir die Beinkraft über die Füße an die Pedale weiter. Ballenmuskeln und Zehenbeuger-Muskulatur ermüden mit der Zeit, das Quergewölbe sackt ein und die Nerven in der Fußsohle werden gereizt. Darüber hinaus können zu enge Fahrradschuhe die Nerven und Blutgefäße einengen.

Was kannst du gegen Fußschmerzen beim Radfahren tun?

  • Überprüfe die gesamte Körperhaltung auf deinem Fahrrad im Hinblick auf Fehlstellungen oder ungünstige Bewegungsabläufe.
  • Trage Fahrrad-taugliche Schuhe mit fester Sohle und ausreichend viel Bewegungsspielraum für Vorderfuß und Zehen.
  • Vermeide eine zu niedrige Trittfrequenz.
  • Laufe barfuß über unregelmäßige Untergründe.
  • Betreibe Fuß-Gymnastik.
  • Ergänze die Gymnastik um Dehnübungen für die Wadenmuskulatur und die vordere Schienbeinmuskulatur.
  • Denke über die Verwendung von orthopädischen Einlagen nach.

Knöchelschwellungen in den Wechseljahren

Die genaue Ursache, warum es zu Knöchelschwellungen während der Wechseljahre kommt, ist bis heute nicht bekannt. Man geht aber davon aus, dass durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren die Blutgefässe weicher und auch durchlässiger werden, was dann zu einem Anschwellen von Knöcheln und Gelenken führen kann.

Weitere mögliche Ursachen

Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einem geschwollenen Knöchel beitragen können. Dazu gehören:

  • Zu wenig getrunken
  • Zu große Kurbel
  • Sattel zu tief oder zu hoch
  • Schuhe zu groß oder Schuhplatten falsch eingestellt
  • Schwächere Beckenmuskulatur
  • Verrutschte Socken oder drückende Nähte

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ärztlichen Rat einzuholen ist dann sinnvoll, wenn es tagsüber immer wieder zu geschwollenen Füßen kommt. Auch wenn sich die Haut bläulich-rötlich verfärbt, die Füße schmerzen oder sehr kalt oder warm werden, ist ein Arztbesuch ratsam. Ist nur ein Fuß verdickt oder nimmt die Schwellung an Größe zu, gilt es ebenfalls, wachsam zu sein. Schließlich könnte hinter all diesen Symptomen eine ernstere Erkrankung stecken.

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